Nachruf auf mich selbst.

Die Kultur des Aufhörens

Harald Welzer

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Beschreibung


Bestseller-Autor Harald Welzer stellt fest, dass unsere Kultur kein Konzept vom Aufhören hat. Deshalb baut sie Autobahnen und Flughäfen für Zukünfte, in denen es keine Autos und Flughäfen mehr geben wird. Und sie versucht, unsere Zukunftsprobleme durch Optimierung zu lösen, obwohl ein optimiertes Falsches immer noch falsch ist. Damit verbaut sie viele Möglichkeiten, das Leben durch Weglassen und Aufhören besser zu machen. Diese Kultur hat den Tod genauso zur Privatangelegenheit gemacht, wie sie die Begrenztheit der Erde verbissen ignoriert.

Harald Welzer zeigt in einer faszinierenden Montage aus wissenschaftlichen Befunden, psychologischen Einsichten und persönlichen Geschichten, wie man aus den Absurditäten dieser gesellschaftlichen Entwicklung herausfindet. Man muss rechtzeitig einen Nachruf auf sich selbst schreiben, damit man weiß, wie man gelebt haben will.

Produktdetails

Verkaufsrang 3031
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 06.10.2021
Verlag S. Fischer Verlag
Seitenzahl 288
Maße (B/H) 20,6/13/3 cm
Gewicht 405 g
Auflage 2. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397103-3

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Nachruf auf die Welt von heute

S.A.W aus Salzburg am 17.10.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Welzer kennt sich bei der Zukunft aus, das hat er in vielen Büchern bewiesen, für mich ist er DER Zukunftsexperte. Mit diesem Buch greift er ins Philosophische: Die längere Lebenserwartung hat dazu geführt, dass wir den Tod verdrängen, da er nicht mehr so wie früher allgegenwärtig ist und in jedem Lebensalter zuschlägt. Die Medizin nährt die Illusion, dass der Tod bald abgeschafft sein wird. Seit der Säkularisierung müssen wir unsere Sterblichkeit erdrängen, denn anders als früher haben wir keine Gewissheit mehr, dass es im Jenseits weitergeht. Allerdings hat Corona uns aufgerüttelt, denn plötzlich ist die Todesangst wieder da und so handeln wir irrational. Unter Stress neigen wir dazu, alles Bewährte einfach fortzusetzen, denn das gibt uns Sicherheit. Alle Utopien und Zukunftsprognosen sind nur Fortschreibungen des Gegenwärtigen und deswegen schon in sich falsch. In meinem Buch „Problem Zukunft“ komme ich zu einem ähnlichen Schluss. Wir terrorisieren uns selbst mit der Angst vor einer Zukunft, die so wie prognostiziert, sicher nicht kommen wird. Welzer meint, wir müssen unsere Endlichkeit akzeptieren und alles beenden, was uns nicht mehr guttut. Das fängt mit Rauchen, Alkohol, Zucker und Übergewicht an und hört beim Überfluss nicht auf. Wir verbrauchen mehr Biomasse, als es auf der Welt gibt, um leblose Produkte herzustellen, die im Müll landen. Damit haben wir einen Kipppunkt überschritten, denn die Fortschreibung des Bestehenden bedeutet, dass es am Ende keine Biomasse mehr geben wird und damit auch keine Menschheit. Erfrischend, wie Welzer über die Ökonomen vom Leder zieht. Ich stimme ihm zu, das sind keine Wissenschaftler, sondern Ideologen, die die Religion des freien Marktes predigen, der endlos wachsen wird, wider besseres Wissen. Statt zu überlegen, was wir noch alles produzieren könnten, sollten wir uns fragen, was wir alles nicht mehr produzieren sollten, weil wir es gar nicht brauchen für Glück und Wohlstand. Wir müssen weder fliegen, noch Auto fahren, noch Schmuck und viele Häuser besitzen, das bilden wir uns alles nur ein, aus Prestigegründen, in die wir hineinmanipuliert werden. Wir müssen lernen loszulassen, alles Überflüssige loszuwerden. Nur dann können wir die Erde retten und anfangen zu überlegen, was in der Zukunft alles nicht mehr so sein wird wie heute. Denn letzteres ist das Einzige, was sicher ist. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Problem Zukunft. Es kommt anders, als man denkt“

