Der Zauberer

Roman

Colm Tóibín

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Beschreibung

Feinfühlig, vorurteilslos, unterhaltsam – Colm Tóibíns neuer großer Roman über Thomas Mann

Ein literarisches Ereignis. Colm Tóibín erzählt mit einmaliger Empathie das Leben von Thomas Mann als Roman. Von der Kindheit in Lübeck bis zur Heirat in München, von der Gegnerschaft gegen die Nazis bis zum amerikanischen Exil. Wie viele Gesichter hatte der weltberühmte Autor und Familienvater, der sein Gefühlsleben verborgen hielt, zerrissen zwischen homosexuellem Begehren und familiärem Pflichtgefühl, zwischen der Wonne der Bürgerlichkeit und der künstlerischen Askese? Selten wurde so feinfühlig, vorurteilslos und mit frappierender Leichtigkeit über den legendären Schriftsteller und seine schillernde Familie geschrieben. Ein Künstlerroman, wie man ihn in Deutschland noch nie gelesen hat.

"Colm Tóibín hat auch hier wieder einen bunten Lebensteppich gewebt ... Ja, er hat gar schöne Spiele mit uns gespielt, dieser (Thomas) Mann, nichts in der deutschen Literatur reicht daran heran, aber sein Einsatz war immer er selber. Colm Toibin hat ihn uns neu geschenkt." Tilman Krause, Die Welt, 08.11.21

„Thomas Manns gelebtes Leben neu erzählt. Nicht nur er ist ein Zauberer, Colm Tóibín ist es auch … Es gelingt ihm, Thomas Mann in all seiner Zerrissenheit darzustellen - und ihn damit ein wenig nahbarer zu machen.“ Maren Ahring, NDR Kulturjournal, 07.10.21

"Colm Tóibíns empathischer Blick auf die Familie macht die Geschichte der Manns und damit auch deutsche Literaturgeschichte für junge Leute und kommende Generationen zugänglich, ohne zu verklären. Der Roman besticht durch amüsante Dialoge… Tóibín hat in einer einfachen, aber raffinierten Prosa ein mitreißendes Zeit- und Gesellschaftsporträt geschaffen.“ Mareike Ilsemann, WDR 5 Scala, 28.09.21

Produktdetails

Verkaufsrang 45936
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 27.09.2021
Verlag Carl Hanser Verlag
Seitenzahl 560
Maße (L/B/H) 21,8/14,8/4,2 cm
Gewicht 772 g
Auflage 2
Originaltitel The Magician
Übersetzer Giovanni Bandini
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-27089-3

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Annäherung an ein großes Idol

