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Grundkurs Philosophie / Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie

Band 4: Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie

Reclams Universal-Bibliothek Band 18471

Wolfgang Detel

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Beschreibung

Für alle, die sich gründlich in die Philosophie einarbeiten wollen: Die Reihe präsentiert Begriffe und Positionen aller wichtigen philosophischen Disziplinen in knapper, möglichst verständlicher Form. Die Teilbereiche werden systematisch eingeführt, bauen aufeinander auf und werden durch zahlreiche Beispiele erläutert. Am Ende jedes Bandes werden Übungsaufgaben gestellt.
Band 4: Wahrnehmungstheorie - Theorie des Wissens - Allgemeine Wissenschaftstheorie.
Welche Funktionen weisen psychologische und philosophische Wahrnehmungstheorien der Wahrnehmung zu? Welche Rolle spielt sie im Empirismus? In welchem Verhältnis stehen Wahrheit, Rechtfertigung und Wissen zueinander? Ist Wissen kontextabhängig? Gibt es wissenschaftlichen Fortschritt?

Wolfgang Detel gelingt es, philosophische Kontroversen und Positionen auf enorm engem Raum so auf den Punkt zu bringen, dass aus Überblick Orientierung erwächst. Zu dieser Leistung kann man dem Autor nur gratulieren. der blaue reiter - Journal für Philosophie

Philosophie lernen? Der "Grundkurs Philosophie" von Wolfgang Detel hilft dabei. Alle an der Philosophie Interessierten können sich mit der neuen Reihe einen fundierten Überblick verschaffen, und das in einem überschaubaren Zeitraum. Der Grundkurs kann so besonders Studenten zur Seite stehen, die sich immer schneller in hochkomplexen Zusammenhängen zurechtfinden müssen. Wir sprachen mit Professor Wolfgang Detel über sein Projekt.

' Wie bauen die Bände des "Grundkurs Philosophie" aufeinander auf?'

In zweifacher Hinsicht. Zum einen entwickeln sie ohne Voraussetzung ein umfangreiches Netz von Begriffen und Positionen, und dabei beziehen sich spätere auf frühere Bände. Ein formaler Ausdruck dieses engen Zusammenhanges sind die fortlaufende Nummerierung der eingeführten Begriffe und Positionen und vielfältige Rückverweise durch alle fünf Bände hindurch. Zum andern beschreiben die Bände im Anschluss an eine Einführung in die Logik (Bd.1) aus philosophischer Sicht nacheinander die Bereiche der Natur (Bd.2), des Geistes, der Sprache (Bd.3), des Wissens, der Wissenschaft (Bd.4), der sozialen Beziehungen (Bd.5) und deren Verknüpfung. Auf diese Weise versucht der Grundkurs, den allgemeinen Aufbau der Welt, in der wir leben, aus philosophischer Perspektive nachzuzeichnen. Denn zumindest grob gesprochen beruht das Soziale auf dem Geistigen und das Geistige auf der Natur. Die beiden geplanten Bände zur Ethik und politischen Philosophie werden an diese Grundlagen anknüpfen.

'In Ihrer Einleitung schreiben Sie, ein solcher Grundkurs beruhe auf den Entwicklungen in der Philosophie der letzten 30 Jahre. Inwiefern?'

Bis vor ca. 30 Jahren galten Logik und Wissenschaftstheorie als die Königsdiszplinen der theoretischen Philosophie, und Metaphysik wurde entweder als Sammelsurium von Scheinproblemen angesehen oder nach Kants Zerstörung der Metaphysik als überholt betrachtet. Inzwischen sind die Philosophie des Geistes und die Bedeutungstheorie (Semantik) in das Zentrum der theoretischen Philosophie gerückt. Die Metaphysik gilt als rehabilitiert. Außerdem sind neue Disziplinen wie Handlungstheorie, Entscheidungstheorie und Sozialontologie hinzugekommen. Alle diese Diszipinen haben sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend miteinander vernetzt. Und schließlich zeichnet sich auch eine neue Auffassung zum Status der Philosophie ab. Systematische theoretische Philosophie wurde bis vor etwa 30 Jahren weitgehend als analytische Philosophie betrieben. Sie galt als angewandte Logik - als eine Disziplin, die nicht die Welt zu beschreiben versucht, sondern kritisch analysiert, wie andere Disziplinen über die Welt reden. In letzter Zeit hat sich dagegen zunehmend die Auffassung verbreitet, dass auch die Philosophie mit dem Anspruch auf eigenständiges Weltwissen aufzutreten vermag, beispielsweise gegenüber der Psychologie, der Biologie oder der Informationstheorie. Die ersten fünf Bände des Grundkurses versuchen dieses erweiterte Spektrum, seine innere Vernetzung und seinen neuen wissenschaftlichen Status abzubilden.

'Kann man Philosophie "schulmäßig" lernen?'

