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Asia 2030

Was der globalen Wirtschaft blüht

Die neue Weltmacht Asien

Die Weltwirtschaft steht vor einer Zeitenwende: Asien ist dabei, endgültig die Vorherrschaft im globalen Wettbewerb zu übernehmen. Der Kontinent, auf dem über die Hälfte aller Menschen lebt, setzt sich als Technologiechampion an die Spitze - flankiert von den neuen Seidenstraßen, einem der ehrgeizigsten Infrastrukturprogramme in der Geschichte der Menschheit.
Der Asienexperte Karl Pilny führt uns in das Innere dieses neuen Wirtschaftswunders und erläutert, wer die neuen Mächte in Asien sind.
- Welche Allianzen und Rivalitäten gibt es?
- Welche Konflikte kommen auf uns zu?
- Wo entstehen neue Märkte, was sind die langfristigen Megatrends in Sachen Handel und Konsum, Demografie und Urbanisierung?

Pilnys Fazit ist anschaulich und belegt: Es entsteht eine multipolare Welt, in der schon bald vier der fünf mächtigsten und reichsten Länder asiatische Länder sein werden.
Rezension
"Wir befinden uns in einer epochalen Zeitenwende hin zu einer komplexen multipolaren Weltordnung. Immer deutlicher wird dabei, dass deren Schwerpunkt in Asien liegen wird, so die Prognose des Asien-Experten Karl Pilny." Wolfgang Taus (Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2018)