Eine Kundin/ein Kunde aus Baden-Württemberg am 11.11.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Der irische Romancier Colm Tóibín hat sich an einen Roman herangewagt, in dessen Mittelpunkt der Schriftsteller Thomas Mann (1875 – 1955) steht. Wie das lange Quellenverzeichnis belegt, hat Tóibín dafür umfangreiche Recherchen betrieben, um sich möglichst genau an das biografisch Hinterlegte zu halten. Tóibín hat sich seinem Protagonisten angenähert, sich in ihn hineingedacht. Er hat versucht, seinen Weg, sein Verhalten und seine Entwicklung auszuleuchten und wo nötig zu interpretieren. Als Romancier war es ihm dabei möglich, Szenen nachzustellen oder Gedanken auszuformulieren, die vielleicht nicht genau so überliefert wurden. Im Zuge der Lektüre fragt man sich zwangsläufig immer wieder, ob sich dies oder jenes wohl wirklich so zugetragen hat. Fest steht, dass das Gesamtkonstrukt glaubwürdig gelungen ist. Tóibín zeigt einen Mann, der bisher eher als unnahbarer Intellektueller beschrieben wurde, in seiner Vielschichtigkeit als Mensch und Familienoberhaupt. Die von Tóibín gewählte personale Erzählperspektive ermöglicht dem Leser einen sehr intimen Einblick in die Gedankenwelt Thomas Manns. Der Autor wählt als Einstiegsjahr 1891, das Jahr, in dem der Vater von Thomas Mann nach kurzer schwerer Erkrankung verstarb. Die Familie musste sich neu ausrichten. Während der ältere Bruder Heinrich sofort finanziell von der Mutter unterstützt wurde, um sich ganz der Schriftstellerei widmen zu können, musste sich Thomas diese Freiheit erst erkämpfen. Mit dem Roman „Die Buddenbrooks“ hatte er einen ersten großen Erfolg zu verzeichnen. Er heiratete Katia Pringsheim, die aus wohlhabendem Münchener Bürgertum stammte. Gemeinsam bekamen sie sechs sehr unterschiedlich veranlagte Kinder. Vieles wird von dieser bunten Familie erzählt. Die beiden ältesten Kinder Klaus und Erika dürften eine Herausforderung gewesen sein. Sie zogen Zeit ihres Lebens viel Aufmerksamkeit auf sich. Als Künstler suchten sie den Widerspruch, mischten sich in Politik und Gesellschaft ein, liebten es aufzufallen oder sich zu exponieren. Beide lebten ihre Homosexualität im Gegensatz zu ihrem Vater offen aus. Doch auch ihre Geschwister bekommen Raum im Buch. Zahlreiche intelligent ausgearbeitete Dialoge geben Aufschluss über persönliche Beziehungen, Verhältnisse oder Animositäten untereinander. Reine biografische Daten werden mit Leben gefüllt. Man lernt die Familienmitglieder immer besser kennen, teilt Freude, Schmerz und (Miss-) Erfolge mit ihnen. Doch es geht wahrlich nicht nur um Persönliches. Thomas Mann lebte in historisch bewegten Zeiten, allein zwei Weltkriege und damit einhergehende politische Umstürze hat er erlebt. Lange Zeit hielt er sich mit politischen Äußerungen zurück. Erst als die Nationalsozialisten eine ernste Gefahr für die Freiheit wurden, bezog er als Humanist Position – dann aber deutlich und mit persönlichen Konsequenzen. Wunderbar herausgearbeitet werden dabei seine inneren Konflikte. Mann war sich der Tragweite seines Tuns durchaus bewusst. Er fürchtete um seine Sicherheit sowie um die seiner nahen Freunde und Angehörigen. Früh musste er ins Exil, das ihn über mehrere Stationen nach Amerika führte. Auch von dort aus setzte er sich für die Vernichtung des Nationalsozialismus und den Eintritt der USA ins Kriegsgeschehen ein. Der Roman beleuchtet auch die lebenslange Rivalität der beiden Brüder Heinrich und Thomas. Zahlreiche prominente Zeitgenossen wie Berthold Brecht, Alma Mahler-Werfel, Agnes Meyer oder Franklin D. Roosevelt flankieren die Handlung. Thomas Mann hatte Zugang und Einfluss in höchsten Kreise. Trotz allem hat er seine Liebe zur deutschen Sprache nie verloren. Nach dem Krieg zog er in die Schweiz. Tóibín zeigt eine ambivalente Familie Mann, die sich ihrer umfangreichen Privilegien durchaus bewusst war, diese schätzte und auch zum eigenen Vorteil einzusetzen wusste. Der Autor versucht nicht, sie zu verklären. Nicht alle Familienmitglieder waren glückliche, unbeschwerte Menschen, manche hatten einen Hang zu Depression, Sucht oder Selbstmord. Der vermeintlichen Homosexualität Thomas Manns widmet sich der Autor an verschiedenen Stellen, indem er seinen Protagonisten immer wieder in homoerotischen Fantasien schwelgen lässt. Das geht mir persönlich zu sehr ins Private, was mein einziger Kritikpunkt am Roman ist. Im Schreibstil hat sich Tóibín in angenehmer Weise an den Thomas Manns angepasst. Der Roman liest sich flüssig und leicht verständlich. Leben und Werk werden miteinander verwoben, denn offenbar hat sich der Nobelpreisträger immer wieder vom wahren Leben für seine Arbeit inspirieren lassen. Diese Zusammenhänge machen den Roman für passionierte Leser zu einer Fundgrube. Man wird inspiriert, Manns große Werke (wieder) zu entdecken oder sich intensiver mit seiner Biografie zu beschäftigen. Der Roman „Der Zauberer“ sollte ein breites Publikum erfreuen. Er eignet sich sowohl für Leser, die sich bislang noch gar nicht mit der Lebensgeschichte Thomas Manns befasst haben, als auch für jene, die sie auf kurzweilige Art auffrischen wollen. Die Parallelen zwischen Leben und Werk sind augenfällig. Historische Begebenheiten laufen eher im Hintergrund ab, im Vordergrund stehen durchgängig die Aktionen der Familie Mann. Thomas Mann wird dabei keineswegs als Held präsentiert, sondern als ein Mann mit Stärken und Schwächen. Seine Kinder hat er als liberaler Patriarch erzogen. Obwohl er sie lebenslang finanziell unterstützte, warfen sie ihm vor, dass er seiner Arbeit stets Vorrang eingeräumt und sie nicht ausreichend respektiert habe. Von seinen Kindern stammt aber auch der Spitzname „Der Zauberer“, da Thomas Mann gerne zur allgemeinen Unterhaltung Zaubertricks im Familienkreis vorführte. Diesen Titel hat Colm Tóibin seinem Roman gegeben, eine schöne Idee finde ich. Mich hat er damit von Beginn an gefesselt. Sachlich und unter Verzicht auf jegliche Effekthascherei passt das Buch, das Giovanni Bandini gekonnt ins Deutsche übertragen hat, zu seiner Hauptfigur. Ein Roman, dem ich eine große Leserschaft wünsche und der sich auch bestens als Weihnachtsgeschenk eignen dürfte.

