Leb wohl, Berlin

Das Hörspiel

Christopher Isherwood

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Beschreibung

CABARET meets BABYLON BERLIN

Die letzten Tage der Weimarer Republik in Berlin. Die Menschen verschließen die Augen vor der drohenden Katastrophe und feiern sich um den Verstand: zwei junge Männer, die in fataler Weise voneinander abhängen, eine vermögende jüdische Familie, die das nahende Unglück nicht wahrhaben will sowie zahlreiche Mitglieder der Halbwelt. Mitten unter ihnen träumt die hinreißend leichtsinnige Nachtclubsängerin Sally Bowles von der großen Karriere. Im Hintergrund der Szenerie marschieren bereits die Nazis auf ... Das Hörspiel aus der Feder von Heinz Sommer und unter der Regie von Leonhard Koppelmann ist ebenso fulminant wie das Berlin in Isherwoods weltberühmten Roman.Produktion: Hessischer Rundfunk/Der Hörverlag 2019(Laufzeit: 4h 47)

»Das Hörspiel "Leb wohl, Berlin" setzt alle Facetten der Romanvorlage um: knallbunt und schrill, feinfühlig und abgründig – kurz: meisterhaft.«

Christopher Isherwood, geboren 1904 in der englischen Grafschaft Cheshire, war ein berühmter anglo-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Nach einem erfolglosen Studium der Geschichte und Medizin in Großbritannien ging er 1929 nach Berlin. Dort schrieb er u. a. seine bekannten »Berlin Stories«, zu denen auch »Leb wohl, Berlin« zählt und die er motivisch in einigen Musicals und Filmen verarbeitete. Isherwood galt außerdem als einer der ersten Literaten der Lesben- und Schwulenbewegung, da er nach einer prägenden Sinneskrise in Amerika seine eigene Homosexualität mittels drastischer Darstellungen in seinen Werken verarbeitete. Der Autor starb 1986 im kalifornischen Santa Monica..
Hans Sarkowicz studierte Germanistik und Geschichte in Frankfurt/Main. Seit 1979 arbeitet er beim Hessischen Rundfunk. Er leitet das hr2-Ressort Literatur und Hörspiel und ist Autor von zeitgeschichtlichen und kulturhistorischen Publikationen, unter anderem zur Kunst und Literatur im Nationalsozialismus..
Heinz Sommer studierte in Freiburg im Breisgau u. a. Musikwissenschaft. Er promovierte 1983. Seit 1995 ist er Hörfunkdirektor des Hessischen Rundfunks. In den Jahren 2007 bis 2011 war er außerdem Präsident der Radioversammlung der Europäischen Rundfunkunion und Vorsitzender des Radio Committees. Heinz-Dieter Sommer verfasste bereits zahlreiche Arbeiten für und über das Radio. Beim Hörverlag sind seine Hörspielfassungen der Romane »Die Schatzinsel« von Robert Louis Stevenson, »Tonio Kröger« von Thomas Mann, »Siddhartha« von Hermann Hesse sowie »Homo Faber« von Max Frisch unter der Regie Leonhard Koppelmanns erschienen..
Kathrin Passig, geboren 1970 in Deggendorf, ist Journalistin und Schriftstellerin. Mit anderen Personen aus dem Umfeld des Fanzines Luke & Trooke und des Internetforums "Höfliche Paparazzi" gründete sie 2002 die "Zentrale Intelligenz Agentur" in Berlin, deren Geschäftsführerin sie bis Sommer 2009 war. Dem von der ZIA betriebenen Weblog "Riesenmaschine", an dem Passig sowohl inhaltlich als auch in der Entwicklung der Software maßgeblich beteiligt war, wurde 2006 ein Grimme Online Award verliehen. Mit ihrem literarischen Debüt, der Erzählung "Sie befinden sich hier", die in der Form des inneren Monologes Not und Verwirrung einer im Schnee erfrierenden Person schildert, gewann Passig 2006 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Sie schreibt u. a. für die "tageszeitung", "Spiegel Online" und die "Süddeutschen Zeitung"..
