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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.07.2019

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

18,8/12,6/2,5 cm

Beschreibung

Rezension

»Der grandiose Patrick Deville erzählt, als sei das ganze Leben ein Abenteuerroman aus schier unglaublichen Zufällen. Virtuos montiert er biografische und historische Ereignisse, reichert sie an mit Zitaten und literarischen Erfindungen, schmückt das Mosaik aus Anekdoten und Atmosphäre mit Details, auf dass man mit Trotzki das Rauchen aufgibt und mit Lowry betrunken zusammensackt. So geht Welterfahrung.« ("Frankfurter Rundschau")
»Deville stellt eine Art Puzzle zusammen oder besser, er schiebt Erzählplatten ineinander, spinnt Fäden und konstruiert einen Erzählapparat wie eine automatische Puppe, die von selbst läuft. Denn er stellt doch gleichzeitig etwas Neues, Eigenes her: ein Erzählkontinuum, halb Doku-Fiction, halb Autofiktion. Dieses Buch fordert seine Leser. Es ist auch unterhaltsam. Aber man kann es einfach nicht aus der Hand legen. Ein postmodernes Glanzstück.« ("WDR")
»Mexiko ist der Mittelpunkt dieses großen Komplexes, das Schriftsteller, Künstler und Revolutionäre aus aller Welt in dieser sehr kleinen Raum-Zeit-Einheit zusammenführt. Patrick Deville lässt seine Figuren voller Lust aufleben und zeigt in diesem vollendeten Beispiel die Kunst des realistischen Romans auf.« ("L’Humanité")
»Deville schreibt meisterlich, feinnervig, spannungsgeladen. Nichts ist überflüssig, keine Zeit verschwendet, jeder Dialog durchdacht.« ("France Info")
»Patrick Deville zeichnet das Schicksal zweier Gesetzloser nach, Leo Trotzkis und Malcolm Lowrys, und erweckt damit die Geister eines Landes, dessen Boden in den 1920er- und 1930er-Jahren von so vielen Träumern, Abenteurern und Wahnsinnigen betreten wurde. Ein verrücktes mexikanisches Epos. Viva la littérature!« ("L’Express")
»Alles erscheint in einem ganz neuen Licht. Ein atemberaubendes Fresko.« ("Le Monde")
»Patrick Deville ist in dieser farbenprächtigen Erzählung selbst ein Reisender, der mit kluger Nonchalance seinen Figuren folgt und so reale Orte und unterschiedliche Lesarten zusammenfließen lässt.« ("Télérama")
»Deville schreibt in einer klaren, reinen Sprache direkt ins Herz und in die Seele des Lesers. Er schenkt uns einen weiteren großen ›Roman ohne Fiktion‹, ein Buch, in dem er ›nichts erfindet‹, aber alles neu erfindet.« ("Le Point")
»Ein Roman prallvoll mit tausenden von Schätzen.« ("France Inter")

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.07.2019

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

18,8/12,6/2,5 cm

Gewicht

287 g

Auflage

1

Übersetzt von

  • Holger Fock
  • Sabine Müller

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20847-6

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Das Festmahl der Synapsen.

