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Kuhhandel / Kommissar Weinzierl Bd.3

Ein Allgäu-Krimi

Kommissar Weinzierl Band 3


Nicht nur für Allgäuer – ein Allgäuer Regionalkrimi

Die Tote, die Kommissar Gerhard Weinzirl an der Ruine Eisenberg in Zell im Allgäu findet, war eine alte Bekannte: Dass die lebenslustige Tierärztin Svenja Selbstmord begangen haben soll, kann der Kommissar kaum glauben – daran ändert auch der Abschiedsbrief nichts, der sich wenig später findet. Auch Jo, die Tourismusdirektorin und beste Freundin der Toten, hat ihre Zweifel und nimmt die Sache selbst in die Hand: Im Alleingang und jenseits der Legalität spioniert Jo Svenjas Chef, dem dubiosen Tierarzt Dr. Ostheimer nach. Und stößt nicht nur auf zahllose Ungereimtheiten, sondern auch auf mysteriöse Todesfälle im Stall eines Bauern …

Der dritte Fall für Kommissar Gerhard Weinzirl und die Spürnase Johanna Kennerknecht.

Portrait
Nicola Förg ist im Oberallgäu aufgewachsen. Neben ihren sehr erfolgreichen Krimis hat sie auch Reiseführer und Bildbände veröffentlicht. Als freie Reisejournalistin arbeitete sie für namhafte Tageszeitungen und Magazine. Mit ihrer Familie sowie Ponys, diversen Kaninchen und Katzen lebt die Autorin auf einem Anwesen im südwestlichen Eck Oberbayerns, dort, wo man schon mit dem Ostallgäu flirtet. Bei Goldmann erscheint ihre Kommissar-Weinzirl-Reihe.
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  • Jo schaute auf die Uhr. So unp¿nktlich war Svenja eigentlich nie. Jo hasste Unp¿nktlichkeit, Falco wohl auch. Er hatte einem Entfesselungsk¿nstler gleich bereits zum dritten Mal den Knoten seines F¿hrstricks aufgebissen. Die eifrigen Autoren von Pferderatgebern sollten ihn mal kennen lernen. Falco ¿ffnete jeden auch noch so unl¿sbaren, angeblich absolut pferdesicheren Knoten. Fenja hingegen verbiss sich gerade in ihre Anbindestange, sie empfand sich wohl als die Reinkarnation eines kanadischen Bibers, und Fj¿lla, Fenjas zweij¿ige, halbstarke Tochter, grub um. Sie hackte und harkte mit dem rechten Vorderhuf und w¿rde es wohl heute noch bis zum Mittelpunkt der Erde schaffen - falls Svenja nicht bald auftauchen w¿rde.
    Jo rief in der Praxis an, der AB verwies auf eine Mobilnummer. Nachdem es qu¿nd lange gel¿et hatte, sagte Svenjas tiefe Altstimme, man m¿ge in extremen Notf¿en doch bitte die Tierklinik in Gessertshausen oder Die¿n anrufen oder aber eine Nachricht hinterlassen. Na ja, eine Impfung war ja kein echter Notfall.
    ¿Hi, Viechdokterin, Jo hier, vielleicht hab ich da was durcheinandergebracht, aber ich dachte, wir w¿n am Donnerstag um 14 Uhr 30 bei mir am Hof verabredet gewesen. Wegen der Impfung. Ja, ¿ okay, vielleicht rufst du mal zur¿ck. Du hast vielleicht 'ne Stei¿eburt oder h¿st sonst bis zum Hals in 'ner Kuh. Also nicht du hast die Stei¿eburt.¿ Jo gluckste und brach ab. Svenja war seit vierzig Minuten ¿berf¿ig, viel zu lang f¿r Lady ¿erp¿nktlich.
    Jo entlie¿erst mal Biber-Fenja auf die Weide, dann Zirkus-Falco. Fj¿lla musste als erzieherische Ma¿ahme noch drei Minuten stehen bleiben. Da Jo aber bef¿rchtete, dass das Pony demn¿st im hei¿n Erdkern ankommen oder zumindest Jules Vernes Professor und Axel bei ihrer Reise zum Mittelpunkt der Erde treffen w¿rde, schickte sie auch dieses l¿ige Pferdewimmerl auf die Koppel. Seit sie ihre Pferde direkt hinterm Haus hatte, war die Pferdehaltung f¿r Jo ein pures Vergn¿gen. Die Nachbarn Gschwendtner hatten schlie¿ich doch ein Einsehen gehabt, Jos Flehen erh¿rt und ihr einen Offenstall auf eine Wiese gebaut. Au¿rdem konnten sie die Stallmiete ganz gut brauchen. Aber Matthias, ¿Hias¿, Gschwendtner hatte noch immer seine liebe Not mit seiner ¿g'studierten Rossb¿rin¿, wie er Jo scherzhaft nannte. Er fand es ja durchaus lobenswert, dass eine ¿Frau Doktar¿ Bulldog fahren konnte, aber dass die Tiere einfach so nutzlos rumgammelten, fra¿n und schissen, ohne daf¿r arbeiten zu m¿ssen, das missfiel ihm. Was ihm auch missfiel, war die Tatsache, dass sogar Jos Tierarzt eine Frau war.
