Lernen S' Geschichte, Herr Reporter!

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Bruno Kreisky – Episoden einer Ära

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

38737

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.02.2021

Verlag

Ecowing

Seitenzahl

272

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

38737

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.02.2021

Verlag

Ecowing

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

21,6/15,4/2,5 cm

Gewicht

504 g

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7110-0263-1

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Ein Politiker für die „kleinen Leute“

Sikal am 04.10.2020

Bewertungsnummer: 1385001

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Autor Ulrich Brunner hatte als Journalist (anfangs bei der AZ, später beim ORF) einen tiefen Einblick in das österreichische Politikgeschehen. Den österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky hat er jahrelang begleitet und dessen Handeln verfolgt. In diesem Buch zeichnet er die persönlichen Begegnungen, Diskussionen, Hintergrundinformationen und geheimen Gespräche mit Kreisky nach. Aber nicht kritiklos – denn Kreisky war kein einfacher Mensch und ging auch als „Meister der präzisen Unschärfe“ in die Geschichte ein. Der Autor spannt den Bogen von der frühesten Kindheit Kreiskys, der Emigration nach Schweden, dem Aufstieg der SPÖ bis hin zu seinem Tod. Aber nicht nur in Österreich steigen die Sozialdemokraten an die Spitze, mit Willy Brandt und Olaf Palme haben auch andere europäische Länder erfolgreiche Politiker im Rennen. Vieles ist für unsere heutige Zeit selbstverständlich, doch das war nicht immer so – ein Gratisschulbesuch beispielsweise. Dass er viel Kritik für seine Anhäufung an Staatsschulden erntet, bleibt im Buch nicht unerwähnt. Doch Kreisky hat immer wieder betont wie sehr ihn die Arbeitslosigkeit der Menschen belastet, da nimmt er lieber die Staatsschulden in Kauf. Was heute den Politikern wohl am meisten fehlt ist die Leidenschaft zur Politik. Für Kreisky war sein Amt eine Lebensaufgabe, ein 24-Stunden-Job ohne freien Tag und Bereitschaft während der Nacht. Er hatte beispielsweise keine geheime Telefonnummer, diese war öffentlich im Telefonbuch verzeichnet – und etliche Bürger nutzten diese Möglichkeit, um beim Kanzler durchzuwählen. Ebenso erwähnt wird die Ich-Bezogenheit Kreiskys, seine Verbalattacken gegen Justizminister Boda oder die Kämpfe mit Androsch sowie der Konflikt mit Simon Wiesenthal. Viele Geschichten Kreiskys werden hier aufs Tablet gebracht, über manche schmunzelt man, über andere schüttelt man den Kopf. Was wäre in der heutigen Zeit noch möglich? Mit Brunner hatte Kreisky ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits brauchte der Politiker den Journalisten und ließ ihm auch geheime Informationen zukommen, andererseits gab es Spannungen zwischen den beiden. Das wohl bekannteste Zitat „Lernen S‘ Geschichte, Herr Reporter!“ ging in die Geschichte ein und war gegen Brunner gerichtet. Ein sehr persönliches Buch des Autors über den wohl bekanntesten Ausnahmepolitiker der Zweiten Republik. Humorvolle Einschübe, etliche Fotos und perfekte Recherche machen das Buch zu einem Lesegenuss. 5 Sterne sind hier selbstverständlich
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Ein Politiker für die „kleinen Leute“

