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Der Lügenpresser

Roman

Dr. Karl Schmied, 62, ist verliebt. In Sonja aus Moldawien. Weil die Zukunft verheißungsvoll ist, schaut der Boulevardjournalist und studierte Historiker auch in die Vergangenheit zurück. Aus kleinen Verhältnissen stammend, hat er etwas aus sich und seinem Leben gemacht. Mit vielen Veränderungen im Land ist er durchaus zufrieden, aber dass man keinen "Mohr im Hemd" mehr bestellen darf und gleichgeschlechtliche Paare jetzt auch noch heiraten wollen, geht ihm dann doch zu weit. EU, Migranten, Flüchtlinge, Roboterisierung, Social Media, die Krise der Politik und der Zeitungen: Karl Schmied sieht schwarz für die Zukunft. In seinem kleinen Kosmos fühlt er sich durchaus wohl. Bis zwei unerwartete Nachrichten sein sorgfältig zurechtgezimmertes Selbstbild krachend zum Einsturz bringen - worauf der vermeintlich Besonnene zu einem drastischen Mittel greift.
Mit spitzer Feder und hintersinnigem Witz taucht Livia Klingl in ihrem ersten Roman tief in die österreichische Seele ein. Sie schickt Karl Schmied auf eine Reise durch das Gestern, das Heute und das zu erwartende Morgen und blickt hinter die Fassade eines Menschen, der wie so viele andere auch das Gefühl hat, aus dieser unberechenbaren Zeit gefallen zu sein.
Portrait
Livia Klingl, geboren 1956 in Wien, mehr als 20 Jahre Kriegs- und Krisenberichterstatterin vom Balkan über Afghanistan bis Irak, Iran und Libanon, neun Jahre Leiterin des Außenpolitik-Ressorts im "Kurier" und Buchautorin. Österreichischer Staatspreis für "publizistische Leistungen im Interesse der Geistigen Landesverteidigung" im Jahr 2000, wohnt als passionierte Realistin (Eigendefinition) in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus, dem Bezirk mit der niedrigsten Kaufkraft und dem höchsten Ausländeranteil. "Der Lügenpresser" ist ihr erster Roman.
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 192 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783218011181
Verlag Verlag Kremayr & Scheriau
Dateigröße 1080 KB
Verkaufsrang 43527
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Herr Karl denkt
von Die Art der Ida Gratias am 03.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Herr Karl ist verliebt.  Herr Karl, das Pendant des österreichischen Herrn Mustermann, wird vom Statischen Bundesamt immer dann bemüht, wenn es darum geht den Durchschnittsmann und dessen Befindlichkeiten darzustellen. Welche Schuhgröße er trägt, welche Eissorte er schleckt und wie viele Kinder er so zeugt? Ein Mann mitte... Der Herr Karl ist verliebt.  Herr Karl, das Pendant des österreichischen Herrn Mustermann, wird vom Statischen Bundesamt immer dann bemüht, wenn es darum geht den Durchschnittsmann und dessen Befindlichkeiten darzustellen. Welche Schuhgröße er trägt, welche Eissorte er schleckt und wie viele Kinder er so zeugt? Ein Mann mitten aus dem Volk, der hier (vermeintlich) mit der oft bemühten Volkes-Stimme spricht. Der 62-jährigen Dr. der Geschichtswissenschaften,  Junggeselle seit ewigen Zeiten und Journalist der größten österreichischen Boulevardzeitung, Karl Schmied, ist, vielleicht sogar das erste Mal, so richtig verliebt. Verliebt in Sonja, die als Gastarbeiterin in Wien nur wenige Stunden pro Woche Zeit für ihn hat. Die unerfüllte Sehnsucht macht ihn redselig und aus Mangel eines realen Gegenübers ist es an den Lesern in der Gedankenspringflut von amusanter Beschreibung des Redaktionsalltags, nostalgischen Kindheitserinnerungen im konservativen Wien der Nachkriegszeit allein mit der Mama, bis hin zur weltpolitischen Großwetterlage im allgemeinen, dem Inneren Dialog des Protagonisten, nicht ans feindliche Ufer gespült zu werden. Ist Dr. Schmied als Akademiker, mit gut bezahlter Festanstellung, auch nicht unbedingt Durchschnitt im Gauß`schen Sinne, ist er doch ein Mann, der von sich behauptet ganz nah dran an Volkes Stimme zu sein, und diese mit Schriftgröße 36+ und im Fettdruck etwas lauter gestalten zu können. Von Montag bis Donnerstag lässt die Autorin ihren Helden schwadronieren, monologisieren & philosophieren, salbadern, palavern & hadern,  gar geifern & keifen, kein Thema zu dem er keine Meinung hätte, gerne auch mal sich widersprechende. In diesem Punkt ist Herr Karl ganz schrecklich menschlich, ein Jedermann, der natürlich auch eine Jederfrau sein kann, und uns den Spiegel vorhält. Gefährlich wird es, wenn die Personen als Medienvertreter eine besondere Wirkmacht haben.  