Für immer die Alpen

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Roman

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Beschreibung

Staatsfeind Nummer 1 zu sein ist nicht leicht. Das gilt auch dann, wenn dieser Staat einer der kleinsten der Erde ist: das Fürstentum Liechtenstein. Johann Kaiser, Sohn eines Fotografen, Weltenbummler, Meister der Manipulation, lebt unter falschem Namen an einem unbekannten Ort. Mit dem Verkauf gestohlener Kundendaten einer großen Bank hat er so gut verdient, dass es sich unbesorgt leben ließe – wären da nicht die Verleumdungen aus seiner Heimat, die aus ihm einen Verräter machen wollen. Im Versuch, die Deutungshoheit über sein Leben zurückzuerlangen, greift Johann zu Stift und Papier.

Benjamin Quaderer hat einen tollkühnen Debütroman geschrieben über die Macht des Geldes und die Macht des Erzählens. Das Porträt eines Hochstaplers, der die Gesellschaft spiegelt, die er betrügt.

»So fulminant, so spannend, so lustig hat er all das aufgeschrieben.« ("Jochen Overbeck / spiegel.de")
»Mit ›Für immer die Alpen‹ ist Benjamin Quaderer ein wundersam anzuschauendes Gleichnis unseres Verschwindens gelungen.« ("Philipp Theisohn / Deutschlandfunk")
»Benjamin Quaderer hat einen mit Einfällen vollgestopften Hochstapler- und Liechtensteinroman geschrieben, in dem es nebenbei um den Diebstahl von Bankdaten geht.« ("David Hugendick / DIE ZEIT")
»Lesen Sie. Lesen Sie dieses Buch. Es hat Risiken und Nebenwirkungen, bei Büchern ist das was Gutes.« ("Alexander Wasner / SWR2")
»Eine Geschichte erzählt in der Tradition von John Irving. Mit wunderbarer Sprache und viel Fantasie. Sehr lesenswert.« ("Beate Rottgardt / Ruhr Nachrichten")

Benjamin Quaderer, geboren 1989 in Feldkirch, Österreich, und aufgewachsen in Liechtenstein, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und in Wien. »Für immer die Alpen« ist sein erster Roman, er wurde ausgezeichnet mit dem Rauriser Literaturpreis, dem Debütpreis der lit.Cologne sowie dem Uwe-Johnson-Förderpreis.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.03.2020

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

592

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.03.2020

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

592

Maße (L/B/H)

22,1/14,2/4,8 cm

Gewicht

825 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87613-9

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Mit einem Schalk im Nacken des Steuerhinterziehers

nil_liest am 01.03.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lichtenstein, der 4. größte Zwergstaat (Fläche betrachtet) in Europe, der sich nicht nur geografisch an die Schweiz schmiegt ist selten im Rampenlicht. Nun kommt Benjamin Quaderer mit seinem Debütroman daher und beleuchtet Lichtenstein wie mit einem Röntgengerät aus dem All. „Für immer die Alpen“ ist ein fiktiver Roman der sich allerdings als Inspiration eines ehemaligen Bankmitarbeiter bedient: Heinrich Kieber. Er übergab die Steuerdaten an deutsche Behörden, die millionenschwere Steuerhinterziehung belegte. Der Protagonist in diesem Debüt heißt Johann Kaiser und erzählt uns aus der Retroperspektive wie er zu dem Mann wurde, der die Daten wie ein Akt des Verrats an seiner Heimat, dem Fürstentum, an die Deutschen gab und somit Lichtenstein eine Schmach verpasste, die schwer zu verkraften war. Begonnen wird früh in seiner Kindheit und wir folgen ihm bis in die Bank und dann wieder hinaus in die Verbannung. Benjamin Quaderer, selbst aufgewachsen in Lichtenstein, schrieb hier nicht nur seiner Heimat einen maßgeschneiderten Roman, sondern machte auch sich selbst einen Namen. In der Tat merkt man dem Roman den jungen energiegeladenen, ideenvollen Autor an. Was leicht beginnt, wird an mancher Stelle zu viel. Klar, er möchte sich ausprobieren und Alleinstellungsmerkmale wie Pflöcke in den Boden Ramen und postulieren: Auch ich bin jetzt auf dem literarischen Parkett. Aus meiner Sicht gar nicht notwendig. Weniger hatte dem Roman auch gutgetan, etwas mehr Stringenz hätte mir gefallen und sicher das Knistern und die Spannung erhöht. Aber alles in allem ein wirklich sehr gelungenes Buch! Wer sich also mit der Steueraffäre und Lichtenstein auf fiktive Art beschäftigen möchte, greifen sie zu diesem gelungenen Debüt! Erwartet werden kann eine gut ausformulierte Prosa mit Witz und Drama, aber kein spannungsgeladener Roman, was aus meiner Sicht auch nicht der Anspruch des Autors war.