Sikal am 04.10.2020
Bewertungsnummer: 1385001
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Autor Ulrich Brunner hatte als Journalist (anfangs bei der AZ, später beim ORF) einen tiefen Einblick in das österreichische Politikgeschehen. Den österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky hat er jahrelang begleitet und dessen Handeln verfolgt. In diesem Buch zeichnet er die persönlichen Begegnungen, Diskussionen, Hintergrundinformationen und geheimen Gespräche mit Kreisky nach. Aber nicht kritiklos – denn Kreisky war kein einfacher Mensch und ging auch als „Meister der präzisen Unschärfe“ in die Geschichte ein. Der Autor spannt den Bogen von der frühesten Kindheit Kreiskys, der Emigration nach Schweden, dem Aufstieg der SPÖ bis hin zu seinem Tod. Aber nicht nur in Österreich steigen die Sozialdemokraten an die Spitze, mit Willy Brandt und Olaf Palme haben auch andere europäische Länder erfolgreiche Politiker im Rennen. Vieles ist für unsere heutige Zeit selbstverständlich, doch das war nicht immer so – ein Gratisschulbesuch beispielsweise. Dass er viel Kritik für seine Anhäufung an Staatsschulden erntet, bleibt im Buch nicht unerwähnt. Doch Kreisky hat immer wieder betont wie sehr ihn die Arbeitslosigkeit der Menschen belastet, da nimmt er lieber die Staatsschulden in Kauf. Was heute den Politikern wohl am meisten fehlt ist die Leidenschaft zur Politik. Für Kreisky war sein Amt eine Lebensaufgabe, ein 24-Stunden-Job ohne freien Tag und Bereitschaft während der Nacht. Er hatte beispielsweise keine geheime Telefonnummer, diese war öffentlich im Telefonbuch verzeichnet – und etliche Bürger nutzten diese Möglichkeit, um beim Kanzler durchzuwählen. Ebenso erwähnt wird die Ich-Bezogenheit Kreiskys, seine Verbalattacken gegen Justizminister Boda oder die Kämpfe mit Androsch sowie der Konflikt mit Simon Wiesenthal. Viele Geschichten Kreiskys werden hier aufs Tablet gebracht, über manche schmunzelt man, über andere schüttelt man den Kopf. Was wäre in der heutigen Zeit noch möglich? Mit Brunner hatte Kreisky ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits brauchte der Politiker den Journalisten und ließ ihm auch geheime Informationen zukommen, andererseits gab es Spannungen zwischen den beiden. Das wohl bekannteste Zitat „Lernen S‘ Geschichte, Herr Reporter!“ ging in die Geschichte ein und war gegen Brunner gerichtet. Ein sehr persönliches Buch des Autors über den wohl bekanntesten Ausnahmepolitiker der Zweiten Republik. Humorvolle Einschübe, etliche Fotos und perfekte Recherche machen das Buch zu einem Lesegenuss. 5 Sterne sind hier selbstverständlich

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Kreisky in den Augen eines Journalisten