5/5

Annäherung an ein großes Idol

Eine Kundin/ein Kunde aus Baden-Württemberg am 11.11.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Der irische Romancier Colm Tóibín hat sich an einen Roman herangewagt, in dessen Mittelpunkt der Schriftsteller Thomas Mann (1875 – 1955) steht. Wie das lange Quellenverzeichnis belegt, hat Tóibín dafür umfangreiche Recherchen betrieben, um sich möglichst genau an das biografisch Hinterlegte zu halten. Tóibín hat sich seinem Protagonisten angenähert, sich in ihn hineingedacht. Er hat versucht, seinen Weg, sein Verhalten und seine Entwicklung auszuleuchten und wo nötig zu interpretieren. Als Romancier war es ihm dabei möglich, Szenen nachzustellen oder Gedanken auszuformulieren, die vielleicht nicht genau so überliefert wurden. Im Zuge der Lektüre fragt man sich zwangsläufig immer wieder, ob sich dies oder jenes wohl wirklich so zugetragen hat. Fest steht, dass das Gesamtkonstrukt glaubwürdig gelungen ist. Tóibín zeigt einen Mann, der bisher eher als unnahbarer Intellektueller beschrieben wurde, in seiner Vielschichtigkeit als Mensch und Familienoberhaupt. Die von Tóibín gewählte personale Erzählperspektive ermöglicht dem Leser einen sehr intimen Einblick in die Gedankenwelt Thomas Manns. Der Autor wählt als Einstiegsjahr 1891, das Jahr, in dem der Vater von Thomas Mann nach kurzer schwerer Erkrankung verstarb. Die Familie musste sich neu ausrichten. Während der ältere Bruder Heinrich sofort finanziell von der Mutter unterstützt wurde, um sich ganz der Schriftstellerei widmen zu können, musste sich Thomas diese Freiheit erst erkämpfen. Mit dem Roman „Die Buddenbrooks“ hatte er einen ersten großen Erfolg zu verzeichnen. Er heiratete Katia Pringsheim, die aus wohlhabendem Münchener Bürgertum stammte. Gemeinsam bekamen sie sechs sehr unterschiedlich veranlagte Kinder. Vieles wird von dieser bunten Familie erzählt. Die beiden ältesten Kinder Klaus und Erika dürften eine Herausforderung gewesen sein. Sie zogen Zeit ihres Lebens viel Aufmerksamkeit auf sich. Als Künstler suchten sie den Widerspruch, mischten sich in Politik und Gesellschaft ein, liebten es aufzufallen oder sich zu exponieren. Beide lebten ihre Homosexualität im Gegensatz zu ihrem Vater offen aus. Doch auch ihre Geschwister bekommen Raum im Buch. Zahlreiche intelligent ausgearbeitete Dialoge geben Aufschluss über persönliche Beziehungen, Verhältnisse oder Animositäten untereinander. Reine biografische Daten werden mit Leben gefüllt. Man lernt die Familienmitglieder immer besser kennen, teilt Freude, Schmerz und (Miss-) Erfolge mit ihnen. Doch es geht wahrlich nicht nur um Persönliches. Thomas Mann lebte in historisch bewegten Zeiten, allein zwei Weltkriege und damit einhergehende politische Umstürze hat er erlebt. Lange Zeit hielt er sich mit politischen Äußerungen zurück. Erst als die Nationalsozialisten eine ernste Gefahr für die Freiheit wurden, bezog er als Humanist Position – dann aber deutlich und mit persönlichen Konsequenzen. Wunderbar herausgearbeitet werden dabei seine inneren Konflikte. Mann war sich der Tragweite seines Tuns durchaus