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Kafka am Strand

Roman. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2005, Kategorie Preis der Jugendlichen

Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.

Der 15-jährige Kafka Tamura reißt von zu Hause aus und flüchtet vor einer düsteren Prophezeiung seines Vaters auf die Insel Shikoku. Seine abenteuerliche Reise führt ihn in eine fremde Stadt, wo er der faszinierenden Bibliotheksleiterin Saeki begegnet und ihr verfällt. Er macht die Bekanntschaft mit einem geheimnisvollen alten Mann, der mit Katzen sprechen kann, und gleitet ab in eine fremde, seltsame Welt. Was ist Traum, was ist Wirklichkeit? Wo endet diese Reise voller rätselhafter Begegnungen und labyrinthischer Wege?

Portrait
Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto, studierte Theaterwissenschaften und Drehbuchschreiben in Tokio. 1974 gründete er den Jazzclub „Peter Cat“, den er bis 1982 leitete. In den 80er Jahren war Murakami dauerhaft in Europa ansässig (u. a. in Frankreich, Italien und Griechenland), 1991 ging er in die USA, ehe er 1995 nach Japan zurückkehrte. Murakami ist der international gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Roman "Gefährliche Geliebte" entzweite das Literarische Quartett, mit "Mister Aufziehvogel" schrieb er das Kultbuch seiner Generation. Ferner hat er die Werke von Raymond Chandler, John Irving, Truman Capote und Raymond Carver ins Japanische übersetzt.
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  • An Geld bist du jetzt auch irgendwie gekommen, ja?", sagt der Junge namens Krähe in seiner üblichen, etwas schwerfälligen Sprechweise, als wäre er gerade aus dem Tiefschlaf erwacht und als funktionierten seine Sprechmuskeln noch nicht richtig. Aber das ist reine Attitüde, in Wirklichkeit ist er hellwach. Wie immer. Ich nicke.
    "Wie viel ungefähr?"
    Ich überschlage die Summe noch einmal im Kopf.
    "Ungefähr 400 000 in bar. Außerdem kann ich noch ein bisschen mit der Karte vom Bankkonto ziehen. Natürlich wird das nicht ewig reichen, aber für den Anfang geht's doch, oder?"
    "Nicht schlecht", sagt Krähe. "Für den Anfang ..."
    Ich nicke.
    "Aber das ist doch nicht das Geld, das dir der Weihnachtsmann letztes Jahr gebracht hat, oder?" "Nein", sage ich.
    Krähe verzieht ironisch die Lippen und sieht sich um. "Es stammt aus irgendjemandes Schublade hier -könnte das sein?"
    Ich gebe keine Antwort. Natürlich weiß er ganz genau, woher das Geld kommt. Er braucht gar nicht so drumherum zu reden. Das tut er nur, um mich aufzuziehen.
    "Schon gut", sagt Krähe. "Du brauchst ja Geld. Dringend. Irgendwie musstest du es ja in die Finger bekommen. Leihen, erschwindeln, stehlen . " egal wie. Es gehört doch sowieso deinem Vater. Für den Anfang wirst du schon zurechtkommen. Aber was gedenkst du zu tun, wenn die 400 000 aufgebraucht sind? Geld wächst nicht von alleine im Portemonnaie nach wie Pilze im Wald. Du musst essen und irgendwo schlafen. Irgendwann ist es dann alle."
    "Das überlege ich mir, wenn es so weit ist", sage ich.
    "Das überlege ich mir, wenn es so weit ist", äfft Krähe mich nach und breitet die Handflächen aus, wie um das Gewicht meiner Worte zu ermessen.
    Ich nicke.
    "Zum Beispiel Arbeit suchen oder was?" "Vielleicht."
    Krähe schüttelt den Kopf. "Dazu musst du das Leben erst mal besser kennen. Wie soll denn ein fünfzehnjähriger Junge in einer fremden Gegend einen Job finden? Du hast ja nicht mal die Schule abgeschlossen. Wer wird so jemanden schon einstellen?"
    Ich erröte ein bisschen. Ich werde immer gleich rot.
    "Ist ja schon gut", sagt Krähe. "Außerdem bringt die ganze Schwarzseherei nichts, wenn man noch nicht mal angefangen hat. Du hast dich entschieden, jetzt musst du deinen Entschluss in die Tat umsetzen. Schließlich ist es dein Leben. Konkret bleibt dir nichts anderes übrig, als das zu tun, was du vorhast."
    Genau, immerhin ist das mein Leben.
    "Aber vor allem musst du jetzt stark werden."
    "Ich gebe mir Mühe."
    "Stimmt", sagt Krähe. "In den letzten Jahren bist du ganz schön kräftig geworden. Das kann ich nicht leugnen."
    Ich nicke.
    "Allerdings bist du erst fünfzehn", sagt Krähe. "Dein Leben hat, gelinde ausgedrückt, gerade erst begonnen. Die Welt ist voll von Dingen, denen du noch nie begegnet bist. Von denen du überhaupt noch keine Vorstellung hast."
    Wie üblich sitzen wir nebeneinander auf dem alten Ledersofa im Arbeitszimmer meines Vaters. Krähe schätzt diesen Raum sehr. Er liebt die kleinen Gegenstände, die es hier gibt. Gerade spielt er mit einem gläsernen Briefbeschwerer, der die Form einer Biene hat. Natürlich lässt er sich nicht blicken, wenn mein Vater zu Hause ist.
    "Eins steht jedenfalls fest", sage ich, "ich muss hier raus. Daran ist nicht zu rütteln."
    "Mag sein", pflichtet Krähe mir bei. Er legt den Briefbeschwerer auf den Tisch und verschränkt die Hände hinter dem Kopf. "Aber das ist keine Lösung für alles. Ich will deinen Entschluss nicht ins Wanken bringen, aber ich weiß nicht, ob du dem Ganzen wirklich entkommen kannst, auch wenn du noch so weit fährst. Du solltest dir nicht allzu viel von der Entfernung versprechen."
    Ich denke über die Entfernung nach. Krähe drückt sich seufzend die Fingerkuppen auf beide Augenlider. Dann spricht er mich aus dem Dunkel seiner geschlossenen Augen an.
    "Spielen wir unser Spiel?"
    "Einverstanden." Ich schließe ebenfalls die Augen und atme langsam und tief ein.
    "A
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 891
Erscheinungsdatum 21.09.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74043-7
Verlag btb
Maße (L/B/H) 15,4/10,1/4,8 cm
Gewicht 388 g
Originaltitel Umibe no Kafuka
Übersetzer Ursula Gräfe
Buch (Taschenbuch)
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12,40
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Philipp Urbanek, Thalia-Buchhandlung Wien

