• Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1
  • Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1
  • Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1
  • Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1
Band 1 Vorbesteller

Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1

Aufbruch (High Fantasy)

Buch (Taschenbuch)

€18,00

inkl. gesetzl. MwSt.
Taschenbuch

Taschenbuch

€ 18,00

Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1

Ebenfalls verfügbar als:

Taschenbuch

Taschenbuch

ab € 18,00
eBook

eBook

ab € 8,99
  • Kostenlose Lieferung ab 50 € Einkaufswert
  • Versandkostenfrei für Bonuscard-Kund*innen

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

21.10.2013

Verlag

Acabus Verlag

Seitenzahl

548

Maße (L/B/H)

21,1/14,2/4,8 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

21.10.2013

Verlag

Acabus Verlag

Seitenzahl

548

Maße (L/B/H)

21,1/14,2/4,8 cm

Gewicht

585 g

Auflage

2. Auflage (Originalausgabe)

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86282-210-2

Weitere Bände von Chroniken von Chaos und Ordnung

Das meinen unsere Kund*innen

4.2

9 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Kund*innenkonto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

Sehr lesenswert

Bewertung am 04.01.2022

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Monika M. Mit 60 Jahren bin ich in die Weld er Fantasy eingestiegen. Der Anfang war eine Herausforderung... es hat sich ausgezahlt... die Magie hat mich nicht mehr losgelassen, ich werde weiter lesen.

Sehr lesenswert

Bewertung am 04.01.2022
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Monika M. Mit 60 Jahren bin ich in die Weld er Fantasy eingestiegen. Der Anfang war eine Herausforderung... es hat sich ausgezahlt... die Magie hat mich nicht mehr losgelassen, ich werde weiter lesen.

Ein gelungener Auftakt für Rollenspieler

Bewertung aus Bad Liebenwerda am 12.01.2019

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Nun zu meiner Rezi von Chroniken von Chaos und Ordnung 01. Thorn Gandir von J. H. Praßl. Es handelt sich um einfaches schwarz/weiß Cover, was im Buchladen wenig her machen würde. Mir wäre es zumindest nicht weiter aufgefallen aber der Klappentext zog mich in seinen Bann. Zur Hanlung: Thorn Gandir, ein Waldläufer verliert während der Sklavenaufstände im Einsatz für den Senatsvorsitzenden Antonius Virgil Testaceus alles, was je Bedeutung für ihn hatte. Trotzdem lässt er sich dazu hinreißen, für seinen machthungrigen Mäzen Valians Zepter zu finden, das Gerüchten zufolge von einem mächtigen Feind des Imperiums entwendet wurde. Begleitet von der Söldnerin Chara Viola Lukullus, dem Kriegspriester Telos Malakin und dem Barbaren Bargh Barrowsøn macht er sich auf die gefährliche Reise durch die aschranische Wüste. Zwerge und Elfen, Orks, Kentauren, Thanatanen, Menschen, Assasienen. Götter und Dämonen alles drin, wie in einem All in Packet. Es ist ein Epos ähnlich wie Herr der Ringe nur reichhaltiger wie eine fette Sahnetorte. Ich hatte ein wenig Probleme mich dann im Setting wiederzufinden/ ein wirkliches Gefühl für das Buch zu bekommen. Für Fans von Tolkien und Rollenspielen ist es sehr geeignet.

Ein gelungener Auftakt für Rollenspieler

Bewertung aus Bad Liebenwerda am 12.01.2019
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Nun zu meiner Rezi von Chroniken von Chaos und Ordnung 01. Thorn Gandir von J. H. Praßl. Es handelt sich um einfaches schwarz/weiß Cover, was im Buchladen wenig her machen würde. Mir wäre es zumindest nicht weiter aufgefallen aber der Klappentext zog mich in seinen Bann. Zur Hanlung: Thorn Gandir, ein Waldläufer verliert während der Sklavenaufstände im Einsatz für den Senatsvorsitzenden Antonius Virgil Testaceus alles, was je Bedeutung für ihn hatte. Trotzdem lässt er sich dazu hinreißen, für seinen machthungrigen Mäzen Valians Zepter zu finden, das Gerüchten zufolge von einem mächtigen Feind des Imperiums entwendet wurde. Begleitet von der Söldnerin Chara Viola Lukullus, dem Kriegspriester Telos Malakin und dem Barbaren Bargh Barrowsøn macht er sich auf die gefährliche Reise durch die aschranische Wüste. Zwerge und Elfen, Orks, Kentauren, Thanatanen, Menschen, Assasienen. Götter und Dämonen alles drin, wie in einem All in Packet. Es ist ein Epos ähnlich wie Herr der Ringe nur reichhaltiger wie eine fette Sahnetorte. Ich hatte ein wenig Probleme mich dann im Setting wiederzufinden/ ein wirkliches Gefühl für das Buch zu bekommen. Für Fans von Tolkien und Rollenspielen ist es sehr geeignet.