Gerhard Henschel lebt in Hamburg, bittet dort einmal monatlich gemeinsam mit Rayk Wieland und wechselnden Gästen zur Lesung im „Toten Salon“ und gilt nach einem Befund des Rockpoeten Ralph Gätke als „große weiße Hoffnung der kleinteiligen Prosa“..
Laura Maire, geboren 1979 in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Bekannt wurde sie durch eine Hauptrolle in der ARD-Vorabendserie »Verdammt verliebt«. Sie synchronisierte u. a. Brie Larson in »Raum« (2016 mit einem Oscar ausgezeichnet) und Ashley Greene (als Alice Cullen) in der »Twilight«-Reihe. Daneben war sie immer wieder in »How I Met Your Mother« zu hören. Maire erhielt 2011 den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin. 2014 las sie für den Hörverlag den Thriller »Schattengrund« von Elisabeth Herrmann und erhielt für ihr »virtuoses Sprach-Spiel« noch einmal den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin..
Matthias Bundschuh, 1966 in Gütersloh geboren, wuchs in Bonn auf. Er studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Nach Engagements u. a. am Deutschen Schauspiel Hamburg, an den Münchner Kammerspielen, am Deutschen Theater Berlin und als Gast am Schauspielhaus Zürich gehörte er von 2013 bis 2015 wieder dem Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg an. Seit 1992 ist er auch häufig in Film- und TV-Rollen zu sehen. Einem breiten Publikum ist er durch die Rolle des Thorsten im mehrfach ausgezeichneten Kinofilm »Shoppen« bekannt..
Bernhard Schütz war von 1988 bis 1993 am Theater Basel beschäftigt, danach bis 1995 am Schauspielhaus Hamburg. Seit 1994 hat er ein Engagement an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. In dieser Zeit wirkte er in vielen Inszenierungen mit, so u. a. in 'Berliner Republik' unter der Regie von Christoph Schlingensief und in 'Des Teufels General' sowie 'Der Idiot' unter der Regie von Frank Castorf. Nebenbei spielte er zahlreiche Rollen für Kino und TV, u. a. in 'Brandnacht' (1991), 'Dämonen' (2000), 'Der Job seines Lebens' (2002/2004) und zuletzt in der Serie Kriminaldauerdienst (2006/2007). Für den Hörverlag hat Bernhard Schütz bereits Flauberts "Madame Bovary" und Melvilles "Moby Dick" gesprochen..
Timo Weisschnur, geboren 1989 in Hamburg, studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Seit 2014 ist er Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin und seit 2013 auch als Fernsehschauspieler tätig. Er sprach außerdem mehrere Hörbücher ein und seit 2019 hört man ihn als Kommissar Jonathan Brooks im »Radio-Tatort« von Radio Bremen..
Udo Kroschwald, geboren 1955 in Freiberg, lebt heute in Berlin und in Nettelbeck (Brandenburg). Kroschwald studierte zunächst Elektrotechnik. Er arbeitete als Eisenbahner, Tanzmusiker und Bühnenarbeiter und absolvierte anschließend die Theaterhochschule Leipzig. Es folgten Engagements in Magdeburg und in Stendal. Danach war er bis 2001 Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters Berlin. Kroschwald stand in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Einem breiten Fernsehpublikum ist er durch die Rolle des Polizeihauptkommissars Jan Reuter, SOKO Wismar bekannt..
