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The Shards

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

445

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.01.2023

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

736

Maße (L/B/H)

21,9/15,1/5 cm

Beschreibung

Rezension

»eine hedonistische, verrückte, düstere und tragisch-komische Geschichte« ("Frankfurter Rundschau Online")
»Wer Ellis früher einmal verehrte, wird dankbar zurückkehren in den Kreis der Jünger. Wer noch nie etwas gelesen hat von ihm, wird die Sensation spüren, diesen
Autor zum ersten Mal zu erleben, in Hochform.« ("stern")
»irrwitzig aufregend« ("NDR Kultur")
»›The Shards‹ ist ein furioses Scherbengericht.« ("Stuttgarter Zeitung")
»ein Buch mit Sogwirkung [...], das einen an der Gurgel packt und nicht mehr loslässt« ("Falter")
»großartige wie radikale Satire« ("Deutschlandfunk Kultur")
»Wie suggestiv Bret Easton Ellis die Spannung hält und Panik und Paranoia erzeugt, ist sagenhaft. Ein großer Roman. Schon im Januar eines der Bücher des Jahres.« ("Passauer Neue Presse")
»Bret Easton Ellis kann es noch. Und wie.« ("SWR Lesenswert")
»Als Leser folgt man [Ellis] bereitwillig, wie er seine goldenste und schwärzeste Zeit auf ein Neues literarisch erkundet.« ("Deutschlandfunk")
»›The Shards‹ ist eine so fantastische wie grausame Reise in die eigene Jugend
im Los Angeles der 80er.« ("Welt am Sonntag")

Details

Verkaufsrang

445

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.01.2023

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

736

Maße (L/B/H)

21,9/15,1/5 cm

Gewicht

754 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzer

Stephan Kleiner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00482-3

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Sex, Drugs und ein Serienkiller

