Hard Land

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

Diogenes Hörbuch Band 80430

Benedict Wells

(230)
Hörbuch (CD)
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Beschreibung

Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst.

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren, zog nach dem Abitur nach Berlin und entschied sich gegen ein Studium, um zu schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vierter Roman, ›Vom Ende der Einsamkeit‹, stand mehr als anderthalb Jahre auf der Bestsellerliste, er wurde u.a. mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) 2016 ausgezeichnet und bislang in 37 Sprachen veröffentlicht. Nach Jahren in Barcelona lebt Benedict Wells in Zürich.

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Robert Stadlober
Spieldauer 475 Minuten
Erscheinungsdatum 28.04.2021
Verlag Diogenes
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783257804300

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Buchhändler-Empfehlungen

Benedict Wells wieder reines Lesevergnügen

michaela bokon, Thalia-Buchhandlung Wien

Der 16 jährige Sam, schmächtig, ängstlich und verunsichert, ist so gar nicht glücklich in seinem Leben. Seine Schwester ist ausgezogen und besucht die Familie sehr selten, mit seinem Vater findet er Basis zu kommunizieren, seine Mutter, die er überaus liebt, ist sterbenskrank. Keine guten Voraussetzungen für die bevorstehenden Sommerferien und doch wird es für ihn der Sommer werden, indem er Freunde gewinnt, sich verliebt, Verlust erleben muss und letztendlich sich selbst finden und lieben lernt. Eine wunderbare einfühlsame Geschichte

Schön war's

Lukas Bärwald, Thalia-Buchhandlung St. Pölten

Wer im 21. Jahrhundert einen Coming of Age-Roman schreibt, sollte überzeugt davon sein, eine einzigartige Idee dafür zu haben. Denn es sind universelle Geschichten von der ersten großen Liebe, Außenseitern, Familie und Verlust sowie dem letzten, großen Sommer bevor es heißt, langsam aber sicher erwachsen zu werden. Sie gehören zum erzählerischen Stammrepertoire speziell der amerikanischen Kultur und wurden in vielfachen Ausführungen sowohl als Bücher als auch Filme berühmt. Was macht also die Variante von Benedict Wells so außergewöhnlich, dass man sie unbedingt lesen sollte? Auf den ersten Blick: nichts. Auf den zweiten: sehr viel. Sam lebt mit seinen Eltern in Grady, einer an sich wenig aufregenden Kleinstadt, tief im mittleren Westen der USA. Als weder großartig musikalischer, noch sportlicher, intellektueller oder übermäßig attraktiver 15-jähriger verlief seine Jugend bisher wenig aufregend. Der erste Keim der Veränderung beginnt aufzugehen, als er einen Ferienjob im Kino annimmt und dort auf drei Menschen trifft, die von nun an sein Leben bestimmen und maßgeblich verändern werden: Den starken aber schweigsamen Hightower, den verschroben nerdigen Cameron und Kirstie, Schwarm seiner durchwachten Nächte und mit ihren 18 Jahren sowohl vom Alter als auch Aussehen gleichermaßen erreichbar wie eine Karriere als Rockmusiker. Im Hintergrund dieses besonderen Sommers 1985 schwimmt die unklare Krebserkrankung von Sams Mutter mit und das auf wenig mehr als stummer Wahrnehmung basierende Verhältnis zu seinem Vater. Was der in München geborene Wells hier aufstellt, ist das klassische Panorama eines Adoleszenzromans, verwoben in der heimelig nostalgischen Welt der 80er Jahre, komplett mit eingeschriebenem Soundtrack von Springsteen über Simple Minds und Journey bis hin zu Billy Idol und a-ha. Was mit Sam, seinen neuen Freunden und seiner Familie passiert, folgt größtenteils dem, was man erwartet. Jedoch webt der Autor immer Anspielungen und Zitate aus berühmten Beispielen des Genres ein und so wird es kein einfallsloses Abkupfern, sondern ein liebevolles Spiel mit den Versatzstücken einer jahrzehntelangen Erzähltradition. Doch was „Hard Land“ neben seiner Kulisse so unglaublich lebendig und lesenswert macht, sind seine Charaktere. Hier fühlt sich niemand wie eine Nebenfigur an, alle haben ihre individuellen Motivationen, Abgründe und Stärken. Und weil das Personal so lebensnah und glaubwürdig rüberkommt, erzählt und liest sich ihr Miteinander außerordentlich flüssig und es schafft es dabei, einen gleichermaßen zum Lachen zu bringen als auch Tränen der Rührung aufsteigen zu lassen. Die Welt von Grady und vielleicht damit auch die Erinnerung an die eigene Zeit des Erwachsenwerdens wächst schnell ans Herz und die auf jeder Seite spürbare Lust am Erzählen überträgt sich nahtlos bei der Lektüre. „Hard Land“ erfindet keine literarischen Konventionen neu und glänzt nicht mit sprachlichen Experimenten – es ist ein Buch, das feiert, was zuvor kam, das durch seine Klarheit begeistert und einfach berührt; und was will man mehr?

