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Der General in seinem Labyrinth

Roman

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Sein Denkmal steht in fast jeder Stadt Lateinamerikas. Ein Staat, eine Währung, Straßen und Plätze sind nach ihm benannt. Simón Bolívar, der General und Held des Unabhängigkeitskrieges der südamerikanischen Kolonien gegen die spanische Krone, wird noch heute als der Libertador, der Befreier, verehrt. Der Bürgerssohn aus Caracas mit einem Schuß Mulattenblut in den Adern, der sich in Rom, Paris, London auskannte und in den Salons seiner Zeit glänzte, der Tausende von Büchern las, überquerte mehrfach die Anden und ritt mit seinen Soldaten Tausende von Meilen durch den Kontinent, um seine Vision von einem befreiten und vereinigten Südamerika zu verwirklichen. Er schrieb unermüdlich Briefe, persönliche und politische, er konnte ebenso unnachahmlich fechten wie tanzen und war ein unwiderstehlicher Bewunderer schöner Frauen. Über 10 Jahre erlebte er als Präsident des von ihm geschaffenen Staates Kolumbien die Höhen des Ruhms, aber auch die Niederungen korrumpierender Macht und die Angriffe seiner Gegner. 1830 erklärte Bolívar in Santa Fe de Bogota seinen Rücktritt. »Wer sich einer Revolution verschreibt, pflügt das Meer«, sagte er bitter am Ende seines Lebens, als der Traum von der Einheit zerstoben war und er schwerkrank mit wenigen Getreuen den Magdalena-Strom hinab zur Karibik fuhr, um möglicherweise ins Exil zu gehen. Gabriel García Márquez beschreibt in seinem Roman diese letzte Reise des 47jährigen Bolívar. In Rückblenden läßt er noch einmal den glorreichen Libertador auftreten, holt aber auch den General vom Denkmalssockel herunter und zeigt in einem spannungsreichen Geflecht historischer Ereignisse den Menschen in seinem körperlichen und seelischen Verfall, im Labyrinth seiner Leiden und verlorenen Träume.

Portrait

Gabriel García Márquez wurde am 6. März 1927 in dem kolumbianischen Dorf Aracataca als ältestes von sechzehn Kindern geboren. Zwei Jahre nach seiner Geburt zogen die Eltern nach Barranquilla, García Márquez blieb allerdings bis Ende 1936 bei seinen Großeltern mütterlicherseits. Bereits während des Jurastudiums begann García Márquez seine journalistische Arbeit und verfasste Artikel und Reportagen für u.a. EL Universal in Cartagena. Damals lernte er auch seine spätere Ehefrau Mercedes Barcha Pardo kennen. Das Paar hatte zwei Kinder. 1950 brach er das Studium, das er ohnehin nur auf Drängen der Eltern aufgenommen hatte, endgültig ab und konzentrierte sich auf seine Karriere als Journalist. Dieser Beruf machte Reisen im In- und Ausland notwendig, z.B. nach Barranquilla, Bogotá, Rom und Paris. 1957 reiste er als Reporter in die DDR und die UDSSR. In diesen journalistischen Anfangsjahren entstanden auch seine ersten literarischen Texte. Er vertrat die kubanische Presseagentur Prensa Latina in Bogotá und New York. Später gründete er die Tageszeitung El Otro, finanziert von dem Preisgeld für den Nobelpreis für Literatur.Gabriel García Márquez, der stets gegen Korruption und Drogenkriminalität in Kolumbien ankämpfte, war ein langjähriger Freund von Fidel Castro, wofür er seitens einiger KollegInnen wie Mario Vargas Llosa und Susan Sonntag mehrfach kritisiert worden ist, und bekennender Sozialist. 1999 erkrankte García Márquez an Krebs und musste sich einer Chemotherapie unterziehen. Einige Jahre vor seinem Tod litt der Schriftsteller an Demenz. Er starb am 17. April 2014 in Mexiko-Stadt.