"ein Muss für jeden politisch interessierten Unternehmer, für jeden Volkswirt und für jeden Banker" Bundesverband Deutsche Seidenstraßen Initiative e. V. (bvdsi.de, 02.10.2018)
Portrait
Dr. Karl Pilny ist einer der profundesten deutschen Asienkenner und hat viele Jahre in der Region gearbeitet. Der Wirtschaftsanwalt aus Berlin ist auch in Zürich als Investmentexperte für Emerging Markets und Unternehmer tätig und hat eine Professur für International Technology Transfer Management an der bbw Hochschule Berlin. Er ist Keynote Speaker, Cross Culture Coach und Autor unter anderem der bei Campus erschienenen Bücher "Das asiatische Jahrhundert" (2005), "Tanz der Riesen" (2006) und "Tiger auf dem Sprung" (2008).
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  • Artikelbild-0
  • Einleitung Zwischen 2005 und 2007 erschien meine Trilogie Das asiatische Jahrhundert, bestehend aus Das asiatische Jahrhundert, Tanz der Riesen sowie Tiger auf dem Sprung. Sie untersuchte Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in Ostasien, Südasien und Südostasien. Die Bestandsaufnahme nach einer Dekade zeigt: Die wesentlichen Prognosen sind eingetroffen. Meist sogar schneller und dramatischer als vorhergesagt. Wir leben in einer historischen Zeitenwende. Rund siebzig Jahre nach dem Ende der alten Nachkriegsordnung zeichnen sich Konturen einer neuen - hoffentlich - multipolaren Welt ab. Gleichwohl lässt der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg Chinas zur globalen Supermacht viele ein "chinesisches Jahrhundert" befürchten. Diese tektonische Plattenverschiebung geht Hand in Hand mit gewaltigen technischen Umwälzungen, die immer häufiger ihren Ursprung in China haben, das nun offen "seinen Platz an der Sonne" geltend macht. Die Ablösung der gegenwärtigen Supermacht USA durch China und die Frage, ob dies friedlich geschehen wird, ist natürlich von zentraler Bedeutung. Doch die wachsende Rivalität ist vor dem Hintergrund eines noch größeren Trends zu sehen: 500 Jahre westliche Hegemonie neigen sich dem Ende zu, und Asien spielt bei der Ausgestaltung dieser neuen Normalität eine, wenn nicht gar die entscheidende Rolle. Der Einfluss der USA in der Welt nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Damit geht auch das "US-amerikanische Zeitalter" und mit ihm die alte atlantische Nachkriegsordnung ihrem Ende entgegen. China wird bis spätestens zum Ende dieses Jahrzehnts zur weltweit größten Volkswirtschaft aufsteigen, und sein immer selbstbewussteres Auftreten führt bereits jetzt zu Zerreißproben an vielen Fronten. Doch das Reich der Mitte ist auch der unerwartete, neue Champion von Freihandel, Klimaschutz und einer nachhaltigen sharing economy und propagiert einen neuen Sozialismus chinesischer Prägung, ja einen neuen Menschen- und Gesellschaftsentwurf. China will und wird nicht nur wirtschaftlich und militärisch, sondern auch eine "digitale" und "grüne" Supermacht sein. Aber Asien besteht nicht nur aus China. Dank Kim Jong-un und seinen unberechenbaren Plänen stehen auch Japan und die koreanische Halbinsel im Fokus. Der frühere US-amerikanische Außenminister John Hay konstatierte Anfang des 20. Jahrhunderts: "Das Mittelmeer ist der Ozean der Vergangenheit, der Atlantik ist der Ozean der Gegenwart und der Pazifik ist der Ozean der Zukunft." Diese Prognose gilt heute mehr denn je. Deshalb ist eine Bestandsaufnahme dessen, was in den letzten Jahren in Asien passiert ist, wo es heute steht und wo es 2030, in zwölf Jahren, stehen wird und was dies für uns bedeutet, dringend geboten. In wenigen Jahren werden zwei Drittel der Menschheit in Asien leben. Die Geschwindigkeit des wirtschaftlichen und sozialen Wandels in Asien ist dramatischer und rasanter als in jeder anderen Epoche oder Region der Welt. Auf dem größten Kontinent der Erde leben derzeit rund 3,8 Milliarden Menschen, schon jetzt stellen sie über 60 Prozent der Weltbevölkerung. Die Schere zwischen Arm und Reich wächst dort rasant, dazu kommen massive Umweltzerstörung, politische Probleme sowie zögerliche Fortschritte bei der Demokratisierung und im Kampf gegen die Korruption. Klimawandel und Rohstoffmangel verschärfen die Situation. Asien - und damit die Welt - steht vor enormen Herausforderungen: Wird in dieser dynamischen Wachstumsregion die politische Entwicklung weiter mit der wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte Schritt halten können? Im Jahr 2030 werden nach Berechnungen der UNO rund 8,5 Milliarden Menschen auf der Erde leben, zwei Drittel davon in Asien. Ostasien wird voraussichtlich bis 2030 als wirtschaftlich erfolgreichster Teil Asiens die geringste Wachstumsrate aufweisen. Südostasien wird das Mittelfeld bilden, und das wirtschaftlich später gestartete Südasien unter Führung von Indien wird die höchsten Wachstumsraten verzeichnen. Eine regelrechte Bevölkerungsexplosion droht bestehende Gegensätze noch zu verschärfen und den Kontrast zwischen einzelnen Ländern zu verstärken. Es zeichnet sich ab, dass sich der Nationalismus vertieft und sich die Vermögensschere weiter öffnet. Bereits bestehende regionale Wirtschaftszentren wie Bangkok in Thailand und Jakarta in Indonesien werden an Bedeutung gewinnen. Die Urbanisierung wird sich weiter beschleunigen und die Spannungen zwischen Stadt- und Landbevölkerung zunehmen. Die daraus resultierenden Verluste an Agrarflächen werden die Frage der Versorgung dramatisch zuspitzen. Einkommensgefälle, Arbeitslosigkeit, steigende Zinsen, Ausbildungsdefizite, Konflikte zwischen notwendigen Militär- und Sozialausgaben könnten bis 2030 eskalieren und sich ausweiten. Umweltkatastrophen würden die Probleme zusätzlich vertiefen. Die bedrohlichsten Konflikte des 21. Jahrhunderts könnten die Konflikte der asiatischen Mächte werden, die global, also auch in Europa und Zentralasien direkt oder durch Stellvertreterkriege ausgefochten werden. Die alten und neuen Supermächte Asiens wie Indien, Indonesien und Japan beginnen sich bereits geschickt zu umkreisen, neue Allianzen einzugehen und neue Märkte zu erobern. Was kommt da also auf uns zu? I. Neue Mächte Einführung Wir leben in einer Zeit rasanten Wandels. Die Globalisierung und der damit einhergehende Aufstieg neuer Mächte bei gleichzeitigem relativem Abstieg der USA, Europas und Japans ist der Megatrend unserer Zeit. Der Fall des Eisernen Vorhangs und das Ende des Kalten Krieges haben zusammen mit technologischen Entwicklungen zu einer enormen Beschleunigung der weltweiten Veränderungen geführt. Die globale Machtverschiebung ist gleichwohl kein Tsunami, sondern ein Prozess, der noch viele Jahre andauern dürfte, zugleich aber unaufhaltsam ist. Trotz relativem Machtverlust werden die USA noch längere Zeit Primus inter Pares bleiben. Dennoch nimmt der US-amerikanische Einfluss in der Welt seit einigen Jahren kontinuierlich ab. Für alle sichtbar ist dies im aktuellen Rückzug aus Afghanistan und zuvor aus dem Irak. Damit geht auch das "US-amerikanische Zeitalter" und mit ihm die alte Ordnung ihrem Ende entgegen, die geprägt war durch die beiden Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise und den Kalten Krieg. Auch die Institutionen des so genannten Washington Consensus wie die Vereinten Nationen, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds verlieren an Einfluss. So konnte beispielsweise die von China vorangetriebene Gründung einer Asiatischen Infrastruktur Entwicklungsbank (AIIB) als neuer Wettbewerber von den USA nicht verhindert werden und findet regen Zulauf. Der Aufstieg Chinas und anderer neuer Gestaltungsmächte symbolisiert mithin den Beginn einer neuen Ordnung, deren genaue Umrisse aber erst allmählich erkennbar werden. China dürfte bis spätestens zum Ende dieses Jahrzehnts zur größten Volkswirtschaft aufsteigen und könnte auch bei den Verteidigungsausgaben bis 2025 mit den USA gleichziehen. Mit China steigt ein Staat in der weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Hierarchie auf, der sich in Konkurrenz zum Westen zu einem ordnungspolitischen Modell für andere Staaten entwickeln könnte. China hat in den vergangenen dreißig Jahren ein erfolgreiches Entwicklungs- und Modernisierungsmodell geschaffen, das autoritäre politische Führung mit staatlich beaufsichtigtem Kapitalismus kombiniert. Statt auf Marktwirtschaft setzen auch viele der Aufsteigerländer auf einen staatlich gelenkten