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Die langen Abende

Roman


»Mir fehlt die Küste von Maine auch«, sagte Olive zu Jack. Und ab da war alles gut.

In Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine, ist nicht viel los. Und doch enthalten die Geschichten über das Leben der Menschen dort die ganze Welt. Da ist Olive Kitteridge, pensionierte Lehrerin, die sich auch mit siebzig noch in alles einmischt, so barsch wie eh und je. Da ist Jack Kennison, einst Harvardprofessor, der ihre Nähe sucht. Beide vermissen ihre Kinder, die ihnen fremd geworden sind, woran Olive und Jack selbst nicht gerade unschuldig sind … Ein bewegender Roman, der von Liebe und Verlust erzählt, vom Altern und der Einsamkeit, von Momenten des Glücks und des Staunens.

Portrait
Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Für ihren Roman »Mit Blick aufs Meer« bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. »Die Unvollkommenheit der Liebe« wurde für den Man Booker Prize 2016 nominiert. »Alles ist möglich« wurde 2018 mit dem Story Prize ausgezeichnet, erhielt ein überwältigendes Presseecho in den USA und stand in allen großen Medien auf den Empfehlungslisten. Die Übersetzungsrechte ihres neuen Romans wurden in bisher 17 Länder verkauft. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 16.03.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-630-87529-3
Verlag Luchterhand
Maße (L/B/H) 22,1/14,2/3,5 cm
Gewicht 567 g
Originaltitel Olive, Again
Übersetzer Sabine Roth
Verkaufsrang 271
Buch (gebundene Ausgabe)
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20,60
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
8
4
1
1
0

von einer Kundin/einem Kunden am 02.04.2020
Bewertet: anderes Format

Die schrullige Olive Kitteridge ist zurück! Episodenroman über das Leben, über Einsamkeit und das Älterwerden.

Ach, Olive!
von einer Kundin/einem Kunden am 01.04.2020

Mögen Sie Oliven? Ich weiß, sie sind nicht jedermanns Sache; ihr leicht bitterer, eigenwilliger Geschmack und ihre feste, manchmal etwas zähe Konsistenz sind durchaus gewöhnungsbedürftig. Aber sie haben Charakter und man kann sie gerade wegen ihrer herben Eigenschaften schätzen lernen. Genauso ist es mit ihrer Namensvetterin Oli... Mögen Sie Oliven? Ich weiß, sie sind nicht jedermanns Sache; ihr leicht bitterer, eigenwilliger Geschmack und ihre feste, manchmal etwas zähe Konsistenz sind durchaus gewöhnungsbedürftig. Aber sie haben Charakter und man kann sie gerade wegen ihrer herben Eigenschaften schätzen lernen. Genauso ist es mit ihrer Namensvetterin Olive Kitteridge, die uns bereits aus Elizabeth Strouts Roman „Mit Blick aufs Meer“ bekannt ist und der wir jetzt, einige Jahre später, in „Die langen Abende“ erneut begegnen. Und sie ist wieder ganz und gar Olive: widerspenstig und herrisch, überaus rechthaberisch, muffelig, brüsk und konsequent undiplomatisch. Und….wir lieben sie! Wir lieben sie für all diese Schwächen, aber noch mehr für ihre dahinter gut verborgene Warmherzigkeit, ihre Tatkraft und unbedingte Verlässlichkeit, wir lieben sie für ihren scharfen unsentimentalen Blick auf die Welt und für ihre (manchmal recht späte) Einsichtsfähigkeit in die eigene Verschrobenheit, ihre wunderbare (Selbst-)Ironie. Dabei steht sie sich mit ihrer Getriebenheit, ihren Wünschen, Prinzipien und unerschütterlichen Moralvorstellungen, ihrer ganzen Widersprüchlichkeit, oft selbst im Wege. Sie ist, wie ihr zweiter Ehemann Jack treffend sagt, ein „umgekehrter Snob“ und selbst ihm ist sie hier und da ein bißchen zu „olive-ig. Man kann das gut verstehen, aber ach, er und wir lieben sie doch gerade dafür. Sie ist wahrhaftig eine der wunderbarsten Frauenfiguren der amerikanischen Literatur. „Die langen Abende“ ist, wie schon „Mit Blick aufs Meer“, ein episodisch erzählter Roman, der kaleidoskopartig die Geschichten der Menschen in dem kleinen Ort Crosby in Maine zu einem facettenreichen Gesamtbild zusammenfügt. Dabei ist Olive durchaus nicht der ständige Mittelpunkt des Geschehens, die Erzählperspektive nicht durchweg ihre, aber irgendwie gerät sie immer ins Bild und sei es nur in einer flüchtigen Begegnung auf der Straße oder in der dankbaren (mitunter auch deutlich weniger dankbaren) Erinnerung eines ihrer ehemaligen Schüler. Sie ist nicht wegzudenken aus dieser überschaubaren Welt, es scheint, als sei sie immer schon da gewesen und würde immer da sein, so selbstverständlich und unverrückbar wie ein Fels. Und irgendwie glaubt sie das wohl auch selbst, bis ihr eines Tages mit einem kleinen überraschenden Schock plötzlicher Erkenntnis dämmert, dass sie doch wahrhaftig ziemlich alt geworden ist. Nicht nur, dass ihr Körper lästige Unzuverlässigkeiten entwickelt, die sie zu peinlichen Einkäufen in der Hygieneproduktabteilung des Supermarktes zwingen, sie erleidet einen Herzinfarkt, stürzt unvermittelt, entwickelt irrationale Ängste - und ist - nach dem Tod ihres zweiten Mannes - zutiefst einsam. Aber sie wäre nicht Olive, wenn sie nicht auch die letzte Etappe ihres Lebens auf ihre ganz eigene Art anginge…. „Die langen Abende“ ist, wie alle Romane Elizabeth Strouts, klug und warmherzig erzählt und zeugt von einem tiefen Verständnis der Autorin für die ebenso fragile wie unberechenbare menschliche Seele. Dabei schreibt sie erfrischend unsentimental und ohne überflüssige Verzierungen direkt und genau auf den Punkt. Sie verfügt über einen wundervollen, leise-ironischen Humor und hegt eine große Liebe zu ihren Figuren und der Welt, die sie umgibt. Maine, mit seinem erstaunlichen Licht und der kraftvollen Präsenz des Meeres, spielt so unmerklich wie selbstverständlich eine Hauptrolle in diesem Roman, prägt die Menschen aus dieser Gegend zutiefst, auch dann noch, wenn sie längst fortgegangen sind. Und wer zurückkehrt, war eigentlich nie ganz fort. So wie wir. Wer nämlich die Romane Elizabeth Strouts kennt, taucht ganz selbstverständlich und irgendwie beglückt wieder ein in diese - durchaus nicht heile - Welt und trifft auf den Straßen und in den Häusern Crosbys liebgewordene alte Bekannte: da wären zum Beispiel die Geschwister Burgess aus „Das Leben natürlich“, deren gut gemeinter Versuch einer Familienzusammenkunft hier, wie zu erwarten, in ein mittleres Desaster mündet. Da ist Isabelle aus dem Roman „Amy und Isabelle“, mittlerweile längst alt und gebrechlich und jetzt Olive Kitteridges Nachbarin in der Seniorenresidenz. Eine verhuschte „Miss Mäuschen“ (laut Olives wie immer etwas rigorosem Urteil), aber irgendwie auch (bittere Einsicht) eine Art zittriges Spiegelbild Olives und letztlich sogar ihre Rettung aus der drückenden Einsamkeit. Das Leben, das ihr noch bleibt und der Rückblick auf das, war war, bieten Olive Stoff, für ihre Memoiren und so manche, nicht immer leichte (Selbst-)Erkenntnis. Am Ende gibt es nur eine Gewissheit: das eigene Ende - und die kopfschüttelnde Einsicht : „Ich könnte nicht sagen, wer ich gewesen bin. Ganz ehrlich, ich begreife gar nichts.“ Könnte man die Quintessenz eines menschlichen Lebens besser zusammenfassen? „Tja-ja,“ würde Olive jetzt sagen, und sie hätte natürlich recht. PS: Sollten Sie die erwähnten früheren Bücher von Elizabeth Strout noch nicht kennen, macht das für das Verständnis von „Die langen Abende“ rein gar nichts. Nichtsdestoweniger sollten Sie sich diese wunderbaren Romane unbedingt auf Ihre Merkliste setzen….