Mit einem Schalk im Nacken des Steuerhinterziehers

nil_liest am 01.03.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lichtenstein, der 4. größte Zwergstaat (Fläche betrachtet) in Europe, der sich nicht nur geografisch an die Schweiz schmiegt ist selten im Rampenlicht. Nun kommt Benjamin Quaderer mit seinem Debütroman daher und beleuchtet Lichtenstein wie mit einem Röntgengerät aus dem All. „Für immer die Alpen“ ist ein fiktiver Roman der sich allerdings als Inspiration eines ehemaligen Bankmitarbeiter bedient: Heinrich Kieber. Er übergab die Steuerdaten an deutsche Behörden, die millionenschwere Steuerhinterziehung belegte. Der Protagonist in diesem Debüt heißt Johann Kaiser und erzählt uns aus der Retroperspektive wie er zu dem Mann wurde, der die Daten wie ein Akt des Verrats an seiner Heimat, dem Fürstentum, an die Deutschen gab und somit Lichtenstein eine Schmach verpasste, die schwer zu verkraften war. Begonnen wird früh in seiner Kindheit und wir folgen ihm bis in die Bank und dann wieder hinaus in die Verbannung. Benjamin Quaderer, selbst aufgewachsen in Lichtenstein, schrieb hier nicht nur seiner Heimat einen maßgeschneiderten Roman, sondern machte auch sich selbst einen Namen. In der Tat merkt man dem Roman den jungen energiegeladenen, ideenvollen Autor an. Was leicht beginnt, wird an mancher Stelle zu viel. Klar, er möchte sich ausprobieren und Alleinstellungsmerkmale wie Pflöcke in den Boden Ramen und postulieren: Auch ich bin jetzt auf dem literarischen Parkett. Aus meiner Sicht gar nicht notwendig. Weniger hatte dem Roman auch gutgetan, etwas mehr Stringenz hätte mir gefallen und sicher das Knistern und die Spannung erhöht. Aber alles in allem ein wirklich sehr gelungenes Buch! Wer sich also mit der Steueraffäre und Lichtenstein auf fiktive Art beschäftigen möchte, greifen sie zu diesem gelungenen Debüt! Erwartet werden kann eine gut ausformulierte Prosa mit Witz und Drama, aber kein spannungsgeladener Roman, was aus meiner Sicht auch nicht der Anspruch des Autors war.

