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Vincent

Roman. Kentucky Literary Award Finalist for Fiction 2004

detebe Band 23647

Joey Goebel

(41)
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Beschreibung

Wußten Sie, daß große Popsongs und Filme von einem unglücklichen, aber genialen Künstler stammen? Und damit einem solchen die Ideen nicht ausgehen, sorgen in diesem Roman ›Beschützer‹ dafür, daß ihm ständig neues Leid widerfährt. Denn das ist der Rohstoff, aus dem wahre Kunst entsteht. Bringt das Genie das Kunststück fertig, trotzdem ein glücklicher Künstler zu werden?
Vincent – ein Chamäleon von einem Roman, der als Satire beginnt, sich in einen bizarren Alptraum verwandelt und am Ende zu Tränen rührt.

Joey Goebel, 1980 in Henderson, Kentucky, geboren, ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Musiker – ein weltweit gefeiertes Multitalent. Seine Romane ›Vincent‹, ›Freaks‹ und ›Heartland‹ wurden in 14 Sprachen übersetzt. Joey Goebel hat einen Sohn und lebt in Henderson, wo er englische Literatur unterrichtet.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 27.03.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-23647-7
Verlag Diogenes Verlag AG
Maße (L/B/H) 18/11,1/2,5 cm
Gewicht 330 g
Originaltitel Torture the Artist
Auflage 8. Auflage
Übersetzer Hans M. Herzog, Michael Jendis
Verkaufsrang 19619

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Buchhändler-Empfehlungen

"Du wirst niemals glücklich sein"

Gregor Schwarzenbrunner, Thalia-Buchhandlung Linz, Zentrale

Vincent beginnt mit dem Satz „Tut mir leid, dass Du es ausgerechnet von mir erfährst, aber Du wirst niemals glücklich sein.“ Und ist zugleich der erste Satz eines Briefes, den der etwas betrunkene Harlan an den kleinen Vincent schreibt. „Du wirst niemals glücklich sein.“ Harlan ist ein Musikmanager mit nur einen einzigen Klienten und dass ist Vincent. Er begleitet Harlan ab frühester Kindheit und sorgt persönlich dafür, dass diesem mit sehr vielen Talenten ausgestatteten Künstler, niemals die Tragödien des Lebens ausgehen. Denn nur ein Künstler der leidet kann wahre Kunst erschaffen. Jedenfalls glaubt Harlan fest daran. Vincent ist in drei Teile geteilt und ist nicht wie man vermuten könnte aus der Sicht Vincents geschrieben, sondern aus der seines Managers Harlan Eiffler. Darin kritisiert der wirklich talentierte Romancier Joey Goebel die Unterhaltungsindustrie und erzählt bewegend die Sehnsüchte und Enttäuschungen von Heranwachsenden. Meiner Meinung nach gibt es, trotz der Unmengen an guter und neuer Unterhaltungsliteratur, nur wenige, die das Geschichtenerzählen so gut beherrschen wie es eben Goebel vermag. In einem Interview hat er verraten, dass er die Idee zu diesem Roman hatte während er ein Liebeslied im Radio hörte. Welcher Song es war weiß er heute nicht mehr oder will es vielleicht nicht verraten. Das Lied brachte ihn auf einen Gedanken: Was wäre wenn hinter allen Liebesballaden ein einziger Künstler steckte? Was müsse passieren damit dieser Künstler für eine lange Zeit auf einem hohen Niveau kreativ bleiben könnte? Goebel kam zu dem Schluss, dass dieser Künstler schlussendlich leiden müsse. Künstlerische Höchstleistungen würden vor allem aus der seelischen Not heraus enstehen. Dadurch ist der Hauptprotagonist der Geschichte ein richtiges Ekelpaket, der den armen Vincent immer weiter quält, um aus ihm noch den letzten Tropfen Kreativität zu pressen. Die Idee das Schicksal für einen anderen Menschen zu spielen und ihn aus dem Verborgenen heraus zu lenken ist dem Schriftsteller gut gelungen. Falls es nun noch jemanden gibt, der die Romane von Joey Goebel noch gar nicht kennt, dem sei nun jedes einzelne empfohlen. Jeder ist einzigartig und großartig verfasst.