Unsere Kund*innen meinen

Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1

von J.H. Prassl

4.2

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Aus Kapitel 1: Flucht

Ein Nebel, so dicht wie das Gewebe einer Königsstola, lag blass und träge über dem Emlin-Tal. Sanfte Hügel drängten sich Schutz suchend an die steileren Hänge, die weit oben zu scharfkantigen, unpassierbaren Felswänden zusammenliefen. Das kleine Tal lag inmitten eines grauen, wild gewachsenen Gebirgslandes, das sich von der autonomen Provinz Shemora bis zu den von sanften Hügeln durchzogenen Ebenen um Valianor, der Hauptstadt des Valianischen Imperiums, hinzog.
Der Nebel nahm dem Morgen sein Licht. Er schob sich wie eine undurchdringliche Decke über das Tal und stemmte sich mit aller Gewalt gegen die Strahlen der aufgehenden Sonne, die verzweifelt versuchten, den dichten Schleier zu zerreißen, um das Resultat einer gewaltigen Schlacht zu enthüllen – einer Schlacht, die in der Nacht begonnen und mit der aufgehenden Sonne ein grausiges Ende gefunden hatte. Noch vor Tagesanbruch hatten sich Männer Auge in Auge gegenübergestanden, bereit, ihr Leben für ihre Ehre oder ihre Freiheit zu geben, bereit, für ihren Sieg in den Tod zu gehen.
Doch nur wenige wussten davon und kaum jemand kannte den eigentlichen, den wahren Grund für diese Schlacht.
[…]
Im Süden des Tals teilten sich die Felsen, um den Emlin passieren zu lassen, der sich über Tausende von Jahren tief in den harten Felsen gegraben hatte. Aufgrund der beginnenden Schneeschmelze brauste er mit solcher Kraft durch die Emlin-Schlucht, dass er kleinere Bäume vom Ufer mit sich riss, um sie weiter stromabwärts wieder zurückzulassen.
Dort, wo die Felsen zurückwichen, der Emlin sich weitete und seine Strömung zahmer wurde, trieben zwei große Fässer den Fluss entlang. Sie waren notdürftig mit einem Seil zusammengebunden und hüpften wie Korken hilflos von einer Welle zur anderen.
An manchen Stellen schrammten sie so knapp an den tödlichen Felskanten vorbei, dass das Holz gefährlich knirschte, doch die Fässer hielten stand.
Die Ufer des Emlin wurden flacher. Die Strömung beruhigte sich. Die beiden Fässer wurden langsamer und tanzten nicht mehr ungebändigt auf den Wassern. Da krachte es plötzlich und das Holz des ersten Fasses barst. Kleine Holzsplitter sirrten durch die Luft, als der Deckel ins Wasser geschmettert wurde. Eine Männerstimme drang aus dem Inneren des Fasses und übertönte kurzzeitig das Rauschen des Flusses.
„Wir gehen an Land!“
Es klang wie ein Befehl und die Reaktion folgte augenblicklich, als auch der Deckel des zweiten Fasses splitterte. Zwei schlanke Beine glitten ins Wasser, gefolgt von einer weiblichen Silhouette. Binnen weniger Augenblicke wurde die Frau von der Strömung erfasst und vom Sog nach unten gezogen. Gischt übersprühte ihr Gesicht, als sie ein Stück flussabwärts prustend wieder auftauchte und mit ganzer Kraft zu schwimmen begann.
Es platschte. Aus dem ersten Fass wuchtete sich ein Mann ins kalte Wasser und versuchte, das Fass zu packen, bevor der Fluss es mit sich riss. Von der Kälte des Wassers überrumpelt, atmete er ruckartig ein, verschluckte sich und hustete erbärmlich. Im letzten Augenblick bekam er den Rand des Fasses in die Finger und klammerte sich daran fest. Dann mühte er sich damit ab, den restlichen Inhalt des Fasses freizubekommen.
Zwei Arme plumpsten ins kalte Nass. Erleichtert ergriff sie der Mann in Höhe der Ellenbogen und stemmte sich mit seinen Füßen gegen den Rand des Fasses, das sich gefährlich nach unten neigte. Er verlor den Halt und versank im Wasser. Als er prustend wieder an die Oberfläche kam, konnte er im letzten Moment das Seil packen, das die beiden Fässer verband, und den Behälter zu sich heranziehen. Dann ließ er das Seil los und umfasste den Oberkörper der im Inneren eingeschlossenen Frau. Mit aller Kraft zog er ihren reglosen Körper heraus, bis endlich ihr Kopf in der Öffnung erschien. Lange schwarze Haare glitten ins schäumende Nass und wanden sich wie Schlangen auf der Wasseroberfläche. Die feinen Gesichtszüge und spitzen Ohren einer Elfe wurden sichtbar. Um ihre Stirn wand sich ein schmutziger, blutdurchtränkter Verband.
