Perlmanns Schweigen

Roman

Pascal Mercier

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Beschreibung

Der angesehene Sprachwissenschaftler Philipp Perlmann trifft sich mit einer Gruppe von berühmten Kollegen in einem Hotel an der ligurischen Küste. Konfrontiert mit den hohen Erwartungen der anderen, zieht er sich so sehr in sich zurück, dass er bald in eine ausweglose Situation gerät, die ihn sogar an den Rand eines Mordes treibt.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 638
Erscheinungsdatum 01.08.1997
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-72135-1
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,7/11,8/5 cm
Gewicht 511 g
Abbildungen schwarz-weiss Illustrationen
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 12504

Kundenbewertungen

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Zähfließend und glühend
von einer Kundin/einem Kunden aus Norderstedt am 10.03.2020

Zähfließend und glühend „Philipp Perlmann war es gewohnt, dass die Dinge keine Gegenwart für ihn hatten. An diesem Morgen jedoch war es schlimmer als sonst....Dort drinnen, an den Tischen aus glänzenden Mahagoni, würde es geschehen. Sie würden ihn, der vorne saß erwartungsvoll ansehen, und dann, nach einer gedehnten, unerträg... Zähfließend und glühend „Philipp Perlmann war es gewohnt, dass die Dinge keine Gegenwart für ihn hatten. An diesem Morgen jedoch war es schlimmer als sonst....Dort drinnen, an den Tischen aus glänzenden Mahagoni, würde es geschehen. Sie würden ihn, der vorne saß erwartungsvoll ansehen, und dann, nach einer gedehnten, unerträglichen Stille und einem atemlosen Stocken die Zeit, würden sie es wissen: Er hatte nichts zu sagen.“ So lautet der erste Abschnitt einer Geschichte, die einem schweißtreibenden Alptraum gleicht. Philipp Perlmann, ein angesehener Sprachwissenschaftler, ist mit einer Gruppe von berühmten Kollegen zu einem Forschungsaufenthalt. Durch den hohen Erwartungsdruck, der auf ihn, als Gastgeber und Leiter, lastet, wird Perlmann von der fixen Idee gequält, dass ihm seine beruflichen Gewissheiten völlig abhanden gekommen sind. Er glaubt nichts mehr zu wissen und ist sich auch nicht sicher, ob er überhaupt je etwas konnte. Seine Kollegen werden zu bedrohlichen Gegnern, ohne das ein tatsächlicher Angriff stattfindet. Durch die Flucht nach innen gerät Perlmann mit jeden Tag mehr in eine ausweglose Situation, die ihn schließlich in einen Strudel von Lügen und an den Rand eines Morde treibt. Was wird passieren? Wie findet er aus diesem Dickicht, wenn überhaupt, wieder raus? Der Roman „Permanns Schweigen“ beschreibt das „Innenleben“ eines verzweifelten und panisch nach einem Ausweg suchenden Menschen. Es ist das Leben eines Menschen, der um den Verlust seines Gesichtes bangt. Es ist das Gesicht des hervorragenden Wissenschaftlers Perlmann, den alle bewundern, der immer funktioniert und brillant in seinen Gedanken ist. Doch hinter diesem erworbenen Gesicht kristallisiert sich ein anderes heraus, eines, dass sich zeigen will. Es ist der Mensch Philipp Parlmann, jenseits der Wissenschaft, jenseits seiner wissenschaftliche Veröffentlichungen. Es sind 600 Seiten, die es auch für den Leser zu überwinden gilt, denn der Leser selbst gerät mit jeder zusätzlichen Seite, in den dunklen, klebrigen Sog des Alptraumes. Am liebsten würde man an manchen Stellen das Buch zuschlagen und sagen: „Das kann man doch nicht aushalten!“ In der Tat sind viele Passagen nicht auszuhalten. Nichts will klappen, alles, was schief laufen kann, läuft schief. Ereignisse, bei denen man denkt:“ Nein! Nicht auch das noch!“ gibt es zu Genüge. Oft genug wundert man sich über Perlmanns Gedankengänge. Glaubt, dass es so ein, das Ich langsam und qualvoll zermürbendes Innenleben, gar nicht geben kann. Ohne Zweifel, der Roman ist wie er sein muss: zähfließend und glühend. Er lässt sich nicht leicht lesen und er macht sich im Leben des Lesers breit, denn er verlangt und fordert viel Zeit und Geduld. Nicht nur mit dem Buch! Auch mit sich selbst. Sprachlich ist er ein Hochgenuss. Des Autors Liebe zur Sprache, deren Feinheiten und Tiefe ist in jedem seiner Sätze unüberhörbar. Der Roman ist ein großartiges Buch für jeden, der eine Leidenschaft für die menschliche Psyche hat, denn das Buch gleicht einer Studie eines Menschen, der mit sich um sich kämpft und ringt. Kein Einzelfall. Hoch interessant und zum Nachdenken stiftende Passagen waren jene, in denen es um die Sprache als solches ging. Bemerkenswerte Thesen und Gedanken rund um die Sprache würzen des Buch mit einem zusätzlichen, kühleren, für jeden wissbegierigen sehr nahrhaften Geschmack.

Freundlicher Blick in menschliche Abgründe
von Peter Woodtli aus Basel am 25.05.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Das Buch ist eine geniale Beschreibung menschlicher Abgründe. Mercier schafft es, jeden noch so flüchtigen Gedanken in Worte zu fassen, so, als würden die Gedanken wie ein gemächlicher Festtagsumzug an ihm vorüberziehen. Manchmal zieht sich das Buch etwas in die Länge. Wird aber nie langweilig. Unbedingt lesen.

Für anspruchsvolle Hörer
von Dorothea Rose aus Frankfurt am 01.02.2012
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Walter Kreye liest ruhig, langsam und gediegen. Perlmanns gewundenen Gedanken zu folgen fällt daher leicht. Bald passen die Thesen beim Treffen der Top-Linguisten genau zu Perlmanns Problem;nämlich dass Erleben durch Erzählen nicht abgebildet, sondern in gewissem Sinne erst geschaffen wird. Gibt es also EINE wahre Geschic... Walter Kreye liest ruhig, langsam und gediegen. Perlmanns gewundenen Gedanken zu folgen fällt daher leicht. Bald passen die Thesen beim Treffen der Top-Linguisten genau zu Perlmanns Problem;nämlich dass Erleben durch Erzählen nicht abgebildet, sondern in gewissem Sinne erst geschaffen wird. Gibt es also EINE wahre Geschichte über die erzählte Vergangenheit ? Finden sie es in diesem fesselnden Hörbuch heraus.


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