Täter

Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden

Harald Welzer

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Beschreibung

Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, aber die wichtigste Frage, ist bis heute nicht beantwortet: Wie waren all die „ganz normalen Männer“, gutmütigen Familienväter und harmlosen Durchschnittsmenschen imstande, massenhaft Menschen zu töten? Es gab keine Personengruppe, die sich der Aufforderung zum Morden verschlossen hätte, weshalb Erklärungsansätze, die sich auf die Persönlichkeiten der Täter, ihre Charaktereigenschaften, ihre psychische Verfassung richten, nicht weiterführen.

Harald Welzer untersucht Taten aus dem Holocaust und anderen Genoziden in ihrem sozialen und situativen Rahmen und zeigt, wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Mit seiner sozialpsychologischen Studie öffnet sich eine Perspektive auf die Täter, die auf beunruhigende Weise erhellt, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird, und wie wenig unseren moralischen Überzeugungen zu trauen ist.

Produktdetails

Verkaufsrang 47805
Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 01.09.2007
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Seitenzahl 336
Maße (L/B/H) 19/12,6/2,2 cm
Gewicht 253 g
Auflage 8. Auflage
Reihe Die Zeit des Nationalsozialismus
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-16732-6

Kundenbewertungen

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Neue Antworten auf alte Fragen
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 04.10.2010

1. Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, jedoch selten etwas zum Thema Tätermoral. ...beunruhigend und erschreckend, wie wenig den menschlichen moralischen Überzeugungen... zu trauen und wie klein der Schritt zum Massenmörder war (oder eben ist...)! 2. Die sozialpsychologische Studie, deren Thesen mit weiteren Fallbei... 1. Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, jedoch selten etwas zum Thema Tätermoral. ...beunruhigend und erschreckend, wie wenig den menschlichen moralischen Überzeugungen... zu trauen und wie klein der Schritt zum Massenmörder war (oder eben ist...)! 2. Die sozialpsychologische Studie, deren Thesen mit weiteren Fallbeispielen im Buch untermauert werden, zeigt den sozialen und situativen Rahmen, in welchem Massenmorde überhaupt entstehen können, sowie gesellschaftliche Kriterien zur Früherkennung auf. 3. Die Geschwindigkeit und Dynamik, mit der ein soziales Gefüge sich verschieben und Macht entstehen kann ist bedrückend und lässt einem schaudern. 4. Die Frage nach Ethik und Moral im Zusammenhang mit dem Bösen lässt sich vorallem auf philosophischer Ebene diskutieren. Trotzdem erreicht Harald Welzer auch das nicht-akademische Publikum mit diesem Buch, weil es einfach gut geschrieben ist.

Die Nicht-Zugehörigen
von einer Kundin/einem Kunden am 08.07.2010

Die gesellschaftliche Umsetzung der Behauptung, dass Menschen radikal und unüberbrückbar ungleich seien und darin die Grundursache für alle bestehenden Schwierigkeiten zu finden ist, führte zur Freisetzung individueller und kollektiver Energien. Die Unterscheidung von Zugehörigen und Nicht – Zugehörigen und der Versuch der volls... Die gesellschaftliche Umsetzung der Behauptung, dass Menschen radikal und unüberbrückbar ungleich seien und darin die Grundursache für alle bestehenden Schwierigkeiten zu finden ist, führte zur Freisetzung individueller und kollektiver Energien. Die Unterscheidung von Zugehörigen und Nicht – Zugehörigen und der Versuch der vollständigen Abschaffung der Letztgenannten bilden die Grundlage der in diesem Buch beschriebenen Vernichtungsprojekte im Nationalsozialismus, in Vietnam, Ruanda und Jugoslawien. Anhand von Vernehmungsprotokollen, autobiographischen Aufzeichnungen, Erkenntnissen durch sozialpsychologische und Gehorsamkeits-Experimente wird nach Erklärungsmöglichkeiten für die erschreckend hohe Bereitschaft zur Gewalt von ganz gewöhnlichen Menschen gesucht. Erschütterung und tiefe Abscheu über die verübten Taten sollten Triebkraft für jeden Einzelnen sein, sich eine feste moralische Grundüberzeugung an zueignen, wie sie von den drei auf Seite 117 genannten Gruppen vertreten wird.


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