Im Reich der Schuhe

Spencer Wise

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Beschreibung

Wie kann man den Fußstapfen des Vaters entkommen oder gar entwachsen, wenn dieser den Titel "Kaiser der Schuhe" innehat, eine Schuhfabrik sein Eigen nennt und auch sonst mit seinen Spleens recht einnehmend bis übergriffig ist? Der 26-jährige Bostoner Jude Alex Cohen – der bislang nur eine Aufgabe hatte: Sohn sein – versucht im chinesischen Foshan genau das. Auch mit Hilfe der Arbeiterin Ivy, die ihm ihr Leben und die jüngere Geschichte Chinas zeigt und Alex damit ganz neue Wege eröffnet.

Produktdetails

Abo-Fähigkeit Ja
Family Sharing Ja i
Medium MP3
Sprecher Claudius Körber
Spieldauer 692 Minuten
Erscheinungsdatum 26.05.2021
Verlag Diogenes Verlag
Format & Qualität MP3, 692 Minuten, 585.54 MB
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Übersetzer Sophie Zeitz
Sprache Deutsch
EAN 9783257694017

Kundenbewertungen

Durchschnitt
41 Bewertungen
Übersicht
12
21
4
4
0

Tolles Debüt!
von einer Kundin/einem Kunden aus Freiburg am 15.06.2021
Bewertet: Taschenbuch

Alex ist Mitte 20, Jude und in Boston aufgewachsen, lebt aber jetzt in einer südchinesischen Stadt, wo er später einmal die große Schuhfabrik seines Vaters übernehmen soll. Er muss einerseits klarkommen mit seinem kontrollwütigen und egoistischen Vater und den Erwartungen seiner chinesischen Freundin Ivy, die in der Fabrik arb... Alex ist Mitte 20, Jude und in Boston aufgewachsen, lebt aber jetzt in einer südchinesischen Stadt, wo er später einmal die große Schuhfabrik seines Vaters übernehmen soll. Er muss einerseits klarkommen mit seinem kontrollwütigen und egoistischen Vater und den Erwartungen seiner chinesischen Freundin Ivy, die in der Fabrik arbeitet und gleichzeitig etwas an der Arbeitssituation dort ändern will. Ich fand das Buch sehr interessant. Es gibt sehr viele spannende, absurde Situationen. Das ist witzig und gleichzeitig traurig zu lesen. Außerdem habe ich sehr viel gelernt über Politik, Macht und Geld, China, ohne, dass es darin trockene Theorie gab. Das Buch lebt von den Gegensätzen: Amerika - China, jung - alt, alt - neu, konservativ - revolutionär... Da wird z.B. gleich am Anfang von einer alten Chinesin ein Huhn gerupft, im Hintergrund ein Atomkraftwerk. Einzig die Dialoge von Alex mit seinem Vater, dem Bürgermeister und seinen neuen Freunden fand ich manchmal zu lang und ein bisschen umständlich. Die Übersetzerin hat anscheinend eine prima Arbeit gemacht, ich habe mich an keinem Ausdruck oder Satz gestört. Ich freue mich auf den nächsten Roman von Spencer Wise!

Authentischer Roman mit starken Charakteren
von einer Kundin/einem Kunden aus Lünen am 13.06.2021
Bewertet: Taschenbuch

