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Mummenschanz / Hohle Köpfe

Zwei Scheibenwelt-Romane in einem Band

Scheibenwelt 18-19


Zwei Scheibenwelt-Romane in einem Band!

Mummenschanz: Im Opernhaus von Ankh-Morpork treibt seit Jahren ein Geist sein Unwesen. Und plötzlich geschehen auch noch Morde. Höchste Zeit, dass die Scheibenwelt-Hexen Oma Wetterwachs und Nanny Ogg den Täter fassen und dem Gespenst zu einer Stelle als künstlerischem Direktor verhelfen.

Hohle Köpfe: Eine Mordserie erschüttert die Scheibenwelt, und die Opfer sind ausgerechnet harmlose alte Männer. Die Stadtwache stößt bei ihrer Suche nach dem Täter auf die Golems, willenlose Geschöpfe aus Lehm, die plötzlich damit begonnen haben, sich selbst aus dem Weg zu räumen.

Portrait
Terry Pratchett, geboren 1948, schrieb 1983 seinen ersten Scheibenwelt-Roman – ein großer Schritt auf seinem Weg, einer der erfolgreichsten Autoren Großbritanniens und einer der populärsten Fantasy-Autoren der Welt zu werden. Von Pratchetts Romanen wurden weltweit 85 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 40 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur verlieh ihm Queen Elizabeth sogar die Ritterwürde. Terry Pratchett starb am 12.3.2015 im Alter von 66 Jahren.
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  • Wind heulte. Gewitter prasselte und krachte über den Bergen. Blitze tasteten über die Gipfel wie ein alter Mann, der versuchte, einen widerspenstigen Brombeerkern aus seinem Gebiss zu entfernen.
    Zwischen den zischenden Stechginsterbüschen züngelten die Flammen eines Feuers in den Böen hin und her.
    Eine unheimliche Stimme kreischte: "Wann werd'n wir ... zwei ... uns wiedersehen?"
    Donner grollte.
    Eine weitaus normaler klingende Stimme erwiderte: "Warum schreist du so? Mir ist die Scheibe Brot ins Feuer gefallen." Nanny Ogg setzte sich wieder.
    "Entschuldige, Esme. Ich dachte dabei nur an die . du weißt schon ... die gute alte Zeit. Tja, es kommt nicht glatt über die Zunge, oder?"
    "Sie war gerade hübsch braun."
    "Tut mir Leid."
    "Es gab überhaupt keinen Grund, so laut zu schreien." "Bitte um Verzeihung."
    "Ich meine, schließlich bin ich nicht taub. Du hättest mich in normalem Tonfall fragen können. Dann hätte ich geantwortet: Nächsten Mittwoch."
    "Ich bin untröstlich, Esme."
    "Schneid mir eine neue Scheibe ab."
    Nanny Ogg nickte und drehte den Kopf. "Magrat, schneid Oma eine . Oh. Die Macht der Gewohnheit. Ich schätze, ich sollte mich selbst darum kümmern."
    "Ha!", machte Oma Wetterwachs und starrte ins Feuer.
    Eine Zeit lang blieb alles still, abgesehen vom Heulen des Winds und den charakteristischen Geräuschen, die eine Brot schneidende Nanny Ogg verursachte. Sie legte dabei ebenso viel Geschick an den Tag wie jemand, der versuchte, mit einer Kettensäge eine Matratze zu sezieren.
    "Ich dachte, der Ausflug hierher würde dich ein wenig aufmuntern", sagte Nanny nach einer Weile.
    "Ach." Das klang nicht nach einer Frage.
    "Ich habe gehofft, dich damit ein wenig ablenken zu können", meinte Nanny Ogg und beobachtete ihre Freundin aufmerksam.
    "Wovon denn?", entgegnete Oma Wetterwachs. Sie blickte weiter verdrießlich ins Feuer.
    Meine Güte, dachte Nanny. Das hätte ich nicht sagen sollen.
    Eigentlich lief alles darauf hinaus, dass Nanny Ogg besorgt war. Sogar sehr besorgt. Sie fragte sich immer wieder, ob Esme vielleicht . ob bei ihr die Gefahr bestand, dass sie ... in gewisser Weise ... zu einer schwarzen Esme wurde.
    Bei den wirklich mächtigen Hexen geschah das recht häufig. Und Oma Wetterwachs zählte zweifellos zu den besonders mächtigen Exemplaren. Vermutlich gingen ihre Fähigkeiten selbst über die der berüchtigten Schwarzen Aliss hinaus, und alle wussten, was mit der zum Schluss passiert war: Zwei Kinder hatten sie in ihren eigenen Backofen gesperrt. Und alle fanden, das sei auch ganz gut so - obgleich es eine Woche dauerte, den Ofen zu reinigen.
    Bis zu jenem schrecklichen Tag hatte Aliss die Spitzhornberge terrorisiert. Sie konnte so gut mit Magie umgehen, dass es in ihrem Kopf für etwas anderes keinen Platz mehr gab.
