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Auch Mörder tragen Robe

Ein Münchenkrimi

Michael Forster hatte kaum etwas für Kunst übrig, doch eines Tages wurde ihm eine Bildergalerie zum Geschenk gemacht. Die Schenkerin war keine Geringere als Frau Dr. Rottmeier, frühere Fachanwältin für Strafrecht aus München-Schwabing und Tante des Betreffenden. Bei den Bildern handelte es sich um Gemälde Carl Spitzwegs, Vincent van Goghs und Picassos. Zudem existierte auch eine Sammlung bestehend aus Grafiken von Marc Chagall. Der Wertumfang der Gemälde allein betrug schon um die sechs Millionen Euro. Frau Dr. Rottmeier hatte diese Schenkung mit einer Auflage verknüpft. Dem Neffen war es untersagt, auch nur eines der Werke zu veräußern. Geblendet vom Wertumfang spielte dieser mit dem Gedanken, diese Auflage zu umgehen.
Dr. Rottmeier betrieb bislang eine Anwaltskanzlei, gelegen in der Elisabethstraße. Eines Tages ließ sie sich mit ihrem Lebensgefährten Silvio Maron in Pfronten/Allgäu nieder. Dort gedachte die Siebzigjährige, ihren Lebensabend zu verbringen. Die Villa in der Münchner Elisabethstraße blieb zunächst in ihrem Besitz. Das Eingangsportal wurde vorsichtshalber mit der Beschilderung "Verlag von Alois Mittenzwei" versehen.
Dr. Rottmeier war der Meinung, so könnten Einbrecher abgeschreckt werden. Schließlich lagerten im Gebäude besagte Bilder und Grafiken. Das war noch nicht alles. Zudem existierte noch eine umfangreiche Sammlung Meißner Porzellans und eine alte Bibliothek. Die Werke von Chagall jedenfalls betrachtete Rottmeier als Beiwerk. Aus Unkenntnis? Für Bilder und Grafiken hatte sie nicht einmal eine Versicherung abgeschlossen. Grund war, dass sie auch keinem Versicherungsagenten traute.
Forster wusste, dass er sich in akute Gefahr begeben würde, falls er all die Kunstschätze in seinem Elternhaus an der Waldfriedhofstraße zur Schau stellen würde. Was den Verkauf derartiger „Sonderobjekte“ betraf, fehlte es ihm an Erfahrung. Auch für Auktionen traf dies zu und Gott und alle Welt würde Einblick in die neuen Vermögensverhältnisse der Familie erhalten.
Beliebt bei Antiquitätenmardern war schon immer das abendliche Ausspähen von Wohnungen vor allem bei Gründerzeitbauten mit günstigen Fensterabmessungen. Schließlich ist es eine Marotte vieler Villenbesitzer, eigenen Luxus zur Schau zu stellen. Wertvolle Uhren und Bronzen zieren Kaminsimse und prunkvolle Bilderrahmen Wände - selbst Laien können sich einen Reim darauf machen.
Nach ersten Einbruchwellen schotteten sich vermögende Antik-Sammler aus Furcht vor Repressalien ab und investierten in die eigene Sicherheit. Zum Beispiel wurden Hausfassaden mit Kameras bestückt. Der Münchner Kunstsammler, Albin Hoffart, passionierter Jäger, hatte Fassadenkletterern das Fürchten gelehrt. Er befahl nämlich seinen Bediensteten, diese unter Beschuss zu nehmen, falls sie sich am Gesims des Hauses austurnten. Außerdem hatten sie den Auftrag, aller zwei Stunden in die Luft zu feuern. Die Nachbarn protestierten und erstatteten wegen nächtlicher Ruhestörung Anzeige. Dann schritt die Justiz auch wegen des Verstoßes gegen das Waffenrecht ein.
Bald bedienten sich die Kunstmarder anderer Strategien, um an das Hab und Gut ihrer Opfer zu gelangen.
Michael Forster und Ehefrau Sarah führten eine psychotherapeutische Praxis in der Waldfriedhofstraße. Beide waren über vierzig. Derzeit mangelte es an Patienten. Zudem wurde es immer schwieriger, die Kosten für die Erhaltung des eigenen Grundstücks aufzubringen. Also plante Forster, einen Großteil der Gemälde und Grafiken über einen Strohmann zu verkaufen.
Portrait
Thomas Walter Schmidt wurde in Torgau geboren. Nach Lehrzeit und Grundwehrdienst studierte er Bauwesen. Danach war er in verschiedenen Wirtschaftszweigen tätig. In den 1990er Jahren übte er ein Reisegewerbe aus und fuhr durch verschiedene Länder.
Schon in seiner Kindheit gehörten Schriftsteller wie Probst, Twain, Fallada und Defoe zu seinen Lieblingsautoren. Während der Lehrzeit schrieb er Geschichten und Gedichte, unter anderem für die heute nicht mehr erscheinende Zeitschrift "Junge Welt” in Berlin.
Das Schreiben für Kabaretts und Jugendsender betrieb er fortlaufend. Seine besondere Vorliebe galt dabei der Comedy. Ab 2005 veröffentlichte er Satiren und Regionalromane sowie Texte für die Satirezeitschrift „Eulenspiegel” in Berlin.
Sonstige Veröffentlichungen (u.a.) „Im Auftrag des Großen Bruders“ (2011), „Antiquitätenmarder … noch lebe ich!“ (2012), „Das Gold der Sierra Nevada“ (2012), „Vernarrt in eine Diebin“ (2013), „Die Toten am Fort Point“ (2013) sowie „Das Bildnis des Todes“ (2014).
Im Westflügel Verlag erschienen vom Autoren bisher die Kriminalromane "Der Seebestatter von Brooklyn" sowie "Auf nächtlichem Pfad".
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  • Erstes Kapitel: Museum intern - Elisabethstraße 40c
    Zweites Kapitel: Villa des Grauens
    Drittes Kapitel: Selbstjustiz
    Viertes Kapitel: Über Umwege – Suche nach dem Täter
    Fünftes Kapitel: Der Suizid
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 244
Erscheinungsdatum 01.12.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-939408-49-9
Verlag Westflügel Verlag
Maße (L/B/H) 21,8/13,8/1,7 cm
Gewicht 301 g
Buch (Paperback)
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13,40
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Zur Waage der Gerechtigkeit - ein interessantes Krimi-Thema
von einer Kundin/einem Kunden aus Starkenberg am 12.01.2020

