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Das Ende einer Affäre

Roman

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gebundene Ausgabe

»Ich halte ›Das Ende einer Affäre‹ für den besten, wahrhaftigsten und herzbewegendsten Roman meiner Zeit, weil er an die Herzen aller Menschen auf dieser Welt appelliert.« William Faulkner



London 1946. Bei einem Spaziergang trifft der Romanschriftsteller Maurice Bendrix seinen alten Bekannten Henry Miles, mit dessen Frau Sarah er ein Verhältnis hatte. Zu Bendrix' Überraschung erweist sich der sonst so einsilbige und ungelenke Beamte Miles als überaus gesprächig und schüttet ihm sein Herz aus: Miles verdächtigt Sarah, eine Affäre zu haben. Brisanterweise erwartet der ratlose Ehemann ausgerechnet von Bendrix, ihm bei seinen Nachforschungen zu helfen. Und plötzlich ist der Liebhaber eifersüchtiger als der Gatte. Er beauftragt einen Detektiv, denn er selbst ist es, der unbedingt herausbekommen will, ob und wen Sarah liebt, aber vor allem, warum sie ihn damals verließ, nach jener gefährlichen Liebesnacht im Bombenhagel des Krieges.

Neil Jordan überrascht das Kinopublikum mit einer Neuverfilmung des Klassikers von Graham Greene, die von der New York Times als die »beste Greeene-Verfilmung seit ›Der dritte Mann‹« umjubelt wurde.
Rezension
"Ich halte "Das Ende einer Affäre" für den besten, wahrhaftigsten und herzbewegendsten Roman meiner Zeit, weil er an die Herzen aller Menschen auf dieser Welt appelliert." (William Faulkner)
Portrait
Graham Greene wurde am 2. Oktober 1904 in Berkhampstead, Hertfordshire, geboren. Sein Großonkel war der Autor der 'Schatzinsel', Robert Louis Stevenson. Da Greene der Sohn des örtlichen Schuldirektors war, behandelten seine Mitschüler ihn als Außenseiter. Er entwickelte einen Hang zum Einzelgängertum, gegen den auch seine beiden Brüder nichts tun konnten. Nach Beendigung der Schule ging Greene nach Oxford und studierte am Balliol College Neuere Geschichte. Seine erste Anstellung war ein Redakteursposten bei der Times in London, danach fand er eine Stelle als Filmkritiker beim Spectator.