    Und dann war ein wirklich rabenschwarzer Tag gekommen, der Hias' Weltbild komplett aus allen Verankerungen gerissen hatte. Resi, seine Frau, war ¿ber die Wiese gerannt.
    ¿Des K¿le kommt it und dem Hias sei Tierarzt au it. Dir sind doch au Viechdoktar?¿, hatte sie zu Svenja gewandt gesagt.
    Die hatte nicht lange gez¿gert und war von Hias mit den
    Worten begr¿¿ worden: ¿Ja, kannsch du des au? Des isch fei schwer, i versuachs scho a Stund.¿
    ¿Ja, genau deshalb bin ja ich da¿, hatte Svenja durchaus lakonisch geantwortet.
    ¿Sollen mir it besser an Ma holen?¿, hatte Hias noch einen draufgesetzt. Schlie¿ich hatten sie sich darauf geeinigt, dass Hias Svenja nun endlich seine Kuh pr¿ntieren w¿rde, und wenn sie das Kalb wirklich nicht rauskriegen sollte, dann k¿nnte man ja immer noch Arnold Schwarzenegger rufen. Svenja hatte ihm zehn Minuten sp¿r das Kalb in die Arme gedr¿ckt mit den Worten: ¿Wollen Sie mich noch mal fragen, ob ich des kann, und einen Mann fragen?¿
    Verlegenes Murmeln war die Antwort. Die Kr¿nung war gewesen, als Svenja sich in der Milchkammer ges¿ert hatte und Resi grinsend gemeint hatte: ¿Der red allat so an Soich! Des geht it in sein Grind nei, dass du des kannsch. Dass a Wieb d Griffl in am Viech hot. Wie lang hosch braucht?¿
    ¿Zehn Minuten?¿ Svenja hatte verschmitzt gel¿elt und ihr verschwiegen, dass die Sache ziemlich kritisch gewesen war. Svenja machte sich nie wichtig.
    ¿An Duusl hots halt ghett!¿, hatte Hias noch vor sich hin gemault. Resi hatte dann eine Runde Obstler geholt und noch eine, und beim dritten hatte der Hias durchaus bewundernd gesagt: ¿Dia Svenja.¿ Dann war er in den Stall gegangen, und die drei Frauen hatten sich ausgesch¿ttet vor Lachen. Jo konnte sich kaum mehr beruhigen. Resi hatte noch gemeint: ¿Du bisch mir so a Kitterfiedla¿, und dann war sie ihrem Mann gefolgt.
    Svenja war ein Mordsweib und ein Mordskumpel - und inzwischen eine Stunde zu sp¿ Jo ging vor die T¿r. Wind war aufgekommen und der Himmel schwarz geworden. Ganz hinten, am Horizont, lag ein Streifen in einer gallig gelben Farbe. Ein Gewitter w¿rde aufziehen. Jo ging auf die Ostseite ihres Hauses und sandte einen Blick zu den Pferden hin¿ber, die nicht etwa grasten, sondern s¿erlich aufgereiht in ihrem Unterstand standen, wo sie doch gerade erst Freiheit erfleht hatten. Sie waren steif wie Modelle aus Gips und starrten unter dem Dach hervor.
    Kater Moebius von Atzenhuber schoss vorbei, seine Mutter Frau M¿mmelmaier von Atzenhuber ging gemessenen Schrittes hinterher, ohne Jo auch nur mit dem Arsch anzuschauen. Und dann fielen schon die ersten Hagelk¿rner. Jo raffte ihre Pferde-F¿hrstricke zusammen, die noch herumlagen, und rannte ins Haus. Als sie dort war, tobte bereits ein Inferno. Der Wind hatte zwei Blument¿pfe von der Fensterbank gefegt, Vorh¿e flatterten wie zerrissene Segel eines Schiffchens in akuter Seenot. Jo warf die Fenster zu und sich auf den K¿chenstuhl.
    ¿Schei¿, ich hasse den Sommer. Er ist wankelm¿tig und unberechenbar!¿, fluchte sie.
    Auf dem K¿chentisch sa¿n die beiden Katzen, und ihr Blick sagte nur eins: Wieso lasst ihr Menschen euch immer so viel Zeit? War doch klar, dass ein Gewitter kommt. Recht hatten sie ja.
    Um acht in der Fr¿h hatte das Thermometer schon neunundzwanzig Grad angezeigt. ¿er Wochen hatte sich dieser Sommer in immer neue Rekordversuche verstiegen. Jeden Tag schlug einem eine Hitze wie Watte ins Gesicht. Das
    Atmen fiel schwer, Jo sehnte sich nach einem k¿hlen Morgen mit einer Luft, die man schmecken und riechen konnte. Die Aussichten darauf waren schlecht. Bei br¿tend schw¿len dreiunddrei¿g Grad hatte der Himmel am sp¿n Vormittag begonnen, Wolken aufzuschichten. Erst wei¿ dann grau und dann bedrohlich schwarz.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 284
Erscheinungsdatum 08.03.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-47015-0
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,9/12/2,5 cm
Gewicht 240 g
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
2
1
0
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 28.05.2019
Bewertet: anderes Format

