Ich an meiner Seite

Birgit Birnbacher

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Beschreibung

Der Roman der Bachmann-Preisträgerin von 2019: Humorvoll und empathisch erzählt Birgit Birnbacher vom jungen Arthur, der nach seiner Zeit im Gefängnis nur schwer eine neue Chance bekommt.

Arthur, 22, still und intelligent, hat 26 Monate im Gefängnis verbracht. Endlich wieder in Freiheit stellt er fest, dass er so leicht keine neue Chance bekommt. Ohne die passenden Papiere und Zeugnisse lässt man ihn nicht zurück ins richtige Leben. Gemeinsam mit seinem unkonventionellen Therapeuten Börd und seiner glamourösen Ersatzmutter Grazetta schmiedet er deshalb einen ausgefuchsten Plan. Eine kleine Lüge, die die große Freiheit bringen könnte ... Humorvoll und empathisch erzählt Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher davon, wie einer wie Arthur überhaupt im Gefängnis landen kann, und geht der großen Frage nach, was ein "nützliches" Leben ausmacht.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 272 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 09.03.2020
Sprache Deutsch
EAN 9783552059931
Verlag Zsolnay
Dateigröße 3773 KB
Verkaufsrang 32663

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
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Über das finden in dem Großen Ganzen
von einer Kundin/einem Kunden am 18.02.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine interessante Sichtweise eines Individuums, das sich verloren und Fehl am Platz fühlte. Ein Mensch, der sich mit dem Wandel der Gesellschaft seit seiner Inhaftierung nicht zurecht findet und die Dinge erfrischend anders sieht. Alltägliche Abläufe werden absurd dagestellt. Ich musste zwischendurch schmunzeln, da die Gedankeng... Eine interessante Sichtweise eines Individuums, das sich verloren und Fehl am Platz fühlte. Ein Mensch, der sich mit dem Wandel der Gesellschaft seit seiner Inhaftierung nicht zurecht findet und die Dinge erfrischend anders sieht. Alltägliche Abläufe werden absurd dagestellt. Ich musste zwischendurch schmunzeln, da die Gedankengänge und die Gefühlswelten nicht nur zu der Sparte Ex-Knacki, sondern auch zu anderen sozialen Außenseitern passen könnte. Personengruppen, die sich stetig "beweisen" und "einzugliedern" haben. ich bin mir sicher, dass einige der Fragen, die sich die Hauptfigur stellt auch von einigen anderen gestellt werden.... Auch der "Helfer " Börd benimmt sich recht seltsam unsensibel. Einige Passagen waren ein literarisches Vergnügen, wenn auch die Spannungslosigkeit für einige Leser eher nicht das wahre sein könnte.