Die großen Reisen, die er unternahm – u.a. nach Westafrika und Asien – wurden auch zum Fundus für seine schriftstellerische Tätigkeit. Ein entscheidender Schritt war 1934 sein Übertritt zum Katholizismus. Sein erster Roman, 'The Man Within' (1929, dt. 'Zwiespalt der Seele'), beschreibt bereits den Konflikt zwischen Gut und Böse, der im Zentrum von Graham Greenes Werk steht. Man findet ihn in den Kriminalgeschichten wie in den psychologisch ausgerichteten Romanen. Als 1940 'The Power and the Glory' (dt. 'Die Kraft und die Herrlichkeit') erschien, erhielt Greene dafür den Hawthorne-Preis. Viele halten es für sein vielleicht bestes Werk. Zweimal leitete er Verlage, Mitte der vierziger Jahre Eyre & Spottiswoode und Anfang der sechziger Jahre Bodley Head. Am 3. April 1991 starb Graham Greene in Genf. Er wurde mehrmals als heißer Kandidat für den Literatur-Nobelpreis gehandelt und zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.
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    Eine Geschichte hat weder Anfang noch Ende: Willkürlich wählt man den Moment, von dem aus man ein Erlebnis rückschauend betrachtet oder sich vorstellt, wie es weitergeht. »Man wählt« sage ich mit dem falschen Stolz des professionellen Autors, den man - falls er anerkannt ist und ernst genommen wird - wegen seiner Technik lobt, aber ich wähle tatsächlich, allein weil ich es will, jenen nassen, schwarzen Januarabend 1946 auf dem Gemeindeanger und den Anblick von Henry Miles, der vorgebeugt durch den heftigen Regenguss stolperte - oder haben diese Bilder mich ausgesucht? Ist es angemessen, ist es korrekt, den Regeln meines Handwerks entsprechend, einfach da zu beginnen? Hätte ich damals an Gott geglaubt, hätte ich ebenso an eine Hand glauben können, die mich am Ellenbogen zupfte und mich aufforderte: »Sprich ihn an. Er hat dich noch nicht gesehen.«Warum hätte ich mit ihm sprechen sollen? Wenn Hass kein allzu großes Wort ist, um auf irgendein menschliches Wesen angewandt zu werden, dann hasste ich Henry und hasste auch Sarah, seine Frau. Und er, vermute ich, fing bald nach den Ereignissen dieses Abends an, auch mich zu hassen; ebenso wie er von Zeit zu Zeit seine Frau gehasst haben muss - und DEN, an den wir damals glücklicherweise nicht glaubten. Dies ist daher viel eher ein Bericht über den Hass als über die Liebe, und wenn ich wirklich einmal etwas zugunsten von Henry und Sarah sage, kann man darauf vertrauen, dass es zutrifft. Ich schreibe gegen meine Voreingenommenheit an, denn es ist mein beruflicher Stolz, mich so nahe an die Wahrheit zu halten, dass ich mich nicht einmal scheue, meinem an Hass grenzenden Gefühl Ausdruck zu verleihen.Es war seltsam, Henry an einem solchen Abend im Freien zu begegnen. Er liebte seine Behaglichkeit, und dann - so glaubte ich wenigstens - hatte er ja Sarah. Für mich ist Behaglichkeit wie eine falsche Erinnerung am falschen Ort oder zur falschen Zeit. Wenn man allein ist, zieht man das Unbehagen vor. Sogar in dem Wohnschlafzimmer, in dem ich auf der falschen - der Südseite - des Gemeindeangers hauste, gab es für mich ein Zuviel an Behaglichkeit, in den Relikten der Möbel anderer Leute. Ich dachte daran, einen Spaziergang im Regen zu machen und im Lokal etwas zu trinken. In der kleinen, übervollen Halle hingen lauter fremde Mäntel und Hüte, und ich erwischte unabsichtlich einen Regenschirm, der mir nicht gehörte - der Mann im zweiten Stock hatte Freunde eingeladen. Dann schloss ich die Haustür mit den Buntglasfenstern hinter mir und tastete mich vorsichtig die Stufen hinunter, die 1944 zerbombt und nie repariert worden waren. Ich hatte meine Gründe, mich an dieses Ereignis zu erinnern und daran, wie das Buntglas, trotzig und hässlich, der Erschütterung standhielt, nicht anders als unsere Großväter es getan hätten.Als ich mich anschickte, den Gemeindeanger zu überqueren, merkte ich sofort, dass ich den falschen Schirm hatte, denn er war leck, und der Regen lief mir unter den Kragen meines wasserdichten Mantels; und genau in diesem Augenblick entdeckte ich Henry. Ich hätte ihm sehr leicht ausweichen können; er hatte keinen Regenschirm, und im Licht der Straßenlaternen konnte ich sehen, dass seine Augen vom Regen blind waren. Die schwarzen, unbelaubten Bäume boten keinen Schutz: Sie standen herum wie zerbrochene Regenrinnen, und von Henrys steifem dunklem Hut tropfte der Regen und lief in Strömen an dem schwarzen Wintermantel hinunter, dem Kennzeichen eines Staatsbeamten. Wäre ich direkt an ihm vorbeigegangen, hätte er mich nicht gesehen, und wäre ich einen halben Meter ausgewichen, indem ich vom Gehsteig auf die Straße trat, hätte ich auf jeden Fall vermieden, dass er mich sah, aber ich sagte: »Henry, fast hätte ich Sie nicht erkannt« und merkte, dass seine Augen aufleuchteten, als seien wir alte Freunde.»Bendrix«, sagte er voller Zuneigung, obwohl alle Welt wohl der Meinung gewesen wäre, er habe Grund zu hassen, nicht ich.»Was haben Sie vor, Henry, bei diesem Regen?« Es gibt Männer