Bewertung aus Hamburg am 30.01.2023

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

September 1981: Als mit Robert Mallory ein neuer Mitschüler die Oberstufe der privaten Buckley School in Los Angeles betritt, gerät die Welt des 17-jährigen Bret Ellis komplett aus den Fugen. Einerseits charismatisch und charmant, andererseits nimmt Robert es offenbar mit der Wahrheit in Bezug auf seine düstere Vergangenheit nicht allzu genau. So dauert es nicht lange, bis der immer wahnhafter werdende Bret eine Verbindung zwischen Robert und dem Trawler vermutet - einem grausamen Serienmörder, der es auf Jugendliche abgesehen hat. Und während Brets Clique immer stärker in den Fokus des Trawlers zu geraten scheint, häufen sich auch bei ihm selbst seltsame Vorkommnisse. Wer fährt den beigen Transporter, der Bret verfolgt? Und was hat es mit den nächtlichen wortlosen Telefonanrufen auf sich? Es wäre aufgrund der Serienkiller-Thematik zu einfach, Bret Easton Ellis' jüngst bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen neuen Roman "The Shards" als schnöden Psychothriller zu lesen oder zu bezeichnen. Denn in dem 740 Seiten schweren Pageturner steckt so viel mehr, als man es auf den ersten Blick erwarten könnte. Bereits im Vorwort, das bis sage und schreibe Seite 24 andauert, erkennt man die große Fabulierlust des Autors, seine Liebe zum Detail, seinen Blick für vermeintliche Nebensächlichkeiten. Es soll nicht das letzte Mal sein, dass man sich während der Lektüre an Stephen Kings große Werke erinnert fühlt. Ellis betont in seinem Vorwort fast schon obsessiv, wie stark ihn die Vorkommnisse im September 1981 traumatisiert hätten und erklärt, warum er sich erst jetzt in der Lage fühle, diese Geschehnisse niederzuschreiben. Denn der Protagonist und Ich-Erzähler - und hier beginnt bereits das Verwirrspiel mit den Leser:innen - heißt eben Bret Ellis und nur "Easton" scheint einen Keil zwischen Hauptfigur und Autor treiben zu wollen. Bret ist ein Erzähler, der mit zunehmender Dauer immer paranoider und unzuverlässiger zu werden scheint. Es ist daher dringend zu empfehlen, bei der Lektüre auf jeden kleinsten Zwischenton des Erzählers zu achten, jede Äußerung gerade im Finale des Buches auf die Goldwaage zu legen. Denn ansonsten entgehen der Leserschaft möglicherweise zentrale Details. Im September 1981 beginnt das letzte Schuljahr für Bret und seine Freunde auf der Buckley School. Ellis baut eine Scheinwelt der Reichen und Schönen auf und ist sich nicht zu schade, die ein oder andere Klischeefigur auftreten zu lassen. Wie an amerikanischen Highschools üblich, gibt es natürlich den beliebten und etwas einfältigen Football-Star, der selbstverständlich mit dem schönsten Mädchen der Schule ein Traumpaar bildet. Es gibt den dauerbekifften Träumer, die drogenabhängige Tochter eines berühmten Filmproduzenten. Und natürlich gibt es Bret, der inmitten dieser Clique den coolen Unauffälligen gibt. Diese Unauffälligkeit ist ein zentrales Element, um den Protagonisten und alle seine folgenden Handlungen zu verstehen. Denn sie ist nicht aufgesetzt, sondern überlebenswichtig: Bret versteckt seine Homosexualität vor den anderen und hat sich mit Debbie, jener Filmproduzententochter, sogar eine Schein-Freundin zugelegt. Doch diese Scheinwelt bricht nach und nach wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Spätestens mit dem Auftritt Robert Mallorys lassen sich vorherige Oberflächlichkeiten nicht mehr aufrechterhalten. Während also der Großteil seiner Freunde nichts davon ahnt, konfrontiert der Ich-Erzähler seine Leserschaft umso expliziter mit dieser Homosexualität. Denn gerade in der ersten Hälfte des Romans bleibt man von den Details nicht verschont. In diesen Momenten erinnert "The Shards" ein wenig an Alan Hollinghurst, wobei dessen Figuren in der Regel etwas bornierter scheinen. Berührender sind da schon die stillen Momente, Brets Gedanken und Gefühle, die er verstecken muss. Ebenso explizit und grausam sind die Details der Trawler-Morde, die im letzten Drittel an einen Slasher-Film erinnern. Sie sind zu verzeihen, denn zuvor schafft es Bret Easton Ellis auf wirklich außergewöhnliche Art und Weise, eine so unheimliche und bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, wie ich sie lange nicht mehr gelesen habe. In einer besonders aufregenden Szene verbringt Bret allein eine Nacht in einem Haus in der Wüste in Palm Springs und wird durch Geräusche und einen durchs Haus wandernden Lichtstrahl einer Taschenlampe geweckt, was fast schon atemberaubend spannend ist. Ohnehin schafft Ellis immer wieder Cliffhanger und Andeutungen an den Kapitelenden, die es den Lesenden unglaublich schwer machen, das Buch aus der Hand zu legen. Die Einsamkeit der Jugendlichen ist ein weiterer zentraler Aspekt in "The Shards". Denn die Erwachsenen glänzen vornehmlich durch Abwesenheit oder Fehlverhalten. So erwacht Bret jeden Morgen in seinem "leeren Haus am Mulholland Drive", die Eltern eines verschwundenen Mitschülers bemerken erst drei Tage später dessen Verlust. Eine Einsamkeit, die sich ganz hervorragend auch am melancholischen Soundtrack des Buches ablesen und nachhören lässt, denn der Einsatz der Musik spielt eine so wichtige Rolle, dass man sich auch diesen Ellis-Roman wieder, wie schon bei "American Psycho", unbedingt als Verfilmung vorstellen kann. Insgesamt ist "The Shards" eine äußerst gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Drama, Highschool-Roman, Psychothriller und Horror, die neben den King- und Hollinghurst-Referenzen in ihren filmischen Momenten auch an David Lynch, Brian de Palma oder John Carpenter erinnert. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Orts- und Straßennamen in Hollywood und Los Angeles. Unbedingt lesenswert, auch wenn das Buch insgesamt vielleicht 50 oder 100 Seiten kürzer hätte ausfallen können.

Sex, Drugs und ein Serienkiller

Bewertung aus Hamburg am 30.01.2023
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