Und noch gefährlicher, wenn gefühlige Meinungen Fakten den Platz streitig machen und zu Handlungsmaximen werden.  Am Freitag dann kommt es zum Show-down, der eigentlich jedem Western alle Ehre machen könnte, wenn dieses letzte Kapitel nicht so überzeichnet wäre, dass es etwas von einer Farce hat. Wo es 4 Tage handlungsarm vor sich hin plätscherte, aber gedankenreich grollte, wird nun der behäbige Kommentator aus seinem gemütlichen Besserwissersesssel geschubst, zum Routieren & (Über-)Agieren gebracht. Mir fehlt die logische inhaltliche und konzeptionelle Verbindung zwischen den vorherigen vier und diesem Kapitel. Hier wird am deutlichsten, dass Livia Klingl, eine in Österreich sehr bekannte Journalistin mit Schwerpunkt Kriegsberichterstattung, langjährige Leiterin des Außenpolitikresorts im Kurier und Trägerin des Staatspreises für publizistische Leistungen im Interesse der Geistigen Landesverteidigung im Jahre 2000 das Genre Roman als weiteres Vehikel, neben ihren aufklärerischen Sachbüchern, benutzt, um ein politisches Statement zu machen. Das ist natürlich aller Ehren wert. ABER...warum hat diese kluge Frau, ein Medienprofi, die in diesem Buch schließlich auch Medienkritik thematisiert, bitte nicht auf den marktschreierischen, klar auf die Verkaufszahlen schielenden, Titel verzichten können???  Lügenpresser! Das ist billig & beschämend. Der Begriff Lügenpresse, der vom rechten Rand nicht nur in Dresden & Wien auf der Straße, sondern auch im world wide web skandiert wird, der die Presse als gesteuerte Institution, als Systemmedien "am Gängelband von.." meint, die bewusst, also wider besseren Wissens, die Unwahrheit schreiben, reicht zurück ins 19. Jahrhundert und vor allem die Nazis haben ihn in propagandistischer Absicht zur politischen Gleichschaltung benutzt. Wenn dieser Begriff nun von den Medien und ihren Vertretern bedenkenlos übernommen wird, verharmlosen sie ihn, und machen den rechten Diskurs nicht nur zitierfähig, sonder titelgebend.

Den Herrn Karl gibt es auch noch 2018
von Sikal am 15.04.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dr. Karl Schmied, 62, Wiener Boulevardjournalist hat sich sein Leben zurechtgezimmert. Seit er die um einiges jüngere Sonja kennen- und liebenlernte, ist es um ihn geschehen. Karl ist verliebt. Beruflich wurde er nach Jahren von der Außenpolitik in die Chronik degradiert und kämpft ziemlich mit dieser Abwertung. Die Autorin ... Dr. Karl Schmied, 62, Wiener Boulevardjournalist hat sich sein Leben zurechtgezimmert. Seit er die um einiges jüngere Sonja kennen- und liebenlernte, ist es um ihn geschehen. Karl ist verliebt. Beruflich wurde er nach Jahren von der Außenpolitik in die Chronik degradiert und kämpft ziemlich mit dieser Abwertung. Die Autorin Livia Klingl lässt nun fünf Tage die Weltanschauung sowie das Werteverständnis von Herrn Karl Revue passieren. Wir lesen über seine Gedanken zu EU, Migranten, Robotern, Social Media, Politik. Er stellt sich auch Fragen zu seiner Beziehung mit Sonja, bringt seine Meinung über Schwule auf den Tisch und vieles mehr. Seine Ansichten zu topaktuellen Themen unserer Zeit sind schon sehr grenzwertig, spiegeln jedoch die Entwicklung in unserer Gesellschaft, die Tendenz zum rechten Gedankengut. Er springt während seiner Gedankengänge von einem Thema zum nächsten, kommt vom Hundertsten ins Tausendste, raunzt und jammert was das Zeug hält. Karl ist alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse, findet für alles und jeden oftmals haarsträubende Erklärungen und ist absolut nicht bereit seine Ansichten zu hinterfragen. Man sieht deutlich die Angstbilder, die den Menschen eingeimpft werden, findet aber auch sämtliche Vorurteile, die sich über Jahrzehnte in unser Gedankengut eingebrannt haben. Livia Klingl kann mehr als 20 Jahre Erfahrung als Kriegs- und Krisenberichterstatterin aufzeigen. Mit ihrem ersten Roman „Der Lügenpresser“ erinnert sie sehr an Qualtingers „Herrn Karl“, umgelegt in unsere Zeit. Sie hat hier keinen sympathischen Charakter geschaffen, aber einen eindrucksvollen, der mit der Welt ganz schön heftig ins Gericht geht. Ein bemerkenswerter Roman, ein Porträt der menschlichen Seele, in dem man erkennt, dass auch Bildung nicht unbedingt zu tolerantem, großzügigem Denken führt und automatisch Vorurteile ad acta legt. Volle Leseempfehlung!