Kapitalismus. Ihre Industriepolitik zeichnet sich durch die Dominanz von Staatsunternehmen und nationaler Champions aus. "Sovereign Wealth Funds", Subventionen und Kapitalverkehrskontrollen sowie Wechselkursmanipulationen sind die wichtigsten Mittel einer solchen Strategie. Eine solche Wirtschaftspolitik zeigt nicht nur in China, sondern auch in einigen anderen autoritär regierten Ländern positive Ergebnisse, sodass sich hier nur wenig Druck in Richtung Demokratisierung und gesellschaftspolitischer Teilhabe entwickelt. Nahezu alle neuen Gestaltungsmächte haben zudem im Zuge ihres wirtschaftlichen Aufstiegs ihre Verteidigungsausgaben erhöht und das Militär modernisiert. Vor allem in Asien dürften die wachsenden Militärausgaben einerseits wachsenden regionalen Rivalitäten geschuldet sein, andererseits stellen sie eine Reaktion auf den Einflussverlust der USA dar, verbunden mit Zweifeln an der amerikanischen Fähigkeit, für den Schutz seiner Bündnispartner zu sorgen. Viele der neuen Gestaltungsmächte orientieren sich an engen nationalen und allenfalls noch regionalen Interessen. Trotz wachsender globaler Interdependenz findet Institutionenbildung und politische Integration nur auf der regionalen Ebene statt. Darum dürfte die Zukunft durch eine multizentrische Welt gekennzeichnet sein. Neue Herausforderungen für Deutschland und Europa Die globale Machtverschiebung kann zwar nicht verhindert werden, gleichwohl besteht aber für Deutschland und Europa die Möglichkeit, die dadurch entstehende neue Ordnung mitzugestalten. Es wird immer deutlicher, dass ein vereinigtes Eurasia die bisherige Hegemonie der USA in den Schatten stellen könnte. Rund drei Dutzend europäische Staaten, die effektiv über Land, See und andere Wege miteinander und mit Zentralasien verbunden und auf diese Weise auch mit anderen asiatischen Ländern in Kontakt sind, würden mit Abstand den weltweit größten Handelsraum bilden. Ein einheitlicher Binnenmarkt, ausdifferenzierte und arbeitsteilig agierende Industrien und moderne Logistik würden diesen Raum, der Russland beinhaltet, unabhängig machen von den USA. Eurasia ist somit ohne Zweifel die wichtigste und größte sowie komplexeste geografische Region der Welt. "Connectivity" ist deshalb das neue Zauberwort für die asiatischen und europäischen Nationen. Das Bündnis des Asia-Europa Meeting (ASEM) ist ein Anfang. Bereits existierende Mitglieder der ASEM hegen visionäre Pläne, wie zum Beispiel den Ausbau der Infrastruktur, den Masterplan der Asian Connectivity sowie die "One Belt One Road" (OBOR)-Initiative der Chinesen. Es ist also ein neues Kapitel der Kooperation zwischen Asien und Europa angebrochen. Das Potenzial ist gewaltig - jedoch auch die Risiken durch mögliche Störfälle sind riesig. Wie Asiens Aufstieg Deutschlands Zukunft prägen wird Asien wird das 21. Jahrhundert entscheidend beeinflussen. Die rapide Entwicklung vor allem in China und Indien verändert das globale Machtgefüge. Egal ob im Arbeitsmarkt, der Migrationspolitik, bei der Ressourcensicherheit oder im Wettbewerb um Talente: Die Bewältigung der großen deutschen Zukunftsaufgaben hängt maßgeblich von Ereignissen und Entscheidungen in Asien ab. Um die richtigen Antworten zu finden, brauchen alle Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Deutschlands ein solides Verständnis der Ursachen und Folgen der Entwicklung Asiens, denn das asiatische Jahrhundert wirkt sich in vielen Bereichen aus. Die Entwicklung von mehr Asienkompetenz und die Entwicklung und Umsetzung einer Asienstrategie sind für Politik und Wirtschaft alternativlos. Asien ist zum Motor der Weltwirtschaft geworden, und viele asiatische Volkswirtschaften wachsen mit hohem Tempo und werden zunehmend komplexer. Damit gehen jedoch auch gesellschaftliche Probleme einher, die sich ebenfalls verstärken: Fast alle asiatischen Gesellschaften befinden sich im Auf- und Umbruch und werden durch tiefgreifende Transformationsprozesse verändert. Die soziale Ungleichheit und damit die sozialen Fliehkräfte werden größer. Deswegen gibt es in vielen asiatischen Ländern zunehmend Spannungen und Konflikte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt, aber auch die politische