Kundenbewertungen

Durchschnitt
230 Bewertungen
Übersicht
183
40
4
2
1

Back to the 80ies
von einer Kundin/einem Kunden aus Ilsenburg am 11.05.2021
Bewertet: gebundene Ausgabe

Benedict Wells nimmt uns mit auf eine Reise zurück in die 80er Jahre in die Provinz von Missouri. Grady ist die für das Setting gewählte Kleinstadt, die auszusterben droht, weil die Fabrik vor Jahren geschlossen wurde, die Jungend folglich nach der Schule abwandert. Hier begleiten wir Samuel „Sam“ Turner, einen etwas seltsam wir... Benedict Wells nimmt uns mit auf eine Reise zurück in die 80er Jahre in die Provinz von Missouri. Grady ist die für das Setting gewählte Kleinstadt, die auszusterben droht, weil die Fabrik vor Jahren geschlossen wurde, die Jungend folglich nach der Schule abwandert. Hier begleiten wir Samuel „Sam“ Turner, einen etwas seltsam wirkenden, ängstlichen Typen, beim Erwachsenwerden. Gleich im ersten Satz, „In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb“, wird das Grundgerüst der Handlung offenbart. Trotzdem lohnt sich die Lektüre, insbesondere für Liebhaber der Achtziger Jahre. Gemeinsam mit dem Ich-Erzähler, Sam, durchlebte ich erneut die Kinosituationen meiner Jugend. Ich fand es ganz wunderbar, den ein oder anderen Gedanken meinen jugendlichen Helden von damals, wie beispielsweise Marty McFly, zu widmen. Wie gern hätte ich ebenfalls eine amerikanische Highschool (wie im Film) besucht und mich auf Parties bei Freunden mit verreisten Eltern herumgetrieben. Der Autor transportiert durch seine Figuren sehr authentisch das Feeling dieser Zeit. Neben Sam, der die Geschichte erzählt, gibt es noch drei weitere tragende Figuren, Kirstie, Cameron und Hightower. Kirstie ist draufgängerisch, aber auch geheimnisvoll, in jedem Fall unangepasst. Cameron stammt aus gutem Hause, soll die vom Vater vorgedachte Karriere einschlagen. Hightower ist der Sportler in der Runde. So dürften alle Leser:innen ihren Lieblingscharakter ausmachen können. Ich mochte neben Sam den eher stillen Hightower am meisten. Ich mag körperlich starke Typen, die, so wie er, auch zu ihren Gefühlen und Ängsten stehen können. Darüber hinaus fällt bei Anlage der Figuren ein Bemühen zur Berücksichtigung von Diversity und Genderverteilung auf. Durch die Verbindung der Coming of Age Story mit ausgewählten Filmsequenzen und passenden Musiktiteln entsteht ein gefälliger Erinnerungsroman. Die Entwicklung des Romans war für mich schon aufgrund des ersten Satzes, aber auch in der Folge vorhersehbar. Dennoch bin ich insgesamt sehr zufrieden mit dem Roman. Die Wells‘sche Sprache ist mitreißend, lässt so schöne Zitate, wie auf Seite 111 entstehen: „Das liebe ich so an der Nacht“[…] „Es ist wie das Negativ des Tages, alles ist umgedreht. Die einen, die laut sind, werden leiser, und die, die tagsüber schweigen, hört man plötzlich.“ Die dramenhafte Aufteilung hat mir gefallen, auch die zweite Ebene des Romans, wo es um die literarische Besprechung eines Gedichtbands geht. Ich mag es sehr gern, wenn Literatur in Literatur auftaucht. Zudem hat Benedict Wells, unterstützt durch seine unzähligen liebevollen Details, meine Gefühlsebene derart intensiv angesprochen, dass mir mehrfach die Tränen gekommen sind. Gern empfehle ich diesen Roman.

von einer Kundin/einem Kunden am 10.05.2021
Bewertet: anderes Format

Eine schmissig wegzulesende coming of age Geschichte angesiedelt im Amerika der 80er Jahre.

Hard Land
von einer Kundin/einem Kunden am 10.05.2021
Bewertet: gebundene Ausgabe

Ich hatte vor kurzem bei einer Online-Lesung von Benedict Wells' "Hard Land" gehört, bisher kannte ich den Autor nicht. Das Buch mit dem weißen Einband und der leicht verschwommen aussehenden Person auf dem Titelbild macht auf den ersten Blick einen unscheinbaren Eindruck. Fängt man allerdings zu lesen an, so ging es mir, kann m... Ich hatte vor kurzem bei einer Online-Lesung von Benedict Wells' "Hard Land" gehört, bisher kannte ich den Autor nicht. Das Buch mit dem weißen Einband und der leicht verschwommen aussehenden Person auf dem Titelbild macht auf den ersten Blick einen unscheinbaren Eindruck. Fängt man allerdings zu lesen an, so ging es mir, kann man das Buch mit den 49 Kapiteln ("49 Geheimnisse von Grady") nicht mehr aus der Hand legen. Am besten an einem Stück lesen - hier ist definitiv nichts mehr unscheinbar oder langweilig! Der Soundtrack zum Buch liest sich so wunderbar, man fühlt sich direkt in die 1980er Jahre zurückversetzt und kann die Songs förmlich hören; selbstaufgenommen Mixtapes - großartig. "Zurück in die Zukunft", "The Breakfast Club" - tolle Filme, die man immer wieder anschauen kann. Vermutlich kann man auch "Hard Land" immer wieder lesen und mit den Jungs und Mädels einen (fast) unbeschwerten Sommer genießen. So einschneidend und traurig manche Erlebnisse in Sam's Sommer (und dem seiner Freund) sind, so bereichernd sind sie und viele andere trotzdem für diese tolle Zeit vom Ende der Jugend bis zum Erwachsenwerden, der ersten Liebe, Aufs und Abs. Zum Inhalt sage ich nicht viel, man muss dieses Buch einfach selbst lesen und dabei sein ("Billy Idol" in der Kirche, da haben sich Zwei durchgesetzt). Es lohnt sich wirklich, ist toll geschrieben, liest sich flüssig und bekommt von mir 5 Sterne.

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