    Es hieß, dass Waffen nichts gegen sie ausrichteten. Messer prallten einfach an ihrer Haut ab. Angeblich hörte man ihr irres Lachen schon aus einer Entfernung von anderthalb Kilometern. Irres Lachen gehörte unter gewissen Umständen zum normalen Handwerkszeug einer Hexe, aber in ihrem Fall war es verrücktes irres Lachen, die schlimmste Sorte. Außerdem verwandelte sie Leute in Lebkuchen und besaß ein Haus aus Fröschen. Ja, zum Ende hin wurde die Sache wirklich übel. Wie immer, wenn eine Hexe durchdrehte.
    Nun, manchmal drehten sie nicht in dem Sinne durch, sondern rasteten nur aus und ... verschwanden.
    Omas Intellekt brauchte Beschäftigung. Auf Langeweile reagierte sie kritisch. Zum Beispiel legte sie sich ins Bett und begann mit dem Borgen: Sie schickte ihren Geist auf die Reise und kroch ins Selbst irgendeines Waldgeschöpfs, um mit seinen Ohren zu hören, mit seinen Augen zu sehen. Im Großen und Ganzen gab es daran nichts auszusetzen, aber Oma Wetterwachs verstand sich zu gut darauf. Sie konnte länger fortbleiben als alle anderen Hexen, die Nanny kannte.
    Vielleicht hielt sie es irgendwann einfach nicht mehr für nötig, von einem solchen Streifzug zurückzukehren ... Und dies war die schlimmste Jahreszeit. Jeden Abend zogen Wildgänse über den Himmel, und auch die kühle Herbstluft lud zu einer Reise ein. Die gesamte Atmosphäre hatte etwas sehr Verlockendes.
    Nanny Ogg ahnte die Ursache des Problems. Sie hüstelte.
    "Neulich habe ich Magrat gesehen", sagte sie und warf Oma einen kurzen Blick zu. Keine Reaktion.
    "Sie sah gut aus. Das Leben als Königin scheint ihr zu bekommen." "Hmm."
    Nanny stöhnte innerlich. Wenn sich Oma nicht einmal zu einer bissigen Bemerkung herausfordern ließ, musste sie Magrat wirklich vermissen.
    Zu Anfang hätte Nanny Ogg es nicht für möglich gehalten, aber jetzt stellte sich heraus, dass Magrat als Hexe nicht nur feucht, sondern klatschnass hinter den Ohren war, was sie jedoch nicht daran hinderte, in einem wichtigen Punkt Recht zu haben - die ideale Anzahl von Hexen belief sich auf drei.
    Und wir haben eine verloren, dachte Nanny Ogg. Nun, nicht direkt verloren. Magrat war jetzt Königin, und Königinnen verlegte man nicht so einfach. Aber es bedeutete, dass ihr Zirkel nur noch aus zwei Hexen bestand.
    Wenn es drei Hexen waren, konnte eine Streit schlichten. Darin hatte Magrat großes Talent bewiesen. Ohne sie liefen Nanny Ogg und Oma Wetterwachs Gefahr, sich immer stärker auf die Nerven zu gehen. Mit Magrat waren sie allen anderen Bewohnern der Welt auf die Nerven gefallen, was viel mehr Spaß gemacht hatte.
    Und sie konnten Magrat nicht zurückbekommen. Besser gesagt: Sie konnten sie noch nicht zurückbekommen.
    Der Grund dafür . Drei war zwar die geeignete Zahl für Hexen, aber es mussten die richtigen drei sein, die richtige ... Art.
    Es machte Nanny Ogg verlegen, auch nur darüber nachzudenken, und das war bereits erstaunlich genug, denn sie tendierte ebenso zu Verlegenheit wie eine Katze zu Altruismus.
    Als Hexe glaubte sie natürlich nicht an okkulten Unsinn. Aber tief im Fundament jeder Seele steckten einige Grundwahrheiten, denen sich selbst Nanny Ogg nicht entziehen konnte. Dazu gehörte auch die Sache mit Maid, Mutter und . der anderen.
    Na bitte. Sie hatte es umschrieben.
    Natürlich war es nur ein alter Aberglaube, der aus jener dunklen Epoche stammte, als "Maid", "Mutter" und . die andere . das Leben aller Frauen über zwölf bestimmten, abgesehen vielleicht von gewissen neun Monaten. Heutzutage musste ein Mädchen nur zählen können und Nannys Rat beherzigen, um zumindest eine der drei Möglichkeiten zu vermeiden.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 734
Erscheinungsdatum 07.09.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-13447-2
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 20,5/13,6/5 cm
Gewicht 719 g
Originaltitel Maskerade / Feet of Clay
Übersetzer Andreas Brandhorst
Verkaufsrang 52606
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Zwei Romane jeweils aus der Mitte zweier Serien
von einer Kundin/einem Kunden am 08.03.2010