bewusst. Er fürchtete um seine Sicherheit sowie um die seiner nahen Freunde und Angehörigen. Früh musste er ins Exil, das ihn über mehrere Stationen nach Amerika führte. Auch von dort aus setzte er sich für die Vernichtung des Nationalsozialismus und den Eintritt der USA ins Kriegsgeschehen ein. Der Roman beleuchtet auch die lebenslange Rivalität der beiden Brüder Heinrich und Thomas. Zahlreiche prominente Zeitgenossen wie Berthold Brecht, Alma Mahler-Werfel, Agnes Meyer oder Franklin D. Roosevelt flankieren die Handlung. Thomas Mann hatte Zugang und Einfluss in höchsten Kreise. Trotz allem hat er seine Liebe zur deutschen Sprache nie verloren. Nach dem Krieg zog er in die Schweiz. Tóibín zeigt eine ambivalente Familie Mann, die sich ihrer umfangreichen Privilegien durchaus bewusst war, diese schätzte und auch zum eigenen Vorteil einzusetzen wusste. Der Autor versucht nicht, sie zu verklären. Nicht alle Familienmitglieder waren glückliche, unbeschwerte Menschen, manche hatten einen Hang zu Depression, Sucht oder Selbstmord. Der vermeintlichen Homosexualität Thomas Manns widmet sich der Autor an verschiedenen Stellen, indem er seinen Protagonisten immer wieder in homoerotischen Fantasien schwelgen lässt. Das geht mir persönlich zu sehr ins Private, was mein einziger Kritikpunkt am Roman ist. Im Schreibstil hat sich Tóibín in angenehmer Weise an den Thomas Manns angepasst. Der Roman liest sich flüssig und leicht verständlich. Leben und Werk werden miteinander verwoben, denn offenbar hat sich der Nobelpreisträger immer wieder vom wahren Leben für seine Arbeit inspirieren lassen. Diese Zusammenhänge machen den Roman für passionierte Leser zu einer Fundgrube. Man wird inspiriert, Manns große Werke (wieder) zu entdecken oder sich intensiver mit seiner Biografie zu beschäftigen. Der Roman „Der Zauberer“ sollte ein breites Publikum erfreuen. Er eignet sich sowohl für Leser, die sich bislang noch gar nicht mit der Lebensgeschichte Thomas Manns befasst haben, als auch für jene, die sie auf kurzweilige Art auffrischen wollen. Die Parallelen zwischen Leben und Werk sind augenfällig. Historische Begebenheiten laufen eher im Hintergrund ab, im Vordergrund stehen durchgängig die Aktionen der Familie Mann. Thomas Mann wird dabei keineswegs als Held präsentiert, sondern als ein Mann mit Stärken und Schwächen. Seine Kinder hat er als liberaler Patriarch erzogen. Obwohl er sie lebenslang finanziell unterstützte, warfen sie ihm vor, dass er seiner Arbeit stets Vorrang eingeräumt und sie nicht ausreichend respektiert habe. Von seinen Kindern stammt aber auch der Spitzname „Der Zauberer“, da Thomas Mann gerne zur allgemeinen Unterhaltung Zaubertricks im Familienkreis vorführte. Diesen Titel hat Colm Tóibin seinem Roman gegeben, eine schöne Idee finde ich. Mich hat er damit von Beginn an gefesselt. Sachlich und unter Verzicht auf jegliche Effekthascherei passt das Buch, das Giovanni Bandini gekonnt ins Deutsche übertragen hat, zu seiner Hauptfigur. Ein Roman, dem ich eine große Leserschaft wünsche und der sich auch bestens als Weihnachtsgeschenk eignen dürfte.