Stabilität beeinträchtigen können. Für Deutschland ist insbesondere mit China ein formidabler Wettbewerber auf den Plan getreten, der die deutschen Paradedisziplinen durcheinanderwirbeln wird. China will bis Mitte des Jahrhunderts eine industrielle Supermacht werden - besonders bei der Digitalisierung und Automatisierung der industriellen Fertigung. Die Innovationsfähigkeit und das Technologieniveau der fertigenden Industrie sollen schlagartig erhöht werden. Elektronik sowohl von der Hardware- als auch von der Software-Seite zählt zu den Stärken Chinas; die Digitalisierung der Industrie, in Deutschland gern unter dem Schlagwort "Industrie 4.0" gefasst, wird hier also vorangetrieben. Dennoch wiegen sich Teile der deutschen Wirtschaft in falscher Sicherheit und verweisen darauf, dass zum Beispiel die chinesische Automobilindustrie nach diversen Rückschlägen noch immer hinterherhinkt und nicht mit der deutschen mithalten kann. Man sollte jedoch nicht vergessen, wie in den siebziger Jahren japanische Autos belächelt wurden, was sich in den achtziger Jahren mit koreanischen Autos wiederholte. Beide Länder lernten schnell und wuchsen zu globalen Automobilmächten heran. Es gibt keinen Grund, warum sich das nicht in China wiederholen sollte. Auch für andere Bereiche wie Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt und Biotechnologie ist dies vorstellbar. Bereits heute sind chinesische Smartphones von Huawei und Laptops von Lenovo Weltspitze. Von 2013 bis 2015 meldete China deutlich mehr Patente an als Deutschland und die USA zusammengenommen. Mögen diese hinsichtlich ihrer Qualität im Augenblick nur zum Teil Weltmarktstandard sein, so sind sie im Gegensatz zu den japanischen Massenanmeldungen in den achtziger Jahren jedoch deutlich innovativer. Und das ist erst der Anfang! Die Investitionen in Forschung und Entwicklung stiegen in China von 30 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005 auf 200 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014. Einschränkend muss erwähnt werden, dass nur 5 Prozent der chinesischen Patente gleichzeitig in den USA und Europa eingereicht werden. Zudem hat sich gezeigt, dass erfolgreiche Innovationen in China in der Regel nicht im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Forschung und Technologie stehen, sondern mit nicht-wissenschaftlichen Abläufen in der Wirtschaft und zum Beispiel die Effizienz der Verwaltung, den Kundendienst und das Produktdesign betreffen. Daraus jedoch abzuleiten, dass China noch eine weite Strecke vor sich hat auf dem Weg zu einem Innovationsland, ist aber voreilig. Die Kombination von systematischer Innovationspolitik, die sich abzeichnet in der staatlichen Gründung von Hunderten von exzellenten Hochschulen und Forschungszentren, und finanzieller Unterstützung aus dem wachsenden privaten Sektor, führt aufgrund der schieren Masse der Absolventen und der Institute zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit wissenschaftlichen Fortschritts. Das Paradebeispiel ist die Anzahl der Ingenieure: In Deutschland treten pro Jahr rund 70 000 Ingenieure in den Arbeitsmarkt ein, in China sind es rund 700 000. Selbst wenn nur die Hälfte dieser 700 000 Weltmarktniveau erfüllen sollten, sind sie eindeutig in der Mehrheit. Trotz steigender Sozial- und Lohnkosten werden auch künftig Produktionskostenvorteile weiterhin bestehen bleiben: Somit ist die Gefahr groß, dass Produkte von ähnlicher Qualität wie in Deutschland in doppelter Menge zum halben Preis in China produziert und von dort exportiert werden können. Die erfolgreiche Attacke auf die deutschen Vorzeigebranchen Maschinenbau und Automobilbau ist bereits im Gange. Der chinesische Maschinenbau wächst seit einigen Jahren mit gesunden 4 bis 5 Prozent pro Jahr, die Industrialisierung der Landwirtschaft sorgt für einen anhaltend hohen Bedarf an Agrar- sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Zugleich schreitet die Entwicklung zu einem modernen Industriestandort mit großem Tempo voran. Deswegen ist es umso wichtiger, dass deutsche Unternehmen, die im Maschinen- und Anlagenbau erfolgreich sind, ihren chinesischen Kunden nicht nur langlebige Produkte