[…]
Die Lippen des Mannes waren vor Kälte blau angelaufen. Immer öfter holte ihn der Sog unter die Wasseroberfläche. Immer größer wurden die Abstände, in denen er Luft holen konnte. Doch der unbändige Wille, am Leben zu bleiben und das Leben der Frau in seinen Armen zu schützen, hielt ihn bei Kräften.
„Wo bist du?!“, schrie er hustend die Böschung hinauf, der er sich langsam näherte.
Keine Antwort.
Plötzlich tauchte das Gesicht seiner Begleiterin zwischen den Büschen auf. Sie schlitterte halb zum Fluss hinunter, halb hastete sie am Ufer entlang, während sie den Mann im Auge behielt. An einer Stelle, wo ein kleines Felsplateau ins Wasser ragte, kam sie rutschend zum Stehen und legte sich flach auf den Bauch. Ihre Hände streckte sie so weit sie konnte über den Emlin hinaus.
„Schwimm so nah wie möglich an den Stein heran!“, schrie sie, während der Mann in rasantem Tempo auf das Felsplateau zutrieb.
Er antwortete nicht, ruderte, mit der Linken den leblosen Körper umschlingend, hektisch auf die rettenden Hände zu. Doch seine eigene Hand war von der Kälte so taub, dass er nicht richtig zugreifen konnte und abrutschte. Unvermittelt ließ er die Elfe los und streckte die andere Hand nach seiner Begleiterin aus. Er krallte sich daran fest und schaffte es gerade noch, mit seinen Beinen die bewusstlose Elfe zu umklammern, die von der Strömung fast fortgerissen worden wäre. Eine Weile ver-harrte er schwer atmend, während seine Retterin auf dem Felsen die Zähne zusammenbiss.
Endlich packte der Mann mit seiner freien Hand die Elfe, zog sie zwischen sich und den Felsen und drückte sie so fest dagegen, wie es die Strömung erlaubte, die seine Beine immer wieder flussabwärts drücken wollte. Doch um sie am Felsen hochzuhieven, fehlte ihm die Kraft. Flehend blickte er in die Augen seiner Begleiterin, aber sie reagierte nicht.
Sein Blick wurde zornig.
Die Frau zögerte. Schließlich griff sie der Bewusstlosen unter die Achseln und zog sie das letzte Stück über den Felsen. Kraftlos zog sich auch der Mann am Stein hoch, bevor er völlig erschöpft zusammenbrach und keuchend liegen blieb.
„Das hat uns gerade noch gefehlt!“, zischte die Frau.
Mit einem abfälligen Blick auf die ohnmächtige Elfenkriegerin, kletterte sie über die Böschung. […] Kitayschas Verletzungen waren tödlich. Und als sie angegriffen wurde, war er nicht da gewesen. Er war nicht da gewesen, als ihr der Morgenstern über den Schädel gezogen worden war. Er war nicht da gewesen …
Seine klammen Finger glitten über den glatten, vom Wasser rund geschliffenen Felsen und krallten sich in das Hemd der Elfe. Er seufzte leise, als er ihren schwachen Atem vernahm.
Schließlich kämpfte er sich auf die Beine, hob die Kriegerin hoch und erklomm den Hang, über den sich seine Retterin abgesetzt hatte.
Er fand sie schließlich einige Schritte flussabwärts. Sie hatte sich einen geeigneten Platz gesucht, um ihre Kleider zu trocknen. Inmitten einer geduckt stehenden, kreisförmigen Baumgruppe, die unliebsamen Einblicken vorbeugte, riss sie sich das nasse Hemd vom Leib und rieb sich bibbernd die Oberarme. Als sie ihn bemerkte, wandte sie ihren Blick ab. Ohne Hemmungen schälte sie sich aus ihrer triefenden Hose, bis sie völlig nackt vor ihm stand.
„Was soll das, Thorn!“, blaffte sie ihn wütend an. „Du wärst ihretwegen fast ertrunken! Ihretwegen wären wir fast umgekommen!“
Mit einem verächtlichen Blick setzte sie hinzu: „Wir können sie nicht mitnehmen! Es muss dir doch klar sein, dass sie das nicht überlebt! Willst du mit ihr sterben, nach allem, was wir durchmachen mussten? Es war reines Glück, dass wir es bis hierhin geschafft haben! Willst du jetzt alles riskieren? Nur, um eine tote Elfe bis nach Valianor zu schleppen?“