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 01.02.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-12776-9
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12/1,7 cm
Gewicht 217 g
Originaltitel The End of the Affair
Auflage 3. Auflage
Übersetzer Edith Walter
Verkaufsrang 36429
Buch (Taschenbuch)
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10,20
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Nur ein schmaler Grad ...
von einer Kundin/einem Kunden am 29.08.2018

... befindet sich zwischen Liebe und Hass, so heißt es. Und was ist es nun, worüber der Protagonist in Graham Greenes „Das Ende einer Affäre“ schreibt? Maurice Bendrix, Schriftsteller, Liebhaber, Freund, schlüpft in diesem Roman in verschiedene Rollen und hadert dennoch bis zuletzt mit einer klaren Aussage. Er verfängt sich, unt... ... befindet sich zwischen Liebe und Hass, so heißt es. Und was ist es nun, worüber der Protagonist in Graham Greenes „Das Ende einer Affäre“ schreibt? Maurice Bendrix, Schriftsteller, Liebhaber, Freund, schlüpft in diesem Roman in verschiedene Rollen und hadert dennoch bis zuletzt mit einer klaren Aussage. Er verfängt sich, unter der Feder Graham Greenes, in persönlichen und bisweilen widersprüchlichen Empfindungen für Sarah, das Ziel seiner Begierde und deren Ehemann Henry. In eindrücklicher Sprache, die vor allem ihren Protagonisten nochmals greifbarer charakterisiert, ist dieser Roman eine intensive Schilderung zwischenmenschlicher Gefühle und Irrwege. Es macht einfach Spaß der feingliedrigen Handlung bis zur letzten Seite zu folgen, um es anschließend beiseite zu legen und anerkennend festzustellen: „Ein richtig gutes Buch.“

Feuer nicht nur am Himmel
von Polar aus Aachen am 14.08.2007

Dieser Autor kann nicht nur Thriller schreiben. Den Nobelpreis für Literatur hatte er verdient, doch die Herren der Akademie sahen in ihm vor allem den Autor von Kriminal- und Spionagegeschichten. Es gibt schlechtere Liebesgeschichten als diese, die dem schwedischen Komitee preiswürdig erschienen. In Das Ende einer Affäre verstr... Dieser Autor kann nicht nur Thriller schreiben. Den Nobelpreis für Literatur hatte er verdient, doch die Herren der Akademie sahen in ihm vor allem den Autor von Kriminal- und Spionagegeschichten. Es gibt schlechtere Liebesgeschichten als diese, die dem schwedischen Komitee preiswürdig erschienen. In Das Ende einer Affäre verstrickt Graham Green sein Trio, bestehend aus Maurice, Henry und Sarah so meisterhaft mit dem Gefühl der Eifersucht, indem der eine den anderen damit beauftragt, seiner Frau nachzustellen, obwohl dieser eine Affäre mit ihr hatte, und plötzlich selber auf den großen Unbekannten eifersüchtig wird, und inszeniert dieses abgewandelte Othello-Drama vor den Ereignissen des zweiten Weltkriegs. Mitunter klingt es wie eine Farce zu behaupten, da habe jemand jemanden geliebt. Es ist eher die Sehnsucht nach Leidenschaft, die alle Drei bewegt. Das Feuer, das zum Verhängnis wird, das Spiel mit dem Verbotenen. Die Fragen am Ende lauten: Was ist mit der Liebe? Bleibt sie stets auf der Strecke? Spürt man sie zwingend in der Abwesenheit desjenigen, den man liebt? Am ehesten könnte Sarah uns eine Antwort darauf liefern, doch die ist ja nun leider verhindert. So wollte es der Autor. Und deswegen hätte er den oben stehenden Preis neben anderen auch wegen diesem Buch verdient gehabt.