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Soldier Studies

Cross-Dressing in der Wehrmacht

Martin Dammann, Harald Welzer

(4)
Buch (gebundene Ausgabe)
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Beschreibung

Der Künstler und Sammler Martin Dammann beschäftigt sich mit Kriegsfotografie und der Wirkmacht von Bildern und Geschichtsschreibung. Während seiner Bildrecherche ist er auf zahlreiche Amateurfotos von Wehrmachtssoldaten gestoßen, die sich als Frauen verkleideten – Szenen, die der nationalsozialistischen Ideologie zuwider liefen. Diese Funde werden nun erstmals in einem Band zur Diskussion gestellt. Dammanns kritisches Buch zeigt Bilder, die überraschende Einblicke in die Sehnsüchte und den Alltag deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg geben: von spielerischen Klamaukszenen jugendlicher Rekruten über improvisierte Verkleidungen an der Front in engstem Kreis bis hin zu langwierig vorbereiteten Aufführungen in den Kriegsgefangenenlagern der Alliierten. Textbeiträge von Martin Dammann sowie dem Soziologen und renommierten Sachbuchautor Harald Welzer ordnen die Bilder vielschichtig ein.

Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Martin Dammann
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 30.10.2018
Sprache Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-7757-4483-6
Reihe Fotografie
Verlag Hatje Cantz Verlag
Maße (L/B/H) 25,8/18,7/1,7 cm
Gewicht 634 g
Abbildungen mit 120 Fotos
Auflage 1

Kundenbewertungen

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verblüffende Einblicke in ein eher unbekanntes Kapitel der Deutschen Wehrmacht
von einer Kundin/einem Kunden am 31.03.2020

Soldaten der Wehrmacht in Frauenkleidern - undenkbar? Mitnichten. Martin Dammann zeigt in diesem Bildband anhand von über 100 Fotografien ein ganz anderes Gesicht der Soldaten im zweiten Weltkrieg. Die Gründe für das Cross-Dressing sind vielfältig und situationsabhängig. Organisierte Theatervorführungen in Kriegsgefangenenlagern... Soldaten der Wehrmacht in Frauenkleidern - undenkbar? Mitnichten. Martin Dammann zeigt in diesem Bildband anhand von über 100 Fotografien ein ganz anderes Gesicht der Soldaten im zweiten Weltkrieg. Die Gründe für das Cross-Dressing sind vielfältig und situationsabhängig. Organisierte Theatervorführungen in Kriegsgefangenenlagern zum Beispiel, aber auch einfach die Sehnsucht nach weiblicher Gesellschaft bzw. als Flucht aus der Langeweile während des Sitzkrieges an der deutsch-französischen Grenze 1940. Obwohl Homosexualität im 3. Reich mit KZ bestraft werden konnte, wird hier z.T. eine Transgender- bis hin zur homosexuellen Kultur ausgelebt und sogar fotografisch festgehalten. Und nicht nur das: Martin Dammann berichtet, dass er diese Amateuraufnahmen ganz offen neben anderen Bildern in Familienalben fand. Er gliedert den Bildband in 4 Kategorien: 1. Die Rekrutenzeit, in der die Fotos überwiegend eher Schnappschüssen von ausgelassenen Feiern gleichen 2. Organisierte und einstudierte Aufführungen fernab der Front, z.B. in Casinos oder Lazaretten 3. Fotos von der Front, "bei denen (...) oft mit einfachsten Mitteln die abwesenden Partnerinnen sozusagen hergestellt werden" 4. Aufführungen aus Kriegsgefangenenlagern der Alliierten, die oftmals vor großem Publikum veranstaltet wurden und dementsprechend professionell arrangiert waren (Kostüme, Frisuren, Bühnenbild, etc.) Beim Durchblättern wird klar: Cross-Dressing war ein offenbar verbreitetes Phänomen in der Wehrmacht, soll heißen, dass nicht nur die an der Front ihren Dienst taten, die "hart wie Kruppstahl" waren. Das soll keineswegs die Gräueltaten relativieren, die im Namen des Deutschen Volkes begangen wurden, aber es zeigt, dass auch ganz viele "ganz normale" Männer mit "ganz normalen" Wünschen und Bedürfnissen ebenfalls Teil der Truppen waren. Ein interessanter Gedanke in der heutigen Zeit, in der gerade vom rechten Rand nach der "guten alten Zeit" gerufen wird. Ob sie dies damit gemeint haben? Wohl eher nicht. Natürlich sind die Bilder nur Bilder und jeder soll selbst in den Fotos sehen, was er sehen möchte, dennoch ist es ein interessantes und wichtiges Zeitdokument!

