Der Nachtwächter

Roman

Louise Erdrich

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Beschreibung


Pulitzer Prize for Fiction 2021.

Kann ein Einzelner den Lauf der Geschichte verändern? Kann eine Minderheit etwas gegen einen übermächtigen Gegner, den Staat, ausrichten? »Der Nachtwächter«, der neue Roman der mit dem National Book Award ausgezeichneten Autorin Louise Erdrich, basiert auf dem außergewöhnlichen Leben von Erdrichs Großvater, der den Protest gegen die Enteignung der amerikanischen UreinwohnerInnen vom ländlichen North Dakota bis nach Washington trug. Elegant, humorvoll und emotional mitreißend führt Louise Erdrich vor, warum sie zu den bedeutendsten amerikanischen Autorinnen der Gegenwart gezählt wird - und zeigt, dass wir alle für unsere Überzeugungen kämpfen sollten und dabei manchmal sogar etwas zu verändern vermögen.

»Mir stockte der Atem, als ich begriff, was meinem Großvater von seinem Nachtwächter-Schreibtisch aus gelungen war.« Louise Erdrich

»Ein meisterhaftes Epos. Nach der Lektüre ist man tief bewegt und vermisst diese Figuren, als wären sie echte Menschen.« New York Times Book Review

»Mit diesem Roman ist Louise Erdrich auf der Höhe ihrer genialischen Schaffenskraft angelangt.« Washington Post

Produktdetails

Verkaufsrang 15485
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 12.07.2021
Verlag Aufbau
Seitenzahl 496
Maße (L/B/H) 21,8/13,3/4,4 cm
Gewicht 656 g
Auflage 1. Auflage
Originaltitel The Night Watchman
Übersetzer Gesine Schröder
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-351-03857-1

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Eine liebevolle Hommage

Eine Kundin/ein Kunde aus Vaihingen an der Enz am 02.11.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Louise Erdrich, Autorin mit Chippewa-Wurzeln, 2021 mit dem Pulitzer 2021 für diesen Roman ausgezeichnet, zeigt in „Der Nachtwächter“ das dunkle Kapitel der „Termination Bill“ auf, die ihren Anfang zu Beginn der fünfziger Jahre hat. Verträge, die seit langem Bestand haben, werden gebrochen mit dem Ziel, die Stämme zu zerschlagen, die Ureinwohner von ihrem Land zu vertreiben und in Städte umzusiedeln. Schlussendlich Landraub mit legitimen Mitteln. Druck wird im Wesentlichen über die finanzielle Schiene aufgebaut. Den Stämmen wird der autonome Status aberkannt, die Entschädigungszahlungen für die Besiedlung von Stammesland eingestellt. Die Auswirkungen, die dies hat, sind bis heute deutlich zu sehen: Armut, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven und nicht zuletzt der Identitätsverlust der Vertriebenen. Erdrichs Großvater wurde im Turtle Mountain Reservat in North Dakota geboren, und seine Geschichte ist Inspiration und Grundlage für diesen Roman, in dessen Zentrum Thomas Wazhushk steht. Nachts bewacht er eine Fabrik, in der tagsüber die Frauen des Turtle-Mountain-Clans arbeiten, unter anderem auch seine Nichte Pixie. Thomas ist ein guter, ein mitfühlender Mensch und will die anstehende Vertreibung mit allen Mitteln verhindern, weshalb er einerseits innerhalb des Reservats versucht, zu informieren und einen Marsch nach Washington zu organisieren, andererseits aber auch viele Nächte damit verbringt, lange Briefe an die Verantwortlichen in Washington zu schreiben, um seinen Stamm vor der Auslöschung, aber auch den Erfahrungen zu bewahren, die Pixie machen muss, als sie in Minneapolis nach ihrer Schwester sucht, die das Reservat verlassen hat und spurlos verschwunden ist. Es ist ein buntes Kaleidoskop, zusammengesetzt aus unzähligen Einzelschicksalen, Drama und leisem Humor, übernatürlichen Erscheinungen, Mystik und Spiritualität. Eine liebe- und respektvolle Hommage an die Menschen, die trotz aller Widrigkeiten ihre Würde behalten und mit aller Entschlossenheit für ihre Traditionen und ihre Existenz kämpfen. Lesen!

