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Gebrauchsanweisung für Norwegen

Ein unvergesslicher Besuch im Land am Golfstrom, wo Bürgersteige beheizt sind, Politiker gern in Tracht erscheinen und es die höchste Lebensqualität der Welt gibt. Die Autorin erklärt, was ein norwegisches »vorspiel« ist, warum in Norwegen so viele Krimis geschrieben werden, die Königsfamilie unentbehrlich ist und das Landeswappen kein Elch, sondern ein Löwe ziert. Sie nimmt uns mit nach Oslo im Süden und zu den Rentier-Samen im Norden, zum Baden ans Meer und zum Skilaufen in die Berge. Und berichtet, wie das Land nach den Ereignissen auf Utøya mit seiner Haltung weltweit ein Exempel statuierte. Das grundsympathische Porträt eines Landes, das fast 2000 Kilometer lang ist und weniger Einwohner hat als Neu-Delhi.
Portrait
Ebba D. Drolshagen, geboren in Büdingen, wuchs bis zu ihrem fünften Lebensjahr in Norwegen auf. Heute lebt sie als Journalistin, Autorin und Übersetzerin in Frankfurt am Main. Neben politischen Sachbüchern veröffentlichte sie bei Piper ihre erfolgreiche »Gebrauchsanweisung für Norwegen« und bei Malik ihre Sammlung skurriler Seeabenteuer »Immer noch kein Land in Sicht«. Außerdem erschienen bei Pendo »Elche unterm Weihnachtsbaum« und »Weihnachtsglanz im Winterwald«.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Klappenbroschur
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 01.03.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-27695-5
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 19,4/12,3/2,8 cm
Gewicht 272 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 21033
Buch (Klappenbroschur)
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15,50
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Eine etwas fremdelnde Gebrauchsanweisung
von Dr. M. am 05.04.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

(Die Rezension bezieht sich auf die Ausgabe von 2012.) Viele zeitgenössische deutsche Intellektuelle haben ernsthafte Schwierigkeiten, ihr Land zu lieben. Von Norwegern kennt man solch ein merkwürdiges Verhältnis zu Norwegen eigentlich nicht, außer vielleicht, wenn sie - wie die Autorin - auch ein deutsches Elternteil haben.... (Die Rezension bezieht sich auf die Ausgabe von 2012.) Viele zeitgenössische deutsche Intellektuelle haben ernsthafte Schwierigkeiten, ihr Land zu lieben. Von Norwegern kennt man solch ein merkwürdiges Verhältnis zu Norwegen eigentlich nicht, außer vielleicht, wenn sie - wie die Autorin - auch ein deutsches Elternteil haben. Es ist schon seltsam: Hätte ich diesen Reiseführer vor meinen ersten Norwegen-Urlauben gelesen, wäre ich vielleicht auf die Idee gekommen, doch lieber in eine andere Gegend zu fahren. Ein Reiseführer, und gerade einer aus dieser ansonsten immer lesenswerten Reihe, sollte doch solche Wirkungen eher nicht beabsichtigen wollen. Oder doch? Die Autorin, die einen Teil ihrer Kindheit in Norwegen verbrachte, fremdelt ganz offensichtlich etwas mit diesem Land oder vielmehr mit seinen ursprünglichen ethnischen Einwohnern. Sie versteckt das zwar gekonnt hinter Ironie, kann es aber letztlich doch nicht ganz verbergen. Insbesondere kommt sie in Verständnisschwierigkeiten, wenn es um den Stolz der Norweger und gewisse Übertreibungen im norwegischen Nationalgefühl geht. Warum wohl fährt man aus Deutschland nach Norwegen in den Sommerurlaub? Entweder man möchte das norwegische Angelparadies erleben und gehörig tiefgefrorenen Fisch mit nach Hause nehmen oder aber man will die wunderbare norwegische Natur genießen und dabei möglichst nicht von Massenurlaubern gestört werden. Während man beim Fischexport wohl eher weniger mit den Sympathien der Norweger rechnen kann, kommt man der norwegischen Seele beim Wandern oder besser beim In-der-Natur-sein sehr nahe. Das jedenfalls habe ich aus diesem Buch gelernt. Für die norwegische