5/5

Ein großartiger Künstler- und Familienroman

Circlestones Books Blog am 31.10.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

„Es gab zwei Männer, zu denen er nicht geworden war, und wenn es ihm gelänge, ihren jeweiligen Geist auf glaubhafte Weise zu beschwören, ließe sich ein Roman aus ihnen machten. (Zitat Seite 426) Inhalt Thomas Mann lebt schon als Heranwachsender tiefer in seiner eigenen Traumwelt und in seinen Phantasien, als sein Bruder Heinrich. Doch er zeigt es im Gegensatz zu Heinrich nicht. Nach dem frühen Tod des Vaters wird Heinrich als Ältester finanziell abgesichert und er kann sich dem Schreiben als Beruf widmen. Auch Thomas schreibt seit Jahren eigene Texte und will Schriftsteller werden, die Lehrstelle, die er auf Weisung seiner beiden Vormunde antreten muss, verlässt er bald wieder. Er ist erst einundzwanzig Jahre alt, als er beginnt, einen Roman über den Niedergang einer angesehenen Kaufmannsfamilie zu schreiben: Buddenbrooks. Anfang 1901 wird das Werk veröffentlicht. Das Schreiben wird immer einen wichtigen Stellenwert in seinem Leben einnehmen. Der Zauberer, diesen Namen findet seine Tochter Erika für ihn und das bleibt er auch für seine erwachsenen Kinder: ein Zauberer, oft unerreichbar in seiner Welt der Phantasie, zwischen Realität und Romanfiguren, neuen Ideen, Politik und Alltag. Thema und Genre Ein Künstlerroman, in dessen Mittelpunkt das Leben und die Werke des berühmten Schriftstellers Thomas Mann stehen und zugleich ein Roman der eigenwilligen, bekannten Mitglieder der Familie Mann. Sein Bruder Heinrich und vier seiner sechs Kinder sind ebenfalls Schriftsteller. Charaktere Thomas Mann, der Zauberer, der Zögerer, er geht oft den vorsichtigen Weg. Seine Tätigkeit als Schriftsteller übt er immer sehr ernst und diszipliniert aus, seine Stoffe formt er aus eigenen Erlebnissen und Gegebenheiten, auch seine Figuren entnimmt er der Realität. Für das Familienleben, für die Kinder ist seine Frau Katia zuständig, die auch dafür sorgt, dass er in seinem Arbeitszimmer die Ruhe hat, die er zum Schreiben braucht. Andererseits kümmert sich Thomas Mann immer um das Wohlergehen der Familie, er sorgt dafür, das die gesamte Familie emigrieren kann und sie alle sind auch im Exil aktiv. Handlung und Schreibstil Der Autor schildert das Leben von Thomas Mann in chronologischen Etappen, er stellt ihn in den Mittelpunkt dieses Künstlerromans. Doch dieser Roman ist auch ein Familienroman, ein Generationenroman, denn das Leben dieser berühmten Künstlerfamilie ist kein Einzelbild, sondern die Summe von eigenwilligen und kreativen Künstlern. So zieht sich auch seine Beziehung zu seinem Bruder Heinrich durch den Roman, die unterschiedlichen politischen Ansichten, der künstlerische Wettstreit der beiden Schriftsteller. Jedes der eigenwilligen, kreativen, oft auch schriftstellerisch tätigen Kinder Thomas Manns erhält mit der eigenen Lebensgeschichte einen entsprechenden Anteil an diesem Roman. Thomas Mann hat immer Tagebücher geschrieben, wo er besonders die Ideen und Hintergründe, das Entstehen seiner Romane genau notiert und so fließt vieles davon in die Handlung ein. Einfühlsam nähert sich der Autor dem Künstler, Familienvater und Menschen Thomas Mann, er erzählt, aber er wertet nicht. So entsteht ein auch sprachlich überzeugendes, lebendiges Bild der berühmten Familie. Fazit Ein Künstlerroman, der auch ein Familienroman ist. Colm Tóibín ist ein interessanter, packender, aber auch leiser, einfühlsamer Roman über diese prägende, berühmte Familie in einer Zeit der Umstürze und Kriege, zwischen Politik, Exil, Träumen, Hoffnung, Beziehungen, Aufbruch und Schicksal gelungen.