Felix von Manteuffel, geboren 1945, steht seit über 30 Jahren auf den großen Bühnen. Daneben ist er regelmäßig im Fernsehen zu sehen und spielte im Kinofilm »Requiem für eine romantische Frau«. Seine markante Charakterstimme ist aus zahlreichen Hörbüchern bekannt..
Friedhelm Ptok, geboren 1933 in Hamburg, absolvierte nach einer Buchdruckerlehre eine private Schauspielausbildung. Nach seinem ersten Engagement in Flensburg spielte er beispielsweise in Bremen unter Peter Zadek, an den Münchner Kammerspielen und dem Schauspielhaus Hamburg, bis er 1972 an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin bis zu deren Schließung ein Engagement erhielt. Er wirkte in verschiedenen Fernsehproduktionen mit, so zum Beispiel in "Alphateam", "Praxis Bülowbogen" oder "Unser Lehrer, Dr. Specht" und "Kartoffeln mit Stippe", und ist darüber hinaus auch als Regisseur tätig.Friedhelm Ptok ist in zahlreichen Hörspielen zu hören, so in Helma Sanders-Brahms "1001 Nacht", Per Olov Enquists "Der Besuch des Leibarztes", "Ich habe sie geliebt" von Anna Gavalda und in Hans Magnus Enzenbergers "Hammerstein oder der Eigensinn" die alle im Hörverlag erschienen sind..
Martin Engler, geboren 1967, studierte zunächst Theaterwissenschaften, Philosophie und Politikwissenschaften, ehe er sich in Berlin an der Ernst-Busch-Hochschule der Schauspielkunst widmete. In den folgenden Jahren war er als Schauspieler und Regisseur an verschiedenen renommierten Theatern tätig, etwa in Wien, Basel, Nürnberg, Berlin, Lyon und Dublin. Neben seiner Tätigkeit als freier Dozent an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst realisiert er Kurz- und Experimentalfilme. Als engagierter und international bekannter Sprecher beteiligte er sich an einer Vielzahl von Hörspielproduktionen im deutschsprachigen und französischen Raum, darunter das preisgekrönte Kinderhörspiel „20 000 Meilen unter dem Meer“ sowie Heimrad Bäckers „Epitaph“..
Wanja Mues wurde 1973 in Hamburg geboren. Er ist in einer Vielzahl von TV- und Kinofilmen zu sehen. So spielte er u. a. in mehreren »Tatort«-Folgen, in dem Drama »Blueprint« an der Seite von Franka Potente sowie in den internationalen Produktionen »Die Bourne Verschwörung« und »Der Pianist«. Wanja Mues ist auch als Hörbuchsprecher aktiv. Im Hörverlag erschienen von ihm u. a. »Die Monogramm-Morde« und »Der offene Sarg« (Sophie Hannah, Agatha Christie)..
Leonhard Koppelmann, geboren 1970 in Aachen, führte 1996 zum ersten Mal bei einem eigenen Hörspiel Regie. Seitdem arbeitet er als freier Hörspielautor und als Theater- und Hörspielregisseur. So sind inzwischen unter seiner Regie über 200 Hörspiele entstanden, z. B. »Maria, ihm schmeckt’s nicht« sowie »Drachensaat« von Jan Weiler, »Homo Faber« von Max Frisch, »Baudolino« von Umberto Eco, »Der unbekannte Kosmos des Alexander von Humboldt« und – hochgelobt – »Wassermusik« von T. C. Boyle sowie »Doktor Faustus« von Thomas Mann, die alle im Hörverlag erschienen sind. In seinen Inszenierungen stehen vor allem die Schauspieler und Schauspielerinnen im Mittelpunkt, mit ihnen arbeitet er intensiv die individuellen Qualitäten der verschiedenen Autoren und Autorinnen aus. So entstehen äußerst vielfältige und höchst verschiedenartige Produktionen unter seiner Regie.