Almut Scheller-Mahmoud am 28.01.2022

Bewertungsnummer: 1646458

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Gastgeber dieser üppigen Tafel ist Patrick Deville, der bereits in anderen Romanen fulminante Beispiele seiner Schreib- und Fabulierlust präsentierte. Deville platziert seine illustren Gäste mit Platzkarten ganz comme il faut, lässt aber auch Platz am üppig gedeckten Tisch für „Zaungäste“. Deren Namen flattern en passant wie Appetizer umher. Delikatessen und Petitessen aus den überbordenden Biographien der Hauptgäste bilden die Essenz des Buches : die Curricula vitae sind wie ein Bouquet einer untergegangenen Welt, deren Kulminationspunkt Mexiko ist. Der Leser landet in einem Strudel aus biographischen, politisch-geschichtlichen und kulturellen Details: der Roman ist keine Heldenreise, aber auf jeden Fall eine Bildungsreise. Ein Menü gegen die Amnesie. Und regt an zum Recherchieren und Nachlesen – ach, wer was das noch?! Leo Trotzki. Wir erleben seine Flucht nach Mexiko, von den Istanbuler Prinzeninseln kommend. Der Gründer der Roten Armee und der Favorit Lenins hat endlich nach Jahren der Verbannung und der Flucht seinen Ruhepunkt gefunden, der sich aber als Mausefalle entpuppt. Das zweite Attentat auf ihn in Frida Kahlos Blauem Haus misslingt nicht: Ramón Mercader schwingt den Eispickel gekonnt und gezielt. Zu Leo Trotzki fallen mir Szenen aus dem Film „Dr. Schiwago“ ein: Der mit einem gepanzerten Zug, die Fronten während des Bürgerkriegs abfährt. Zwei große schwarze Lokomotiven mit einem roten Stern und zahlreichen Waggons mit Druckerei und Telegraphenstation, mit Waffen, einem Lebensmitteldepot, Kleinlastern, Tankvorräten und sogar einem Lazarett. Sein Erzrivale Stalin lässt Trotzkis Namen aus allen Geschichtsbüchern löschen, sein Bild entfernen, seine Freunde und Familie auslöschen. Trotzki und Frida haben eine intensive leidenschaftliche Affäre, die Liebe zu seiner Frau aber siegt und die kurzen Auszüge ihrer Liebesbriefe sind etwas Berührendes. Malcolm Lowry. Eine andere Liebesgeschichte, es sollte nach Willen ihres Autors die schönste Liebesgeschichte der Welt werden, hält den Leser in Bann. Lowry, Sohn eines reich gewordenen Liverpoolers Kaufmanns, erfindet sein Alter Ego, den Konsul, und dessen Frau Yvonne. Lowry lebt ein wildes Leben mit Rotwein und Mescal-Räuschen und doch vielen Jahren der Zurückgezogenheit in einer Hütte bei Vancouver. Seine Zeitgenossen wollen die Menschen und die Welt befreien, fallen in Kriegen, werden ermordet, er aber schreibt. 20 Jahre braucht er für die definitive Fertigstellung von „Unter dem Vulkan“. Ein Buch, das seit gut zwei Jahrzehnten in meinem Bücherregal steht und das ich wohl erst jetzt zum ersten Mal aufschlagen werde. Einer der größten Romane des 20. Jahrhunderts. B. Traven. „Das Totenschiff“ ist wohl das berühmteste seiner vielen Werke, war für sehr lange Zeit ein „Nobody“. Niemand wusste, wer sich hinter diesem Namen verbarg. Angeblich soll er Ret Marut sein, ein aktiver Revolutionär der Münchner Räterepublik. Ihm gelang die Flucht nach deren Scheitern und er landete 1924 in Mexiko, wo er auch 1969 verstarb. Er geht nach Chiapas, lebt unter den Indige- nen, beschreibt ihr Leben und ihre Mythen. Sein Roman „Der Schatz der Sierra Madre“ wurde von John Huston verfilmt und mit 3 Oscars prämiert. Für B. Traven bedeutete auf anarchistische Art zu leben: frei von Identitäten – man könne sich Eltern, Alter und Vaterland frei aussuchen. Frida Kahlo. Leidet mit 6 Jahren an Kinderlähmung. Bei einem Busunglück durchdringt eine Metallstange ihr Becken. Sie muss ein Stahlkorsett tragen, verbringt viel Zeit eingegipst im Bett, immer wieder OPs. Im Bett beginnt sie zu malen. Sie heiratet Diego Rivera, den 20 Jahre älteren Malerfürsten. Sie leidet seelisch und körperlich unter den Folgen des Unfalls, was sich auch in ihren Bildern und der Motivwahl niederschlägt. 