annlu am 27.08.2020

Bewertungsnummer: 1369269

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ulrich Brunner hatte schon früh Gelegenheit mit Bruno Kreisky in Kontakt zu kommen. Während seiner Karriere als Journalist begleitet er die Ära Kreiskys auch in Zeiten, als das Verhältnis zum Bundeskanzler angespannter wird. In diesem Buch trägt er seine Erinnerungen zusammen, verbindet sie mit Fakten aus der Biografie Kreiskys um ein Bild des Mannes zu zeichnen, der die Sozialdemokratie in Österreich geprägt hat. Der Prolog gibt mit der parteieigenen Arbeiter-Zeitung die Möglichkeit einen ersten Berührungspunkt zwischen dem Autor und Kreiskys aufzuzeigen. Dabei gibt Ulrich Brunner einen Einblick in seinen eigenen Werdegang und den ersten Begegnungen mit Kreisky. Das Kapitel „Kreiskys Weg ins Kanzleramt“ wird politischer. Einbezogen sind auch die Zeit Kreiskys im Gefängnis und im Exil. Nicht nur diese Phasen seines Lebens hinterlassen Traumata, die auch im späteren Leben des Bundeskanzlers wieder auftauchen. Wer ihn in der Zeit seines politischen Aufstiegs in seinen Ansichten beeinflusst hat, wer ihm Steine in den Weg gelegt hat aber auch wer zu Kreisky gehalten hat, wird hier beleuchtet. „Kreisky und die Journalisten“ arbeitet nicht nur persönliche Begegnungen zwischen dem Autor und Kreisky auf, sondern zeigt Kreisky in seinem Element. Er weiß sich zu inszenieren, ist nicht nur belesen, sondern auch ein begnadeter Redner. Wen von den Journalisten er in seine Gunst stellt, bestimmt er selbst. Allerdings zeigt er auch deutlich, wenn jemand diese Gunst verliert. Die Wutanfälle des Kanzlers werden ebenso beschrieben, wie seine Methoden, Reporter und Redakteure bei Laune zu halten. Hier geht der Autor auch auf das titelgebende Zitat ein und berichtet wie er selbst zu einer Fußnote in der Geschichte geworden ist. In „Kreisky und die Macht“ werden nicht nur die Bereiche aufgezeigt, in denen er politische Entscheidungen traf, die heute noch nachwirken, sondern auch sein Verhältnis zur Macht und seinen Gegner aufgezeigt. Besonders interessant fand ich das Kapitel „Kreisky und das Judentum“ in dem nicht nur sein eigenes Verhältnis zur Religion aufgegriffen wird, sondern auch ein Überblick über die Situation der Juden in Österreich in der Nachkriegszeit angesprochen wird. Den Abschluss bilden Gedanken zum Ende der Ära Kreiskys und seinen Willen an der Macht festzuhalten., was zu Vergleichen zu anderen Politikern führt. Das Verhältnis zwischen dem Autor und Kreisky war nicht immer einfach. So beschreibt er ihn immer wieder als schwierige Persönlichkeit (Narzissmus wird dabei öfter erwähnt). Allerdings verschweigt er nicht, was Bruno Kreisky politisch geleistet hat. Für mich waren besonders die wenigen Einblicke in seine Persönlichkeit interessant. Ebenso interessant fand ich die Geschichte der SPÖ, die Anfänge in den Arbeiterbewegungen, die Blicke auf das Dollfußregime und das kommunistische Gedankengut. Weniger anfangen konnte ich mit den politischen Auseinandersetzungen zwischen den vielen erwähnten Personen, da mir hier das Hintergrundwissen fehlt. Fazit: Kreisky ist eine Persönlichkeit, mit der ich mich bisher noch nicht auseinandergesetzt hatte. Der Autor bietet besonders dadurch, dass er seine Auseinandersetzungen mit ihm nicht verschweigt, einen eigenen Blick auf den Politiker.
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Kreisky in den Augen eines Journalisten

annlu am 27.08.2020
Bewertungsnummer: 1369269
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ulrich Brunner hatte schon früh Gelegenheit mit Bruno Kreisky in Kontakt zu kommen. Während seiner Karriere als Journalist begleitet er die Ära Kreiskys auch in Zeiten, als das Verhältnis zum Bundeskanzler angespannter wird. In diesem Buch trägt er seine Erinnerungen zusammen, verbindet sie mit Fakten aus der Biografie Kreiskys um ein Bild des Mannes zu zeichnen, der die Sozialdemokratie in Österreich geprägt hat. Der Prolog gibt mit der parteieigenen Arbeiter-Zeitung die Möglichkeit einen ersten Berührungspunkt zwischen dem Autor und Kreiskys aufzuzeigen. Dabei gibt Ulrich Brunner einen Einblick in seinen eigenen Werdegang und den ersten Begegnungen mit Kreisky. Das Kapitel „Kreiskys Weg ins Kanzleramt“ wird politischer. Einbezogen sind auch die Zeit Kreiskys im Gefängnis und im Exil. Nicht nur diese Phasen seines Lebens hinterlassen Traumata, die auch im späteren Leben des Bundeskanzlers wieder auftauchen. Wer ihn in der Zeit seines politischen Aufstiegs in seinen Ansichten beeinflusst hat, wer ihm Steine in den Weg gelegt hat aber auch wer zu Kreisky gehalten hat, wird hier beleuchtet. „Kreisky und die Journalisten“ arbeitet nicht nur persönliche Begegnungen zwischen dem Autor und Kreisky auf, sondern zeigt Kreisky in seinem Element. Er weiß sich zu inszenieren, ist nicht nur belesen, sondern auch ein begnadeter Redner. Wen von den Journalisten er in seine Gunst stellt, bestimmt er selbst. Allerdings zeigt er auch deutlich, wenn jemand diese Gunst verliert. Die Wutanfälle des Kanzlers werden ebenso beschrieben, wie seine Methoden, Reporter und Redakteure bei Laune zu halten. Hier geht der Autor auch auf das titelgebende Zitat ein und berichtet wie er selbst zu einer Fußnote in der Geschichte geworden ist. In „Kreisky und die Macht“ werden nicht nur die Bereiche aufgezeigt, in denen er politische Entscheidungen traf, die heute noch nachwirken, sondern auch sein Verhältnis zur Macht und seinen Gegner aufgezeigt. Besonders interessant fand ich das Kapitel „Kreisky und das Judentum“ in dem nicht nur sein eigenes Verhältnis zur Religion aufgegriffen wird, sondern auch ein Überblick über die Situation der Juden in Österreich in der Nachkriegszeit angesprochen wird. Den Abschluss bilden Gedanken zum Ende der Ära Kreiskys und seinen Willen an der Macht festzuhalten., was zu Vergleichen zu anderen Politikern führt. Das Verhältnis zwischen dem Autor und Kreisky war nicht immer einfach. So beschreibt er ihn immer wieder als schwierige Persönlichkeit (Narzissmus wird dabei öfter erwähnt). Allerdings verschweigt er nicht, was Bruno Kreisky politisch geleistet hat. Für mich waren besonders die wenigen Einblicke in seine Persönlichkeit interessant. Ebenso interessant fand ich die Geschichte der SPÖ, die Anfänge in den Arbeiterbewegungen, die Blicke auf das Dollfußregime und das kommunistische Gedankengut. Weniger anfangen konnte ich mit den politischen Auseinandersetzungen zwischen den vielen erwähnten Personen, da mir hier das Hintergrundwissen fehlt. Fazit: Kreisky ist eine Persönlichkeit, mit der ich mich bisher noch nicht auseinandergesetzt hatte. Der Autor bietet besonders dadurch, dass er seine Auseinandersetzungen mit ihm nicht verschweigt, einen eigenen Blick auf den Politiker.