Produktdetails

Abo-Fähigkeit Ja
Family Sharing Ja i
Medium MP3
Sprecher Timo Weisschnur, Barbara Philipp, Mathieu Carrière, Laura Maire, Matthias Bundschuh
Spieldauer 287 Minuten
Erscheinungsdatum 21.10.2019
Verlag Der Hörverlag
Format & Qualität MP3, 287 Minuten, 339.87 MB
Fassung gekürzt
Hörtyp Lesung
Übersetzer Kathrin Passig, Gerhard Henschel
Sprache Deutsch
EAN 9783844536430

Buchhändler-Empfehlungen

An Englishman in Berlin

Gregor Schwarzenbrunner, Thalia-Buchhandlung Linz, Zentrale

Christopher Isherwood, lebte Anfang der Dreißiger Jahre und kurz vor der Machtübernahme der Nazis, in der wohl dekadentesten Stadt ihrer Zeit: Berlin. Erst wohnt er zur Untermiete bei Frau Schröder, die ihm liebevoll Herr Issyvoo nennt, lernt dort auch Sally Bowles, eine mittellose Schauspielerin kennen, und genießt das glitzernde Nachtleben. Zwischendurch verlässt er Berlin und erlebt auf Rügen das ständige Auf und Ab der Beziehung zwischen Otto und Peter. Schließlich landet er wieder in Berlin, diesmal bei den Nowaks. Eine Arbeiterfamilie, die in einer ärmlichen Wohnung haust. Liza Minelli hat Sally Bowles, und indirekt damit auch Christopher Isherwood ein Denkmal gesetzt, das viele inklusive mir, so gar nicht gewusst haben. Der Film und auch das Musical Cabaret beruhen auf diesem, episodenhaft erzählten Roman. Allerdings sei der Film sehr, sehr weit von seinem Buch entfernt, so hatte der Romancier, der meiner Meinung nach zur klassischen englischen Literatur gehört, einmal angemerkt. Aber schließlich geht es nicht nur um Sally in Berlin, sondern auch darum, dass Isherwood ein Chronist dieser speziellen Zeit des Umbruchs ist, auch wenn er mit englischer Distanziertheit und Contenance an das Erzählen ran geht und Berlin auf eine ganz eigentümliche Weise porträtiert. Manchmal hatte ich das Gefühl, ein Tagebuch vor mir liegen zu haben, hauptsächlich lag es wohl auch an der fragmentarischen Erzählweise und daran, dass der Hauptprotagonist denselben Namen trägt, wie auch der Schriftsteller. Dennoch möchte Isherwood nicht mit seinem fiktiven Protagonisten verwechselt werden. Der geneigte Leser kann nur raten und mutmaßen, wo der Geschichtenerzähler Fakten, und wo er Fiktion einbringt. Manche Dinge werden im Roman nur angedeutet, schließlich darf man nicht vergessen, dass diese Geschichte 1939 das erste Mal erschienen ist und das liberale und freizügige Berlin, sich den aufmarschierenden Nazischergen ergeben musste. Für alle die nun den Schriftsteller näher kennenlernen möchten, kann ich auch „A Single Man“ empfehlen, dass im selben Verlag neuerschienen ist, allerdings von einem anderen Übersetzer stammt.

Kundenbewertungen

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von einer Kundin/einem Kunden am 15.01.2021
Bewertet: anderes Format

Der leicht morbide Charme einer Großstadt, die ihre beste Zeit hinter sich hat, kauzige Figuren und politische Ereignisse, die dunkle Schatten vorauswerfen: die beeindruckenden Lebenserinnerungen eines jungen Mannes, der Berlin liebt und gleichzeitig hasst- geniale Lektüre!

Großartig!
von einer Kundin/einem Kunden am 14.01.2020
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Großartige Hörspiel Umsetzung des Klassikers von Christopher Isherwood. Lebendig und mitreißend.