5/5

Ein großartiger Künstler- und Familienroman

Circlestones Books Blog am 31.10.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

„Es gab zwei Männer, zu denen er nicht geworden war, und wenn es ihm gelänge, ihren jeweiligen Geist auf glaubhafte Weise zu beschwören, ließe sich ein Roman aus ihnen machten. (Zitat Seite 426) Inhalt Thomas Mann lebt schon als Heranwachsender tiefer in seiner eigenen Traumwelt und in seinen Phantasien, als sein Bruder Heinrich. Doch er zeigt es im Gegensatz zu Heinrich nicht. Nach dem frühen Tod des Vaters wird Heinrich als Ältester finanziell abgesichert und er kann sich dem Schreiben als Beruf widmen. Auch Thomas schreibt seit Jahren eigene Texte und will Schriftsteller werden, die Lehrstelle, die er auf Weisung seiner beiden Vormunde antreten muss, verlässt er bald wieder. Er ist erst einundzwanzig Jahre alt, als er beginnt, einen Roman über den Niedergang einer angesehenen Kaufmannsfamilie zu schreiben: Buddenbrooks. Anfang 1901 wird das Werk veröffentlicht. Das Schreiben wird immer einen wichtigen Stellenwert in seinem Leben einnehmen. Der Zauberer, diesen Namen findet seine Tochter Erika für ihn und das bleibt er auch für seine erwachsenen Kinder: ein Zauberer, oft unerreichbar in seiner Welt der Phantasie, zwischen Realität und Romanfiguren, neuen Ideen, Politik und Alltag. Thema und Genre Ein Künstlerroman, in dessen Mittelpunkt das Leben und die Werke des berühmten Schriftstellers Thomas Mann stehen und zugleich ein Roman der eigenwilligen, bekannten Mitglieder der Familie Mann. Sein Bruder Heinrich und vier seiner sechs Kinder sind ebenfalls Schriftsteller. Charaktere Thomas Mann, der Zauberer, der Zögerer, er geht oft den vorsichtigen Weg. Seine Tätigkeit als Schriftsteller übt er immer sehr ernst und diszipliniert aus, seine Stoffe formt er aus eigenen Erlebnissen und Gegebenheiten, auch seine Figuren entnimmt er der Realität. Für das Familienleben, für die Kinder ist seine Frau Katia zuständig, die auch dafür sorgt, dass er in seinem Arbeitszimmer die Ruhe hat, die er zum Schreiben braucht. Andererseits kümmert sich Thomas Mann immer um das Wohlergehen der Familie, er sorgt dafür, das die gesamte Familie emigrieren kann und sie alle sind auch im Exil aktiv. Handlung und Schreibstil Der Autor schildert das Leben von Thomas Mann in chronologischen Etappen, er stellt ihn in den Mittelpunkt dieses Künstlerromans. Doch dieser Roman ist auch ein Familienroman, ein Generationenroman, denn das Leben dieser berühmten Künstlerfamilie ist kein Einzelbild, sondern die Summe von eigenwilligen und kreativen Künstlern. So zieht sich auch seine Beziehung zu seinem Bruder Heinrich durch den Roman, die unterschiedlichen politischen Ansichten, der künstlerische Wettstreit der beiden Schriftsteller. Jedes der eigenwilligen, kreativen, oft auch schriftstellerisch tätigen Kinder Thomas Manns erhält mit der eigenen Lebensgeschichte einen entsprechenden Anteil an diesem Roman. Thomas Mann hat immer Tagebücher geschrieben, wo er besonders die Ideen und Hintergründe, das Entstehen seiner Romane genau notiert und so fließt vieles davon in die Handlung ein. Einfühlsam nähert sich der Autor dem Künstler, Familienvater und Menschen Thomas Mann, er erzählt, aber er wertet nicht. So entsteht ein auch sprachlich überzeugendes, lebendiges Bild der berühmten Familie. Fazit Ein Künstlerroman, der auch ein Familienroman ist. Colm Tóibín ist ein interessanter, packender, aber auch leiser, einfühlsamer Roman über diese prägende, berühmte Familie in einer Zeit der Umstürze und Kriege, zwischen Politik, Exil, Träumen, Hoffnung, Beziehungen, Aufbruch und Schicksal gelungen.

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