55 Selbstbildnisse, oft mit ihren Tieren. Immer wieder Affären, immer wieder Alkohol, immer wieder malend. Scheidung von Rivera, den sie dann trotz seiner permanenten Untreue zum zweiten Mal heiratet. Sie stilisiert sich selbst zum nationalen Kulturgut, immer in traditioneller Tracht mit traditionellem Schmuck. Ihr Schnurrbart und die zusammengewachsenen Augenbrauen würde man heute als Markenzeichen etikettieren. Tina Modotti. Schauspielerin, Fotografin und Revolutionärin italienischer Ab- stammung. Sie geht mit ihrem Geliebten, dem Fotografen Edward Weston, nach Mexiko, das sie fasziniert: „ein lichterfülltes“ Land in revolutionärem Aufbruch. Sie bewegt sich in Kreisen der ansässigen Bohéme und der kommunistischen Partei, lebt von Portraits und dokumentiert das Leben der einfachen Leute. Die politische Brisanz dieser Fotos erregt Aufsehen. Sie wird ausgewiesen, geht mit ihrem Geliebten Vittorio Vidali nach Moskau und erlebt den Spanischen Bürgerkrieg Krankenpflegerin. Cardenas hebt ihre Ausweisung auf und sie kehrt nach Mexiko zurück, wo sie 1942 an einem Herzanfall in einem Taxi stirbt. Diego Rivera. Rivera ist ein Mythos, allein durch seine Ehen mit Frida Kahlo, seine zahlreichen Geliebten und seine Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten in kulturellem und politischem Bereich. Der Mythos wird von ihm selbst alimen- tiert. Er entwickelt seinen eigenen Stil, berühmt sind seine Industriemalereien (Detroit) und Murales. Neben Siqueiros und Orozco der „Dritte im Bunde“ der Muralistas. „Das Epos des mexikanischen Volkes“ ist eines seiner wichtigsten Werke. Die Kombination von Freskotechnik, indianisch-mythischen und sozia- listischen Motiven geben seinem Werk ein eigenes Gesicht und sind unver- kennbar „ Rivera“. Und last not least eine kurze Hommage an Lázaro Cardenas. Er nahm Flüchtlinge und Verbannte auf, aus dem Spanischen Bürgerkrieg, aber auch viele Deutsche. Initiierte Reformen, verstaatlichte die Ölindustrie. Heute wäre er ein Präsident fernab des politischen Mainstreams. Und hier einige der „Zaungäste“: Sandino. Zapata. Picabia. Blaise Cendrars. Juan Rulfo. Octavio Paz. Victor Serge. Hamsum. John Reed. Majakowski. Sancho Villa. Ossip Mandelstam. Jules Verne. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Jewgenia Ginsburg. Pablo Picasso. Sergej Jessenin. Walter Benjamin. Blaise Pascal. Geoge Orwell. Antonin Artaud, Georges Simenon, Saint-John Perse. Simone Weil. Tristan Tzara, Roland Barthes, Henry Miller, Jorge Luis Borges, André Breton. Sacco und Vanzetti. John Dos Passos. Pablo Neruda. Che Guevara, Subcomandante Marcos. André Malraux. Ganze zehn Jahre ist Patrick Deville auf den Spuren seiner Gäste gereist: Von Mexiko nach Sibirien. Und überlässt den Lesern einmal mehr ein faszinierendes Epos, das zeigt, dass Geschichte mehr ist als nur ein paar Jahreszahlen. Dass Geschichte Menschen sind und Geschichten, die miteinander verbunden, verflochten und verwoben sind. Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen. William Faulkner Und zuletzt die Frage: Was wäre aus der Weltgeschichte, aus der Sowjetunion und dem Kommunismus geworden, wenn Trotzki statt Stalin die oberste Machtposition innegehabt hätte?
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Das Festmahl der Synapsen.