Hochklassige Literatur, fulminant, spannend, tragisch und komisch zugleich

Manfred Fürst aus Kirchbichl am 14.09.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Daten aus Liechtenstein brachten im Jahr 2008 den bis dahin größten Steuerhinterziehungsskandal der Bundesrepublik ans Licht. Jetzt gibt es einen Roman über den Informanten von damals – der Schriftsteller Benjamin Quaderer erzählt in seinem Debütroman Für immer die Alpen die halsbrecherische Geschichte eines Datendiebes aus dem Fürstentum. Auf historischer Grundlage: Diesen Dieb hat es tatsächlich gegeben. Ein Porträt eines Hochstaplers, der die Gesellschaft spiegelt, die er betrügt. Ein tollkühner Roman über die Macht des Geldes und die Macht des Erzählens. Verlagsinformation (Luchterhand) /Klappentext Staatsfeind Nummer 1 zu sein ist nicht leicht. Das gilt auch dann, wenn dieser Staat einer der kleinsten der Erde ist: das Fürstentum Liechtenstein. Johann Kaiser, Sohn eines Fotografen, Weltenbummler, Meister der Manipulation, lebt unter falschem Namen an einem unbekannten Ort. Mit dem Verkauf gestohlener Kundendaten einer großen Bank hat er so gut verdient, dass es sich unbesorgt leben ließe – wären da nicht die Verleumdungen aus seiner Heimat, die aus ihm einen Verräter machen wollen. Im Versuch, die Deutungshoheit über sein Leben zurückzuerlangen, greift Johann zu Stift und Papier. Es sind die fiktiven Aufzeichnungen eines aberwitzigen Lebens: von einem Kinderheim in Schaan über eine Eliteschule in Barcelona bis in ein Verlies in Argentinien – die Geschichte von Johannes Suche nach sich selbst. Diese Geschichte erzählt von Erpressung, Geldwäsche und Größenwahn. Und erzählt davon, wie Johann eines Tages dieses Land in den Alpen für immer verlassen muss, ohne ihm je zu entkommen. Benjamin Quaderer geboren 1989 in Feldkirch, Österreich, in Liechtenstein aufgewachsen, studierte Literarisches Schreiben in Wien und Hildesheim. Mittlerweile lebt der Schriftsteller in Berlin. Schon während seines Studiums wusste Benjamin Quaderer, dass er gern etwas über Liechtenstein schreiben würde, und hatte auch verschiedene Versuche unternommen. Doch erst mit der Figur des Datendiebs sei der Moment gekommen, in dem er sicher war, auf der richtigen Spur zu sein. An seinem Erstlingswerk Für immer die Alpen hat der Nendler (LIE) Autor Benjamin Quaderers fünf Jahre gearbeitet. Darin hat er mit viel Liebe zum Detail und tiefgreifenden Recherchen das Gefühlsleben wie auch die Lebensumstände des Datendiebs Johann Kaiser – angelehnt an die Geschichte Heinrich Kiebers - aufgearbeitet. Seine Romanfigur basiere daher in gewissen Beziehungen auf der tatsächlich existierenden Person Heinrich Kieber, aber es handelt nicht von Heinrich Kiebers Leben, sondern von Johann Kaisers Leben, den Protagonisten in Für immer die Alpen. Unverkennbar sind einige Gemeinsamkeiten zwischen Johann Kaiser und Kieber, sofern man sich mit dessen aufregenden und spannenden Lebensgeschichte befasst hat (er habe Daten bei der dem Liechtensteiner Fürsten gehörenden drei Buchstaben-Bank gestohlen und im Jahr 2008 dem Bundesnachrichtendienst verkauft; es besteht immer noch ein aufrechter Haftbefehl der Liechtensteiner Justiz). Das führte unter anderem zur Verhaftung des deutschen Postchefs Klaus Zumwinkel.; es sind die Unterschiede, die überwiegen: Heinrich Kieber gibt es wirklich. Johann Kaiser ist eine literarische Figur. Für immer die Alpen ist ein Roman und kein Sachbuch. Für immer die Alpen ist ein mehrdimensional, über weite Teile des 585-seitigen Romans Johann Kaiser als Ich-Erzähler, fasziniert Quaderer mit der Darlegung des Mikrokosmos des kleinen Liechtenstein: Vom Fürstenhaus über die Sportvereine bis hin zu den Stammtischen der Beizen im Land - jede und jeder scheint eine Geschichte mit ihm (Kieber) zu haben. Es sind diese Sätze Quaderers, die die literarische Qualität belegen: „Ein Satz je schöner, desto mehr Wahrheit er enthält.“ „Es war eine Spezialform des Magnetismus, die ihre Beziehung bestimmte.“ „…im Angesicht einer Zeichnung, die eine Dose zeigte, fand ich (Johann) zu mir selbst.“ Johann, der Sancho Panza des Liechtenstein. Bei dem Großen, dem Dicken und dem Dünnen, Männer der Finanzelite Liechtensteins, kommen mir „The Good, the Bad and the Ugly” Sergio Leone, 1966) in den Sinn. In diesem Moment wurde eine epochale überwältigende Idee geboren. Selbst die Fußnoten haben es in sich und sind lesenswert: „Der Zwergenstaat (LIE) am Rande der Alpen, umringt von der Schweiz und Österreich, ist das verschwiegenste Steuerparadies in Europa. Das kleine Land ist eine Festung, ein Hochsicherheitstrakt für die vom Fiskus verfolgten, die ehrbaren und die anderen. Kein anderer Staat in Europa hat so viele Briefkästen-Adressen, die nicht erkennen lassen, wer in Wahrheit die Post abholt.“ (Die Stifter im Dunklen aus DER SPIEGEL v. 15.12.1997, Bölke/Scheiber). Quaderer beschreibt die Digitalisierung der Stiftungsdokumente mit chirurgischer Präzision, bezeichnen sich doch die Mitarbeiter als Mediziner und ihre Kunden als Patienten. Der (ein) Kriminalpsychologe attestiert den brillant formulierten Passagen (Johanns Brief an Fürst Hans-Adam II.) soviel Tragik wie Komik. Der Briefschreiber sein ein außergewöhnlicher Mensch. Sympathie oder Ablehnung des Helden von B. Quaderer? Fürstliche Entlohnung vom BND für die Übergabe der deutschen Kundenmandate, „fürstlich“ - welch Ironie. Quaderers Für immer die Alpen erfordert eine ambitionierte und aufgeschlossene Leserschaft, die sich gern auf Neues einlässt, was Stil und Format betrifft. Ein Stück deutsche Zeitgeschichte, literarisch brillant umgesetzt. Ein epochaler Finanzskandal, die einen werden sich daran erinnern, die anderen werden erst überrascht, dann fasziniert sein. Cover Erstellt nach einer Illustration von Ruth Botzenhardt, die stilisiert das Schloss Liechtenstein in Vaduz darstellt, in dem Fürst Hans-Adam II. residiert. Literaturtipps Der Fürst. Der Dieb. Die Daten Tatsachenbericht von Heinrich Klieber, 2009, pdf-Edition. Der Datendieb - Wie Heinrich Kieber den größten Steuerskandal aller Zeiten auslöste Autor: Sigvard Wohlwend ISBN: 978-3867891455 Herausgeber: Rotbuch Verlag; 1. Auflage (12. Oktober 2011)