verkaufen, sondern ebenso erstklassige After-Sales-Services im Angebot haben. Es versteht sich von selbst, dass die Produkte dem lokalen Markt angepasst, also weder overengineered noch veraltet sind. Was Elektrofahrzeuge angeht, wurde Deutschland schon 2015 von China überholt. Nach den Plänen der chinesischen Regierung sollen im Jahr 2020 rund fünf Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen Chinas rollen. In keinem anderen Politikfeld hat der Fünfjahresplan so konkrete Ziele festgeschrieben wie im Umweltbereich. Dabei geht es nicht nur um die Reduzierung des Schadstoffausstoßes, sondern um eine umfassende Verbesserung der gesamten Lebensqualität, insbesondere die Reduzierung bis hin zur Eliminierung von Verschmutzung von Luft, Böden und Gewässern. Die Politik der Regierung wird sich in den nächsten Jahren in diesem Punkt eher noch intensivieren. Und noch haben chinesische Unternehmen einen technologischen Rückstand. Die Größe des Landes und die Größe der Probleme bergen deshalb - zur Zeit! - enorme Chancen für deutsche Firmen, die Umwelttechnologie, erneuerbare Energien und Reinigungstechnologie anbieten können. Filteranlagen, Sensoren, Wasseraufbereitungsanlagen werden langfristig in großer Menge gebraucht werden. Die Chancen für deutsche Unternehmen in China sind darum trotz aller Herausforderungen weiterhin gut. Doch auch die zweitgrößte Wirtschaft Asiens Japan bietet Möglichkeiten. Ähnlich wie Deutschland ist Japan eine Wissensgesellschaft und eine stabile Demokratie - sowie zudem die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. In den letzten Jahren stand Japan im Schatten des Wachstums von China und Indien. Doch die Bemühungen Shinzo Abes, der mit seinen drei Pfeilen der Abenomics die Wirtschaft wieder beleben will, verbunden mit den anstehenden Olympischen Spielen in Tokio 2020 sind ein Grund, das Land wieder mehr ins Auge zu fassen. Nach wie vor investiert Japan stark im Ausland, deutlich mehr zum Beispiel als China und Südkorea. Die japanische Wirtschaft hat sich intensiver globalisiert, und insbesondere in Asien hat Japan Gas gegeben, um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit seiner hoch entwickelten Wirtschaft zu sichern, deren Rückgrat wie in Deutschland die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind. Seit Fukushima 2011 ist Japan eher bereit, erneuerbare Energien einzusetzen. Gleichzeitig wird massiv in Forschung und Entwicklung von Zukunftstechnologien investiert. In den Bereichen alternative Energien und Elektromobilität ist Japan auf Augenhöhe mit Deutschland. So wundert es nicht, dass die beiden Regierungen eine engere Zusammenarbeit beim Thema Industrie 4.0 insbesondere in den Bereichen Standards, Datensicherheit und der Zusammenarbeit mittelständischer Unternehmen anstreben. Dies war auch das Motto der CEBIT 2017 in Hannover, bei der Japan das offizielle Partnerland war. Für deutsche Unternehmen gibt es vor allem Chancen auf interessante Drittmarktgeschäfte, bei denen sie zusammen mit japanischen Unternehmen in Asien aktiv werden können. Hierbei helfen eine ähnliche Mentalität, ein hohes Qualitätsbewusstsein und Zuverlässigkeit. In Branchen wie Industrie 4.0, erneuerbare Energien, Medizintechnik und Umwelttechnologien gibt es mithin gute Chancen für deutsche Unternehmen. Die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens, Indien, hat zwar einige hausgemachte Probleme, doch bietet sie auch viel Potenzial, zumal sie mittlerweile schneller wächst als China und 2025 China als bevölkerungsreichstes Land der Erde ablösen wird. Wirtschaftlich gesehen zählt der indische Subkontinent zu den ärmsten Regionen Asiens und trägt nur etwas über 10 Prozent zur gesamtasiatischen Wirtschaftsleistung bei. Die Wirtschaftskraft pro Kopf liegt damit nur etwas oberhalb des Niveaus von Afrika, und das BIP pro Kopf in Indien beträgt nur knapp ein Drittel des chinesischen Wertes. Allerdings weist die Region seit einigen Jahren eine ausgesprochen hohe Wachstumsdynamik auf. Südasien hat dabei die gesündeste Bevölkerungsstruktur aller asiatischen Regionen, eine wichtige Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum.
  • Inhalt
    Einleitung 9