Ein wenig Cabaret und ganz viel anderes
von einer Kundin/einem Kunden am 22.08.2015
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Wahrscheinlich kennen Sie alle das Musical „Cabaret“, welches besonders durch die Verfilmung von 1972 mit Liza Minnelli, Michael York, Helmut Griem, Joel Grey und Fritz Wepper der Beginn eines Kults war. Ich habe dieses Musical als ca. 14 jähriges Mädchen zum ersten Mal gesehen und war begeistert. Schon damals war ich eine absol... Wahrscheinlich kennen Sie alle das Musical „Cabaret“, welches besonders durch die Verfilmung von 1972 mit Liza Minnelli, Michael York, Helmut Griem, Joel Grey und Fritz Wepper der Beginn eines Kults war. Ich habe dieses Musical als ca. 14 jähriges Mädchen zum ersten Mal gesehen und war begeistert. Schon damals war ich eine absolute Leseratte und musste dementsprechend auch unbedingt das dazugehörige Buch von Christopher Isherwood lesen. Was war ich damals enttäuscht! Ich fand es so langweilig und fand kaum etwas von deer Lebenslust des Musicals wieder. Und nachdem ich jetzt gerade in Berlin war, überkam mich das Bedürfnis, dieses Buch noch einmal zu lesen. Immerhin sind seitdem knapp 40 Jahre vergangen. Die damalige Ausgabe aus dem Ullstein Taschenbuch Verlag hatte ich nicht mehr, also habe ich mir die Neuübersetzung aus dem Hoffmann & Campe Verlag gegönnt. Und dieses Mal hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen! Christopher Isherwood, ein Engländer, der seine beiden Studienfächer Geisteswissenschaften und Medizin abgebrochen hat, ist als 25jähriger zusammen mit W. H. Auden nach Berlin gegangen, dem Eldorado der Schwulen und Lesben. Dort wollte er einen großen Roman namens „Die Verlorenen“ schreiben. Doch die Machtergreifung Hitlers hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass er nur einen Episoden-Roman über die Zeit von 1930 bis 1933 veröffentlicht hat. Er hat einzelne Episoden über seine Berliner Zeit zusammengefasst und 1939 unter dem Titel „Leb wohl, Berlin“ herausgebracht. Einige Episoden hat er bereits in etwas geänderter Form als Roman „Mr. Norris steigt um“ veröffentlicht, aber dieser Roman ist z.Zt. in Deutschland nicht erhältlich. Christopher Isherwood hat seine Hauptperson ebenfalls Christopher Isherwood genannt. Und genau wie er verdient seine Hauptperson ihren Lebensunterhalt als privater Deutschlehrer für einzelne Schüler und lebt in möblierten Zimmern. Zuerst lebt seine Hauptperson bei Fräulein Schroeder, doch als das Geld auch bei ihm knapp wird, lebt er zwischenzeitlich in einem Speicher unter dem Dach zusammen mit einer fünfköpfigen Familie in einer wirklich armen Gegend. Er lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, Menschen aus der Halbwelt wie Prostituierte, Barkeeper, Schauspielerinnen und Sängerinnen, reiche Jüdinnen und Vertreter. Und die für die Musical-Kenner bekannteste Person Sally Bowles bekommt in einem Kapitel ihren großen Auftritt. Aber außer ihrer exaltierten Sprache erinnert sehr wenig an die Handlung des Musicals. Der Autor und sein Alter Ego erhalten einen guten Einblick in die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Abends vergnügt er sich gerne in Clubs und Bars, wobei in diesem Buch seine Sexualität nicht wirklich zutage tritt. Er ist als Beobachter überaus hellsichtig und erkennt durchaus früh die Gefahren, die auf die Juden zukommen. Das Buch ist kein eigentlich spannender Roman, sondern eine sehr genaue Beobachtung der Weimarer Republik. Der Autor sieht Menschen, die auf die unterschiedlichste Weise versuchen zu überleben. Er sieht arme, verzweifelte und kranke Menschen ebenso wie extrem reiche Menschen, die in ihren eigenen Ghettos leben. Als Hitler die Macht ergriffen hat, verlassen sowohl er als auch sein Held Deutschland. E war kein Wunder, dass mir das Buch als junges Mädchen nicht gefallen hat, denn es hat nichts von dem Schwung, den das Musical hat. Aber es ist einfach eine brillante Beschreibung der damaligen Zustände. Und wenn man heute einige Viertel Berlins besucht, kann man auf den Spuren der Menschen von damals wandeln, auch wenn sich äußerlich vieles verändert hat. Die Neuausgabe wurde übrigens von den beiden erfolgreichen Autoren Kathrin Passig und Gerhard Henschel übersetzt.

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