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Schöne Scheine / Scheibenwelt Bd.31

Ein Scheibenwelt-Roman

Scheibenwelt Band 31

Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung derselben? Nicht dass Feucht von Lipwig tatsächlich eine Bank überfallen müsste: Dem ehemaligen Gauner fällt sie gewissermaßen in den Schoß. Nachdem er schon die heruntergekommene Post von Ankh-Morpork auf Vordermann gebracht hat, erbt er nun die Mehrheit an der maroden Kreditbank. Doch die Sache hat ein paar Haken: Der Hauptkassierer ist mit ziemlicher Sicherheit ein Vampir, auch Blutsauger genannt. Ein dreihundert Jahre alter Zauberer ist hinter Feucht von Lipwigs Freundin her und jede Menge Leute sogar hinter seinem Leben. Und als er die Goldbestände im Keller der Bank sichten will, wartet die nächste böse Überraschung auf ihn - offenbar hat hier schon länger niemand mehr vorbeigeschaut. Ein Glück, dass Feucht auf Papiergeld als Zahlungsmittel umgestellt hat...
Rezension
"So ist "Schöne Scheine" eine frische Erzählung mit zahlreichen Anspielungen auf die reale Welt und entspricht nicht unbedingt der Vorstellung von klassischer Fantasy." Badischen Nachrichten
Portrait
Terry Pratchett, geboren 1948, schrieb 1983 seinen ersten Scheibenwelt-Roman – ein großer Schritt auf seinem Weg, einer der erfolgreichsten Autoren Großbritanniens und einer der populärsten Fantasy-Autoren der Welt zu werden. Von Pratchetts Romanen wurden weltweit 85 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 40 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur verlieh ihm Queen Elizabeth sogar die Ritterwürde. Terry Pratchett starb am 12.3.2015 im Alter von 66 Jahren.
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  • Im Dunkeln warten - Ein besiegelter Handel - Der Gehängte - Ein Golem im blauen Kleid - Verbrechen und Strafe - Eine Gelegenheit, richtig Geld zu machen -Die goldliche Kette - Herr Beuge gibt die Zeit an
    Sie lagen im Dunkeln und wachten. Es gab keine Möglichkeit, die verstreichende Zeit zu messen, und es verspürte auch niemand die Neigung dazu. Es hatte eine Zeit gegeben, als sie noch nicht hier gewesen waren, und es würde wohl auch eine Zeit geben, in der sie nicht mehr hier wären. Dann wären sie woanders. Die Zeitspanne dazwischen war belanglos.
    Aber einige waren zerbrochen, und einige andere, die jüngeren, waren verstummt.
    Die Last wurde schwerer. Etwas musste geschehen. Einer von ihnen stimmte einen Gesang an.

    Es waren harte Verhandlungen. Aber für wen eigentlich? Das war die große Frage. Und Herr Blase, der Anwalt, bekam keine Antwort darauf. Dabei hätte er gerne eine gehabt. Wenn sich diverse Parteien für scheinbar uninteressantes Land interessieren, kann es sich für kleinere Parteien lohnen, Grundstücke in der Nachbarschaft aufzukaufen, nur für den Fall, dass die ersten Parteien vielleicht aufgrund irgendwelchen Party-Klatsches eine gute Partie darin wittern.
    Aber es war schwer zu erkennen, was es in diesem Fall zu wittern gab.
    Er bedachte die Frau auf der anderen Seite seines Schreibtischs mit einem angemessenen besorgten Lächeln.
    »Dir ist sicherlich bekannt, Fräulein Liebherz, dass die Schürfrechte in dieser Region bei den Zwergen liegen. Das bedeutet, dass alles Metall und Metallerz dem Niederen König der Zwerge gehören. Für alles, was du von dort wegschaffst, wirst du erhebliche Förderabgaben an ihn abführen müssen. Nicht dass es dort viel zu holen gibt, wie ich hinzufügen sollte. Es heißt, dass es dort bis ganz unten nur Sand und Schlamm gibt, und zwar bis ziemlich weit nach unten.«
    Er wartete, dass die Frau irgendeine Reaktion zeigte, aber sie starrte ihn nur an. Von ihrer Zigarette schlängelte sich blauer Rauch in Spiralen zur Decke des Büros.
    »Dann wäre da noch die Sache mit den Antiquitäten«, sagte der Anwalt und beobachtete ihren Gesichtsausdruck, so gut es durch den Dunst ging. »Der Niedere König hat verfügt, dass sämtliche Schmuckstücke, Waffen, Rüstungen, uralte Gegenstände, die als Apparate klassifiziert sind, Töpfe, Schriftrollen oder Knochen, die du vom fraglichen Land fortschaffst, ebenfalls einer Steuer oder der Beschlagnahmung unterliegen.«
    Fräulein Liebherz hielt inne, als würde sie die Litanei mit einer Liste in ihrem Kopf abgleichen, dann drückte sie die Zigarette aus und sagte: »Gibt es irgendeinen Anlass zu der Vermutung, dass sich irgendwelche von diesen Dingen dort befinden?«
    »Nicht den geringsten«, sagte der Anwalt mit einem verschmitzten Lächeln. »Jeder weiß, dass wir es mit unfruchtbarem Ödland zu tun haben, aber der König möchte für den Fall vorsorgen, dass dieses Jeder weiß»Er verlangt sehr viel Geld für eine sehr kurze Pachtzeit!«
    »Und du bist bereit, diese Summe zu entrichten. So etwas macht Zwerge nervös, musst du wissen. Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein Zwerg Land abtritt, selbst für ein paar Jahre. Ich vermute, dass er das Geld wegen dieser Sache im Koomtal braucht.«
    »Ich bezahle die geforderte Summe!«
    »Ganz recht, ganz recht. Aber ich ...«
    »Wird er sich an den Vertrag halten?«
    »Buchstabengetreu. Zumindest das steht fest. Zwerge sind in solchen Dingen sehr pingelig. Du musst nicht mehr tun, als zu unterschreiben und, auch wenn es bedauerlich ist, zu bezahlen.«
    Fräulein Liebherz griff in ihre Tasche und zog ein dickes Stück Papier heraus, das sie auf den Tisch legte. »Das ist eine Bankanweisung über fünftausend Dollar, ausgestellt von der Königlichen Bank von Ankh-Morpork.«
    Der Anwalt lächelte. »Ein Name, dem man vertrauen kann«, sagte er. »Zumindest hat er Tradition. Unterschreib bitte, wo ich die Kreuze gemacht habe, ja?«
    Er sah aufmerksam zu, wie sie unterschrieb, und sie hatte den Eindruck, dass er dabei den Atem anhielt.
    »So«, sagte sie und schob den Vertrag über den Schreibtisch zurück.
    »Vielleicht könntest du meine Neugier befriedigen, Fräulein Liebherz«, sagte er. »Jetzt, wo die Tinte auf dem Papier trocknet.«
    Fräulein Liebherz blickte sich mit Verschwörermiene im Zimmer um, als würden sich hinter den schweren alten Bücherregalen unzählige Ohren verbergen. »Kannst du ein Geheimnis bewahren, Herr Blase?«
    »Aber sicher, Fräulein Liebherz. Aber sicher!«
    Sie blickte sich noch einmal um. »Trotzdem sollte ich es sehr leise sagen«, flüsterte sie.
    Er nickte hoffnungsvoll, beugte sich vor, und zum ersten Mal seit vielen Jahren spürte er den Atem einer Frau an seinem Ohr:
    »Ich auch«, sagte sie.
    Das war vor fast drei Wochen ...

