Meine Filiale

Die Richterin

Roman

Lydia Mischkulnig

(8)
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,90
22,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
zzgl. Versandkosten
Versandfertig innerhalb 48 Stunden,  Kostenlose Lieferung ab 30  € Einkaufswert ,  Versandkostenfrei für Bonuscard-Kunden
Versandfertig innerhalb 48 Stunden
Kostenlose Lieferung ab 30  € Einkaufswert
Versandkostenfrei für Bonuscard-Kunden

Weitere Formate

gebundene Ausgabe

€ 22,90

Accordion öffnen
  • Die Richterin

    Haymon Verlag

    Versandfertig innerhalb 48 Stunden

    € 22,90

    Haymon Verlag

eBook (ePUB)

€ 17,99

Accordion öffnen

Beschreibung

RICHTERIN ÜBER DAS SCHICKSAL: LYDIA MISCHKULNIGS SPRACHGEWALTIGES PSYCHOGRAMM GIBT EINSICHT IN DIE WELT EINER ASYLRICHTERIN.

Eine Asylrichterin taumelt zwischen Macht und Ohnmacht
Gabrielle ist Asylrichterin. Auf ihr Geheiß hin dürfen Menschen im Land bleiben – oder müssen es verlassen. Täglich bestimmt sie über Schicksale. Doch worauf fußen diese Urteile? Sind es sachlich nachvollziehbare Gründe? Sind sie politisch motiviert? Wirken dabei unbewusst auch persönliche Sympathien mit? Die Entscheidung, die Gabrielle heute trifft, kann morgen unter neuen Umständen schon wieder falsch erscheinen. Die Konsequenzen aber sind nicht rückgängig zu machen. Als das Gerücht umgeht, jemand wolle sich für ein Urteil an Gabrielle rächen, gerät ihr Leben aus den Fugen. Wird sie verfolgt? Oder ist alles nur Einbildung? Was wirklich ist, verliert für sie immer mehr seine Konturen.

Lydia Mischkulnig stellt längst überholte, aber immer noch verbreitete Rollenbilder auf den Kopf
Gabrielle ist eine Frau in einer Machtposition. Während sie am Gericht einen Beruf mit gesellschaftlicher und politischer Reichweite ausübt, geht ihr frühpensionierter Mann zuhause seinem Putzzwang nach. Eigentlich hat sich das kinderlose Paar gut eingerichtet. Aber auch dort wird die vermeintliche Ordnung erschüttert. Als Gabrielle eines Tages nach der Arbeit nach Hause kommt, glaubt sie ihren Augen nicht: Trägt ihr Mann tatsächlich heimlich ihre Kleider? Welche Unsicherheiten tun sich für die Asylrichterin auch im scheinbar sicheren Rückzugsgebiet des Privaten auf?

Ein feinnerviger Roman mit unterschwelligem Sog
Jedes Ja, jedes Nein, jedes Schweigen, jedes Handeln – jede unserer Entscheidungen besitzt Tragweite. Welche Entscheidungen werden für uns getroffen? Und was bedeutet das für unser Dasein als „Frau“ oder „Mann“? Lydia Mischkulnig ist eine sprachmächtige und unbestechliche Beobachterin: Mit psychologischem Tiefgang gibt sie Einblick in einen Berufsalltag, der uns sonst verschlossen bleibt. Schonungslos spürt sie die Sprünge auf, die unseren fragilen, vermeintlich klaren Blick auf die Welt durchziehen.

„,Die Richterin‘ zu lesen, ist: ein Stück Welt erfahren … Intensiver kann Literatur kaum sein.“
KURIER, Peter Pisa

„,Die Richterin‘ ist ein Roman, wie er nicht besser in unsere Zeit passen könnte.“
ZEIT-Podcast Servus Grüezi Hallo, Florian Gasser

„Das Dilemma, das Lydia Mischkulnig in dem hervorragend recherchierten Roman aufwirft: Die Geflüchteten erzählen von Grausamkeiten, die für unsereins unvorstellbar sind. Die Richterin muss jedoch über die Glaubwürdigkeit des Unvorstellbaren urteilen. Diesen Drahtseilakt hat Lydia Mischkulnig virtuos in Literatur verwandelt.“
ORF, Alice Pfitzner