5/5

Nachruf auf die Welt von heute

S.A.W aus Salzburg am 17.10.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Welzer kennt sich bei der Zukunft aus, das hat er in vielen Büchern bewiesen, für mich ist er DER Zukunftsexperte. Mit diesem Buch greift er ins Philosophische: Die längere Lebenserwartung hat dazu geführt, dass wir den Tod verdrängen, da er nicht mehr so wie früher allgegenwärtig ist und in jedem Lebensalter zuschlägt. Die Medizin nährt die Illusion, dass der Tod bald abgeschafft sein wird. Seit der Säkularisierung müssen wir unsere Sterblichkeit erdrängen, denn anders als früher haben wir keine Gewissheit mehr, dass es im Jenseits weitergeht. Allerdings hat Corona uns aufgerüttelt, denn plötzlich ist die Todesangst wieder da und so handeln wir irrational. Unter Stress neigen wir dazu, alles Bewährte einfach fortzusetzen, denn das gibt uns Sicherheit. Alle Utopien und Zukunftsprognosen sind nur Fortschreibungen des Gegenwärtigen und deswegen schon in sich falsch. In meinem Buch „Problem Zukunft“ komme ich zu einem ähnlichen Schluss. Wir terrorisieren uns selbst mit der Angst vor einer Zukunft, die so wie prognostiziert, sicher nicht kommen wird. Welzer meint, wir müssen unsere Endlichkeit akzeptieren und alles beenden, was uns nicht mehr guttut. Das fängt mit Rauchen, Alkohol, Zucker und Übergewicht an und hört beim Überfluss nicht auf. Wir verbrauchen mehr Biomasse, als es auf der Welt gibt, um leblose Produkte herzustellen, die im Müll landen. Damit haben wir einen Kipppunkt überschritten, denn die Fortschreibung des Bestehenden bedeutet, dass es am Ende keine Biomasse mehr geben wird und damit auch keine Menschheit. Erfrischend, wie Welzer über die Ökonomen vom Leder zieht. Ich stimme ihm zu, das sind keine Wissenschaftler, sondern Ideologen, die die Religion des freien Marktes predigen, der endlos wachsen wird, wider besseres Wissen. Statt zu überlegen, was wir noch alles produzieren könnten, sollten wir uns fragen, was wir alles nicht mehr produzieren sollten, weil wir es gar nicht brauchen für Glück und Wohlstand. Wir müssen weder fliegen, noch Auto fahren, noch Schmuck und viele Häuser besitzen, das bilden wir uns alles nur ein, aus Prestigegründen, in die wir hineinmanipuliert werden. Wir müssen lernen loszulassen, alles Überflüssige loszuwerden. Nur dann können wir die Erde retten und anfangen zu überlegen, was in der Zukunft alles nicht mehr so sein wird wie heute. Denn letzteres ist das Einzige, was sicher ist. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Problem Zukunft. Es kommt anders, als man denkt“

5/5

Ein Nachruf ist ein probates Mittel ...

