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Grenzen.

Zur Territorialität des Staates.

Wissenschaftliche Abhandlungen und Reden zur Philosophie, Politik und Geistesgeschichte Band 94

Die räumlichen Grenzen des Staates – das Thema ist aktuell, wie es immer schon aktuell gewesen ist, seit es den Staat gibt. Die Geschichte lässt sich geradezu als Geschichte seiner räumlichen Grenzen schreiben, Geschichte ihres Ursprungs, der Kämpfe um ihre Bewahrung oder Veränderung, aber auch die Gegengeschichte der Entgrenzung, der Entwürfe zur Überwindung der Grenzen und der Hoffnungen auf eine Weltgesellschaft, die keine Grenzen mehr kennt.

Das Thema hat viele Facetten. Die Studie widmet sich der Grenze in ihrer unterschiedlichen Bedeutung als Grenzlinie und als Grenzregime. Gegenstand sind die positiven Regelungen des nationalen, supranationalen und internationalen Rechts, aber auch die Bedeutung der Grenze als Vorgabe von Staat und Verfassung. Zu den gegenwärtigen Erscheinungen treten historische Grundlagen und utopische Gegenentwürfe. Das Thema weckt die Erinnerung an den mythischen Hüter der Grenze, die römische Gottheit Terminus, aber sie weist auch auf ihren heutigen Hüter, die Weltgemeinschaft der Staaten. Die Grenze zeitigt heikle politische Relevanz in der Flüchtlingskrise 2015. Sie durchzieht über ihre territorialstaatliche Präsenz hinaus die ganze Rechtsordnung und bildet ein Formelement der menschlichen Daseinsverfassung. Jenseits der rechtlichen und realen Phänomene erheben sich die philosophischen Wesens- und Sinnfragen.
Portrait
Josef Isensee studierte Rechtswissenschaften und Philosophie in Freiburg i.Br., Wien und München. Seinen juristischen Vorbereitungsdienst sowie beide juristischen Staatsprüfungen absolvierte er in München. An der Universität Erlangen-Nürnberg erfolgte die Promotion (1967) und die Habilitation für die Fächer Staats- und Verwaltungsrecht sowie Steuerrecht (1970). Im Jahr 1971 wurde er zum ordentlichen Professor an der Universität des Saarlandes, Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, berufen. Von 1975 bis 2002 lehrte er Öffentliches Recht an der Universität Bonn. Nach seiner Emeritierung nahm er Gastprofessuren an den Universitäten Jena, Berlin (FU) und Eichstätt-Ingolstadt wahr. Seit 1986 ist er ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste zu Düsseldorf.
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  • Räumliche Grenzen des Staates. Vorbermerkungen zum Thema

    1. Vom Wesen der Grenze

    Anthropologische Notwendigkeit von Grenzen – Ontologie der Grenze – Mythos der Grenze – Staatsgrenzen als Kunstschöpfungen des Rechts

    2. Völkerrechtliche Daten

    Parzellierung des Planeten – Begrenzte Kapazität des Erdraums – Völkerrechtlich sanktionierte Kontingenz – Formale Strukturen der territorialen Grenze

    3. Bedeutung für Staat und Verfassung

    Die Grenze als Bedingung und Merkmal des modernen Staates – Raumbegründete Individualität des Staates – Hege national-kultureller Eigenart und kultureller Vielfalt – Staatsgrenzen und Staatsverfassung

    4. Das Grenzregime

    Regelungspflicht und Gestaltungsmacht des Territorialstaates – Grundsätze des deutschen Grenzregimes – Bedingte Europäisierung des nationalen Grenzregimes – Sicherung der Grenze

    5. Der territoriale Status des Individuums

    Unterscheidung zwischen Staatsangehörigen und Ausländern – Sonderstatus des Asylsuchenden – Externalisierung des Grenzschutzes

    6. Umwertung, Ablösung und Auflösung von Staatsgrenzen

    Die Europäische Union – Großräume – Universalismus der Ideen

    7. Grenzen als allgemeine Strukturen der Rechtsordnung

    Omnipräsenz rechtlicher Grenzen – Grundrechtliche Raum-Metaphorik – Kompetenzen als Parzellen der Staatsorganisation – Rechtliche Grenzen möglicher Regulierung

    8. Außerrechtliche Grenzen

    Grenzen der möglichen Reichweite des Rechts – Gesellschaftsautonome Grenzen – Gewissenssanktionierte Grenzen

    Signaturen der Endlichkeit

    Sachverzeichnis (erstellt von Stephan Mager)
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 15.11.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-428-15554-5
Verlag Duncker & Humblot
Maße (L/B/H) 21,1/13,6/2 cm
Gewicht 274 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 75495
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