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Märchen aus meinem Luftschutzkeller

Roman

IN DIESEM HAUS TANZEN ALLE AUS DER REIHE
Ein brütend heißer Juli im OSTUKRAINISCHEN MAKIJIWKA - und ein Haus, das es in sich hat: Im Erdgeschoss feiern DIE DURCHGEKNALLTE LEBEFRAU VIRA und ihre mit Schrotflinten und Wodka bewaffneten Bodyguards apokalyptische Feten. Ein paar Türen weiter schmieden ZWEI EXPANSIONSWÜTIGE BUSINESS-PROFIS Pläne, um den Obst- und Gemüsemarkt der Region an sich zu reißen. Zwei Stockwerke höher leben Olga, die sich für eine NACHFAHRIN DES FRANZÖSISCHEN KÖNIGSHAUSES hält, und Firman, der SÄMTLICHE LENIN-DENKMÄLER DER STADT ZU FALL BRINGEN will. Dann ist da noch der junge Mann aus der berüchtigten Spezialeinheit BERKUT, der sich bei einem Einsatz in eine Demonstrantin verliebt. Und was hat es eigentlich mit der GRUSELWOHNUNG auf sich, in der es spuken soll?

TRUBEL, TUMULT UND TOHUWABOHU: EIN KÜHNER ROMAN AUS DER UKRAINE
EXZENTRISCHE HEDONISTEN und KLEINGANOVEN, einsame Existenzen und widerspenstige Underdogs - Oleksij Tschupa versammelt in seinem Roman eine ANARCHISCHE HAUSGEMEINSCHAFT, deren Schicksale fesseln und aufwühlen. Mit FARBENPRÄCHTIGER UND VIRTUOSER SPRACHE und feinem Gespür für das Tragikomische und die ABSURDITÄTEN DES MENSCHLICHEN DASEINS schafft der junge ukrainische Schriftsteller eine ELEKTRISIERENDE ATMOSPHÄRE, in der alles möglich zu sein scheint.
Portrait
OLEKSIJ TSCHUPA wurde 1986 im ostukrainischen Makijiwka geboren - der Ort liegt heute in der nicht anerkannten "Volksrepublik Donezk". Er studierte an der Universität Donezk ukrainische Philologie und hat seit 2014 zahlreiche Romane veröffentlicht. Als Autor setzt sich Oleksij Tschupa mit der Identität und den sozialen Verwerfungen des Donbas auseinander und wendet sich dabei intensiv der Geschichte der Sowjetunion und der ersten Jahre der ukrainischen Unabhängigkeit zu. Heute lebt er in Letytschiw in der Zentralukraine. Mit "Märchen aus meinem Luftschutzkeller" erscheint 2019 erstmals ein Werk des Autors auf Deutsch.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 18.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7099-7253-3
Verlag Haymon Verlag
Maße (L/B/H) 21,5/13,2/2,5 cm
Gewicht 331 g
Originaltitel Kazki mogo bomboschovišža
Übersetzer Claudia Dathe
Buch (gebundene Ausgabe)
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19,90
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Die Ost-Ukraine vor dem Krieg
von Forti am 13.01.2020

"Märchen aus meinem Luftschutzkeller" ist das erste Buch des ukrainischen Schriftstellers Oleksij Tschupa, das auf Deutsch erscheint. Die einzelnen Kapitel beziehen sich immer auf eine andere Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Ost-Ukraine. In Form einer Kurzgeschichte wird jeweils das Leben des oder der jeweiligen Bewohne... "Märchen aus meinem Luftschutzkeller" ist das erste Buch des ukrainischen Schriftstellers Oleksij Tschupa, das auf Deutsch erscheint. Die einzelnen Kapitel beziehen sich immer auf eine andere Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Ost-Ukraine. In Form einer Kurzgeschichte wird jeweils das Leben des oder der jeweiligen Bewohner beschrieben. Jedes Kapitel, jeder Bewohner hat seine eigene Geschichte und auch seine eigene Erzählart – sprachlich fand ich das sehr abwechslungsreich. Es versammelt sich hier ein buntes Ensemble an Persönlichkeiten, das einen Querschnitt durch die ukrainische Gesellschaft bildet. Das ganze ist natürlich sehr verdichtet und in dem einen oder anderen Fall vielleicht auch etwas überspitzt dargestellt, aber ich fand es dennoch sehr interessant, auf die Art und Weise Einblick in ein Land zu bekommen, über das die meisten von uns Deutschen doch eher wenig wissen. Ob man das Buch nun als Roman oder Kurzgeschichtensammlung bezeichnet – eine fortlaufende Handlung über das ganze Buch hinweg gibt es jedenfalls nicht. Für mich war das aber auch ok so. Das Buch spielt vor dem Ukraine-Krieg – der schon vor dem Krieg bestehende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine (bzw. zwischen Russischstämmigen und Ukrainern) wird hier auch nur minimal angedeutet. Für mich erklärt dieses Buch also nicht den Krieg, war aber dennoch ein interessanter Einblick in ein eher fremdes Land.

