Weihnachten, Liebe und andere Katastrophen

Nina Lealie

(1)
Aus dem 1. Türchen - Kotzbrocken & Tiger.

Der erste Dezember.
Advent und so.
Weihnachten.
Ich grummelte und verzog das Gesicht. Es gab keine Zeit im Jahr, die ich so sehr hasste wie die Weihnachtszeit.
Diese geheuchelte Freundlichkeit, die Geschenke, die eh keiner haben wollte, und diese falsche Harmonie.
Wenn ich nur daran dachte, wurde mir schlecht. Durch unser Küchenfenster beäugte ich missbilligend die Lichterkette, die unsere Nachbarn ungleichmäßig auf ihrer schiefen Tannenhecke drapiert hatten, während ich zwei Eier in eine Pfanne schlug und dann den Küchenschrank öffnete, um Ausschau nach meinen Cornflakes zu halten. Verdammt, wo waren die bloß?
Auf einmal tauchte das Gesicht meiner Mutter vor dem Küchenfenster auf.
"Pauli, kannst du mir hier draußen schnell helfen, bitte?", klang es gedämpft durch die Scheibe, und sie fuchtelte mit den Händen wild vor ihrem Gesicht herum, um ihre Frage noch pantomimisch zu untermalen.
"Mama, hör auf, mich immer so zu nennen!", stöhnte ich genervt, obwohl sie mich nicht hören konnte, und machte mich auf den Weg zu ihr nach draußen. Im Vorbeigehen warf ich mir meinen Anorak über, schlüpfte in meine Ugg-Boots und wagte mich, mit der Kapuze bis zur Nasenspitze hinuntergezogen, hinaus in den Schneesturm. Bereits nach zwei Schritten hatten sich unzählige Schneeflocken in meinen langen, roten Haaren gesammelt, die ich wohl besser unter der Jacke versteckt hätte. Es war so bitterkalt!
Das war wirklich ein krasser Winter, dieses Jahr. Schnee ohne Ende, egal wo man hinsah. Alles war weiß. Mit einem Blick auf den Parkplatz neben unserer Garage wusste ich, was mir wie jeden Morgen blühen würde. Mein kleines süßes Auto war komplett eingeschneit. Ich freute mich schon drauf, wenn ich es später erst einmal freikratzen durfte, um zur Schule zu fahren. Jippieh. Ich war so froh, dass ich alt genug für ein Auto war, halleluja. Kein Busfahren mehr, keine vorpubertierenden Unterstufler, die einem gewaltig auf die Nerven gingen. Mir reichte ja schon mein kleiner Bruder Nick, der mich oft genug auf die Palme brachte. Mit elf Jahren war er darin wirklich ein richtiger Profi. Wie sollte das nur werden, wenn er 15 oder 16 war? Daran wollte ich gar nicht denken.
Ich lief vorsichtig - nicht, dass ich mich noch auf die Nase legte! - von der Haustür über den halbwegs freigeschaufelten Weg zu meiner Mutter hinter die Garage, wo sie Brennholz in einen großen, selbst geflochtenen Bastkorb stapelte und dabei angestrengt schnaufte, als wäre sie gerade einen Marathon gelaufen. Sie sah nicht einmal auf, als ich neben ihr auftauchte, um ihr zu helfen. Kein Danke, nicht einmal eine klitzekleine Reaktion bekam ich. Man sollte meinen, inzwischen hätte ich mich daran gewöhnt, doch irgendwie war ich trotzdem jedes Mal wieder enttäuscht, wenn sie mich so ignorierte.
Für einen Moment musterte ich meine Mutter von der Seite. Außer der Stupsnase und den Sommersprossen hatten wir optisch nicht viel Ähnlichkeit. Ihre dunkelbraunen Haare waren streichholzkurz geschnitten, während meine naturroten Haare bis hinunter zu meinem Bauchnabel reichten.
Endlich sahen ihre hellbraunen Augen zu mir auf und trafen auf den Blick aus meinen grünbraunen. Es war, als würde sie etwas sagen wollen, doch nach einem kurzen Moment wandte sie sich wieder dem Korb zu. Das Holz kratzte an meinen Händen, während ich es schweigend übereinanderstapelte. Es war so kalt!
Als der Korb endlich bis zum Rand gefüllt war, trugen wir ihn zurück zum Haus.
"Hast du schon gefrühstückt?", fragte meine Mutter mich durch die riesigen Schneeflocken hindurch und ich schüttelte zur Antwort mit dem Kopf.
Lautstark klopfte ich meine Boots auf der Matte ab, stieß mit dem Ellbogen die Haustür auf, die ich extra nur angelehnt hatte, und betrat unser wunderbar warmes Haus mit ihr im Schlepptau.
"Nein, aber ich glaube, Nick hat schon wieder meine ganzen Cornfl -"
Der Rest der Beschwerde über meine weggegessenen S
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Beschreibung

Da ... da ... da steht einer!! Hallo, Mama?! Da steht einfach ein fremder Kerl in unserem Flur!? Wie kann das sein?
Das wollte ich meine Mutter fragen, aber ich bekam keinen Ton heraus.
„Oh, hallo! Du musst Dario sein!“, begrüßte meine Mutter den Eindringling, den auch sie jetzt endlich entdeckt hatte, und lächelte ihn freundlich an.

Das ist der Moment, als Paulina Dario, ihrem neuen Nachbarn, am 1. Dezember das erste Mal gegenübersteht.
Gegensätzlicher könnten die beiden gar nicht sein. Schüchtern trifft auf freche Schnauze, Mauerblümchen trifft auf Macho.
Paulina findet Dario einfach nur ätzend. Aber genau dann, wenn man es nicht möchte, geht einem zwischen Lichterketten und Plätzchenkrümeln jemand unter die Haut und partout nicht mehr aus dem Kopf ...