Die Charaktere wandeln zwischen Traum und Wirklichkeit, Ebenen vergleichbar mit den Erzählungen des Romantikers E.T.A. Hoffmann,eine fantastische Geschichte.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
39 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 25.07.2019
Bewertet: anderes Format

Die Reise eines 15-jährigen - entführt uns (typisch Murakami) über gelegentlich surreal-phantastische Pfade in das Innerste des Protagonisten. Tiefsinnig, komisch, außergewöhnlich!

Klasse Buch
von Jason am 15.05.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Für mich, der eigentlich hauptsächlich nur Geschichtsromane und Biographien liest, war dies eine willkommene Abwechslung. Kafka am Strand ist von vorne bis hinten gut durchdacht und hält den Leser dauerhaft am Gerät bzw. Buch. Vor allem der Wechsel der Perspektiven pro Kapitel ist sehr erfrischend, da man mehrere Stränge glei... Für mich, der eigentlich hauptsächlich nur Geschichtsromane und Biographien liest, war dies eine willkommene Abwechslung. Kafka am Strand ist von vorne bis hinten gut durchdacht und hält den Leser dauerhaft am Gerät bzw. Buch. Vor allem der Wechsel der Perspektiven pro Kapitel ist sehr erfrischend, da man mehrere Stränge gleichzeitig verfolgen kann. Ich freue mich, weitere Bücher Murakamis in der Zukunft zu lesen.

Ausgezeichnet
von einer Kundin/einem Kunden aus Steinheim am 06.09.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ich wollte mit dem Lesen beginnen und bin zufälligerweise auf diese Buch gestoßen. In der Vergangenheit habe ich schon selbst Erfahrungen gemacht die mich denken lassen haben, das Lesen nicht mein Ding ist. Dennoch hat mich dieses Buch zum Lesen gebracht, ich habe mit diesem Buch bereits 2 gelesen und habe mein 3. heute bestel... Ich wollte mit dem Lesen beginnen und bin zufälligerweise auf diese Buch gestoßen. In der Vergangenheit habe ich schon selbst Erfahrungen gemacht die mich denken lassen haben, das Lesen nicht mein Ding ist. Dennoch hat mich dieses Buch zum Lesen gebracht, ich habe mit diesem Buch bereits 2 gelesen und habe mein 3. heute bestellt. Der Schreibstil von Murakami ist einfach sagenhaft und das Thema des Buches ebenso. Besonders gefiel mir der Charakter Nakata. Seine Art zu sprechen ist sehr einzigartig und die Geschichte über ihn ist es ebenso.