Beängstigende Wahrheiten
von einer Kundin/einem Kunden aus wien am 07.04.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der 62 jährige Journalist und Historiker, Dr. Karl Schmied, kann im Grunde zufrieden sein mit seinem Leben. Aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet, jahrelang in seinem geliebten Außenressort tätig und neuerdings verliebt in die um einige Jahre jüngere Sonja, die aus Moldawien stammt. Und so beginnt er sich zu erinnern, wie e... Der 62 jährige Journalist und Historiker, Dr. Karl Schmied, kann im Grunde zufrieden sein mit seinem Leben. Aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet, jahrelang in seinem geliebten Außenressort tätig und neuerdings verliebt in die um einige Jahre jüngere Sonja, die aus Moldawien stammt. Und so beginnt er sich zu erinnern, wie es früher war, als sich Kinder noch an Kleinigkeiten erfreuen konnten, wo alles einfach noch ruhiger und kostbarer war. Und nun beschäftigen ihn Gedanken, die ihm Angst machen. Wie wird es mit den vielen Flüchtlingen weitergehen, die unser Land überschwemmen? Und wie kann es sein, dass plötzlich Schwule heiraten dürfen? Es gibt viele Themen über die sich Karl tagtäglich aufregt und ungläubig nur den Kopf schütteln kann. Dass die Zukunft nicht rosig aussehen wird, ist ihm auch bewusst. Denn eine politische Mitte gibt es nicht mehr und auch die Technisierung, die bereits in Form von Robotern Einzug hält und viele Menschen arbeitslos macht, ist nicht mehr aufzuhalten. Das Wichtigste aber für ihn ist, dass er seine Arbeit und Sonja liebt. Doch, dass seine ,,heile´´ Welt bald einstürzen wird, ahnt Karl noch nicht. Die Autorin, Livia Klingl, die als Kriegsberichterstatterin und Leiterin des Außenpolitik-Ressorts tätig war, hat als erfahrene Journalistin ihren ersten Roman ,, Der Lügenpresser´´ geschrieben. Wenn man dieses Buch gelesen hat, wird sich sicher das Weltbild ein wenig verändert haben. Livia Klingl hat mit ihrem Protagonisten, Dr. Karl Schmied, eine Figur erschaffen, die sehr an den berühmten ,,Herrn Karl´´ mit Helmut Qualtinger erinnert. Er raunzt, er schwadroniert, im Grunde ist er ein Gutmensch, dem aber viele Dinge gegen den Strich gehen und der seine heile Welt immer mehr in Gefahr sieht. Der Leser begleitet Karl Schmied in 5 Kapiteln, in denen er seine Monologe hält. Es mag vielleicht für so manchen zu Beginn langweilig erscheinen, aber ich kann versichern, dass man sehr schnell in einen Strudel hineingezogen wird, aus dem man nicht mehr so schnell heraus kommt. Es ist erstaunlich, dass es tatsächlich so viele Themen gibt, die die Menschen nicht nur in Wien/ Österreich, sondern auch in anderen Ländern beschäftigt. Die Autorin provoziert ständig mit ihren teils amüsanten, aber auch sehr heftigen Aussagen, wo einem sprichwörtlich die Luft weg bleibt. Seite 145: Die Flüchtlingsfrage, und keiner kann mir einreden, dass die nicht noch viel größer werden wird, ist so ein Problem. Alle herein lassen geht nicht. Auch wenn man weiß, dass da Babys im Meer ersaufen und ihre Mütter noch dazu. Alle ertrinken lassen geht auch nicht. Egal über welches Thema Karl Schmied ,,philosophiert´´ man findet immer wieder Gedanken, die einem schon selbst gekommen sind, wo man Menschen auf den Straßen heftig diskutieren hört und vor allem Geschichten, mit denen uns die ,,Brüllboulevard´´ täglich überschüttet. Die Autorin hat dabei auch sehr aktuelle Geschehnisse in ihrem Buch verarbeitet, was die ganze Authentizität der Geschichten noch verstärkt. Livia Klingl lässt keine Reizthemen wie Politik, Flüchtlingswelle oder Ausländerkriminalität aus. Aber auch die altbekannten Vorurteile über Schwule oder tätowierte Menschen werden ihrem Protagonisten mit abwerteten oder zynischen Worten in den Mund gelegt. Wer zart besaitet ist, für den ist das Buch sicher eine schwere Kost. Aber wer es schafft, diesen Roman zu lesen, dem werden sicher die Augen, die vielleicht schon manchmal ein wenig zu sehr geschlossen sind, wieder zu öffnen. Seite 21: Aber der Onliner ist eben ein Trottel! Trottel sagt man ja auch nicht mehr, das heißt jetzt Person mit Teilleistungsschwäche. Oder mit ohne Intelligenzhintergrund. Und die, die nichts verstehen, die sind jetzt die bildungsfreie Schicht.