Bahnwärter Thiel. Textausgabe mit Kommentar und Materialien

Reclam XL – Text und Kontext

Reclam XL - Text und Kontext Band 16123

Gerhart Hauptmann

(10)
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Beschreibung

Wie wird ein Mensch zum Mörder? Gerhart Hauptmanns »novellistische Studie« über den psychopathologischen Fall des Bahnwärter Thiel ist eines der bedeutendsten Werke des deutschsprachigen Naturalismus.

Klassenlektüre und Textarbeit einfach gemacht: Die Reihe »Reclam XL – Text und Kontext« erfüllt alle Anforderungen an Schullektüre und Bedürfnisse des Deutschunterrichts:
* Reclam XL bietet den sorgfältig edierten Werktext – seiten- und zeilengleich mit der entsprechenden Ausgabe aus Reclams Universal-Bibliothek.
* Das Format ist größer (12,2 x 20 cm) als die gelben Klassiker der Universal-Bibliothek, mit ausreichend Platz für Notizen am Seitenrand.
* Schwierige Wörter werden am Fuß jeder Seite erklärt, ausführlichere Wort- und Sacherläuterungen stehen im Anhang.
* Ein Materialienteil mit Text- und Bilddokumenten erleichtert die Einordnung und Deutung des Werkes im Unterricht.
* Natürlich passen auch weiterhin alle Lektüreschlüssel, Erläuterungsbände und Interpretationen dazu!

Produktdetails

ISBN 978-3-15-016123-4
Verkaufsrang 3437
Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 16.07.2021
Herausgeber Max Kämper
Verlag Reclam, Philipp
Seitenzahl 85
Maße (L/B/H) 19,4/12,4/0,7 cm
Gewicht 95 g
Sprache Deutsch

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
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2
1
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0

Ungern vergebe ich fünf Sterne
von Io am 11.06.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Es ist deswegen so gut weil es den Leser richtig wütend macht auf den Thiel.

Abholbestellung klappt super!!
von einer Kundin/einem Kunden aus Andernach am 13.04.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Das Buch war am nächsten Tag in der Filiale zum abholen! Es erleichtert einem den Weg , da man im Internet bestellt, und dann zum abholen nur einmal in die Filiale geht!! Gerne immer wieder!!

Wie in einem Sog...
von Igelmanu66 aus Mülheim am 11.09.2015
Bewertet: Einband: Taschenbuch