Nina Lealie, Jahrgang ’95, entdeckte ihre Liebe zu Büchern noch bevor sie in die Schule kam. Schon ihr Leben lang sind sie ihre Begleiter, früher nur um ihre Nase darin stundenlang zu vergraben, doch heute auch, indem sie ihre eigene Fantasie aufs Papier bringt. Ihre Geschichten veröffentlicht sie bereits erfolgreich im Internet.
Ihre über zwanzigtausend Follower lesen mit Begeisterung ihre Online-Romane, die nicht nur witzig, sondern auch wahnsinnig romantisch sind. Damit ihre Leserinnen und Leser auch in der Weihnachtszeit etwas zum Träumen haben, schrieb sie „Weihnachten, Liebe und andere Katastrophen“.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 416
Altersempfehlung 13 - 16 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 18.10.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-946793-18-2
Reihe 24 Kisses Adventskalender
Verlag HolmVerlag
Maße (L/B/H) 21,6/15,4/3,5 cm
Gewicht 463 g
Abbildungen mit Abbildung
Auflage 1

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Wunderschöne romantische Weihnachtsgeschichte!
von Lales Bücherwelt am 20.11.2018

Inhalt: Paulina hasst Weihnachten. Und die ganze Vorweihnachtszeit sowieso. Umso weniger begeistert ist sie als sie ausgerechnet am 1. Dezember ihren neuen Nachbar Dario kennen lernt. Natürlich besucht er auch noch ihre Schule - Paulina ist genervt! Denn verschiedener können die beiden nicht sein: sie, ein totales Mauerblümchen... Inhalt: Paulina hasst Weihnachten. Und die ganze Vorweihnachtszeit sowieso. Umso weniger begeistert ist sie als sie ausgerechnet am 1. Dezember ihren neuen Nachbar Dario kennen lernt. Natürlich besucht er auch noch ihre Schule - Paulina ist genervt! Denn verschiedener können die beiden nicht sein: sie, ein totales Mauerblümchen und er, Macho und einfach nur nervig! Doch während der Adventszeit kann Paulina nicht umhin zu bemerken, dass sie immer wieder an ihn denken muss... Meine Meinung: Paulina ist zunächst überhaupt nicht begeistert von ihrem neuen Nachbar Dario. Doch sie muss sie wohl oder übel mit ihm abfinden, schließlich besuchen sie die gleiche Schule und dann soll sie ihm auch noch Mathe-Nachhilfe geben! Von der Art her ist er eigentlich gar nicht ihr Fall - Macho, ätzend, aber sehr gut aussehend, wie Paulina zugeben muss. Doch je näher Weihnachten rückt, desto näher scheinen sich auch die beiden zu kommen, bis Paulina nicht mehr leugnen kann, dass sie für ihn nichts empfindet... „Weihnachten, Liebe und andere Katastrophen“ ist, wie die anderen beiden Büchern auch, eine eigenständige Geschichte, die mit diesen zu der Reihe „24 Kisses Adventskalender“ des holmVerlags gehört. Wie schon die anderen beiden Bücher, ist das Buch durch seine wunderschön weihnachtliche und liebevolle Gestaltung geprägt, die sich nicht nur auf das Äußere, sondern auch auf die einzelnen Seiten bezieht. Von der Farbgestaltung und -harmonie gefällt mir dieses Buch am besten, aber die sind nicht weniger schön. Auch dieses ist als Buch-Adventskalender gestaltet, das in 24 Kapitel - die die Türchen darstellen - unterteilt ist. Diese sind vom Umfang her recht ähnlich. Da dieses Buch auch die meisten Seiten hat, sind die Kapitel auch recht lang. Was den Inhalt der Geschichte angeht, so eignet sie sich gut für Romantiker und die Vorweihnachtszeit, auch wenn Weihnachten nicht die zentrale Rolle spielt. Vielmehr geht es um die beiden Protagonisten Paulina und Dario, die immer wieder aufeinander treffen. Auch wenn sie ihn zu Beginn als ätzend und nervig empfindet, muss sie sich im Laufe der Handlung eingestehen, dass Dario für sie nicht nur ein Nachbar ist wie sie es sich vormacht. Dario ist dabei keineswegs ein "einfacher" Mensch, mal ist er überfürsorglich und aufmerksam, dann gibt es aber auch wieder Situationen, in denen Paulina sich von ihm umhergeschubst fühlt. Dieser Konflikt und das Gefühlschaos wurde sehr authentisch und ausladend dargestellt, trotzdem werden auch andere Aspekte thematisiert, sodass die Handlung nicht zu einseitig wird. Der Schreibstil ist sehr gut an die Altersgruppe angepasst. Mit einer leichten Spur Dramatik und Ironie, ohne an Authentizität zu verlieren, wird der Erzählweise eine ganz besondere Note verliehen. Die Gedanken und Gefühle von Paulina wurden für mich als Leser überzeugend dargestellt, besonders gefallen hat mir die Darstellung ihres inneren Konflikts. Fazit: Insgesamt hat mich dieses Buch der "24 Kisses Adventskalender"-Reihe am meisten überzeugen können, besonders ansprechend fand ich die Verknüpfung von Schreibstil und Inhalt. Diese Geschichte ist Romantikern nur zu empfehlen, geeignet ab einem Alter von ca. 13 Jahren.


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