Nelly Rau-Häring

Ost/West Berlin

Nadine Barth, Nelly Rau-Häring, Katharina Mouratidi

(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
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Beschreibung

Über 40 Jahre zog die Schweizerin Nelly Rau-Häring mit ihrer Kamera durch die Straßen Berlins. Dabei folgte sie ihren zwei großen Leidenschaften: ihrer Begeisterung für Fotografie und ihrer Neugierde auf die Bewohner Berlins. Zusammen mit ihrem virtuosen Blick für das ausdrucksstarke Detail macht das aus ihr eine Chronistin der besonderen Art. Das Historische wird von ihr stets durch die kleinen Augenblicke des Alltags, die Atmosphäre der Straßen und das energetische Treiben der Menschen erzählt. Hierfür war sie sowohl in West- als auch in Ostberlin unterwegs, um in Gesichtern, Schaufensterfassaden und Gebäudepanoramen das zeitgenössische Leben auf Film zu bannen. Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls erscheint der kompakte Bildband, der einen umfassenden Einblick in diesen fotografischen Kosmos gewährt, dessen Bilder sowohl Ausdruck persönlicher Hingebung als auch historischer Bedeutung sind.

NELLY RAU-HÄRING (*1947, Basel) zog 1965 nach Berlin, um an der dortigen Fotofachklasse des Lette-Vereins zu studieren. Neben ihren Straßenaufnahmen erlangten auch ihre Presse- und Werbefotografien – unter anderem für die Zeitschriften Du und die horen – große Aufmerksamkeit. Von 1992 bis 1995 lehrte sie an der Hochschule der Künste Berlin.

AUSSTELLUNG
f3 Freiraum für Fotografie Berlin
7.11.2019–19.1.2020

NELLY RAU-HÄRING (*1947, Basel) moved to Berlin in 1965 to study photography at the Lette Verein. Besides her street photography, her press and advertising photos for magazines such as Du and die horen, among others, gained a great deal of attention. From 1992 to 1995 she taught at the Hochschule der Künste (Academy of the Arts) Berlin.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Nadine Barth
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 13.11.2019
Sprache Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-7757-4686-1
Reihe Fotografie
Verlag Hatje Cantz Verlag
Maße (L/B/H) 28,7/22/2,4 cm
Gewicht 1086 g
Abbildungen mit 150 Abbildungen
Auflage 1
Fotografen Nelly Rau-Häring

Kundenbewertungen

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Berliner Emotion durch die Jahrzehnte
von einer Kundin/einem Kunden am 18.01.2020

Dieser Band mit Fotos von Berlin in vier Jahrzehnten hat Niveau und zeigt das reale Leben. Es ist nichts gestellt, Nelly Rau-Häring kann man als Straßen-Fotografin ansehen. Viele der Fotos leben auch von der Spontanität. Nelly Rau-Häring ist als 18jährige aus der Schweiz nach Berlin gekommen und bkieb bis 2006. Sie fotografie... Dieser Band mit Fotos von Berlin in vier Jahrzehnten hat Niveau und zeigt das reale Leben. Es ist nichts gestellt, Nelly Rau-Häring kann man als Straßen-Fotografin ansehen. Viele der Fotos leben auch von der Spontanität. Nelly Rau-Häring ist als 18jährige aus der Schweiz nach Berlin gekommen und bkieb bis 2006. Sie fotografierte Menschen wie Orte, suchte nicht unbedingt die großen Ereignisse, dennoch ist auch die Wernde natürlich Teil, z.B. in Fotos von Menschen aus der DDR, die in Wetsberlin um das Begrüßungsgeld anstehen. Nach einem Vorwort, das gut in das Werk einführt kann man in die Fotos abtauchen. Die meisten Fotos sind schwarzweiß, gelegentlich gibt es mal eine Ausnahme. Es ist erstaunlich viel emotionales zu sehen, gerade durch das alltägliche. Bei den alten Fotos z.B. aus den sechziger Jahren spürt man wirllich etewas von der damaligen Stimmung der Zeit und das schaffen nicht wirklich viele Fotografen. Die Gesichter und die Kleidung der Menschen faszinieren mich. Die älteren eher ernst und konrvativ, die jüngeren leger und gegen den Vietnamkrieg. Zudem sind ihre Fotos alle eine gründliche Arbeit, hier gibt es kein schluddern. Das nenne ich Niveau. Am Ende gibt es noch ein Interview mit Nelly Rau-Häring, das mir nur das bestätigt, was ich beim Betrachten der Fotos schon gespürt habe. Sie ist eine warmherzige Frau, die die Stadt Berlin und die Menschen liebt und einen Sinn für Humor hat.