„Kurzweilig und mitten im Leben … Lydia Mischkulnigs Roman ,Die Richterin‘ führt geradewegs in die Gegenwart von Flüchtlingsproblematik und männlichem Atavismus.“
Spectrum Die Presse, Thomas Rothschild

„,Die Richterin‘ ist kein Gerichtsroman, kein Frauenroman, sondern, wie alle guten Romane, ein Menschenroman. Ein Roman über des Menschen Herz und darüber, wie wild es schlägt und wie leicht es aus dem Rhythmus gerät.“
KLEINE ZEITUNG, Bernd Melichar

„Es ist kein einfaches Buch - weil auch das Leben nicht einfach ist … ,Die Richterin‘ hält zwar auch ein Plädoyer für die Menschlichkeit, aber vor allem für die Schärfung der Wahrnehmung. Sich selbst und anderen gegenüber.“
APA – Austria Presse Agentur, Wolfgang Huber-Lang

„Lydia Mischkulnig, seit Langem in Wien lebende Kärntnerin, zählt zu den herausragenden heimischen Gegenwartsautorinnen.“
Tiroler Tageszeitung

„Mischkulnig entwirft ein furioses Zeitbild.“
profil, Wolfgang Paterno

„eines der aufregendsten Bücher der Saison“
Puls4-Frühstücksfernsehen, Rotraut Schöberl

„Trotz brillanter Sprache und psychologisch großartiger Beobachtung bleibt es ein stilles Buch …“
ekz-Informationsdienst, Christian Eidloth

„Nicht nur die Richterin Gabrielle hat psychologischen Tiefgang, sondern mit ihr auch die Schriftstellerin Lydia Mischkulnig, die ein literarisiertes Zeitdokument verfasst hat. Chapeau!“
literaturhaus.at, Janko Ferk

„eine unkonventionelle Stimme in der österreichischen Literatur“
WOMAN, Andrea Braunsteiner

„Die Rituale der Rechtsprechung sieht man nach der Lektüre mit anderen Augen. Und das vermag nur große Literatur.“
Tiroler Tageszeitung

„ein Panoptikum unserer Welt … bis zur letzten Seite eindringlich, spannend, humorvoll wie nachdenklich“
literaturoutdoors.com, Walter Pobaschnig

Lydia Mischkulnig ist eine der spannendsten und unkonventionellsten literarischen Stimmen Österreichs. Sie lebt und arbeitet meist in Wien und wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg-Bachmann-Preis (1996), dem Veza-Canetti-Preis und dem Johann-Beer-Literaturpreis (beide 2017). Bei Haymon erschienen u. a. die Romane „Schwestern der Angst“ (2010, HAYMONtb 2018) und „Vom Gebrauch der Wünsche“ (2014) sowie der Erzählband „Die Paradiesmaschine“ (2016).

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 296
Erscheinungsdatum 17.08.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7099-8110-8
Verlag Haymon Verlag
Maße (L/B/H) 21,2/13,4/2,4 cm
Gewicht 420 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 612

Buchhändler-Empfehlungen

großes Leseerlebnis

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

Gabrielle ist Richterin. „ Rechtsfrieden herzustellen ist eine juristische Angelegenheit und hat wenig mit dem natürlichen Sinn von Gerechtigkeit zu tun“. Sie entscheidet in zweiter Instanz über Beschwerdeführungen. Privat ist sie mit Joe verheiratet. Ihr gemeinsames Unglück, der Verlust ihres ungeborenen Kindes, hat sie in einer beständigen, wertschätzenden Ehe bleiben lassen. Still und heimlich leidet Gabrielle aber an der Unauffindbarkeit ihres drogensüchtigen Bruders.