Charleys Tante bei der Wehrmacht?
von Gertie G. aus Wien am 26.05.2019

Autor Martin Dammann beschäftigt sich in diesem Buch mit Soldaten (der Wehrmacht) in Frauenkleidern. Er ist, wie er im Vorwort anmerkt, über dieses Thema buchstäblich gestolpert. Dutzende Fotos hat er in seinem Buch abgebildet. Wie kommt es, dass sich Soldaten als Frauen verkleiden? Die Antworten sind vielfältig. Zum einen... Autor Martin Dammann beschäftigt sich in diesem Buch mit Soldaten (der Wehrmacht) in Frauenkleidern. Er ist, wie er im Vorwort anmerkt, über dieses Thema buchstäblich gestolpert. Dutzende Fotos hat er in seinem Buch abgebildet. Wie kommt es, dass sich Soldaten als Frauen verkleiden? Die Antworten sind vielfältig. Zum einen, treten die Männer in Theaterstücken zur Zerstreuung der Truppen auf, in den sie selbst die Frauenrollen übernehmen. Das ist prinzipiell nichts Neues, wurden doch schon im antiken Griechenland Frauenrollen ausschließlich von Männern verkörpert. Andererseits probieren Soldaten erbeutete Kleidungsstücke wie Unterkleider oder Strumpfhalter und posieren vor der Kamera. Die Gründe hierfür sind nicht immer nachvollziehbar. Einfach Jux und Tollerei? Oder schlicht die Sehnsucht nach Weiblichkeit, in dem man den Duft der Kleidungsstücke einsog? Es ist ja bekannt, dass olfaktorische Reize Erinnerungen auslösen (können). Ein Foto erinnert an Lale Andersons Lied "Lili Marleen". Das Thema Transgender ist in der Nazi-Zeit weder im Zivil- noch im Soldatenleben öffentlich präsent, weil die Menschen ja ziemlich sicher im KZ enden würden. Auch Homosexualität ist verboten, dennoch scheint es auf einigen Fotos nicht unmöglich zu sein, dass Soldaten bei homoerotischen Handlungen „ertappt“ wurden. Der Autor zeigt auch einige wenige Fotos von amerikanischen Soldaten in Frauenkleidern. Aufgefallen ist mir, dass auf einigen Fotos die Soldaten zwar weibliche (Ver)Kleidung, aber dazu ihre Stiefel tragen. Auf anderen Bildern tragen sie jedoch durchaus weibliche Schuhe - sind die aus dem Theaterfundus der Truppenbetreuung? Denn (echte) Damenschuhe jenseits der Größe 40 sind in jener Zeit auch abseits des Krieges im freien Handel eher selten zu erhalten. Zu diesem interessanten Thema hätte mir eine wissenschaftliche Begleitung des Buches gewünscht. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Aufschlussreich
von einer Kundin/einem Kunden aus Augsburg am 23.04.2019

Interessant was sich Soldaten einfallen lassen, um mit ihren Ängsten umgehen zu können, oder was im Alltag bei der Erhaltung des Scheins im verborgenen bleibt. Unbedingt anschauen! Sehr sehenswert!


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