Einflussfaktoren der Mediennutzung: Flow und weitere Faktoren der Medienselektion am empirischen Beispiel "Harry Potter und der Stein der Weisen"

Einflussfaktoren der Mediennutzung: Flow und weitere Faktoren der Medienselektion am empirischen Beispiel "Harry Potter und der Stein der Weisen"

Buch (Taschenbuch)

€ 51,40 inkl. gesetzl. MwSt.

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Beschreibung

Der Wissenschaftler Csikszentmihalyi benannte bereits 1975 das vollständige Versinken in eine Tätigkeit mit dem Wort "Flow". In der vorliegenden Abhandlung wird ein Zusammenhang zwischen dem Flow-Erleben beim Lesen eines Buches und einer direkt folgenden Medienselektion postuliert. Sollte Flow dem Medium zugeschrieben werden, würde ein weiteres Buch ausgewählt, sollte Flow dagegen dem Inhalt attribuiert werden, würde ein beliebiges Medium mit einem ähnlichen Inhalt selektiert.
Zur Analyse werden zunächst relevante Begrifflichkeiten aus dem Bereich der Medienrezeption voneinander abgegrenzt. Anschließend stehen Bedingungen und Aspekte während einer belohnenden Medienrezeption sowie deren Konsequenzen im Fokus. Auch wird Flow-Erleben im Lichte bereits vorhandener Medienselektionstheorien betrachtet.
Eine konkrete Medienselektion nach der Flow-Induktion wird empirisch in zwei Quasi-Experimenten beobachtet. Eine davon unabhängige Befragung zeigt weitere wahrgenommene Motivationen für eine Medienselektion nach einem Flow-Erleben.
Zusammengefasst bietet das Buch neben einer umfassenden theoretischen Analyse mögliche empirische Umsetzungen für diesen speziellen Kontext.

Alexandra Bohle wurde 1979 in Geldern geboren. Da sie als Kind schon gerne gelesen hatte, entschied sich die Autorin nach dem Abitur für eine Ausbildung zur Buchhändlerin. Während der anschließenden Verlagstätigkeit entstanden bei ihr Fragen rund um die neuen Medien und die Erstellung von Internetportalen, sodass sie ein Bachelor-Studium der Angewandten Kommunikations- und Medienwissenschaft anschloss. In dieser Zeit sammelte sie weitere Erfahrungen in der IT-Branche, die noch heute ihre fachliche Heimat darstellt. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Master-Studium im Ausland entwickelten sich die Forschungsfragen für das vorliegende Buch, welches den Kreis zu den Ausgangsfragen der Autorin schließt:
Schreibt ein Leser seine vollständige Versunkenheit während des Lesens dem Inhalt des Buches zu? Oder ist es doch die Tätigkeit selbst, die ihn in den Bann zieht?

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.08.2017

Verlag

Disserta

Seitenzahl

300

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.08.2017

Verlag

Disserta

Seitenzahl

300

Maße (L/B/H)

21/14,8/1,8 cm

Gewicht

449 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95935-114-0

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Textprobe:
Kapitel 5.4. Ausgangspunkte von Unterhaltung und Spiel:
In der Umgangssprache ist das Medium häufig der Ausgangspunkt von Unterhaltung. Auch in der Wissenschaft gibt es diese Annahme, die für Vorderer ein Missverständnis bei der Definition von Unterhaltung ist. So ist oft von Unterhaltungssendungen im Fernsehen, der Unterhaltungsindustrie oder von Unterhaltungsmedien generell die Rede, aber auch von Unterhaltungsliteratur im Verständnis von Trivialliteratur. Damit wird davon ausgegangen, dass bestimmte Medien oder bestimmte Texte von allen Menschen gleich wahrgenommen werden und diese Nutzung per se zu Unterhaltung führt bzw. Unterhaltung damit eine Eigenschaft des genutzten Mediums ist, gleichzeitig andere Medien keine Unterhaltung verursachen können und somit keinen Unterhaltungswert haben. Von den Medieninhalten ist dabei keine Rede. Dies entspricht den Ideen des ("älteren") Wirkungsansatzes in der Medienforschung. Insbesondere bezieht sich diese Annahme darauf, dass es eine Unterscheidung gibt zwischen Medien als (fiktionsbezogenen) Unterhaltungsträgern und Massenmedien als (faktenbezogenen) Informationsträgern. In vielen Fällen vermischen sich die strengen Kategorien Information und Unterhaltung; der Nutzer benötigt keine Unterscheidung dieser Art. Insbesondere ältere Menschen fühlen sich durchaus durch nicht-fiktionale Sendungen und Texte unterhalten. Für Vorderer ist diese Annahme (faktenbezogene Texte sind nicht unterhaltsam) ein weiteres Missverständnis bei der Begriffsabgrenzung von Unterhaltung. Es bleibt zu fragen, warum das Modell der Unterscheidung zwischen (Informations-) Medien und (Unterhaltungs-) Medien weiterhin aufrechterhalten wird. Dies geschieht parallel zu einer nicht deutlichen Abgrenzung des Medienbegriffs (vgl. Abschnitt zu Medium). Hier wird die Fortsetzung der Unterscheidung von Information und Unterhaltung zwar nicht grundsätzlich unterstützt, allerdings sind Theorien, die sich auf nicht-fiktionale Informationsverarbeitung beziehen, nicht immer auf (fiktionale) Unterhaltungsverarbeitung übertragbar (und umgekehrt) - wie dies z.B. für Involvement oder Einstellungen bisher angenommen wird. Zusätzlich wird häufig in Theorien zur Unterhaltung implizit das "Fiktionale" in der Unterhaltung angenommen, welches stark von Informationsinhalten getrennt ist.
Unterhaltung und Spiel stellen hier einen Zwischenschritt auf dem Weg zur Medienselektion dar, bei dem der Mensch der Ausgangspunkt von Unterhaltung ist, der subjektiv entscheidet, wann er sich unterhalten fühlt. Dies passt zur Sichtweise der Rezipientenperspektive des Uses and Gratifications Ansatzes (vgl. Abschnitt zu Uses and Gratifications), bei der Leser oder Zuschauer aktiv Medien auswählen, die sie unterhalten.
5.5. Die Eskapismus-These:
Innerhalb der so genannten Eskapismus-These der Unterhaltung (durch Medien) wird davon ausgegangen, dass der Grund zum (Wieder-) Aufsuchen von potentiellem Unterhaltungsangebot der Wunsch des Menschen ist, aus der Alltags-Realität zu flüchten - hier wird deutlich, dass fiktionale Texte bei dieser Flucht eher eine Hilfe sein können als realitätsnahe Schriften. Zur Konkretisierung der Eskapismus-Hypothese wurden in der Vergangenheit unterschiedliche Grundannahmen entwickelt. Die Gedanken-Blockierungs-Hypothese nimmt an, dass sich Menschen einem positiv besetzten Medienangebot zuwenden, um sich selbst von störenden (negativen) Gedanken abzubringen. Die Langeweile-Vermeidungs-Hypothese dagegen postuliert, dass Menschen, die sich schlecht konzentrieren können, eher und häufiger (unterschiedliche) Medien konsumieren. Bisher wurden beide Hypothesen nur korrelativ und nicht kausal erforscht.
Um jedoch die Frage danach zu beantworten, was den Nutzer letztlich dazu bewogen hat, den Wunsch der Flucht zu entwickeln und umzusetzen, muss man sich mit Formen und Inhalten des Medienangebotes näher beschäftigen. Dafür sind die genannten beiden Ansätze zu oberflächlich. Unterhaltu
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