    I. Neue Mächte
    Einführung 14
    Neue Herausforderungen für Deutschland und Europa16
    Wie Asiens Aufstieg Deutschlands Zukunft prägen wird 16

    China Inc. - von der Weltfabrik zur globalen Supermacht 24
    Der neue Kaiser von China 24
    Hard Power 29
    Soft Power 56
    Smart Power 57
    Chinas neue Ära 60

    Incredible India - Karma und Kaste in the Modi 63
    India Shining - die Kongresspartei unter Manmohan Singh bis zur Wahl von Narendra Modi 2014 66
    Modis Traum: Großmacht Indien, wohlhabend und sauber 71
    Hard Power 73
    Soft Power 87
    Smart Power 88

    Japan Inc. 2.0 - Olympiade 2020 und Abenomics 99
    Die drei Pfeile der Abenomics 101
    Abes Traum 104
    Hard Power 106
    Soft Power 117
    Smart Power 119

    Korea Inc. - zwischen Wiedervereinigung und Atomkrieg 123
    Träumen Kim und Moon das Gleiche, wenn sie von Wiedervereinigung sprechen? 128
    Hard Power 130
    Soft Power 138
    Smart Power 140

    Die Tiger Südostasiens - sind sie noch auf dem Sprung? 145
    Die historische Entwicklung 146
    Die ASEAN-Staaten 151
    Indonesien - das neue Indien? 155
    Malaysia 164
    Die Philippinen 167
    Myanmar 171
    Vietnam - das neue China 173
    Singapur 181
    ASEAN und die EU 184

    II. Neue Märkte
    Einführung 190

    Die Seidenstraßen-Initiative 194
    Leibniz' Traum 196
    Chinas dritter Weg 197
    Neue Seewege 208

    Digital God - Wandel im Handel 210
    China: digitale Supermacht 214
    Entwicklungen im Handel 219

    Green (R)Evolution - wird China grüner als Greenpeace? 225
    Umweltherausforderungen 227
    Grüne Wachstumschancen 229
    Chinas Maßnahmen zum Umweltschutz 231

    Rohstoffe, Ressourcen und der Wettlauf zum Mars 234
    Rohstoffe und Ressourcen 234
    Mission to Mars - ein gemeinsamer Traum für den Superorganismus Menschheit 245

    Neue Methoden - Industrie 4.0 und Additive Manufacturing 249
    Fabriken aus dem 3-D-Drucker, Roboterrestaurants und andere neue Methoden 249
    Industrie 4.0 und das Internet of Everything 254
    Organe aus dem 3-D-Drucker und synthetische Biologie 258

    III. Neue Menschen
    Einführung 262

    Kulturrevolution 2.0 - Mao und der neue Sozialismus 264
    "Neue Planwirtschaft" 264
    "Arbeit" im neuen Sozialismus 269

    Konfuzianismus 2.0 - Rückbesinnung und Zukunftsvision 272
    Der Neokonfuzianismus als gesellschaftliche Klammer 272
    Werte und Wirtschaft 278

    König Kunde, kleine Kaiser - Demografie und Urbanisierung 282
    Demografie in Asien 285
    Uralte Metropolen und Megacitys von morgen 287

    Smart Life 2030 292
    Smart Living 293
    Künstliche Intelligenz 298

    EURASIA - "ASEAN plus" versus "EU minus" 307
    Herausforderungen für die EU 308
    Alte Wege, neue Ziele? 310

    Epilog 315
    Literatur 318
    Register 322
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 328
Erscheinungsdatum 07.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-593-50833-7
Verlag Campus Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 22,4/14,5/2,8 cm
Gewicht 540 g
Verkaufsrang 80960
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

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Ganz gut für Einsteiger.
von Wedma am 12.09.2018