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von Ulrich Brunner

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Martin Berger

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3/5

Ein verbitterter Blick zurück

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ulrich Brunner blickt in diesem Buch zurück auf die Kreisky-Ära. Es entsteht aber der Eindruck, dass er mehr sein eigenes zerrüttetes Verhältnis zu Kreisky und der Sozialdemokratie aufarbeitet. Der Abdruck eines Artikels aus 2007(!), in dem er seinen Austritt aus der SPÖ begründet, scheint dies zu bestätigen. Die eingestreuten Zitate aus psychologischen Büchern zu den Themen Trauma und Narzissmus wirken bemüht und stellen keine echte Analyse dar. Natürlich war Kreisky nicht immer einfach im Umgang, sein Granteln (vorsichtig gesagt) ist legendär. Der Untertitel verspricht „Episoden einer Ära“ - das erhält man auch, nicht mehr und nicht weniger. Wer sich über den Politiker und Menschen Bruno Kreisky umfassender informieren will, sollte Kreiskys eigene Erinnerungen lesen. Eine andere, ebenso lesenswerte Darstellung der Kreisky-Zeit bietet Christoph Kotanko in seinem Buch „Kult-Kanzler Kreisky“.
3/5

Ein verbitterter Blick zurück

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ulrich Brunner blickt in diesem Buch zurück auf die Kreisky-Ära. Es entsteht aber der Eindruck, dass er mehr sein eigenes zerrüttetes Verhältnis zu Kreisky und der Sozialdemokratie aufarbeitet. Der Abdruck eines Artikels aus 2007(!), in dem er seinen Austritt aus der SPÖ begründet, scheint dies zu bestätigen. Die eingestreuten Zitate aus psychologischen Büchern zu den Themen Trauma und Narzissmus wirken bemüht und stellen keine echte Analyse dar. Natürlich war Kreisky nicht immer einfach im Umgang, sein Granteln (vorsichtig gesagt) ist legendär. Der Untertitel verspricht „Episoden einer Ära“ - das erhält man auch, nicht mehr und nicht weniger. Wer sich über den Politiker und Menschen Bruno Kreisky umfassender informieren will, sollte Kreiskys eigene Erinnerungen lesen. Eine andere, ebenso lesenswerte Darstellung der Kreisky-Zeit bietet Christoph Kotanko in seinem Buch „Kult-Kanzler Kreisky“.

Martin Berger
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