Ein Allgäu Krimi mit liebenswerten Figuren. Der dritte Fall Für Kommissar Weinzirl, der es nicht immer leicht mit seinen Mitmenschen hat!

von einer Kundin/einem Kunden aus Karlsruhe am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Sehr spannender Allgäu-Krimi !!

Kuhhandel
von Brigitte Bouman-Mengering aus Lingen (Ems) am 01.07.2010

Also,um es vorweg zu sagen. Das Allgäu ist scheinbar eine höchst gefährliche Gegend. Oder aber der Landstrich regt die kriminelle Phantasie an. Anders ist es kaum zu erklären,daß so zahlreiche,spannende Krimis in dieser Gegend spielen. Wie auch das jüngste Werk von Nicola Förg.Kommissar Weinzirl uns seine "Kollegin" Johanna müs... Also,um es vorweg zu sagen. Das Allgäu ist scheinbar eine höchst gefährliche Gegend. Oder aber der Landstrich regt die kriminelle Phantasie an. Anders ist es kaum zu erklären,daß so zahlreiche,spannende Krimis in dieser Gegend spielen. Wie auch das jüngste Werk von Nicola Förg.Kommissar Weinzirl uns seine "Kollegin" Johanna müssen den gewaltsamen Tod ihrer Freundin Svenja untersuchen. An der voreilig aufgestellten Selbstmordtheorie zweifeln beide jedoch sehr.Eine spannende Jagd quer durch das Allgäu und diverse Viehställe beginnt und führt zu einem überraschenden Ergebnis.Ein erfrischend anderer Krimi,der Lust auf mehr macht.