Verlassene Kirchen

Kultstätten im Verfall

Meslet Francis

(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
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Beschreibung

Zwischen 2012 und 2019 fotografierte Francis Meslet mehrere Hundert Kultstätten in ganz Europa. Diese Orte hüllen sich heute in Schweigen, mit einem Windhauch, der durch ein zerbrochenes Buntglasfenster zieht, oder dem rhythmischen Tropfen des Wassers, das durch das marode Dach eines Kirchenschiffs fällt, als einzig vernehmbaren Geräuschen. Und doch ziehen diese schweigenden Orte vereinzelte Besucher an. In einer deutschen Kirche waren einst lateinische Gesänge zu hören; und in einem katholischen Kolleg in Frankreich klangen Kinderstimmen durch das Läuten der Glocken. Wer jedoch vermag sich vorzustellen, welche Geräusche sich hinter den Mauern einer Krypta im Herzen des italienischen Hochlands verbergen oder in einem Grab eines früheren Klosters in Portugal?

In seiner Freizeit reist Francis um die Welt, stets auf der Suche nach verlassenen und aufgegebenen Orten – religiöse Bauten, in denen die Zeit still steht, seit ihre Türen ein letztes Mal geschlossen wurden. Er kehrt zurück mit beeindruckenden Fotografien, jede davon eine Zeitkapsel, eine Aufnahme aus einem Paralleluniversum. Sie laden uns ein, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen und uns selbst Fragen zu stellen. Mit größtem Respekt vor den Gläubigen, die diese Orte einst regelmäßig besuchten, bietet er uns Gelegenheit, auf der Suche nach göttlichem Licht in Umgebungen einzutauchen, die vom Glauben abgefallen zu sein scheinen.

Nach seinem Abschluss im Fach Design an der Nancy School of Fine Arts im Jahr 1986 arbeitete Francis Meslet einige Zeit im Bereich Design. Schon bald änderte er jedoch die Richtung und betrat die Welt der Werbung, wo er für eine Reihe von Agenturen als künstlerischer Leiter tätig war. Nach 30 Jahren Copywriting mit all seinen Irrungen und Wirrungen und einer eingehenden Analyse und einem damit verbundenen tiefen Verständnis von Bildern in all ihren Facetten hat Francis Meslet nun als Kreativdirektor seine Berufung gefunden.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 20.10.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-2-36195-444-4
Verlag Jonglez Verlag
Maße (L/B/H) 30,2/21,7/2,5 cm
Gewicht 1408 g
Auflage 1

Kundenbewertungen

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von einer Kundin/einem Kunden am 19.11.2020
Bewertet: anderes Format

Mich macht es einfach betroffen, wie sich die immer fortschreitende Entfremdung der Menschen vom "Christlichen Abendland" auch in der "Produktion" von 'Lost Places' der religiösen Art niederschlägt. Einfühlsamer und mahnender Titel zugleich.

Poesie zwischen Staub und Verfall
von katikatharinenhof am 19.11.2020

Ich habe schon unglaublich viele beeindruckende Bildbände über Lost Places mit Geschichte durchgeblättert, aber keiner rührt so sehr an Herz und Seele wie "Verlassene Kirchen" von Meslet Francis. Der Fotograf fängt die sakralen Bauwerke mit unglaublich faszinierenden Momentaufnahmen ein und lässt so die Stille nach dem letzte... Ich habe schon unglaublich viele beeindruckende Bildbände über Lost Places mit Geschichte durchgeblättert, aber keiner rührt so sehr an Herz und Seele wie "Verlassene Kirchen" von Meslet Francis. Der Fotograf fängt die sakralen Bauwerke mit unglaublich faszinierenden Momentaufnahmen ein und lässt so die Stille nach dem letzten Gebet, nach dem längst verklungenen Choral auf den Betrachter wirken. Es ist, als könne man noch leise die Töne des "Ave Maria" hören oder die im Flüsterton gemurmelten Worte des "Vater unser" vernehmen. Die Kirchenbänke verharren unter einer dicken Staubschicht und warten auf die Gläubigen, die jedoch nie mehr kommen werden, um im sanften Licht der Altarkerzen einen Gottesdienst zu feiern, einen Täufling in den Schoß der Gemeinde aufzunehmen oder einem Toten das letzte Geleit zugeben. Die bemerkenswerten Fotografien lassen jedes Detail der Baukunst und der Ausstattung der Kirche erkennen - Heiligenbilder an Wand und Decke sind stumme Zeugen des Verfalls und des Vandalismus, Altäre stehen in ewiger Erwartung auf das Abendmahl, schmiedeeiserne Tore sind einladend geöffnet und erwecken die Illusion einer Rückkehr der Geistlichen und ihrer Gläubigen. Die Sonne bahnt sich ihren Weg durch brüchige Fenster und alles erscheint in einem fast unwirklichem Glanz, wenn das prächtige Farbenspiel der Buntglasscheiben die Ruinen in magisches Licht taucht. Die teilweise moosbewachsenen Wände bilden einen Kontrast zwischen dem Alten und Verfallenen und dem Lebensraum Natur, der sich hier seinen Weg durch die triste Stille bahnt. Die kurzen informativen Texte erzählen die Geschichte des jeweiligen Bauwerks, lassen den Leser andächtig, manchmal erschrocken, innehalten und verstärken somit die Wirkung der imposanten Aufnahmen. Meslet Francis lässt seine Bilder die längst vergangene Geschichte von Glaube, Hoffnung und Liebe erzählen und erweckt, zumindest für den Augenblick des Betrachtens seiner Fotos, die Bauwerke aus ihrem Schlaf. Ein kleines Juwel unter den Bildbänden der Lost Places - absolute Kaufempfehlung !


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