Skurrile Episoden aus den einzelnen Leben eines Mehrpateienhaus.
von einer Kundin/einem Kunden aus Wels am 31.10.2019

Ein Haus in Makijiwka in der südlichen Ukraine steht hier im Zentrum des Geschehens. Erdgeschoss, erster, zweiter und dritter Stock. Jeweils drei Wohnungen und ihre BewohnerInnen. Wie Kurzgeschichten lesen sich die einzelnen Schicksale, die in einem brütend heißen Sommer ihr Dasein fristen. Die Hausbewohner haben wenig mitein... Ein Haus in Makijiwka in der südlichen Ukraine steht hier im Zentrum des Geschehens. Erdgeschoss, erster, zweiter und dritter Stock. Jeweils drei Wohnungen und ihre BewohnerInnen. Wie Kurzgeschichten lesen sich die einzelnen Schicksale, die in einem brütend heißen Sommer ihr Dasein fristen. Die Hausbewohner haben wenig miteinander zu tun. Ihr einziger Berührungspunkt ist ihre Adresse. Es kümmert sie nicht, was in den anderen Wohnungen geschieht. Außer es lässt sich nicht ignorieren, so wie die alte Labuha aus Wohnung 12, die ständig feiert, zu viel trinkt und immer macht, was sie will, denn sie steht unter dem Schutz eines hochrangigen Politikers. Es gibt eine Wohngemeinschaft aus Kleinganoven, die zufällig zu Geld gekommen sind und jetzt ein Denkmal bauen möchten. Es gibt Kinder, die aufs Erwachsenwerden warten und alte Menschen, die aufs Sterben warten. Es gibt Liebe in diesem Haus und Ausweglosigkeit, Sprachlosigkeit und wiedergefunde Sprache, Freude und Leid, Gemeinschaft und Einsamkeit, Hoffnung und böse Träume. Oleksij Tschupas Figuren sind zum Teil sehr extrem. Es sind skurrile Charaktere mit ganz besonderen Vorstellungen und Ideen. Sie geben dem Buch einen Hauch Absurdität. Das Buch lässt sich am besten mit Punkrock vergleichen: es ist laut, es pulsiert vor Leben und es gibt nichts, was es nicht gibt!

Oleksij Tschupa - Märchen aus meinem Luftschutzkeller
von Miss.mesmerized am 13.10.2019

