Du wusstest es doch

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Beschreibung

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Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

23.08.2018

Verlag

Verlag Klaus Wagenbach

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ePUB

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Erscheinungsdatum

23.08.2018

Verlag

Verlag Klaus Wagenbach

Seitenzahl

192 (Printausgabe)

Dateigröße

884 KB

Übersetzt von

Marlene Müller-Haas

Sprache

Deutsch

EAN

9783803142405

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"...du wusstest es doch, Rädertier, dass es nicht länger dauern würde als bis zum Frieden..." (176)

Miri am 20.12.2018

Bewertungsnummer: 1157487

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich habe schon einige Bücher mit dem Hintergrund 2.Weltkrieg und Verbrechen an Juden in der Hand gehabt. Alle ergreifend, allerdings ist/war dieses schmale Buch ein komplettes Neuland für mich. Am Anfang hat mir der "gehobene" Stil ein bisschen zum Schaffen gegeben, da ich selten poetische Texte lese. Diese Geschichte hat nicht nur einen Dichter namens Frans Winter (Spitzname Rädertier) als Hauptprotagonisten, sondern auch die Sprache des Romans ist sehr "dichterisch" und bildlich. Auch das Auftreten der Henriette (Spitzname Wichtel) als einer selbstbewusster und kompromissloser Frau, die eine für die Zeit alle traditionellen Regeln brechende Liebe mit einem verheirateten Mann angeht, ist eher Rarität, resp. es wird selten so offen über die Geliebten in der Kriegszeit so berichtet, wie es hier die Autorin getan hatte: ohne zu verurteilen, bewerten, abwerten (man muss im Hinterkopf haben, dass das Buch Ende 40er Jahre entstanden ist). Die Autorin spricht ein heikles aber für die Zeit irgendwie auch verständliches resp. offensichtliches Thema an: Familien werden getrennt und niemand weiß, ob sich die Mitglieder je wieder begegnen werden. Es entstehen Liebesgeschichten im Exil, die man als Treuebruch werten sollte??? oder doch nicht??? Für Frans ist es alles nur ein Spiel, aber ein notwendiges Spiel um zu ein wenig Normalität im Krieg zu erfahren. "Das Leben hier mit Wichtel war ein Spiel der Phantasie. Ich muss zurück..." (170). Ein weiteres Thema, dass die Autorin beschreibt, ist der Unterschied zwischen den Geflüchteten, die ein exklusives Leben ("Luxus") leben (Arbeit, Liebschaften, fast unbeschwertes Leben) und Daheim-Gebliebenen, die ständig in der Angst leben müssen ins KZ zu kommen. Frans wird erst das ganze Ausmaß des Krieges bewusst, wenn er von seiner toten Mutter erfährt. Sogar der Davidstern ist für ihn nur aus Erzählungen von Wichtel bekannt. Der Krieg hat aus Frans zwar ein neues Wesen gemacht, doch kann er an sein Wichtel nicht verzichten resp. die Erinnerungen an das gemeinsame Leben löschen. Meine Leseempfehlung hat dieses Buch auf jeden Fall.
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"...du wusstest es doch, Rädertier, dass es nicht länger dauern würde als bis zum Frieden..." (176)

Miri am 20.12.2018
Bewertungsnummer: 1157487
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich habe schon einige Bücher mit dem Hintergrund 2.Weltkrieg und Verbrechen an Juden in der Hand gehabt. Alle ergreifend, allerdings ist/war dieses schmale Buch ein komplettes Neuland für mich. Am Anfang hat mir der "gehobene" Stil ein bisschen zum Schaffen gegeben, da ich selten poetische Texte lese. Diese Geschichte hat nicht nur einen Dichter namens Frans Winter (Spitzname Rädertier) als Hauptprotagonisten, sondern auch die Sprache des Romans ist sehr "dichterisch" und bildlich. Auch das Auftreten der Henriette (Spitzname Wichtel) als einer selbstbewusster und kompromissloser Frau, die eine für die Zeit alle traditionellen Regeln brechende Liebe mit einem verheirateten Mann angeht, ist eher Rarität, resp. es wird selten so offen über die Geliebten in der Kriegszeit so berichtet, wie es hier die Autorin getan hatte: ohne zu verurteilen, bewerten, abwerten (man muss im Hinterkopf haben, dass das Buch Ende 40er Jahre entstanden ist). Die Autorin spricht ein heikles aber für die Zeit irgendwie auch verständliches resp. offensichtliches Thema an: Familien werden getrennt und niemand weiß, ob sich die Mitglieder je wieder begegnen werden. Es entstehen Liebesgeschichten im Exil, die man als Treuebruch werten sollte??? oder doch nicht??? Für Frans ist es alles nur ein Spiel, aber ein notwendiges Spiel um zu ein wenig Normalität im Krieg zu erfahren. "Das Leben hier mit Wichtel war ein Spiel der Phantasie. Ich muss zurück..." (170). Ein weiteres Thema, dass die Autorin beschreibt, ist der Unterschied zwischen den Geflüchteten, die ein exklusives Leben ("Luxus") leben (Arbeit, Liebschaften, fast unbeschwertes Leben) und Daheim-Gebliebenen, die ständig in der Angst leben müssen ins KZ zu kommen. Frans wird erst das ganze Ausmaß des Krieges bewusst, wenn er von seiner toten Mutter erfährt. Sogar der Davidstern ist für ihn nur aus Erzählungen von Wichtel bekannt. Der Krieg hat aus Frans zwar ein neues Wesen gemacht, doch kann er an sein Wichtel nicht verzichten resp. die Erinnerungen an das gemeinsame Leben löschen. Meine Leseempfehlung hat dieses Buch auf jeden Fall.

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Du wusstest es doch

von Josepha Mendels

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