»Die Außenwelt schien ihm wenig anhaben zu können: es war, als trüge er etwas in sich, wodurch er alles Böse, was sie ihm antat, reichlich mit Gutem aufgewogen erhielt.« 1887, in einer kleinen Kolonie namens Schön-Schornstein an der Spree. Bahnwärter Thiel ist ein grundsolider Mensch. Zuverlässig versieht er seinen Dienst, je... »Die Außenwelt schien ihm wenig anhaben zu können: es war, als trüge er etwas in sich, wodurch er alles Böse, was sie ihm antat, reichlich mit Gutem aufgewogen erhielt.« 1887, in einer kleinen Kolonie namens Schön-Schornstein an der Spree. Bahnwärter Thiel ist ein grundsolider Mensch. Zuverlässig versieht er seinen Dienst, jeden Sonntag sitzt er andächtig in der Kirche. Jedermann kennt ihn als friedlich, ordentlich, gütig und kinderlieb. Diese novellistische Studie zeigt den Weg eines solchen Mannes hin zum Wahnsinn, hin zu einem schrecklichen Verbrechen. Vielen ist diese Erzählung schon als Schullektüre begegnet, ich las sie jetzt erstmals. Und las sie gleich noch ein zweites Mal, denn ich hatte das Gefühl, dass sie so dicht geschrieben ist, dass ein mehrmaliges Lesen nötig ist, um tatsächlich alle Feinheiten der Sprache und des Inhalts aufzunehmen. Den Begriff „novellistische Studie“ habe ich mal nachgeschlagen. Wikipedia sagt dazu: »Mit dem Studienbegriff weist der von Hauptmann gewählte Untertitel auf die Art des Beobachtens hin und schafft den Eindruck, in der Novelle eine reale, wahre Geschichte (bzw. deren Bericht/Studie) vorliegen zu haben. Ähnlich einer wissenschaftlichen Studie wird hier vom Erzähler fast ohne eigenen Kommentar das Geschehen beschrieben.« Der Erzähler beobachtet also das Geschehen, macht uns im ersten Teil der Geschichte mit Thiel bekannt und mit den einschneidenden Erlebnissen, die den Grundstein für die später aufziehende Katastrophe legen. Als Leser verfolgt man die bedrohliche Eskalation mit, ahnt schon früh, dass die immer deutlicher werdende Ausweglosigkeit auf ein schlimmes Ende hin steuern wird. Man wird Zeuge von Thiels innerem Kampf, verfolgt, wie er lange versucht, gegen das, was von ihm Besitz ergreifen will, anzukämpfen, um endlich doch zu unterliegen. »Es war, als hielte ihn eine eiserne Faust im Nacken gepackt, so fest, dass er sich nicht bewegen konnte, sosehr er auch unter Ächzen und Stöhnen sich frei zu machen suchte.« Die Erzählung zählt zu den bedeutendsten Werken des Naturalismus. Typisch dafür ist beispielsweise, dass die Handlung im Arbeitermilieu spielt, das tägliche Leben der Arbeiter, ihre Nöte und auch die Zwänge zeigt, in denen sie gefangen sind. Thiels Leben wird bestimmt durch die Eisenbahn, seine Familie, die Kirche und herrschende Moralvorstellungen. Und eine immer heftiger dominierende Triebhaftigkeit… »Er, der mit seinem ersten Weibe durch eine mehr vergeistigte Liebe verbunden gewesen war, geriet durch die Macht roher Triebe in die Gewalt seiner zweiten Frau und wurde zuletzt in allem fast unbedingt von ihr abhängig.« Man kann diese Erzählung allerdings nicht ausschließlich dem Naturalismus zuordnen, einige Faktoren sprechen dagegen. Beispielsweise gibt es viele sehr schöne Naturbeschreibungen und intensive Träume und Wahnvorstellungen Thiels, die tiefe Einblicke in seine Psyche geben. Mich hat die Geschichte geradezu gefesselt, ich mochte sie, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen. Es war ein wenig wie ein Traum, bei dem man fühlt, dass er zum Alptraum werden wird, und trotzdem befindet man sich in seinem Sog und kann nicht einfach aufwachen, kann nicht einfach den Traum beenden. Ein Werk, das ich sicher nicht zum letzten Mal gelesen habe. Fazit: Schullektüre kann total fesselnd sein. Wer dieses Buch noch nicht kennt: Lesen! Und falls es aus Schulzeiten tatsächlich in unguter Erinnerung sein sollte: Es verdient eine zweite Chance!


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  • Bahnwärter Thiel. Novellistische Studie

    Anhang
    1. Zur Textgestalt

    2. Anmerkungen

    3. Leben und Zeit

    4. Frühe Rezeption 54
    4.1 »Eine blutige Familiengeschichte aus der märkischen Heide«
    4.2 »Durch die ganze Dichtung geht ein schwermütiger lyrischer Zug«
    4.3 »Bietet unser Zeitalter … nichts, was der Aufgabe eines Dichters würdiger wäre?«

    5. Der Naturalismus (1880–1900) – Kunstrevolution zu Beginn der Moderne
    5.1 Conrad Alberti, Natur und Kunst
    5.2 Wilhelm Bölsche, Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Poesie
    5.3 Karl Bleibtreu, Realismus und Naturwissenschaft

    6. Sprache und Erzähltechnik
    6.1 Neue Sprach- und Erzählmittel im Naturalismus
    6.2 Analyse und Interpretation einer Schlüsselstelle aus Bahnwärter Thiel

    7. Auseinandersetzung mit Technik und Industrialisierung – die Eisenbahn als literarisches Motiv um 1900
    7.1 Peter Rosegger, Als ich das erstemal auf dem Dampfwagen saß (1900)
    7.2 Ernst Stadler, Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht (1913)
    7.3 Johannes R. Becher, Lokomotiven (1914)
    7.4 Thomas Mann, Der Zauberberg (1924)

    8. Wissenschaftliche Deutungen
    8.1 Fritz Martini, »Der sogenannte Naturalist Hauptmann erzählt zum Mythischen hin«
    8.2 Helmut Scheuer, »Die Tötung Lenes … ein Akt des Selbsthasses, eine brutale Reaktion auf die … sexuelle Abhängigkeit«

    9. Moderne Adaptionen: Jan Brandt, Gegen die Welt (2011)

    10. Literaturhinweise