Hochklassige Literatur, fulminant, spannend, tragisch und komisch zugleich

Manfred Fürst aus Kirchbichl am 14.09.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Daten aus Liechtenstein brachten im Jahr 2008 den bis dahin größten Steuerhinterziehungsskandal der Bundesrepublik ans Licht. Jetzt gibt es einen Roman über den Informanten von damals – der Schriftsteller Benjamin Quaderer erzählt in seinem Debütroman Für immer die Alpen die halsbrecherische Geschichte eines Datendiebes aus dem Fürstentum. Auf historischer Grundlage: Diesen Dieb hat es tatsächlich gegeben. Ein Porträt eines Hochstaplers, der die Gesellschaft spiegelt, die er betrügt. Ein tollkühner Roman über die Macht des Geldes und die Macht des Erzählens. Verlagsinformation (Luchterhand) /Klappentext Staatsfeind Nummer 1 zu sein ist nicht leicht. Das gilt auch dann, wenn dieser Staat einer der kleinsten der Erde ist: das Fürstentum Liechtenstein. Johann Kaiser, Sohn eines Fotografen, Weltenbummler, Meister der Manipulation, lebt unter falschem Namen an einem unbekannten Ort. Mit dem Verkauf gestohlener Kundendaten einer großen Bank hat er so gut verdient, dass es sich unbesorgt leben ließe – wären da nicht die Verleumdungen aus seiner Heimat, die aus ihm einen Verräter machen wollen. Im Versuch, die Deutungshoheit über sein Leben zurückzuerlangen, greift Johann zu Stift und Papier. Es sind die fiktiven Aufzeichnungen eines aberwitzigen Lebens: von einem Kinderheim in Schaan über eine Eliteschule in Barcelona bis in ein Verlies in Argentinien – die Geschichte von Johannes Suche nach sich selbst. Diese Geschichte erzählt von Erpressung, Geldwäsche und Größenwahn. Und erzählt davon, wie Johann eines Tages dieses Land in den Alpen für immer verlassen muss, ohne ihm je zu entkommen. Benjamin Quaderer geboren 1989 in Feldkirch, Österreich, in Liechtenstein aufgewachsen, studierte Literarisches Schreiben in Wien und Hildesheim. Mittlerweile lebt der Schriftsteller in Berlin. Schon während seines Studiums wusste Benjamin Quaderer, dass er gern etwas über Liechtenstein schreiben würde, und hatte auch verschiedene Versuche unternommen. Doch erst mit der Figur des Datendiebs sei der Moment gekommen, in dem er sicher war, auf der richtigen Spur zu sein. An seinem Erstlingswerk Für immer die Alpen hat der Nendler (LIE) Autor Benjamin Quaderers fünf Jahre gearbeitet. Darin hat er mit viel Liebe zum Detail und tiefgreifenden Recherchen das Gefühlsleben wie auch die Lebensumstände des Datendiebs Johann Kaiser – angelehnt an die Geschichte Heinrich Kiebers - aufgearbeitet. Seine Romanfigur basiere daher in gewissen Beziehungen auf der tatsächlich existierenden Person Heinrich Kieber, aber es handelt nicht von Heinrich Kiebers Leben, sondern von Johann Kaisers Leben, den Protagonisten in Für immer die Alpen. Unverkennbar sind einige Gemeinsamkeiten zwischen Johann Kaiser und Kieber, sofern man sich mit dessen aufregenden und spannenden Lebensgeschichte befasst hat (er habe Daten bei der dem Liechtensteiner Fürsten gehörenden drei Buchstaben-Bank gestohlen und im Jahr 2008 dem Bundesnachrichtendienst verkauft; es