Genozid

Völkermord in der Geschichte

Norman Naimark

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Beschreibung

Genozid oder Völkermord ist das schlimmste aller Verbrechen im Völkerstrafrecht, im Englischen deshalb auch als 'crime of crimes' bezeichnet. Gemeint ist der Versuch, nationale, ethnische, religiöse oder eben auch politische und soziale Gruppen ganz oder teilweise auszulöschen.
Ausgehend von der UN-Definition des Völkermords von 1948 untersucht Norman M. Naimark die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Genozids von den Anfängen bis heute. Er zeigt, wie sich der Genozid in verschiedenen Zeiten unterschied, macht aber ebenso dessen Kontinuität in seiner mörderischen Dynamik über Epochen und Kontinente hinweg deutlich. Eindrücklich stellt er sowohl den Holocaust oder den Völkermord an den Armeniern, die Massaker in Ruanda oder Srebrenica in den jeweiligen historischen Zusammenhang. Er bezieht aber auch den Völkermord von Siedlern und Kolonialisten mit ein und zeigt, wie die Auslöschung der indigenen Bevölkerung in Afrika oder Amerika jüngste historische Entwicklungen beeinflusst.

Norman M. Naimark, Professor an der Stanford University, ist ein hoch anerkannter Spezialist für Osteuropäische und Russische Geschichte sowie für europäische Geschichte im 20. Jahrhundert und für die Geschichte von Völkermord und ethnischer Säuberungen. Dem auch in Deutschland gefeierten Historiker wurde für seine herausragende Forschungsleistung das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Nein i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 208 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 09.05.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783806237207
Verlag Wbg Theiss
Originaltitel Genocide
Dateigröße 2884 KB
Übersetzer Claudia Kotte

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Die Ursachen des Genozids
von S.A.W aus Salzburg am 06.04.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Schon im Alten Testament fordert ein strafender Gott die Tötung der Völker im Gelobten Land, da sie zum falschen Gott beteten. Dies lieferte die ideologische Blaupause für alle Genozide der letzten 3000 Jahre. Die Griechen töteten die Trojaner im Trojanischen Krieg und die Insel- und Stadtbewohner der Feindpartei im Peloponnesis... Schon im Alten Testament fordert ein strafender Gott die Tötung der Völker im Gelobten Land, da sie zum falschen Gott beteten. Dies lieferte die ideologische Blaupause für alle Genozide der letzten 3000 Jahre. Die Griechen töteten die Trojaner im Trojanischen Krieg und die Insel- und Stadtbewohner der Feindpartei im Peloponnesischen Krieg, die Römer versklavten die Karthager und alle besiegten Völker. Das größte Imperium der Geschichte, das Reich der Mongolen, wurde auf dem Genozid der Unterworfenen aufgebaut, um Angst und Schrecken zu verbreiten, damit sich die Angegriffenen von selbst ergaben. Die Bevölkerung Chinas und Persiens wurde halbiert. Ähnlich gingen die christlichen Kreuzfahrer in Palästina, Südfrankreich und den deutschen Ostgebieten vor. Die Spanier ermordeten vor 500 Jahren 90% der damals 80 Millionen Indianer, indem sie sie zu härtester Arbeit ohne Wasser und Nahrung zwangen, bis sie entkräftet an Typhus und Pocken starben. In den USA, in Australien und in Afrika rotteten die kolonialen Siedler die Ureinwohner aus, um ihnen ihr Land wegzunehmen. Die Genozide der kommunistischen Diktatoren stehen denen der Nationalsozialisten an Grausamkeit und Opferzahl in nichts nach. Naimark zeigt die Techniken der Massenmorde in allen Details auf und zerstört die beschönigenden Narrative. Feinde und Indigene zu Untermenschen zu erklären, die primitiv und gottlos seien, liefert in allen Fällen die Begründung für Gier, Landraub und Massenmassaker. Bleibt die Frage, warum der Mensch zu solcher Grausamkeit fähig ist. Hier liefert die Biologie eine Antwort: Alle Raubtiere töten Rivalen und die Kinder von Rivalen, da die Beutebasis in den jeweiligen Revieren begrenzt ist. Da der Mensch das effizienteste Raubtier aller Zeiten ist, nimmt auch der Kampf um Nahrungs- und Landreviere derart extreme Formen an. Siehe: Opelt, R: Die Kinder des Tantalus


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