Wiedereinstieg ins Leben
von einer Kundin/einem Kunden aus Baden-Württemberg am 10.10.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Arthur Galleij ist 22 Jahre alt und wird nach 26 Monaten aus der JVA Gerlitz entlassen. Was ihn dorthin gebracht hat, bleibt lange im Unklaren. Abgeholt wird er von der ehemaligen Schauspielerin Grazetta, selbst todkrank und doch eine wichtige Stütze für den jungen Mann. Arthur hat einen Platz in einer Wohngemeinschaft ergattert... Arthur Galleij ist 22 Jahre alt und wird nach 26 Monaten aus der JVA Gerlitz entlassen. Was ihn dorthin gebracht hat, bleibt lange im Unklaren. Abgeholt wird er von der ehemaligen Schauspielerin Grazetta, selbst todkrank und doch eine wichtige Stütze für den jungen Mann. Arthur hat einen Platz in einer Wohngemeinschaft ergattert, von wo aus die Wiedereingliederung in die Gesellschaft innerhalb eines Jahres erfolgen soll. Betreut wird er von seinem unkonventionellen Therapeuten Konstantin Vogl, genannt Börd, der selbst seine Baustellen und eine bewegte Vergangenheit zu haben scheint. Nach Börds Philosophie soll sich Arthur ein neues Ich an seine Seite stellen, ein rechtschaffenes, ideales Ich, das in schwierigen Situationen Hilfe und Beistand leisten kann: “Also träumen Sie erst mal einen Entwurf von sich. Nicht, wer wir sein wollen, ist entscheidend, sondern wen wir darstellen können. Verstehen Sie den Unterschied?” Parallel dazu wird Arthur aufgefordert, über sein bisheriges Leben zu reflektieren. Zu diesem Zweck bespricht er ein Aufnahmegerät. Der Leser wechselt nun zwischen der Gegenwart, der Vergangenheit Arthurs als Kind und Jugendlicher sowie seinen Tonbandaufnahmen. Alle drei Ebenen sind gut verzahnt und verständlich. Die einzelnen Abschnitte sind mit jeweiliger Ort/Zeit überschrieben. Man nimmt starken Anteil an Arthurs Leben. Arthurs Kindheit ist durch Verluste gekennzeichnet. Früh hat der Vater die Familie verlassen. Die Mutter und der neue Lebensgefährte Georg bauen sich eine neue Existenz in Andalusien auf, indem sie dort ein Hospiz für wohlhabende Todgeweihte gründen. Für Arthur und seinen älteren Bruder Klaus heißt das, aus dem gewohnten Umfeld herausgerissen zu werden. Arthur arrangiert sich, passt sich an. Mit Hospiz-Bewohnerin Grazetta bekommt er eine verständnisvolle Ersatzmutter an die Seite, darüber hinaus hängt Arthur immer öfter mit Princeton und Milla, zwei Gleichaltrigen, ab. Diese Dreier-Freundschaft ist nicht unkompliziert und gipfelt letztlich kurz vor Studienbeginn in einem tragischen Ereignis, in dessen Folge Arthur zurück nach Österreich geht und auf die schiefe Bahn gerät… Birgit Birnbacher versteht es, diese verschiedenen Ebenen wunderbar zu verbinden. Sie schildert, wie ein normaler junger Mann in Konflikt mit dem Gesetz kommen kann. In Rückblicken erfährt der Leser vom Weg in die Kriminalität, vom harten Leben in der JVA, wo das rigide Gesetz des Stärkeren gilt, und von den emsigen Bemühungen des Protagonisten, anschließend wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Das ist zeitweise sehr bedrückend. Arthur ist ein sympathischer, nachdenklicher und ruhiger junger Mann. Es sollte eigentlich kein Problem für ihn sein, den ersehnten Arbeitsplatz zu bekommen - wenn, ja wenn der Gefängnisaufenthalt nicht wäre… Immer wieder stößt er auf Vorurteile und Ablehnung. So unkonventionell Therapeut Börd auch sein mag, er hat hehre Ziele: „Ich bin jemand, der sich um Ihre Geschichte kümmert. Ein Schutzvogel vielleicht. Nichts ist vor meinem Schutz sicher! Ich rette Menschen, und Dinge rette ich auch. Aber glauben Sie mir eins: Die Dinge sind dankbarer.“ Es wird nicht einfach für Arthur, den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden, zumal auch Versuchungen am Wegesrand lauern. Ein großes Themenspektrum wird im Laufe des Romans behandelt, der mich begeistert hat. Birnbacher erzählt sachlich, unsentimental und empathisch. Sie wertet zu keiner Zeit. Man spürt, dass die Autorin sich als Soziologin mit schwierigen Situationen auskennt. Schreibstil und Handlung haben mich kontinuierlich gefesselt, immer wieder gibt es neue Wendungen. Manche Szenen warten mit feinem Humor auf, doch nie übertrieben und zur Gesamtkonstruktion passend. Die Charaktere sind glaubwürdig, haben ihre Ecken und Kanten, das Themenspektrum ist breit angelegt. Man kann lange über diesen Roman sinnieren, man findet immer wieder weitere Aspekte beim erneuten Durchblättern. Die Nominierung für die Longlist des DBP 2020 ist mehr als gerechtfertigt. Große Lese-Empfehlung!