Schon das Cover beeindruckt: Der Richterhammer als Symbol juristischer Entscheidungen neben einer dem lasterhaften Leben zuzuordnenden Whiskykaraffe. Es geht um die Waage der Gerechtigkeit, um kriminelle Machenschaften und deren Aufdeckung durch mitunter nicht ganz legale, jedoch erfolgversprechende Methoden. München 2011.... Schon das Cover beeindruckt: Der Richterhammer als Symbol juristischer Entscheidungen neben einer dem lasterhaften Leben zuzuordnenden Whiskykaraffe. Es geht um die Waage der Gerechtigkeit, um kriminelle Machenschaften und deren Aufdeckung durch mitunter nicht ganz legale, jedoch erfolgversprechende Methoden. München 2011. Die Eheleute Forster führten eine psychotherapeutische Praxis, die ihnen ein bescheidenes Leben ermöglichte. Nachvollziehbar, dass die völlig unerwartete millionenschwere Gemälde-Schenkung von seiner Tante neben Aufregung auch Gefahren ins bisher ruhige Leben brachte. Einerseits, vom Autor sachkundig vorgestellt, die Gemälde von Picasso, van Gogh, auch Spitzweg und Marc Chagall nun im eigenen, jedoch nicht zu veräußernden Besitz der Familie Forster, andererseits ihre kaum zu verkraftenden Kosten für die Erhaltung des eigenen bescheidenen Grundstücks. Spannend erzählt, wie die einst von der Tante auf nicht ganz ehrlichem Wege erworbenen Werte nun mit mafiosen Methoden zurückgefordert werden. Lebensgefahr inklusive. Ein vom Dienst suspendierter Hauptkommissar und persönlicher Freund nimmt sich des Falls an. Ungewöhnlich mitunter seine Ermittlertätigkeit, etwa Selbstjustiz? Beeindruckend die sprachliche Vielfalt des Autors, nüchtern und klar im juristischen Bereich, lebendig und bildhaft im persönlichen Gespräch. In den Handlungsschauplätzen München und Pfronten/Allgäu kennt sich Thomas W. Schmidt gut aus, daher beeindruckend nacherlebbar das eingefügte Lokalkolorit. Sehr empfehlenswert, übrigens nicht nur für Krimi-Freunde