Bei „Asia 2030“ von Karl Pilny kommt stark darauf an, wie weit man bereits im Thema ist, mit welchen Vorkenntnissen man an das Buch herangeht und was man insg. erwartet. Für Einsteiger, Schüler, ggf. Studenten ist es gut geeignet. Das Buch ließ sich ganz gut lesen. Das Wesentliche der heutigen Lage in Asien, mithilfe von Daten ... Bei „Asia 2030“ von Karl Pilny kommt stark darauf an, wie weit man bereits im Thema ist, mit welchen Vorkenntnissen man an das Buch herangeht und was man insg. erwartet. Für Einsteiger, Schüler, ggf. Studenten ist es gut geeignet. Das Buch ließ sich ganz gut lesen. Das Wesentliche der heutigen Lage in Asien, mithilfe von Daten und Zahlen, wurde kurz und bündig vermittelt, sowie die aktuellen Entwicklungsrichtungen, die bis 2030 bestimmte Ergebnisse bringen werden, und wie es mit dem Zusammenspiel mit der EU heute aussieht. Das Buch ist gut strukturiert. Rund 310 Seiten sind in 3 Teile geordnet: I. Neue Mächte, darin ein Überblick über die asiatischen Länder: China, Indien, Japan, Korea, ASEAN-Staaten (Indonesien, Malaysia, Philippinen, Myanmar, Vietnam, Singapur) u.a. nach Punkten „Hard Power“, „Soft Power“, „Smart Power“ plus noch paar anderen dazu. II. Neue Märkte, darin: Die Seidenstraßen-Initiative, Digital God, Green Revolution, Rohstoffe, Ressourcen und Wettlauf zum Mars, Neue Methoden – Industrie 4.0. III. Neue Menschen, darin Kulturrevolution 2.0, Konfuzianismus 2.0, Demografie und Urbanisierung, Smart Life 2030 (KI), Herausforderungen für die EU, Alte Wege, neue Ziele. Epilog, Literatur, Register. China wird bald USA an der Spitze der Weltmacht ablösen. Nach einigen Kriterien ist dies bereits der Fall. Auch andere asiatischen Länder entwickeln sich rasant, sind in Aufbruchstimmung und lassen sich immer neue Dinge einfallen, die sie weiter nach vorn bringen. Asien boomt. Und Europa wäre angeraten, sich da nicht allzu sehr abhängen zu lassen, so Pilny. Die Teile 2 und 3 sind sehr China-orientiert. Andere asiatischen Länder kommen da viel weniger zur Sprache. Im Teil 3 gibt es Ausführungen zum Konfuzianismus heute, recht gut und auf den Punkt. Einiges erschien etwas zu knapp, z.B. bei der Seidenstraßen-Initiative S. 199ff., bei Entwicklungen im Handel, S. 219 ff. Wer mehr über die chinesische Wirtschaft wissen möchte, liest „Chinas Bosse“ von Wolfgang Hirn, ebenfalls von Campus Verlag. Im Großen und Ganzen bliebt Pilny im Erzählrahmen der Leitmedien, was sich nicht unbedingt vorteilhaft für Erkenntnisreichtum des Inhalts auswirkt. Etwas zu viel Zeitungswissen und Allgemeinplätze insg. Was mir durchgehend im Buch gefehlt hat, waren die Quellenangaben. Bei all den Zahlen wäre sehr hilfreich zu wissen gewesen, aus welchen Quellen sie stammen und wie aktuell sie sind. Fußnoten und Anmerkungen sind in solchen Fällen ein Muss. Fehlte hier leider. Hinten gibt es Literatur, paar Titel, die keinen direkten Bezug zum Text aufweisen. Das Buch ist hochwertig gestaltet. Festeinband in Tiefblau, Umschlagblatt aus glattem, festem Papier, Lesebändchen in Dunkelblau. Die Schrift ist etwas klein. Dafür gibt es viel Text auf jeder Seite. Fazit: Für Einsteiger auf dem Gebiet ist „Asia 2030“ eine gute Adresse. Man bekommt den Überblick, das Wesentliche, kurz und knapp, gut strukturiert in einem Buch zusammengefasst.