Sowohl Hohle Köpfe als auch Mummenschanz spielen mitten in einer Serie - jeweils die Wachenserie und die Hexenserie. Natürlich kann man die Scheibenweltromane auch durcheinander lesen, aber sie in der chronologischen Geschichtenabfolge der jeweiligen Serien zu lesen bringt einem viel mehr und macht das Ganze auch interessanter. ... Sowohl Hohle Köpfe als auch Mummenschanz spielen mitten in einer Serie - jeweils die Wachenserie und die Hexenserie. Natürlich kann man die Scheibenweltromane auch durcheinander lesen, aber sie in der chronologischen Geschichtenabfolge der jeweiligen Serien zu lesen bringt einem viel mehr und macht das Ganze auch interessanter. Zu Hohle Köpfe: Die Wache wächst weiter. Nachdem mehrere Trolle und Zwerge aufgenommen wurden (sehr zum Mißfallen einiger anderer Mitglieder, aber notwendig um alle ethnischen Gruppen zu repräsentieren wie Karotte nie müde wird zu betonen) wird diesesmal auch ein Golem mit von der Partie sein. Ein Golem der so viel anders sein wird als seine Artgenossen, ein Golem der denken wird! Zu Mummenschanz: Mir gefallen die Hexenromane aus der Scheibenwelt generell gut. Die Charaktere sind super ausgearbeitet, es gibt immer interessante Geschichten und jede Menge Lacher. "Mummenschanz" fand ich nun etwas schwächer - und das hat mit der Geschichte zu tun. Wer das Phantom der Oper kennt dem wird die Handlung einfach zu parallel laufen. Die Übereinstimmungen sind hier einfach zu groß. Partchett kann eigentlich viel besser auch eigenständig schreiben. Und so wurde es an manchen Stellen doch mal langweilig. Immerhin wird eine neue Hexe vorgestellt: Agnes Nitt bzw. Perdita X. Nitt, die Magrat nach deren Heirat mit König Verense im Hexenzirkel ersetzen soll. Und diese Figur hat schon viel Schwung!