Werk Gabriel García Márquez hat ein umfangreiches erzählerisches und journalistisches Werk vorgelegt und gilt als einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Schriftsteller der Welt. Seine literarischen Vorbilder waren Ernest Hemingway, James Joyce, Virginia Woolf und William Faulkner. Er selbst gilt als wichtigster Vertreter des Magischen Realismus - einer künstlerischen Strömung, die sich Mitte des 20. Jahrhundert in Deutschland und Italien bildete und einen großen Einfluss auf die Literatur Lateinamerikas hatte. García Márquez hat sich immer als Schriftsteller und als Journalist verstanden. Die Veröffentlichung des Romans Hundert Jahre Einsamkeit (1967) machte ihn auf einen Schlag über die Grenzen Lateinamerikas bekannt. Mit einer weltweiten Auflage von weit über zehn Millionen Exemplaren des Romans gehört García Márquez zum meistgelesenen lateinamerikanischen Autor. 1982 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.In seinen Büchern, aber auch durch öffentliche Reden und Auftritte, äußerte sich García Márquez mehrfach zu politischen Themen, etwa der Diktatur unter Pinochet in Chile oder den Machenschaften der kolumbianischen Drogenmafia. Die großen Themen seines Schaffens waren allerdings die Einsamkeit und das Leid des Individuums. Seine Bücher wurden mehrmals verfilmt, zuletzt Liebe in Zeiten der Cholera (2008) mit Javier Bardem Giovanna Mezzogiorno und Benjamin Bratt in den Hauptrollen.
Auszeichnungen1988 Literaturpreis der Los Angeles Times1983 Felix-Varela-Orden 1982 Nobelpreis für Literatur1981 Mitglied der Ehrenlegion 1972 Neustadt International Prize for Literature1972 Rómulo Gallegos1961 Premio Literario ESSO
Publikationen
Romane und Reportagen. Laubsturm, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 1975. (OT: La Hojarasca 1955). Bericht eines Schiffbrüchigen, aus dem Spanischen von XY, Kiepenheuer & Witsch 1998. (OT: Relato de un Naufrago 1955). Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 1976. (OT: El coronel no tiene quien le escriba, Auguirre Ed. 1961) . Die böse Stunde, aus dem Spanischen von Christiane Meyer-Clason und Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 1979. (OT: La mala hora 1962) . Hundert Jahre Einsamkeit, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 1970. (OT: Cien años de soledad, Sudamericana 1967). Der Herbst des Patriarchen, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 1978. (OT: El otoño del patriarca, Sudamericana 1975) . Chronik eines angekündigten Todes, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 1981. (OT: Crónica de una muerta anunciada, La Oveja Negra 1981) . Die Liebe in Zeiten der Cholera, aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz, Kiepenheuer & Witsch 1987. (OT: El amor en los tiempos del chólera, Sudamericana 1985) . Abenteuer des Miguel Littin - illegal in Chile, aus dem Spanischen von Ulli Langenbrinck, Fischer (OT: La aventura de Miguel Littin clandestino en Chil, La Oveja Negra 1986) . Der General in seinem Labyrinth, aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz, Kiepenheuer & Witsch 1989. (OT: El general en su laberinto, La Oveja Negra 1989) . Von der Liebe und anderen Dämonen, aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz, Kiepenheuer & Witsch 1994. (OT: Del amor y otros demonios, Alfred A. Knopf 1994) . Nachricht von einer Entführung, aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz, Kiepenheuer & Witsch 1996 (OT: Noticia de un secuestro, Mondadori 1996) . Erinnerung an meine traurigen Huren, aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz, Kiepenheuer & Witsch 2004. (OT: Memoria de mis putas tristes, Mondadori 2004)
Kurzgeschichten und Erzählungen (Sammlungen) . Das Leichenbegängnis der Großen Mama. Erzählungen, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 1974. (OT: Los funerales de la Mamá Grande 1962). Die unglaubliche und traurige Geschichte von der einfältigen Eréndira und ihrer herzlosen Großmutter. Sieben Erzählungen, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 1974. (OT: La increíble y triste historia de la cándida Eréndira y de su abuela desalmada. Siete cuentos 1972) . Augen eines blauen Hundes. Frühe Erzählungen, aus dem Spanischen von XY, Kiepenheuer & Witsch 1974. (OT: Ojos de perro azul 1972) . Zwölf Geschichten aus der Fremde, aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz und Dieter E. Zimmer, Kiepenheuer & Witsch 1993. (OT: Doce cuentos peregrinos 1992). Das Licht ist wie das Wasser - Geschichten von der Liebe und anderen Dingen. Erzählungen, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Fischer 2006. . Die Erzählungen, aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason, Kiepenheuer & Witsch 2008.
Theaterstücke. Diatriba de amor contra un hombre sentado, 1994.