Ein Haus im ostukrainischen Makijiwka. Die Bewohner leiden unter der brütenden Sommerhitze und unter ihren Nachbarn; oder den Familienangehörigen; oder dem Dasein ganz allgemein. Erdgeschoss, erster Stock, zweiter Stock, dritter Stock: jeweils drei Wohnungen mit drei Schicksalen. Die verrückte Labuha aus dem Parterre bringt mit ... Ein Haus im ostukrainischen Makijiwka. Die Bewohner leiden unter der brütenden Sommerhitze und unter ihren Nachbarn; oder den Familienangehörigen; oder dem Dasein ganz allgemein. Erdgeschoss, erster Stock, zweiter Stock, dritter Stock: jeweils drei Wohnungen mit drei Schicksalen. Die verrückte Labuha aus dem Parterre bringt mit ihrer lauten Musik und den nie enden wollenden Partys alle um den Verstand, außer vielleicht Klawa aus dem Stockwerk über ihr, denn die ist seit Jahrzehnten taub und kann sich kaum mehr mit ihrer Tochter und dem Enkel verständigen. Auch Forman im zweiten und seinen Freunden ist das heute wohl egal, nachdem sie zu plötzlichem Reichtum gekommen sind, muss geplant werden, was mit dem Geld zu tun ist. Derweil erweckt Olena ihre Großmutter mit isländischer Musik wieder zum Leben und zum ersten Mal seit Jahren reden die beiden Frauen wirklich miteinander. Zwölf Wohnungen, zwölf Geschichten, die Tschupa belauscht in einem Haus, das heute im Kriegsgebiet steht. Literatur aus der Ukraine ist mir wenig bekannt, aber Oleksij Tschupas Text weist für mich einige Gemeinsamkeiten auf, die ich in osteuropäischen Bücher wiederholt gefunden habe. Auch er leitet nicht lange ein, sondern stürzt den Leser ins Geschehen, das schonungslos und direkt die Dinge beim Namen nennt. Wir befinden uns nicht in einer Märchenwelt, sondern in der unbarmherzigen Realität, die es mit den Figuren nicht immer gut meint. Es braucht bisweilen einen gewissen Humor oder Zynismus, um dies zu ertragen. Viel mehr als den Hauseingang scheinen die Figuren nicht zu teilen. Wobei doch eine gewisse Melancholie über allen Episoden schwebt, vermutlich ist es genau dies, was auch in zwei der Geschichten anklingt, in denen der schwermütige Charakter der slawischen Literatur erwähnt wird, der sich unweigerlich auch auf die Leser niederschlagen muss. Ob die Menschen wegen der Literatur so sind oder die Literatur wegen der Menschen und der Lebensumstände, sei dahingestellt. Besonders hat mir gefallen, dass die Bandbreite unheimlich groß ist; wir erleben Kinder ebenso wie junge und mittlere Erwachsene und die Alten, die das Ende ihres Lebens bereits kommen sehen. Die Kinder sind mir hierbei vor allem aufgefallen: obwohl es mehrere von ihnen im Haus gibt, scheinen sie keinen Kontakt zueinander zu haben, sondern ausgesprochen isoliert zu sein. Dass diese Einsamkeit nicht guttut, liegt auf der Hand und so ist auch ihr trauriges Schicksal nicht weiter verwunderlich. Mehr noch war ich jedoch von den alten Frauen beeindruckt – die Männer werden nicht alt in der Ukraine, scheinbar flüchten sie sich vorher in den Tod. Unfreiwillig erleben sie ebenfalls eine Isolation wie die Kinder. Zwar mag die Familie physisch nah sein, es fehlt jedoch die Verbindung zwischen den Generationen. Neben den Geschichten, die mich jede auf ihre Weise ansprechen konnte, überzeugte mich Tschupa aber mit Zweierlei: er schafft es ausgezeichnet die Gegebenheiten in Worte zu fassen. Das Schwanken zwischen überbordendem Humor und erschreckend abstoßend lässt einem manchmal jedoch geradezu schwindelig werden. An anderen Stellen findet er großartige Metaphern wie beispielsweise bei Iryna, die sich und ihre Welt als Insel begreift, ein Motiv, das nicht nur wunderbar zur Figur passt, sondern auch überzeugend durch die ganze Episode hindurchgeführt wird. Vieles ist voller Gegensätze in Oleksij Tschupas Roman. Es beginnt beim Titel, in dem die Begriffe Märchen und Luftschutzkeller zusammengebracht werden und dem grell-bunten Cover, dem ein schwarzer Hintergrund auf der Rückseite entgegensteht. Im Haus ist Leben in allen Facetten, tatsächlich jedoch wird die Region seit Jahren von Krieg und Tod beherrscht. Mal lacht man, man wird man nachdenklich, aber immer scheint man sich nur im Extrem bewegen zu können und so bleibt das Buch auch ganz sicher bei keinem Leser ohne nachhaltigen Eindruck.