Torture the artist

Lisa Tritscher, Thalia-Buchhandlung Wien

Die Idee: Die Organisation "New Renaissance" hat es sich zum Ziel gesetzt, endlich wieder einmal gute Musik, gute TV-Serien und gute Filme auf den Markt zu bringen, da die derzeitige Unterhaltungsindustrie nur Musik/Serien/Filme mit sehr flachem Niveau für die breite Masse herausbringt. Ihr Leitsatz: "Nur ein leidender Künstler kann wahre Kunst vollbringen." Fazit: Ein Wunderkind muss ausgewählt werden, das nach seiner Schulausbildung einen Manager zur Seite gestellt bekommt, welcher für das Seelen-Unwohl des neuen Renaissance-Menschen sorgen soll, damit der leidende Künstler rund um die Uhr hochwertige Kunst produzieren kann. Vorgegaukelte unheilbare Krankheiten, Isolation von der Welt und natürlich Freundinnen, die entweder bestochen oder anderweitig dazu überredet werden den Leidenden zu verlassen, sind die Folge. Und wirklich: Vincent Spinetti schreibt unkonventionelle Lieder, Filmdrehbücher und Serieninhalte, die zuerst zögerlich von Medienkonzernen und Publikum angenommen und schließlich zu wahren Kassenschlagern werden. Dem Künstler bleibt der große Ruhm jedoch immer verwehrt; dafür sorgt "New Renaissance". Doch so gut das Projekt für die Unterhaltungsindustrie bzw. für die Menschheit auch ist, wie lange kann es moralisch fortbestehen? Schon alleine den Inhalt von "Vincent" bzw. die Idee von "New Renaissance" finde ich genial, unmoralisch, (für den Protagonisten) schmerzhaft und so unglaublich gut zu unserer heutigen Medienwelt passend, dass mich das Buch von der ersten Seite an fasziniert hat. Wegen seines aktuellen Themas und seiner pausenlosen, akkuraten Seitenhiebe auf die heutige Medienindustrie verstehe ich nicht ganz, warum auf "Vincents" Buchrücken der Inhalt als "satirisch" beschrieben wird, aber dies nur nebenbei. "Vincent", das im amerikanischen Original passenderweise "Torture the artist" heißt, zeichnet sich durch seine Unmoral, seine Genialität und seine Aktualität aus; sprich: es lässt sich genau mit ebenjenen Worte beschreiben, die ich weiter oben bereits angeführt habe, weshalb es für mich wieder einmal ein fabulöses, angenehm ungewöhnliches Buch war. Bei der Bewertung ziehe ich deshalb Joey Goebel nur einen Stern für seine oft vulgäre Wortwahl ab, durch die er mich nicht für sich einnehmen konnte.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
41 Bewertungen
Übersicht
28
11
2
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 26.03.2020
Bewertet: anderes Format

Eine großartige Parodie unserer Medienlandschaft! Popliteratur vereint mit tollem literarischem Anspruch und Medienkritik. Joey Goebel hat hier etwas Einzigartiges geschaffen, wo das Leiden der Künstler als Inspiration gilt.

Zwischen Satire und Poesie
von einer Kundin/einem Kunden am 29.04.2019

Muss ein Künstler leiden, um großartiges erschaffen zu können? Dieser Frage widmet sich Goebels zynischer Roman. Der Job des Protagonisten ist es, alles, was seinen Klienten Vincent glücklich machen könnte (vorzugsweise die Beziehungen zu verschiedenen Frauen) im Keim zu ersticken, damit aus der 'Großen Traurigkeit' (im Volksmun... Muss ein Künstler leiden, um großartiges erschaffen zu können? Dieser Frage widmet sich Goebels zynischer Roman. Der Job des Protagonisten ist es, alles, was seinen Klienten Vincent glücklich machen könnte (vorzugsweise die Beziehungen zu verschiedenen Frauen) im Keim zu ersticken, damit aus der 'Großen Traurigkeit' (im Volksmund auch Depression genannt), die diesen daraufhin befällt „Großartiges“ entsteht: Erfolgreiche Musikalben, Fernsehserien und Hollywood Blockbuster. „New Renaissance“ nennt sich dieses wahnsinnige Projekt, angeleitet von Foster Lipowitz, dem Boss des absatzträchtigsten Medienkonzerns der Welt. Es passt ihm schlichtweg nicht, wie unfassbar verblödet und stumpf das amerikanische Fernsehen ist, und dass sich R&B nicht mehr von Pop- und Countrymusik unterscheiden lässt. Und das, obwohl sein Unternehmen höchstselbst für den Großteil des Mülls verantwortlich ist, der über den Bildschirm des Durchnittsamerikaners flimmert und durch dessen Stereoanlage dröhnt. Und weil ebendieser niemals in der Lage sein wird, die wirklich guten Künstler zu finden (die ja tatsächlich existieren), muss man die Kunst eben zu ihm bringen, damit sich die Waagschale der Mainstream-Unterhaltung eher zur Kunst als zum Kommerz hin neigt. Also gründet Lipowitz eine Akademie, um quasi Kunst heranzuzüchten, und Vincent ist als Außenseiter und komischer Kauz die perfekte Wahl für den Posten „leidender Künstler“, denn je mehr Schlechtes im widerfährt, umso originellere Sachen bringt er zu Papier... aber um welchen Preis? Joey Goebel balanciert in diesem Roman immer zwischen Tiefgründigkeit und Trivialität, zwischen Komik und Tragik. Die ganze Idee des Romans ist unfassbar unmoralisch und es macht höllisch Spaß, ihn zu lesen. Schon allein der erste Satz zwingt einen förmlich zum Weiterlesen: „Tut mir leid, dass Du es ausgerechnet von mir erfährst, aber du wirst nie glücklich sein.“ Originell und trotz all des schwarzen Humors hat mich das Buch irgendwie gerührt und nachdenklich zurückgelassen. Unbedingt lesen!

von einer Kundin/einem Kunden am 15.01.2019
Bewertet: anderes Format

Das erste Buch von Joey Goebel besticht durch die beeindruckende Geschichte, die er erzählt. Sprachlich kommt man bei den späteren Werken mehr auf seine Kosten.


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