Die zweifelnde Richterin

Anne K., Thalia-Buchhandlung Wien Westbahnhof

Gabrielle ist Richterin, die sich für oder gegen das Gewähren von Asyl aussprechen muss. Diese Machtposition wird für sie immer mehr zu einer Belastungsprobe, sowohl bei der Rechtsprechung selbst als auch im Privaten, wo es ihr zusehends schwerer fällt abzuschalten. So dicht wie das Textbild des Romans, so dicht sind auch die Handlung bzw. Gedankengänge der Protagonistin gewoben. Es geht um die berufliche Überlastung Gabrielles, das zerrüttete Verhältnis zu ihrem Bruder, dem sie die Schuld für den Tod ihres ungeborenen Kindes gibt, ihre über 40 Jahre andauernde Ehe, die nur oberflächlich betrachtet intakt wirkt. Inhaltlich sehr interessiert, musste ich mich erst an den Schreibstil gewöhnen - sehr kompakter Text; viele Gedankensprünge; Fragen, mit denen man nicht recht etwas anzufangen weiß, wie auf S. 47: "Auf der Straße kroch ein weißer Lieferwagen heran. Was bedeutete es, dass er weiß war?". Es lohnt sich aber dranzubleiben!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
4
3
0
1
0

Aus dem Leben einer Frau
von einer Kundin/einem Kunden aus Schleswig am 30.08.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Gabriele ist Richterin und somit in einer Machtposition. Sie trifft täglich Entscheidungen, die für Menschen von lebensbedeutender Wichtigkeit sind. Denn Gabriele kann Asyl gewähren. Und das bedeutet für die Asylsuchenden: können sie in dem Land, in dem sie Schutz suchen, bleiben? Das soll hier ein feinsinniger Roman mit unte... Gabriele ist Richterin und somit in einer Machtposition. Sie trifft täglich Entscheidungen, die für Menschen von lebensbedeutender Wichtigkeit sind. Denn Gabriele kann Asyl gewähren. Und das bedeutet für die Asylsuchenden: können sie in dem Land, in dem sie Schutz suchen, bleiben? Das soll hier ein feinsinniger Roman mit unterschwelligem Sog und psychologischem Tiefgang sein. In Lydia Mischkulnigs Roman "Die Richterin" habe ich dies leider vollkommen vermisst. Vielmehr geht es hier um die Geschichte einer Frau, die nun mal vom Beruf Richterin ist. Und hier verliert sich dann auch alles. Es geht hauptsächlich um irgendwelche privaten Dinge, die Ausführungen über ihr Richterdasein gibt es nur am Rande. Und in kurzen, regelmäßigen Abständen kam dann auch schon der nächste Gedankengang. Für mich fehlt in dieser Lektüre einfach der rote Faden. Und das sowie der Schreibstil hat mich auch beim Lesen sehr gelangweilt. Um als anspruchsvolle Literatur zu gelten, dazu gehört für mich mehr. Auch wenn ein wenig zum Nachdenken anregte, hier kann ich keine Empfehlung weiter geben.

Ein Kunstwerk mit Tiefgang
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 18.08.2020