Unaufgeregt und authetisch
von einer Kundin/einem Kunden aus Maihingen am 30.03.2020

„Die langen Abende“ ist eigentlich eine Fortsetzung von Elizabeth Strouts Roman „Mit Blick aufs Meer“, für den sie 2009 den Pulitzer Preis erhielt, kann aber auch unabhängig davon gelesen werden. „In Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine, ist nicht viel los. Und doch enthalten die Geschichten über das Leben der Mens... „Die langen Abende“ ist eigentlich eine Fortsetzung von Elizabeth Strouts Roman „Mit Blick aufs Meer“, für den sie 2009 den Pulitzer Preis erhielt, kann aber auch unabhängig davon gelesen werden. „In Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine, ist nicht viel los. Und doch enthalten die Geschichten über das Leben der Menschen dort die ganze Welt.“ So beginnt sehr treffend der Klappentext dieses wunderbar langsamen, unaufgeregten Romans. Die meisten Kapitel widmen sich der schrulligen, pensionierten Mathematik-Lehrerin Olive Kitteridge (die schon im Vorgängerroman die Heldin war). Nach dem Tod ihres Mannes lässt sie sich vorsichtig auf eine neue Beziehung mit dem ehemaligen Harvard-Professor Jack ein. Strout nimmt ihre Leser mit als Beobachter von Olive und Jack, an die zehn Jahre umfasst der dennoch überschaubare Roman. Immer wieder werden in den Kapiteln, die man fast schon als unabhängige Kurzgeschichten betrachten könnte, auch andere Bewohner des kleinen Ortes in Maine vorgestellt. Jedes Kapitel bietet dabei immer die ganze Welt der jeweiligen Protagonisten. Als zentrales Thema fiel mir immer wieder Einsamkeit auf. Lange Abende können etwas ganz wunderbares sein, aber für Menschen, die sich einsam fühlen, können sie unerträglich sein. Elizabeth Strout stellt die Einsamkeit in verschiedensten Facetten vor, und man hat beinahe den Eindruck, als hätte sie jede einzelne davon am eigenen Leib erlebt, so authentisch sind sie porträtiert. Besonders eine Empfehlung für alle, die für die langen Abende während der Ausgangsbeschränkungen einen unaufgeregten literarischen Begleiter suchen und sich nicht von der Einsamkeit abschrecken lassen.