Die Hauptstadt und ihre Einwohner stimmungsvoll eingefangen
von annlu am 23.11.2019

4 Jahrzehnte hat die Fotografin Nelly Rau-Häring das Leben in Berlin dokumentiert. Ihre Straßenfotografie zeigen ihre Lust an der Beobachtung, ihre Neugier auf die außergewöhnliche Situation Berlins und die Menschen der Stadt. Bewusst verzichtet die Fotografin auf ausführliche Bildunterschriften und nennt nur in aller Kürze Jahr... 4 Jahrzehnte hat die Fotografin Nelly Rau-Häring das Leben in Berlin dokumentiert. Ihre Straßenfotografie zeigen ihre Lust an der Beobachtung, ihre Neugier auf die außergewöhnliche Situation Berlins und die Menschen der Stadt. Bewusst verzichtet die Fotografin auf ausführliche Bildunterschriften und nennt nur in aller Kürze Jahr und Ort der Aufnahme. Ihre Bilder trennen nicht zwischen Ost und West, machen keine Unterschiede und zeigen diese doch deutlich auf. Hier geht es nicht um eine historische Betrachtung, sondern um das Persönliche, das sich im Gesellschaftlichen zeigt. Ob Männerdomänen, wie die gemeinsame sonntägliche Autowäsche oder Frauendomänen, wie der Winterschlussverkauf im KaDeWe, gezeigt werden – der Alltag steht hier im Mittelpunkt. Menschen sind es, die die Bilder dominieren. Vielfach durch mehrere Aufnahmen einer Situation/eines Ereignisses werden unterschiedliche Aspekte herausgearbeitet, besonders aber auch die Vielfalt der Berliner gezeigt (so z.B. bei einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg oder dem Tag der offenen Tür im Flughafen). Ob bewusst oder nicht, ich empfand manche Bilder als Gegenüberstellungen zwischen Ost- und Westberlin. Als erstes ist mir das bei den Aufnahmen aus den 60ern aufgefallen. Auf der einen Seite gibt es leere Straßen, nur von wenigen Autos befahren, zu sehen. Als Kontrast würde man eine vollbefahrene Straße annehmen – doch hier überrascht die Künstlerin, mit einem Bild eines Mannes, der seine Arbeitsmaterialien scheinbar mit dem Rad transportiert – die vielen Autos am Straßenrand, die den Unterschied zum Blick auf Ostberlin ausmachen, werden an den Rand gedrängt und scheinen nur zufällig Teil des Motivs zu sein. Lebensfreude zeigen die Bilder des Oktoberfestes und der Fußballfans. Blicke in Schaufenster bringen den Konsum – aber auch Knappheit – ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Über die Jahre hinweg ist es ein wechselndes Angebot, das über unterschiedliche Schaufenster gezeigt wird. Interesse zeigt die Fotografin auch an Kosmetik- und Friseursalons. Ein Blick in die S-Bahn oder eines der vielen Cafes bringen den Eindruck von Alltag so richtig zur Geltung. Leitmotive gibt die Fotografin bewusst nicht an. Bildunterschriften bleiben knapp auf den Ort und das Jahr beschränkt, sodass vieles dem Auge des Betrachters überlassen bleibt. Die Menschen in den Bildern sind es besonders, die mich dazu verleitet haben, über sie nachzudenken, wissen zu wollen, was es mit dem Moment, in dem sie aufgenommen wurden, auf sich hat und damit meine Fantasie zu beschäftigen. Besonders zusammengehörige Bilder, die einzelne Momentaufnahmen zeigen, konnten so zu Geschichten verflochten werden. Wie viele Bilder es wohl über Berlin geben mag? Sicher unvorstellbar viele. Wenigen wird es gelingen so viel Stimmung wie die Bilder von Nelly Rau-Häring zu vermitteln. Ob Melancholie, kurz aufblitzender Humor, Freude, Neugier – die Schönen und Reichen oder die „Normalbürger“ - politische Demonstrationen, Alltag oder Freizeit der umfassende Blick auf ein Berlin abseits der schönen Fassaden nimmt die Menschen in den Mittelpunkt und stellt eine Stadt im Wandel vor. Fazit: Ohne Erklärungen sprechen die Fotografien den Betrachter direkt an und geben durch ihre Momentaufnahmen einen besonderen Einblick in die Hauptstadt.