Eine Kundin/ein Kunde aus Speyer am 13.10.2021

Bewertet: Hörbuch-Download

Einen Nachruf auf sich selbst zu erfassen, kennen z. B. Coaches aus ihrem Methodenkoffer. Nun hat Harald Welzer sich dieses Instruments bedient, das verspricht eine aufschlussreiche und lebendige Hörlektüre, da er sein Buch selbst für das Hörbuch liest. Seit meinem ersten „Zusammenprall“ mit Welzer bei Lanz „entkomme“ ich ihm kaum noch, hat er doch mit mehr als einem seiner Bücher bewiesen, dass er es immer wieder schafft, außerhalb der üblichen Normen zu denken, das aber meist logisch stringent abzuleiten bzw. „einfach mal zu machen“ (also das Denken). Völlig neu ist die Erkenntnis ja nicht, dass wir bzw. unsere Kultur einfach nur „Wachstum“ kennt, also das Gegenteil vom Aufhören: Wir bauen munter Straßen, steigen von Verbrennern auf E-Autos um usw. aber wozu überhaupt? Wir optimieren unsere Welt (und uns selbst oft gleich mit), statt dass wir mal einen Schritt zurückträten, uns unseren Unfug ansähen und überlegten, wie sinnvoll das alles ist. Wäre es nicht gesünder, manches wegzulassen? Klar, wir kaufen Bücher übers Simplifizieren, über die Macht weniger Dinge in einem aufgeräumten Zuhause, aber wer geht so weit, eine echte Bestandsaufnahme seines Hausstands zu machen – und welcher Politiker geht (getrieben von der Angst, wiedergewählt zu werden) so weit, einfach das zu tun, was er für sinnvoll hält? Mir fallen nicht viele ein und wenn, dann sind es Kommunalpolitiker. Und wie sieht es überhaupt mit (unpolemischen) Diskussionen über den Tod aus, die gerade in den letzten Jahren nötig gewesen wären? Welzer leitet seine Leser auch mit dieser Melange wissenschaftlicher Befunde, psychologischer Erkenntnisse und seiner ganz persönlichen (und damit oft von feiner Ironie durchzogenen) Erlebnissen an, wie man dahinterkommt, wie idiotisch wir uns eigentlich aufführen in unserer völligen Maßlosigkeit. Hierzu ist ein Nachruf ein probates Mittel, sich selbst zum Nachdenken und Hinterfragen zu bringen. Mit Aussagen a la „Jetzt verändern, nicht in der Zukunft“, „Lebensbedeutung ist nicht nach Länge bemessbar“ hält er uns einen Spiegel vor, der nicht unbedingt ein nettes Bild darstellt. Wer das erträgt (und noch mehr, die es schwer ertragen), dem sei das Buch empfohlen – in der Hörbuchfassung kann dann auch noch sein Vortrag mitwirken …

5/5

Ein Nachruf ist ein probates Mittel ...

Eine Kundin/ein Kunde aus Speyer am 13.10.2021
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Einen Nachruf auf sich selbst zu erfassen, kennen z. B. Coaches aus ihrem Methodenkoffer. Nun hat Harald Welzer sich dieses Instruments bedient, das verspricht eine aufschlussreiche und lebendige Hörlektüre, da er sein Buch selbst für das Hörbuch liest. Seit meinem ersten „Zusammenprall“ mit Welzer bei Lanz „entkomme“ ich ihm kaum noch, hat er doch mit mehr als einem seiner Bücher bewiesen, dass er es immer wieder schafft, außerhalb der üblichen Normen zu denken, das aber meist logisch stringent abzuleiten bzw. „einfach mal zu machen“ (also das Denken). Völlig neu ist die Erkenntnis ja nicht, dass wir bzw. unsere Kultur einfach nur „Wachstum“ kennt, also das Gegenteil vom Aufhören: Wir bauen munter Straßen, steigen von Verbrennern auf E-Autos um usw. aber wozu überhaupt? Wir optimieren unsere Welt (und uns selbst oft gleich mit), statt dass wir mal einen Schritt zurückträten, uns unseren Unfug ansähen und überlegten, wie sinnvoll das alles ist. Wäre es nicht gesünder, manches wegzulassen? Klar, wir kaufen Bücher übers Simplifizieren, über die Macht weniger Dinge in einem aufgeräumten Zuhause, aber wer geht so weit, eine echte Bestandsaufnahme seines Hausstands zu machen – und welcher Politiker geht (getrieben von der Angst, wiedergewählt zu werden) so weit, einfach das zu tun, was er für sinnvoll hält? Mir fallen nicht viele ein und wenn, dann sind es Kommunalpolitiker. Und wie sieht es überhaupt mit (unpolemischen) Diskussionen über den Tod aus, die gerade in den letzten Jahren nötig gewesen wären? Welzer leitet seine Leser auch mit dieser Melange wissenschaftlicher Befunde, psychologischer Erkenntnisse und seiner ganz persönlichen (und damit oft von feiner Ironie durchzogenen) Erlebnissen an, wie man dahinterkommt, wie idiotisch wir uns eigentlich aufführen in unserer völligen Maßlosigkeit. Hierzu ist ein Nachruf ein probates Mittel, sich selbst zum Nachdenken und Hinterfragen zu bringen. Mit Aussagen a la „Jetzt verändern, nicht in der Zukunft“, „Lebensbedeutung ist nicht nach Länge bemessbar“ hält er uns einen Spiegel vor, der nicht unbedingt ein nettes Bild darstellt. Wer das erträgt (und noch mehr, die es schwer ertragen), dem sei das Buch empfohlen – in der Hörbuchfassung kann dann auch noch sein Vortrag mitwirken …

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