Almut Scheller-Mahmoud am 28.01.2022
Bewertungsnummer: 1646458
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Gastgeber dieser üppigen Tafel ist Patrick Deville, der bereits in anderen Romanen fulminante Beispiele seiner Schreib- und Fabulierlust präsentierte. Deville platziert seine illustren Gäste mit Platzkarten ganz comme il faut, lässt aber auch Platz am üppig gedeckten Tisch für „Zaungäste“. Deren Namen flattern en passant wie Appetizer umher. Delikatessen und Petitessen aus den überbordenden Biographien der Hauptgäste bilden die Essenz des Buches : die Curricula vitae sind wie ein Bouquet einer untergegangenen Welt, deren Kulminationspunkt Mexiko ist. Der Leser landet in einem Strudel aus biographischen, politisch-geschichtlichen und kulturellen Details: der Roman ist keine Heldenreise, aber auf jeden Fall eine Bildungsreise. Ein Menü gegen die Amnesie. Und regt an zum Recherchieren und Nachlesen – ach, wer was das noch?! Leo Trotzki. Wir erleben seine Flucht nach Mexiko, von den Istanbuler Prinzeninseln kommend. Der Gründer der Roten Armee und der Favorit Lenins hat endlich nach Jahren der Verbannung und der Flucht seinen Ruhepunkt gefunden, der sich aber als Mausefalle entpuppt. Das zweite Attentat auf ihn in Frida Kahlos Blauem Haus misslingt nicht: Ramón Mercader schwingt den Eispickel gekonnt und gezielt. Zu Leo Trotzki fallen mir Szenen aus dem Film „Dr. Schiwago“ ein: Der mit einem gepanzerten Zug, die Fronten während des Bürgerkriegs abfährt. Zwei große schwarze Lokomotiven mit einem roten Stern und zahlreichen Waggons mit Druckerei und Telegraphenstation, mit Waffen, einem Lebensmitteldepot, Kleinlastern, Tankvorräten und sogar einem Lazarett. Sein Erzrivale Stalin lässt Trotzkis Namen aus allen Geschichtsbüchern löschen, sein Bild entfernen, seine Freunde und Familie auslöschen. Trotzki und Frida haben eine intensive leidenschaftliche Affäre, die Liebe zu seiner Frau aber siegt und die kurzen Auszüge ihrer Liebesbriefe sind etwas Berührendes. Malcolm Lowry. Eine andere Liebesgeschichte, es sollte nach Willen ihres Autors die schönste Liebesgeschichte der Welt werden, hält den Leser in Bann. Lowry, Sohn eines reich gewordenen Liverpoolers Kaufmanns, erfindet sein Alter Ego, den Konsul, und dessen Frau Yvonne. Lowry lebt ein wildes Leben mit Rotwein und Mescal-Räuschen und doch vielen Jahren der Zurückgezogenheit in einer Hütte bei Vancouver. Seine Zeitgenossen wollen die Menschen und die Welt befreien, fallen in Kriegen, werden ermordet, er aber schreibt. 20 Jahre braucht er für die definitive Fertigstellung von „Unter dem Vulkan“. Ein Buch, das seit gut zwei Jahrzehnten in meinem Bücherregal steht und das ich wohl erst jetzt zum ersten Mal aufschlagen werde. Einer der größten Romane des 20. Jahrhunderts. B. Traven. „Das Totenschiff“ ist wohl das berühmteste seiner vielen Werke, war für sehr lange Zeit ein „Nobody“. Niemand wusste, wer sich hinter diesem Namen verbarg. Angeblich soll er Ret Marut sein, ein aktiver Revolutionär der Münchner Räterepublik. Ihm gelang die Flucht nach deren Scheitern und er landete 1924 in Mexiko, wo er auch 1969 verstarb. Er geht nach Chiapas, lebt unter den Indige- nen, beschreibt ihr Leben und ihre Mythen. Sein Roman „Der Schatz der Sierra Madre“ wurde von John Huston verfilmt und mit 3 Oscars prämiert. Für B. Traven bedeutete auf anarchistische Art zu leben: frei von Identitäten – man könne sich Eltern, Alter und Vaterland frei aussuchen. Frida Kahlo. Leidet mit 6 Jahren an Kinderlähmung. Bei einem Busunglück durchdringt eine Metallstange ihr Becken. Sie muss ein Stahlkorsett tragen, verbringt viel Zeit eingegipst im Bett, immer wieder OPs. Im Bett beginnt sie zu malen. Sie heiratet Diego Rivera, den 20 Jahre älteren Malerfürsten. Sie leidet seelisch und körperlich unter den Folgen des Unfalls, was sich auch in ihren Bildern und der Motivwahl niederschlägt. 55 Selbstbildnisse, oft mit ihren Tieren. Immer wieder Affären, immer wieder Alkohol, immer wieder malend. Scheidung von Rivera, den sie dann trotz seiner permanenten Untreue zum zweiten Mal heiratet. Sie stilisiert sich selbst zum nationalen Kulturgut, immer in traditioneller Tracht mit traditionellem Schmuck. Ihr Schnurrbart und die zusammengewachsenen Augenbrauen würde man heute als Markenzeichen etikettieren. Tina Modotti. Schauspielerin, Fotografin und Revolutionärin italienischer Ab- stammung. Sie geht mit ihrem Geliebten, dem Fotografen Edward Weston, nach Mexiko, das sie fasziniert: „ein lichterfülltes“ Land in revolutionärem Aufbruch. Sie bewegt sich in Kreisen der ansässigen Bohéme und der kommunistischen Partei, lebt von Portraits und dokumentiert das Leben der einfachen Leute. Die politische Brisanz dieser Fotos erregt Aufsehen. Sie wird ausgewiesen, geht mit ihrem Geliebten Vittorio Vidali nach Moskau und erlebt den Spanischen Bürgerkrieg Krankenpflegerin. Cardenas hebt ihre Ausweisung auf und sie kehrt nach Mexiko zurück, wo sie 1942 an einem Herzanfall in einem Taxi stirbt. Diego Rivera. Rivera ist ein Mythos, allein durch seine Ehen mit Frida Kahlo, seine zahlreichen Geliebten und seine Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten in kulturellem und politischem Bereich. Der Mythos wird von ihm selbst alimen- tiert. Er entwickelt seinen eigenen Stil, berühmt sind seine Industriemalereien (Detroit) und Murales. Neben Siqueiros und Orozco der „Dritte im Bunde“ der Muralistas. „Das Epos des mexikanischen Volkes“ ist eines seiner wichtigsten Werke. Die Kombination von Freskotechnik, indianisch-mythischen und sozia- listischen Motiven geben seinem Werk ein eigenes Gesicht und sind unver- kennbar „ Rivera“. Und last not least eine kurze Hommage an Lázaro Cardenas. Er nahm Flüchtlinge und Verbannte auf, aus dem Spanischen Bürgerkrieg, aber auch viele Deutsche. Initiierte Reformen, verstaatlichte die Ölindustrie. Heute wäre er ein Präsident fernab des politischen Mainstreams. Und hier einige der „Zaungäste“: Sandino. Zapata. Picabia. Blaise Cendrars. Juan Rulfo. Octavio Paz. Victor Serge. Hamsum. John Reed. Majakowski. Sancho Villa. Ossip Mandelstam. Jules Verne. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Jewgenia Ginsburg. Pablo Picasso. Sergej Jessenin. Walter Benjamin. Blaise Pascal. Geoge Orwell. Antonin Artaud, Georges Simenon, Saint-John Perse. Simone Weil. Tristan Tzara, Roland Barthes, Henry Miller, Jorge Luis Borges, André Breton. Sacco und Vanzetti. John Dos Passos. Pablo Neruda. Che Guevara, Subcomandante Marcos. André Malraux. Ganze zehn Jahre ist Patrick Deville auf den Spuren seiner Gäste gereist: Von Mexiko nach Sibirien. Und überlässt den Lesern einmal mehr ein faszinierendes Epos, das zeigt, dass Geschichte mehr ist als nur ein paar Jahreszahlen. Dass Geschichte Menschen sind und Geschichten, die miteinander verbunden, verflochten und verwoben sind. Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen. William Faulkner Und zuletzt die Frage: Was wäre aus der Weltgeschichte, aus der Sowjetunion und dem Kommunismus geworden, wenn Trotzki statt Stalin die oberste Machtposition innegehabt hätte?