Eine wunderbare Reise durch die Zeit und eine (ehemals) geteilte Stadt
von Wortschätzchen aus Kreis Heidelberg am 07.11.2019

Bildbände sind für mich immer kleine Reisen. Ob zu Orten oder Zeiten, emotional befinde ich mich dann einfach nicht mehr im Hier und Jetzt. Ich liebe es, die jeweils aktuelle Mode in Kleidung und Frisuren zu betrachten, Prallelen zu sehen, Dinge wiederkommen zu sehen oder anderen Dingen quasi auch nachzutrauern. Im Bildband v... Bildbände sind für mich immer kleine Reisen. Ob zu Orten oder Zeiten, emotional befinde ich mich dann einfach nicht mehr im Hier und Jetzt. Ich liebe es, die jeweils aktuelle Mode in Kleidung und Frisuren zu betrachten, Prallelen zu sehen, Dinge wiederkommen zu sehen oder anderen Dingen quasi auch nachzutrauern. Im Bildband von Nelly Rau-Häring, der sich mit den „zwei Seiten Berlins“ befasst, sind so viele Dinge „versteckt“, die gar nicht ost-west-typisch sind, auch nicht berlintypisch, sondern einfach überall so waren. Gerade das geht mir nahe und zeigt mir, wie engstirnig der Mensch oft denkt und handelt. Dennoch ist es eine wunderbare Reise über vierzig Jahre hinweg durch Berlin, mit seinen Menschen, seinem Leben und seinen Problemen. Die Fotos sind einfach großartig. Schon allein, wenn ich sehe, wie in einer Straße Auto an Auto steht und fast alle von ihren (1966 quasi ausschließlich männlichen Besitzern) liebevoll und im Anzug an einem Sonntag geputzt werden, geht mir das Herz auf. Auch der Plakatierer mit seinem Fahrrad – da geht mir das Herz auf! Lebensfreude, aber auch Frust; Ernst, aber auch Spaß; Eleganz, aber auch Lässigkeit; Kälte und Wärme – all das findet sich in den Bildern. Und sehr oft wundert man sich, dass das Bild nicht den Teil Berlins zeigt, den man zunächst vermutet hätte und auch im Jahrzehnt irrt man sich schnell. Dass die Bilder überwiegend in Schwarzweiß sind, verstärkt diesen Effekt noch. Für mich sind sie aber auch gerade dadurch ausdrucksstärker. Mich persönlich lenken Farben oftmals ab. Die Schwarzweißbilder fokussieren auf das Wesentliche. Der Nikolaus vor dem Bestattungsinstitut ist in (blassen) Farben jedoch sehr effektvoll. Die Bilder der Mauerreste, der „Zeit danach“ – sie stimmen einfach nachdenklich. Es ist schlicht schön, dass gewisse Dinge vorbei sind. Das Interview ist sehr aufschlussreich und liest sich prima weg. Man hat fast das Gefühl, selbst mit Nelly Rau-Häring gesprochen zu haben. Auch das Vorwort ist absolut lesenswert und stimmt auf die anschließenden Bilder ein. Einundvierzig Jahre existierte die Teilung und damit die Mauer und die DDR. Vor dreißig Jahren fiel die Mauer. Erstaunlich! Ich bin sehr beeindruckt und noch mehr begeistert von diesem Bildband, der völlig ohne Worte auskommt und doch so viel sagt. Dafür gebe ich die vollen fünf Sterne.


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