Alex lebt in seiner Wohlstandsblase mit seinem exzentrischen Vater inmitten der industriellen Schuhindustrie im Süden Chinas. Was zu Beginn des Romans nicht zu erwarten ist, durchlebt Alex eine glaubhafte Metamorphose, die geprägt ist von Selbstzweifeln und starken Begegnungen mit einflussreichen, dominanten Menschen. Da... Alex lebt in seiner Wohlstandsblase mit seinem exzentrischen Vater inmitten der industriellen Schuhindustrie im Süden Chinas. Was zu Beginn des Romans nicht zu erwarten ist, durchlebt Alex eine glaubhafte Metamorphose, die geprägt ist von Selbstzweifeln und starken Begegnungen mit einflussreichen, dominanten Menschen. Das Buchcover ist gut gewählt. Es erzählt von Exotik und Reichtum und schafft eine Verbindung zur geografischen Lage des Handlungsortes. Wahrscheinlich weil ich selber aus der Textilbranche komme und ein Semester in China studieren durfte, konnte ich mich schnell in der Geschichte zurecht finden. Alles, was in dem Buch erzählt wird, könnte wahr sein. Die Charaktere finde ich alle sehr stark, insbesondere Yvi, Alex (etwas verrückter) Vater, aber auch Alex. Ich mag die Sprache, den Stil des Buchs. Keine überspitzten Darstellungen, konstant spannend und unterhaltsam, dabei aber auch facettenreich und feinfühlig. Spencer Wise liefert hier ein richtig starkes Debüt ab! Ich werde das Buch defitiv weiterempfehlen. Sehr gelungen!

So wird ein Schuh draus
von einer Kundin/einem Kunden am 13.06.2021
Bewertet: Taschenbuch

Das Buch hat sich den Schuh zum Thema gemacht. Ob in Handlung, Beschreibungen oder Gesellschaftskritik – immer ist es der Schuh, der alles verständlich macht und aus Einzelteilen eine Einheit macht. Zuerst einmal gibt der Schuh das Thema vor. Die Geschichte spielt in einer Schuhfabrik in China. Alex ist der Sohn des Chefs und g... Das Buch hat sich den Schuh zum Thema gemacht. Ob in Handlung, Beschreibungen oder Gesellschaftskritik – immer ist es der Schuh, der alles verständlich macht und aus Einzelteilen eine Einheit macht. Zuerst einmal gibt der Schuh das Thema vor. Die Geschichte spielt in einer Schuhfabrik in China. Alex ist der Sohn des Chefs und gerade dabei voll ins Geschäft einzusteigen. Dabei schärft sich sein Blick für das harte, ungerechte Leben der Arbeiter, für die Politik Chinas und das Handeln von Ausländern, wie ihn, im Fernen Osten. Der Schuh steht für Alex‘ Wunsch nach Selbstverwirklichung und ein Leben außerhalb des permanenten Einflusses seines Vaters. Da sind aber auch die unverkennbaren Oxforder an den väterlichen Füßen, die Heimat und Familienzusammenhalt versprechen. Da sind auch die Sandalen der wunderschönen Chinesin, die ihm die unschönen Seiten des Landes zeigen will. Da ist der passende Schuh, der Metapher für bessere chinesische Arbeitsbedingungen werden soll. Der Schuh ist in diesem Buch Symbol für Vieles und bringt den Lesern dabei China, die Arbeitswelt und Gesellschaft dort näher. Ich habe sehr authentische Einblick in diese fremde Kultur bekommen und fand sehr schön, wie der Autor seine Gesellschaftskritik in einer gut geschriebenen Geschichte verpackt. Besonders die eigenwilligen Protagonisten, ihre Beziehungen untereinander und vor allem auch ihre Dialoge machen das Buch unterhaltsam und spannend. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es gut finde, dass Alex als Jude seine Religion neben China zu einem zweiten Thema macht. Zum einen werden immer wieder Parallelen zwischen Chinesen und Juden und ihrer Position in der Gesellschaft gezogen – das finde ich interessant –, zum anderem lenkt diese Komponente aber auch vom eigentlichen Schwerpunkt ab und spielt keine zu gewichtige Rolle – das stört mich etwas. Auch kann man dem Buch ankreiden, dass ihm ein steiler Spannungs- und Handlungsbogen fehlt. Die Erzählung entwickelt sich, aber es stehen eher Beobachtungen und Überlegungen im Mittelpunkt und weniger Handlungen. Nichtsdestotrotz gefallen mir der Erzählbogen und die Auflösung der Geschichte sehr gut. Das Buch setzt sich aus mehreren Personen, Blickwinkeln, Einstellungen und Lebenswegen zusammen und dadurch wird am Ende ein Schuh draus.


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