Innenpolitik interessiert sich ein Norwegenurlauber in der Regel wohl nicht. Doch gerade dort liegt ein Schwerpunkt dieses Buches. Kauft man sich deswegen eine "Gebrauchsanweisung für Norwegen"? Als geistig reger Urlauber erwartet man Einblicke in die Seele des Landes, in Gewohnheiten oder Gebräuche, vielleicht erklärt aus der Perspektive der Norweger. Und schließlich sucht man nach dem, was im norwegischen Alltagsleben anders ist als in Deutschland. Man möchte wissen, was einen erwartet und vielleicht in das Leben der Norweger eintauchen, es aus ihrer Sicht kennenlernen. Das leistet dieses Buch nur zum Teil und dann aus einer etwas distanzierten Perspektive. Andererseits kann man doch viel über Norwegen aus dem Text lernen, allerdings mehr aus politischer und soziologischer Sicht, jedoch weniger als Vorbereitung auf eine Urlaubsreise. Die überarbeitete Version dieses Buches beginnt nach ein paar Impressionen vom Osloer Flugplatz mit den Geschehnissen am 22. Juli 2011, streift das norwegische Parteinspektrum mit eindeutigen Sympathien und kommt dann nach einigen Betrachtungen zu Trachten zur Rolle der Frau in der norwegischen Gesellschaft und entsprechenden Quotenregelungen. Erstaunt liest man da, dass Norwegen zu einer Gesellschaft geworden sei, die "mitunter geradezu geschlechtslos anmutet". Dann folgt lustigerweise ein Kapitel mit der Überschrift "Das Emirat am Golfstrom". Emirat scheint für die Autorin ein Synonym für Ölreichtum zu sein und weniger eins für die Unterdrückung von Frauen. Das norwegische Erdöl hat das Land reich gemacht. Und es bildet einen Katalysator für eine Entwicklung gegen die sich die norwegische Tradition zwar kräftig stemmt, die sie aber nicht verhindern werden wird. In einem armen Land mit ungünstigen klimatischen Verhältnissen, wenig industriellem Potential und einer geringen Bevölkerungsdichte kommt es selten zu einer differenzierten Bevölkerungsstruktur. Daraus resultiert offenbar die traditionelle Vorstellung von der Gleichheit aller Norweger vom König bis zum einfachen Bauern, die inzwischen mit der Realität nicht mehr viel zu tun hat, aber dennoch trotzig gepflegt wird. Die Frauenquote, so lernt man aus diesem Buch, ist übrigens nur ein Aspekt staatlicher Umerziehungspolitik. Urlauber merken das an saftigen Preisen für Alkohol und den ruinierenden Strafen bei Verkehrdelikten. Norwegischen Männern droht Knast, wenn sie auch nur irgendwo auf der Welt die Dienste kommerzieller Liebesdienerinnen in Anspruch nehmen. Und jeder Norweger kriegt eine Identitätsnummer zugeordnet. Ostdeutsche kennen das aus ihrer Vergangenheit. In Norwegen spielt diese Nummer jedoch eine viel bedeutendere Rolle, denn sie taucht überall auf. Auf diese Weise können Verhaltensweisen und Gewohnheiten leicht zugeordnet werden. Das ist nur ein Beispiel für Erkenntnisse, die man aus diesem Buch gewinnen kann, aber vielleicht gar nicht wissen wollte. Immerhin aber findet man auch einige praktische Hinweise, etwa zur fast ungenießbaren norwegischen Küche. Und schließlich begegnen dem Leser auch Ausführungen zu den Norwegern selber, bei denen man dann wieder sicher ist, dass Norwegen ein herrliches und sympathisches Land mit bescheidenen, höflichen und netten Menschen ist, in das man immer wieder gerne fährt. So eben, wie man es eigentlich in Erinnerung hatte. Wenn man etwas über Norwegen lernen möchte, ganz unabhängig von einem Besuch dort, bietet dieses Buch zahlreiche Informationen, die zwar nicht immer neutral dargeboten werden, dafür aber einen gewissen ironischen Touch besitzen und - wie so oft in dieser Reihe - von jemandem vermittelt werden, der die politischen und kulturellen Gepflogenheiten des Landes von innen kennt, aber in Deutschland lebt. Für eine Reisevorbereitung würde ich dieses Buch nur bedingt empfehlen, es sei denn, man hat vor, etwas länger in Norwegen zu leben.