besteht immer noch ein aufrechter Haftbefehl der Liechtensteiner Justiz). Das führte unter anderem zur Verhaftung des deutschen Postchefs Klaus Zumwinkel.; es sind die Unterschiede, die überwiegen: Heinrich Kieber gibt es wirklich. Johann Kaiser ist eine literarische Figur. Für immer die Alpen ist ein Roman und kein Sachbuch. Für immer die Alpen ist ein mehrdimensional, über weite Teile des 585-seitigen Romans Johann Kaiser als Ich-Erzähler, fasziniert Quaderer mit der Darlegung des Mikrokosmos des kleinen Liechtenstein: Vom Fürstenhaus über die Sportvereine bis hin zu den Stammtischen der Beizen im Land - jede und jeder scheint eine Geschichte mit ihm (Kieber) zu haben. Es sind diese Sätze Quaderers, die die literarische Qualität belegen: „Ein Satz je schöner, desto mehr Wahrheit er enthält.“ „Es war eine Spezialform des Magnetismus, die ihre Beziehung bestimmte.“ „…im Angesicht einer Zeichnung, die eine Dose zeigte, fand ich (Johann) zu mir selbst.“ Johann, der Sancho Panza des Liechtenstein. Bei dem Großen, dem Dicken und dem Dünnen, Männer der Finanzelite Liechtensteins, kommen mir „The Good, the Bad and the Ugly” Sergio Leone, 1966) in den Sinn. In diesem Moment wurde eine epochale überwältigende Idee geboren. Selbst die Fußnoten haben es in sich und sind lesenswert: „Der Zwergenstaat (LIE) am Rande der Alpen, umringt von der Schweiz und Österreich, ist das verschwiegenste Steuerparadies in Europa. Das kleine Land ist eine Festung, ein Hochsicherheitstrakt für die vom Fiskus verfolgten, die ehrbaren und die anderen. Kein anderer Staat in Europa hat so viele Briefkästen-Adressen, die nicht erkennen lassen, wer in Wahrheit die Post abholt.“ (Die Stifter im Dunklen aus DER SPIEGEL v. 15.12.1997, Bölke/Scheiber). Quaderer beschreibt die Digitalisierung der Stiftungsdokumente mit chirurgischer Präzision, bezeichnen sich doch die Mitarbeiter als Mediziner und ihre Kunden als Patienten. Der (ein) Kriminalpsychologe attestiert den brillant formulierten Passagen (Johanns Brief an Fürst Hans-Adam II.) soviel Tragik wie Komik. Der Briefschreiber sein ein außergewöhnlicher Mensch. Sympathie oder Ablehnung des Helden von B. Quaderer? Fürstliche Entlohnung vom BND für die Übergabe der deutschen Kundenmandate, „fürstlich“ - welch Ironie. Quaderers Für immer die Alpen erfordert eine ambitionierte und aufgeschlossene Leserschaft, die sich gern auf Neues einlässt, was Stil und Format betrifft. Ein Stück deutsche Zeitgeschichte, literarisch brillant umgesetzt. Ein epochaler Finanzskandal, die einen werden sich daran erinnern, die anderen werden erst überrascht, dann fasziniert sein. Cover Erstellt nach einer Illustration von Ruth Botzenhardt, die stilisiert das Schloss Liechtenstein in Vaduz darstellt, in dem Fürst Hans-Adam II. residiert. Literaturtipps Der Fürst. Der Dieb. Die Daten Tatsachenbericht von Heinrich Klieber, 2009, pdf-Edition. Der Datendieb - Wie Heinrich Kieber den größten Steuerskandal aller Zeiten auslöste Autor: Sigvard Wohlwend ISBN: 978-3867891455 Herausgeber: Rotbuch Verlag; 1. Auflage (12. Oktober 2011)

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