5/5

Eine liebevolle Hommage

Eine Kundin/ein Kunde aus Vaihingen an der Enz am 02.11.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Louise Erdrich, Autorin mit Chippewa-Wurzeln, 2021 mit dem Pulitzer 2021 für diesen Roman ausgezeichnet, zeigt in „Der Nachtwächter“ das dunkle Kapitel der „Termination Bill“ auf, die ihren Anfang zu Beginn der fünfziger Jahre hat. Verträge, die seit langem Bestand haben, werden gebrochen mit dem Ziel, die Stämme zu zerschlagen, die Ureinwohner von ihrem Land zu vertreiben und in Städte umzusiedeln. Schlussendlich Landraub mit legitimen Mitteln. Druck wird im Wesentlichen über die finanzielle Schiene aufgebaut. Den Stämmen wird der autonome Status aberkannt, die Entschädigungszahlungen für die Besiedlung von Stammesland eingestellt. Die Auswirkungen, die dies hat, sind bis heute deutlich zu sehen: Armut, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven und nicht zuletzt der Identitätsverlust der Vertriebenen. Erdrichs Großvater wurde im Turtle Mountain Reservat in North Dakota geboren, und seine Geschichte ist Inspiration und Grundlage für diesen Roman, in dessen Zentrum Thomas Wazhushk steht. Nachts bewacht er eine Fabrik, in der tagsüber die Frauen des Turtle-Mountain-Clans arbeiten, unter anderem auch seine Nichte Pixie. Thomas ist ein guter, ein mitfühlender Mensch und will die anstehende Vertreibung mit allen Mitteln verhindern, weshalb er einerseits innerhalb des Reservats versucht, zu informieren und einen Marsch nach Washington zu organisieren, andererseits aber auch viele Nächte damit verbringt, lange Briefe an die Verantwortlichen in Washington zu schreiben, um seinen Stamm vor der Auslöschung, aber auch den Erfahrungen zu bewahren, die Pixie machen muss, als sie in Minneapolis nach ihrer Schwester sucht, die das Reservat verlassen hat und spurlos verschwunden ist. Es ist ein buntes Kaleidoskop, zusammengesetzt aus unzähligen Einzelschicksalen, Drama und leisem Humor, übernatürlichen Erscheinungen, Mystik und Spiritualität. Eine liebe- und respektvolle Hommage an die Menschen, die trotz aller Widrigkeiten ihre Würde behalten und mit aller Entschlossenheit für ihre Traditionen und ihre Existenz kämpfen. Lesen!

2/5

Tragisches Thema, dennoch fehlender Tiefgang bei den Figuren

G. G. am 27.09.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ich habe dieses Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen und es war wirklich nicht schlecht geschrieben. Das Thema der Enteignung der Ländereien von Ureinwohner in Amerika im 20. Jahrhundert wurde gut reflektiert und auch die ganze Story schien einen deutlichen roten Faden aufzuweisen. Die Geschichte beginnt mit Thomas, der als Nachtwächter eine Firma bewacht, gefolgt von Patrice, die eine Arbeiterin in dieser Firma ist und vielen weiteren Figuren, die parallel in jeweiligen Kapiteln vorgestellt werden. Ich habe aus diesem Buch einiges über die Terminierung lernen können, habe auch gut verstanden, wie viel Leid es dort nach dem Beschluss gab und wie verzweifelt versucht wurde dagegen anzukämpfen. All dies ist relativ gut gelungen. Aber es gibt auch einige Dinge, die mir nicht gefallen haben. Die Figuren bleiben oberflächlich und haben wenig Tiefgang (zumindest fand ich das so). ACHTUNG SPOILER! -> Aber am durchgeknalltesten fand ich den Wasserbüffel im Aquarium, den Patrice für einige Abende verkörpern sollte. Es wirkte absurd, befremdlich und nicht passend. Zwischendurch war das Buch auch anstrengend und die Story zog sich hin. Klar, man hat etwas über die Reservate und die Enteignung gelernt, das Leid der Indianer und vor allem dem Alkoholmissbrauch, aber ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht. An sich ist das Buch zu empfehlen, aber ich würde es kein zweites Mal lesen.

2/5

Tragisches Thema, dennoch fehlender Tiefgang bei den Figuren

G. G. am 27.09.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ich habe dieses Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen und es war wirklich nicht schlecht geschrieben. Das Thema der Enteignung der Ländereien von Ureinwohner in Amerika im 20. Jahrhundert wurde gut reflektiert und auch die ganze Story schien einen deutlichen roten Faden aufzuweisen. Die Geschichte beginnt mit Thomas, der als Nachtwächter eine Firma bewacht, gefolgt von Patrice, die eine Arbeiterin in dieser Firma ist und vielen weiteren Figuren, die parallel in jeweiligen Kapiteln vorgestellt werden. Ich habe aus diesem Buch einiges über die Terminierung lernen können, habe auch gut verstanden, wie viel Leid es dort nach dem Beschluss gab und wie verzweifelt versucht wurde dagegen anzukämpfen. All dies ist relativ gut gelungen. Aber es gibt auch einige Dinge, die mir nicht gefallen haben. Die Figuren bleiben oberflächlich und haben wenig Tiefgang (zumindest fand ich das so). ACHTUNG SPOILER! -> Aber am durchgeknalltesten fand ich den Wasserbüffel im Aquarium, den Patrice für einige Abende verkörpern sollte. Es wirkte absurd, befremdlich und nicht passend. Zwischendurch war das Buch auch anstrengend und die Story zog sich hin. Klar, man hat etwas über die Reservate und die Enteignung gelernt, das Leid der Indianer und vor allem dem Alkoholmissbrauch, aber ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht. An sich ist das Buch zu empfehlen, aber ich würde es kein zweites Mal lesen.

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5/5

„Ich bin der festen Ansicht, dass dieses Gesetz für unsere Leute den Untergang bedeuten würde.“

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Über das Schicksal und den Kampf der Indianer des Turtle Mountain Reservats in North Dakota gegen ihre „Terminierung“ und für ein menschenwürdiges Dasein – ernstes Thema, ruhige, schöne Literatur, magisch, eine Aufarbeitung der Familiengeschichte der Autorin, Pulitzerpreis 2021.
5/5

„Ich bin der festen Ansicht, dass dieses Gesetz für unsere Leute den Untergang bedeuten würde.“

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Über das Schicksal und den Kampf der Indianer des Turtle Mountain Reservats in North Dakota gegen ihre „Terminierung“ und für ein menschenwürdiges Dasein – ernstes Thema, ruhige, schöne Literatur, magisch, eine Aufarbeitung der Familiengeschichte der Autorin, Pulitzerpreis 2021.

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