Ein beeindruckender Roman
von Circlestones Books Blog am 10.10.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

„Er braucht einen schönen, gerade Lebenslauf. Nicht übertrieben ausgeschmückt, darum geht es nicht, aber etwas, das ihn auf den normalen Weg führt.“ (Zitat Pos. 1746) Inhalt Arthur Galleij ist zweiundzwanzig Jahre alt, als der die JVA Gerlitz als freier Mann verlässt. Er wusste, dass ihn niemand erwarten würde, doch da irrte... „Er braucht einen schönen, gerade Lebenslauf. Nicht übertrieben ausgeschmückt, darum geht es nicht, aber etwas, das ihn auf den normalen Weg führt.“ (Zitat Pos. 1746) Inhalt Arthur Galleij ist zweiundzwanzig Jahre alt, als der die JVA Gerlitz als freier Mann verlässt. Er wusste, dass ihn niemand erwarten würde, doch da irrte er. Grazetta, eine alte Dame mit einem bewegten Leben, die er in der Palliativresidenz seiner Mutter in Spanien kennengelernt hatte, ist nun hier in Wien, um auf ihn aufzupassen. Dies will auch der Therapeut Doktor Konstantin Vogel, genannt Börd, der Gesellschaftswissenschaften studiert hatte, auf Grund seiner eigenwilligen Arbeitsweise jedoch arbeitslos wurde. Bettina Bergner hat ihn, ihren ehemaligen Professor, als Mitarbeiter in ihr Projekt geholt, eine neue Form der Therapie für Haftentlassene. Einen vorübergehenden Platz in einer speziellen WG hat Arthur, doch er braucht dringend einen Job. Rasch erkennt er, dass er dazu einen etwas korrigierten Lebenslauf benötigen würde. Thema und Genre In diesem Roman geht es um Träume, Verluste, Ereignisse, die Menschen aus der Bahn werfen können, um die reale Härte im Strafvollzug, Bewährungshilfe, Resozialisierung, Vorurteile und mögliche neue Chancen. Auch der schöne Schein des angepassten, daher perfekten Menschen, der in unserer modernen Gesellschaft so wichtig ist, ist ein Thema. Charaktere Arthur ist ein intelligenter, aber sehr ruhiger junger Mann. Er beobachtet und versucht, das gesellschaftliche System zu verstehen. Im Grunde sollte es für einen Menschen wie ihn nicht schwierig sein, Arbeit zu finden, doch nicht als Haftentlassener. Er erkennt, dass keine gesellschaftliche Beschönigung ihm helfen kann, sondern „einzig und allein ich an meiner Seite.“ Handlung und Schreibstil Nach einer kurzen Einleitung, ein Morgen in der Jetztzeit, beschreibt die aktuelle Handlung die Ereignisse zwischen Juni 2010 und Juni 2011. Parallel dazu wird in Rückblicken Arthurs Kindheit und Jugend erzählt, ergänzt durch Arthurs eigene Erinnerungen. Das Schicksal dieser Hauptfigur, die untypisch in diese Lage geschlittert ist, wird lebendig, einfühlsam, aber auch unverklärt und realistisch geschildert. Obwohl Arthur jung ist, scheint er, ebenso wie Börg und Grazetta, etwas aus der Zeit gefallen, und man schließt diese Figuren mit allen ihren Schrullen und speziellen Eigenheiten rasch ins Herz. Die Sprache erzählt klar, gerade und eindrücklich. Fazit Ein ernster, nachdenklicher und gleichzeitig humorvoller Roman. Diese Geschichte über die Realität eines Alltags mit einem Gefängnisaufenthalt im Lebenslauf überzeugt auch durch die einnehmende Hauptfigur.

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