    Manches von dem, was man erleben kann, wenn man bei Nacht an einem Fallrohr hängt, ist äußerst überraschend. Zum Beispiel achtet man viel mehr auf leise Geräusche - das Klicken eines Fensterhakens, das Klirren eines Dietrichs - als auf laute, zum Beispiel, wie ein Ziegelstein auf die Straße fällt, oder vielleicht sogar (schließlich handelt es sich hier um Ankh-Morpork) einen Schrei.
    Das waren die lauten Geräusche, die demnach öffentliche Geräusche waren, was wiederum bedeutete, dass sie alle angingen und nicht nur einen selbst. Aber leise Geräusche kamen aus nächster Nähe und verrieten irgendwelche heimlichen Aktivitäten, was bedeutete, dass sie beunruhigender und persönlicher waren.
    Deshalb bemühte er sich, keine leisen Geräusche zu verursachen.
    Unter ihm lag der Kutschenhof des Hauptpostamts, auf dem es wie in einem umgeworfenen Bienenstock wimmelte. Inzwischen hatten sie es geschafft, dass der regelmäßige Betrieb richtig gut lief. Die Nachtkutschen trafen ein, und der neue Fliegende Überwäldler glänzte im Licht der Lampen. Alles lief gut, was für den nächtlichen Kletterer bedeutete, dass es gar nicht gut lief.
    Der Kletterer stieß einen Mauerhaken in weichen Mörtel, verlagerte sein Gewicht, bewegte den Fu.
    Verdammte Taube! Sie flatterte erschrocken auf, er rutschte mit dem anderen Fuß ab, seine Finger verloren den Halt an dem Fallrohr, und als die Welt aufhörte, sich zu drehen, verdankte er den Aufschub einer unsanften Begegnung mit den Pflastersteinen tief unter ihm lediglich dem Halt, den ihm der Mauerhaken bot, der, wenn man es recht bedachte, letztlich nicht mehr als ein langer, flacher Nagel mit einem T-förmigen Griff war.
    Und eine Wand kann man leider nicht austricksen, dachte er. Wenn er hin und her schwang, konnte es sein, dass er das Rohr mit einer Hand oder einem Fuß zu fassen bekam, aber es konnte auch sein, dass der Haken herausrutschte.
    Also ... gut ...
    Er hatte noch mehr Haken und einen kleinen Hammer dabei. Konnte er einen einschlagen, ohne den Halt am anderen zu verlieren?
    Über ihm gesellte sich die Taube zu ihren Kollegen auf einem höher gelegenen Sims.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 414
Erscheinungsdatum 14.04.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-46809-6
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,6/11,8/3 cm
Gewicht 334 g
Originaltitel Making Money (Discworld 31)
Übersetzer Bernhard Kempen
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
9
2
1
0
0

von einer Kundin/einem Kunden aus Oberhausen am 13.06.2018
Bewertet: anderes Format

Eine brillante Satire auf die Verlockungen des Geldes und den Glauben an die Welt der schönen Scheine.

von einer Kundin/einem Kunden am 22.09.2017
Bewertet: anderes Format

Lipwig hat bereits den Posten gegründet. Jetzt soll er die erste Bank gründen. Ist das überhaupt möglich? Wieder ein brillantes Buch von Pratchett.

von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Eine Geschichte mit hintersinnigem und intelligentem Humor ausgestattet, die sich durchaus auch auf gewisse aktuelle Situationen in der Realität beziehen lässt.