Drehbücher. 1965: Tiempo de morir. 1982: Erendira. 1982: El secuestro . 1985: Tiempo de revancha. 1988: Cartas del parque. 1988: Milagro en Roma. 1988: La fabula della bella palomera. 1988: Un señor muy viejo con unas alas enormes. 1988: Un domingo feliz
Sonstiges. Cartagena und Barranquilla. Journalistische Arbeiten 1948 - 1952, Bd. 1., aus dem Spanischen von S. Becker, A. Böhringer, C. Hansen, U. Langenbrinck, H. Moral, D. Ploetz, I. Schmutte, Kiepenheuer & Witsch 2005. (OT: Textos costeños. Obra periodística 1 (1948-1952) 1981). Der Beobachter aus Bogotá. Journalistische Arbeiten 1954 - 1955, aus dem Spanischen von Hildegard Moral, Kiepenheuer & Witsch 1985. (OT: Entre cachacos. Obra periodística 2 (1954-1955) 1982). De Europa y América. Obra periodística 3 (1955-1960) 1983.. Dornröschens Flugzeug. Journalistische Arbeiten 1961 - 1984, Bd. 5., aus dem Spanischen von Svenja Becker u.a., Kiepenheuer & Witsch 2008. (OT: Notas de prensa. Obra periodistica 5. 1991). Frei sein und unabhängig. Journalistische Arbeiten 1974-1995, Bd. 4., aus dem Spanischen von Svenja Becker, Astrid Böhringer, Christian Hansen, Dagmar Ploetz, Kiepenheuer & Witsch 2000. (OT: Por la libre. Obra periodística 4 (1974-1995) 1999.. Leben, um davon zu erzählen, aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz, Kiepenheuer & Witsch 2002. (OT: Vivir para contarla, Diana 2002) . Ich bin nicht hier, um eine Rede zu halten, aus dem Spanischen übersetzt von Silke Kleemann und Dagmar Ploetz, Kiepenheuer & Witsch 2012. (OT: Yo no vengo a decir un discurso 2010)
Literatur. Plinio Apuleyo Mendoza: Der Geruch der Guayave. Gespräche mit Gabriel Garcia Marquez, aus dem Spanischen von Tom Koenigs, Kiepenheuer & Witsch 2006. (OT: El olor de la guayaba 1982) . Dasso Saldívar: Reise zum Ursprung. Eine Biographie über Gabriel García Márquez. Kiepenheuer & Witsch 1998.. Harald Irnberger: Gabriel García Márquez. Die Magie der Wirklichkeit. Biographie. Artemis & Winkler 2003.. Dagmar Ploetz : Gabriel García Márquez - Leben und Werk, Kiepenheuer & Witsch 2010.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 359
Erscheinungsdatum 01.01.1989
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-02013-7
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 20,9/13,5/3,7 cm
Gewicht 492 g
Originaltitel El general en su laberinto
Abbildungen 723774566 schwarz-weiße und 5968 farbige Fotos, 2646 schwarz-weiße und 1836 farbige Tabellen
Übersetzer Dagmar Ploetz
Buch (gebundene Ausgabe)
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Die letzte Reise Simon Bolívars steht im Mittelpunkt von Marquez fiktionaler Biografie eines Generals der im Unabhängigkeitskrieg gegen die spanische Krone zu einer Legende Südamerikas wurde. Er hat seinen Rücktritt erklärt, reist schwerkrank den Magdalena-Strom hinab und beschwört seine Zeit in Erinnerungssequenzen herauf. Márquez entwirft jedoch nicht das glatt... Die letzte Reise Simon Bolívars steht im Mittelpunkt von Marquez fiktionaler Biografie eines Generals der im Unabhängigkeitskrieg gegen die spanische Krone zu einer Legende Südamerikas wurde. Er hat seinen Rücktritt erklärt, reist schwerkrank den Magdalena-Strom hinab und beschwört seine Zeit in Erinnerungssequenzen herauf. Márquez entwirft jedoch nicht das glatt Bild eines südamerikanischen Helden, er zeigt ihn in all seiner Verstrickungen, seinen Beschwerlichkeiten und verloren gegangen Idealen. Der Autor entzieht sich dabei bewußt des Klischees und vermag es trotzdem nicht, die sonst kraftvolle Poesie seines erzählerischen Tons zu entfachen. Was womöglich daran liegt, daß er eine reale Person beschreibt, vielleicht auch daran, daß er an ihm die Verwerfungen eines politischen Willens beschreibt, die ihm in anderen seiner Romane bildhafter gelungen ist.