Die Richterin Gabrielle entscheidet am österreichischem Gericht in zweiter Instanz über Asylanträge. Als Grundlage dient ihr das Asylrecht. Aber praktisch ist sie diejenige die als Person vor Menschen treten muss und über ihr Schicksal entscheidet. Sie wirkt unnahbar, würdevoll und streng aber ihr Gedankenspiel ist sehr eindruck... Die Richterin Gabrielle entscheidet am österreichischem Gericht in zweiter Instanz über Asylanträge. Als Grundlage dient ihr das Asylrecht. Aber praktisch ist sie diejenige die als Person vor Menschen treten muss und über ihr Schicksal entscheidet. Sie wirkt unnahbar, würdevoll und streng aber ihr Gedankenspiel ist sehr eindrucksvoll. Und auch ihr Privatleben läßt ihr keine Ruhe. Die Beziehung zu ihrem Ehemann ist bizarr und nicht ganz einfach. Und ihre Familiengeschichte ist eine Tragödie. Und durch dieses ganze Wirrwar an Eindrücken wird der Leser wie in einen Strudel geworfen aus dem er nicht entfliehen kann. Durch den ungewöhnlichen Schreibstil wird man unweigerlich auch emotional mit dem Thema konfrontiert. Jeder Satz ist fast wie ein Statement. Jeder Satz hat Bedeutung und manche Sätze sind wie Kunstwerke. Der Text ist streng, so wie die Richterin. er verlangt die volle Konzentration und schreit förmlich: Lies mich mit all deiner Aufmerksamkeit. Dies wird vor allem durch die fehlende wörtliche Rede verursacht. Die Worte sind manchmal sehr hart und man schreckt im ersten Augenblick zurück. In einer Szene sind Gabrielle mit ihrem Mann in einem Restaurant. Ein Bordell gleich in der Nähe. Und dann der Satz: „Gabrielle zerteilte den Fisch, während woanders rohe Körperöffnungen vermietet wurden. Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen trat als Restposten von Enteignungsformen von Körperteilen auf.“ Man beginnt über solche Sätze länger nachzudenken und man gerät in die Stimmung die gegeben Dinge zu hinterfragen. Was wir uns als Gesellschaft bzw. als Mensch erlauben können. Und das auch im Hinblick auf das Asylrecht und den Verkauf von Waffen, die wiederum erst Kriegsflüchtlinge erschaffen. Einen Abschnitt fand ich sehr bedrückend. Darin denkt die Richterin daran, dass die Asylsuchenden nach ihrem Urteil in ein Flugzeug steigen und in zwei Stunden die Strecke zurücklegen, die sie vorher Wochen oder Monate lang gelaufen bzw. über das Mittelmeer geflohen sind. Das ist eine wirklich sehr bedrückende Vorstellung. Dieses Buch innerhalb einer kurzen Rezension zu beschreiben ist mir fast unmöglich. Dafür ist es zu großartig. Es steckt so viel Bedeutung darin, dass man es beim ersten Lesen unmöglich erfassen kann. Es wirft viele Fragen auf, die das Potential für lange Diskussionsrunden haben. Diese Buch ist nicht dafür gedacht sich angenehm unterhalten zu lassen und es „nebenbei“ zu lesen. Dieses Buch fordert und will verstanden werden.

Literarisch ein Genuss
von einer Kundin/einem Kunden aus Bad Münstereifel am 14.08.2020

Gabrielle ist Richterin. Sie sitzt an ihrem Schreibtisch und studiert Akten. Vermutlich leiden ihre Augen unter der trockenen Büroluft und dem dauernden Lesen der Schriftstücke. Der Arzt, dessen Gutachten sie las, scheint wohl ein Freund der Flüchtigen zu sein. Interessant, wie das Für und Wider der Betroffenen beschrieben wird.... Gabrielle ist Richterin. Sie sitzt an ihrem Schreibtisch und studiert Akten. Vermutlich leiden ihre Augen unter der trockenen Büroluft und dem dauernden Lesen der Schriftstücke. Der Arzt, dessen Gutachten sie las, scheint wohl ein Freund der Flüchtigen zu sein. Interessant, wie das Für und Wider der Betroffenen beschrieben wird. Und das ist wohl nicht nur bei Afghanistan der Fall. Sehr schwierig, hier das richtige Urteil zu fällen. Gerechtigkeit gibt es wohl nur selten.  Für mich ein schwer zu lesendes Buch, obwohl ich mich so langsam an den Stil gewöhne. Die Autorin lässt den "roten Faden" vermissen und das Fehlen von Anführungsstrichen bei Dialogen erfordert hohe Konzentration. Es scheint keine oberflächliche Ehe zu sein und die beiden haben wohl schon einiges mitgemacht. Dass er ihr aber nun untersagt, vor einer bestimmten Zeit die gemeinsame Wohnung zu betreten, das finde ich doch sehr merkwürdig. „Die Richterin“ ist ein Buch, das seine Leser fordert. Zum Nachdenken, zur Konzentration und es ist keineswegs ein Werk, das er nur mal so und nebenbei lesen kann. Hier gibt es einige Fakten, die nachdenklich stimmen. Warum lässt sich diese intelligente Frau so sehr von ihrem Bruder beeinflussen? Welche Gedanken treiben sie um, wenn sie ein Urteil über das Bleiberecht eines Flüchtigen zu fällen hat? Sprachlich ist es ein Genuss, dieses Buch zu lesen. Wobei mir persönlich der rote Faden fehlt. Die Autorin schweift häufig ab und mir fällt es zuweilen schwer, ihren Gedankengängen zu folgen. Vier Sterne gebe ich aber sehr gerne und empfehle es allen Lesern, die anspruchsvolle Literatur mögen.

  • Artikelbild-0