Die meisten Positionen und Theorien der modernen theoretischen Philosophie werden kontrovers debattiert. Dabei wird auf eine große Zahl von grundlegenderen philosophischen Begriffen, Positionen und Theorien zurückgegriffen, die man kennen muss, um diese Debatten verstehen und würdigen zu können. Diese Grundlagen können nicht nur gelehrt und gelernt werden, sie müssen heute sogar gelehrt und gelernt werden. Wer beispielsweise nicht weiß, was logische Schlüsse, starre Referenz, Intentionalität, phänomenales Bewusstsein, Supervenienz, Gettier-Probleme, Gefangenendilemma oder kollektive Handlungen sind, hat keine guten Chancen, die wichtigsten laufenden Diskussionen in der theoretischen Philosophie angemessen zu verstehen. Dieses Grundlagenwissen ist gegenwärtig schon recht umfangreich und soll im Grundkurs so kurz und verständlich wie möglich dargeboten werden. Ich habe etwa 75% des Stoffes aller fünf Bände viele Male in einem einsemestrigen kompakten Modul präsentiert. Der Grundkurs soll den LeserInnen die Möglichkeit bieten, sich über Details rasch zu orientieren, aber vor allem sich den Stoff mit Hilfe von Beispielen und Übungsaufgaben anzueignen.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 169
Erscheinungsdatum 01.01.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-018471-4
Verlag Reclam, Philipp
Maße (L/B/H) 15/9,7/1 cm
Gewicht 83 g
Auflage 3. vollständig durchgesehene und erweiterte Auflage 2014

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Lakonisches System
von Zitronenblau am 15.08.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wer sich ernsthaft mit der Philosophie des Sozialen auseinandersetzen will, muss den vorliegenden Band als unzureichend zurückweisen. Detel argumentiert nur innerhalb seines "Grundkurs-Systems" und daher lassen die Verweisungen überhaupt keinen Spielraum für andere potenzielle Ansätze. Der Philosoph steht in einer typisch analyt... Wer sich ernsthaft mit der Philosophie des Sozialen auseinandersetzen will, muss den vorliegenden Band als unzureichend zurückweisen. Detel argumentiert nur innerhalb seines "Grundkurs-Systems" und daher lassen die Verweisungen überhaupt keinen Spielraum für andere potenzielle Ansätze. Der Philosoph steht in einer typisch analytischen Tradition. Phänomenologie, Sprechakttheorie, Pragmatismus etc. - Fehlanzeige! Überhaupt findet in seinem ganzen System die Ethik nicht einmal einen Platz unter den Bänden... Löblich herauszustellen ist der global-analytische Ansatz, so differenziert er die Theorien in einen sozialwissenschaftlichen Naturalismus (z.B. Soziobiologie), in funktionale Soziologie und in verstehende Soziologie. Prinzipiell bedeutet soziales Verhalten dann Handeln (Handlungen), wenn dieses mit proportional gehaltvollen Intentionen begleitet wird. Das steht in den meisten Gesellschaftstheorien die Handlungs- und Entscheidungstheorie (Spieltheorie) im Vordergrund der Überlegungen. In den verstehenden Soziologien sind daher Handlungserklärungsmodelle unerlässlich (Rationalisierung von Handlungen der sozialen Aktoren), z.B. das Weber-Modell, das verstehen und kausal erklären will. Im Abschnitt Sozialontologie werden folgerecht soziale Entitäten benannt wie Regel, Norm, Macht, kollektive Handlungen und soziale Gruppen, Institutionen etc. Habermasanhänger missen hier die Kommunikation (respektive Sprechakte). Ein Laie, der ernsthafte Studien führt zum Bereich des Sozialen innerhalb der Philosophie wird hier nur spärlich und vor allem nur eben innerhalb des Detelsystems informativ versorgt. Er weiß dann aber immer noch gar nichts über soziale Konstituierung oder Institutionalisierung. Explikationen bleiben nur im schematisch-abstrakten Begriffsgerüst verortet. Am Ende werden dann auch noch die Psychoanalyse und die Kritische Theorie (Kollektivum) exkursiv neben der Wissenschaftstheorie rehabilitiert. Natürlich viel zu knapp und ehrlich gesagt, unüberzeugend. Jemand, der mit Philosophie beginnt, hat an diesem Grundkurs nur bedingte Lernmöglichkeiten, leider bleibt im Detelsystem einiges auf der Strecke. Der Titel "Grundkurs Philosophie" ist nicht zutreffend.


  • Artikelbild-0
  • Einleitung

    11. Wahrnehmungstheorien
    Die Idee der Wahrnehmung
    Traditionelle realistische Wahrnehmungstheorie
    Sinnesdaten-Theorie
    Naiver Realismus in der Wahrnehmungstheorie
    Repräsentationale Wahrnehmungstheorie
    Eine psychologische Wahrnehmungstheorie
    Das McDowell-Problem

    12. Epistemologie
    Die Idee des Wissens
    Traditionelle Epistemologie
    Varianten der klassischen fundamentalistischen Epistemologie
    Gettier-Probleme
    Externalistische Epistemologie
    Epistemologische Prinzipien und der Skeptizismus
    Epistemologischer Kontextualismus
    Der Schema-Inhalt-Dualismus und die kognitive Rolle des Geistes

    13. Allgemeine Wissenschaftstheorie
    Die Idee der Wissenschaft . . . . . . . . . . . . 90
    Abgrenzbarkeit wissenschaftlicher Theorien
    Bestätigung und Widerlegung wissenschaftlicher Theorien
    Akzeptanz und Verwerfung wissenschaftlicher Theorien
    Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte
    Wissenschaft und ihre sozialen Bedingungen

    Übungen
    Übungen zu Kapitel 11
    Übungen zu Kapitel 12
    Übungen zu Kapitel 13

    Literaturhinweise
    Register