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Gewalt und Begegnung

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Patrick Deville hat sich mit seiner Schreibweise einen singulären Literaturstil erarbeitet. In seinen Büchern entfaltet er literarisch-dokumentarische Collagen. In "Viva" geht es um Mexiko in den 30ziger Jahren. Trotzki trifft in Mexiko ein. Deville breitet mit Trotzkis eintreffen in Mexiko explosionsartig ein Netz von Begegnungen und Ereignissen aus. So tauchen neben dem Revolutionär Frida Kahlo, Diego Rivera, Malcolm Lowry, B. Traven, André Breton und Antonin Artaud auf. Deville setzt in seinen Büchern wiederholt mit historisch bedeutsamen Orten auseinander, die zugleich Brennpunkte von politischer wie kolonialer Gewalt, aber Plätze intellektueller Begegnungen waren.
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Gewalt und Begegnung

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Patrick Deville hat sich mit seiner Schreibweise einen singulären Literaturstil erarbeitet. In seinen Büchern entfaltet er literarisch-dokumentarische Collagen. In "Viva" geht es um Mexiko in den 30ziger Jahren. Trotzki trifft in Mexiko ein. Deville breitet mit Trotzkis eintreffen in Mexiko explosionsartig ein Netz von Begegnungen und Ereignissen aus. So tauchen neben dem Revolutionär Frida Kahlo, Diego Rivera, Malcolm Lowry, B. Traven, André Breton und Antonin Artaud auf. Deville setzt in seinen Büchern wiederholt mit historisch bedeutsamen Orten auseinander, die zugleich Brennpunkte von politischer wie kolonialer Gewalt, aber Plätze intellektueller Begegnungen waren.

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Philipp Urbanek

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Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Abenteuerroman von Patrick Deville führt direkt nach Mexiko ins Jahre 1937 der Ankunft Trotzkis in Managua. Gleichzeitig verwebt er mehrere Lebensweg zu einer farbenprächtigen Story rundum Malcolm Lowry, Frida Kahlo und nicht zuletzt Leo Trotzki. Ein Ritt auf dem Vulkan.
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Der Abenteuerroman von Patrick Deville führt direkt nach Mexiko ins Jahre 1937 der Ankunft Trotzkis in Managua. Gleichzeitig verwebt er mehrere Lebensweg zu einer farbenprächtigen Story rundum Malcolm Lowry, Frida Kahlo und nicht zuletzt Leo Trotzki. Ein Ritt auf dem Vulkan.

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