September 1981: Als mit Robert Mallory ein neuer Mitschüler die Oberstufe der privaten Buckley School in Los Angeles betritt, gerät die Welt des 17-jährigen Bret Ellis komplett aus den Fugen. Einerseits charismatisch und charmant, andererseits nimmt Robert es offenbar mit der Wahrheit in Bezug auf seine düstere Vergangenheit nicht allzu genau. So dauert es nicht lange, bis der immer wahnhafter werdende Bret eine Verbindung zwischen Robert und dem Trawler vermutet - einem grausamen Serienmörder, der es auf Jugendliche abgesehen hat. Und während Brets Clique immer stärker in den Fokus des Trawlers zu geraten scheint, häufen sich auch bei ihm selbst seltsame Vorkommnisse. Wer fährt den beigen Transporter, der Bret verfolgt? Und was hat es mit den nächtlichen wortlosen Telefonanrufen auf sich? Es wäre aufgrund der Serienkiller-Thematik zu einfach, Bret Easton Ellis' jüngst bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen neuen Roman "The Shards" als schnöden Psychothriller zu lesen oder zu bezeichnen. Denn in dem 740 Seiten schweren Pageturner steckt so viel mehr, als man es auf den ersten Blick erwarten könnte. Bereits im Vorwort, das bis sage und schreibe Seite 24 andauert, erkennt man die große Fabulierlust des Autors, seine Liebe zum Detail, seinen Blick für vermeintliche Nebensächlichkeiten. Es soll nicht das letzte Mal sein, dass man sich während der Lektüre an Stephen Kings große Werke erinnert fühlt. Ellis betont in seinem Vorwort fast schon obsessiv, wie stark ihn die Vorkommnisse im September 1981 traumatisiert hätten und erklärt, warum er sich erst jetzt in der Lage fühle, diese Geschehnisse niederzuschreiben. Denn der Protagonist und Ich-Erzähler - und hier beginnt bereits das Verwirrspiel mit den Leser:innen - heißt eben Bret Ellis und nur "Easton" scheint einen Keil zwischen Hauptfigur und Autor treiben zu wollen. Bret ist ein Erzähler, der mit zunehmender Dauer immer paranoider und unzuverlässiger zu werden scheint. Es ist daher dringend zu empfehlen, bei der Lektüre auf jeden kleinsten Zwischenton des Erzählers zu achten, jede Äußerung gerade im Finale des Buches auf die Goldwaage zu legen. Denn ansonsten entgehen der Leserschaft möglicherweise zentrale Details. Im September 1981 beginnt das letzte Schuljahr für Bret und seine Freunde auf der Buckley School. Ellis baut eine Scheinwelt der Reichen und Schönen auf und ist sich nicht zu schade, die ein oder andere Klischeefigur auftreten zu lassen. Wie an amerikanischen Highschools üblich, gibt es natürlich den beliebten und etwas einfältigen Football-Star, der selbstverständlich mit dem schönsten Mädchen der Schule ein Traumpaar bildet. Es gibt den dauerbekifften Träumer, die drogenabhängige Tochter eines berühmten Filmproduzenten. Und natürlich gibt es Bret, der inmitten dieser Clique den coolen Unauffälligen gibt. Diese Unauffälligkeit ist ein zentrales Element, um den Protagonisten und alle seine folgenden Handlungen zu verstehen. Denn sie ist nicht aufgesetzt, sondern überlebenswichtig: Bret versteckt seine Homosexualität vor den anderen und hat sich mit Debbie, jener Filmproduzententochter, sogar eine Schein-Freundin zugelegt. Doch diese Scheinwelt bricht nach und nach wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Spätestens mit dem Auftritt Robert Mallorys lassen sich vorherige Oberflächlichkeiten nicht mehr aufrechterhalten. Während also der Großteil seiner Freunde nichts davon ahnt, konfrontiert der Ich-Erzähler seine Leserschaft umso expliziter mit dieser Homosexualität. Denn gerade in der ersten Hälfte des Romans bleibt man von den Details nicht verschont. In diesen Momenten erinnert "The Shards" ein wenig an Alan Hollinghurst, wobei dessen Figuren in der Regel etwas bornierter scheinen. Berührender sind da schon die stillen Momente, Brets Gedanken und Gefühle, die er verstecken muss. Ebenso explizit und grausam sind die Details der Trawler-Morde, die im letzten Drittel an einen Slasher-Film erinnern. Sie sind zu verzeihen, denn zuvor schafft es Bret Easton Ellis auf wirklich außergewöhnliche Art und Weise, eine so unheimliche und bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, wie ich sie lange nicht mehr gelesen habe. In einer besonders aufregenden Szene verbringt Bret allein eine Nacht in einem Haus in der Wüste in Palm Springs und wird durch Geräusche und einen durchs Haus wandernden Lichtstrahl einer Taschenlampe geweckt, was fast schon atemberaubend spannend ist. Ohnehin schafft Ellis immer wieder Cliffhanger und Andeutungen an den Kapitelenden, die es den Lesenden unglaublich schwer machen, das Buch aus der Hand zu legen. Die Einsamkeit der Jugendlichen ist ein weiterer zentraler Aspekt in "The Shards". Denn die Erwachsenen glänzen vornehmlich durch Abwesenheit oder Fehlverhalten. So erwacht Bret jeden Morgen in seinem "leeren Haus am Mulholland Drive", die Eltern eines verschwundenen Mitschülers bemerken erst drei Tage später dessen Verlust. Eine Einsamkeit, die sich ganz hervorragend auch am melancholischen Soundtrack des Buches ablesen und nachhören lässt, denn der Einsatz der Musik spielt eine so wichtige Rolle, dass man sich auch diesen Ellis-Roman wieder, wie schon bei "American Psycho", unbedingt als Verfilmung vorstellen kann. Insgesamt ist "The Shards" eine äußerst gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Drama, Highschool-Roman, Psychothriller und Horror, die neben den King- und Hollinghurst-Referenzen in ihren filmischen Momenten auch an David Lynch, Brian de Palma oder John Carpenter erinnert. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Orts- und Straßennamen in Hollywood und Los Angeles. Unbedingt lesenswert, auch wenn das Buch insgesamt vielleicht 50 oder 100 Seiten kürzer hätte ausfallen können.

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