Macht die Diagnose einer psychischen Erkrankung krank?

Macht die Diagnose einer psychischen Erkrankung krank?

Auswirkungen der Diagnose: Selbstbild, Fremdwahrnehmung sowie private und berufliche Konsequenzen

Buch (Taschenbuch)

36,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.08.2014

Verlag

Bachelor + Master Publishing

Seitenzahl

56

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.08.2014

Verlag

Bachelor + Master Publishing

Seitenzahl

56

Maße (L/B/H)

22/15,5/0,5 cm

Gewicht

117 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95820-052-4

Weitere Bände von Bachelorarbeit

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

0.0

0 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel

Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung

Erste Bewertung verfassen

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

0.0

0 Bewertungen filtern

Textprobe:
Kapitel 2.4, Die Diagnose einer psychischen Erkrankung aus personenbezogener Sicht: Personenbezogene Menschenbilder und personenbezogene Erklärungsmodelle menschlichen Verhaltens lokalisieren die Gründe für eine bestimmte Verhaltensweise immer in der Person, die dieses spezifische Verhalten zeigt (Palmowski 2007, 45).
Ein Beispiel für eine stark personenbezogene Sichtweise ist die medizinische, die psychische Erkrankungen häufig mit einer Störung des Gehirnstoffwechsels in Zusammenhang bringt. Aussagen, wie Der Signalbotenstoff (Neurotransmitter) Dopamin kommt bei ADHS-Betroffenen seltener im Gehirn vor (Onmeda-Redaktion 2012) oder Bei Depressiven funktioniert der Gehirnstoffwechsel nicht so, wie er funktionieren sollte, was unter anderem dazu führt, dass es am Glückshormon Serotonin mangelt (Dr. Georg Psota, in Stehrer 2011) demonstrieren diese Sichtweise. Genetische Faktoren würden zur Entstehung affektiver Störungen maßgeblich beitragen [...] Familienstudien zeigen eine familiäre Häufung der Erkrankungen, Zwillings- und Adoptionsstudien weisen auf genetische Faktoren als Ursache des familiären Auftretens hin (Nöthen u.a. 2004, 1).
Schenkt man solchen Studien und wissenschaftlichen Untersuchungen - die regelrecht nach Zusammenhängen zwischen psychischen Erkrankungen und einer genetischen Vorbelastung suchen - Vertrauen, so wäre die Chance sich völlig normal zu entwickeln für jemanden der aus einer Familie stammt, in der psychische Erkrankungen bzw. die Diagnose dieser bereits aufgetreten sind, von Geburt an gemindert. Liegt die Störung im Menschen - in der medizinischen Sichtweise im Gehirnstoffwechsel - so kann sie auch nur dort behoben werden (vgl. Palmowski 2007, 47). Nach dieser Logik stellt die Diagnose einer psychischen Erkrankung in vielen Fällen den Ausgangspunkt für eine medikamentöse Behandlung dar - wobei diese dem von der Diagnose Betroffenen kaum andere Optionen lässt, selbst etwas an seinem Zustand zu ändern.
Dem ICD-10 - dem Klassifikationssystem, das die Grundlage für die psychologische Diagnostik darstellt - liegen ebenfalls personenbezogene Sichtweisen zugrunde. Anhand von aufgelisteten Symptomen - Defiziten - werden verschiedene Krankheitsbilder beschrieben. Erkennt der Diagnostiker mehrere dieser Symptome bei dem, der von ihm diagnostiziert wird, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dieser mit der entsprechenden Diagnose versehen wird.
Aussagen wie Persönlichkeitsstörungen treten meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter (ICD-10 2013, F60) oder die meisten affektiven Störungen neigen zu Rückfällen (ebd., F30-F39) suggerieren, dass der Mensch bestimmte Eigenschaften, Veranlagungen oder eine bestimmte Persönlichkeit hat, anhand derer man Prognosen für den weiteren Verlauf erstellen könne, und wenn er diese - isoliert betrachtet - besitzt, bedeutet dies auch, dass seine Möglichkeiten, sich zu verändern begrenzt sind (vgl. Palmowski 2007, 188).
Der ICD-10 soll dazu dienen, eine psychische Erkrankung anhand gezeigter Symptome möglichst genau bestimmen zu können, da die Diagnose die Grundlage für die Finanzierung weiterer Hilfsangebote ist - Psychotherapeuten, Ärzte und Kliniken müssen gegenüber den Krankenkassen eine ICD-10-Diagnose angeben, damit die Behandlungskosten übernommen werden (Psychenet 2011). Auch sollen Diagnosen dazu dienen, die Erscheinungsform, Verursachung und Auslösung eines bestimmten Zustandes zu beschreiben, um ein geeignetes Behandlungsprogramm aufzubauen, mit dessen Hilfe Normalität angestrebt werden soll (vgl. Amelang; Schmidt-Atzert 2006, 2) - denn um eine psychische Erkrankung behandeln zu können, ist eine genaue Diagnose erforderlich (Landschaftsverband Rheinland). In jedem Falle stellt die Diagnose einer psychischen Erkrankung in personenbezogenen Theorien den Ausgangspunkt für eine Veränderung des von der Diagnose betroffenen Menschen dar: i
  • Macht die Diagnose einer psychischen Erkrankung krank?