* * *

Der süßliche Geruch von Blut, durchsetzt vom herben Duft nach Weihrauch, hing in dem fensterlosen Raum und drang in seine Nase, als er die Tür hinter sich schloss. Antonius Virgil Testaceus war die morbide Atmosphäre hier längst gewohnt; die Düsternis der unterirdischen Gemäuer konnte ihn kaum noch beeindrucken. In jedem der vier Winkel stand ein Marmorsockel mit einem Weihrauchkessel umringt von Kerzen. In der Mitte des Raums erhob sich ein Altar aus schwarzem Basalt. Neben dem Altar stand eine Gestalt, deren Augen so schwarz waren wie der Stein.
Testaceus hatten diese Augen mehr als einmal dazu gebracht, sich unsicher und verloren zu fühlen. Er wusste um die bedrohliche Kälte, die der Mann neben dem Altar ausströmte, wusste um die beängstigende Wirkung seines bohrenden Blicks und den Effekt seiner ausgemergelten Gestalt. Darum war ihm auch klar, was seinem kleinen Begleiter in eben diesem Augenblick durch den Kopf schoss: Flucht!
Testaceus umschloss die Hand des Jungen noch fester. Er spürte sein Zögern beim Anblick der dunklen Gestalt. Zitternd presste sich der zarte Körper an ihn, während ängstliche Augen fragend zu ihm aufblickten. […]
Testaceus’ Aufmerksamkeit kehrte zur Gestalt am Altar zurück, die, immer noch reglos verharrend, ihre Augen zwischen ihnen hin und her wandern ließ. Schließlich bohrte sich ihr Blick in Testaceus’ Kopf und wie schon viele Male zuvor hatte er den Eindruck, sie würde jeden seiner Gedanken kennen.
Ein kaltes Kribbeln kroch seinen Rücken hoch und hinterließ ein Gefühl absoluter Leere in seiner Magengegend. Er musste kurz durchat-men, dann schob er den Jungen, der sich immer noch ängstlich an ihn drückte, auf die Gestalt zu, die schweigend jede ihrer Bewegungen beobachtete.
„Ich bin hier, um Hilfe durch Eure Gabe zu erbitten“, durchbrach Testaceus die eisige Stille.
Es war jedes Mal die gleiche Prozedur. Jedes Mal begann er mit genau diesen Worten und jedes Mal musterte ihn der Augur, nachdem er sein Anliegen vorgebracht hatte, mit berechnendem Blick. Es war Teil des Ritus, der die Weissagung eines Auguren gewandete wie die Amtstracht einen Senator, und deshalb war es nicht nur ungebührlich, sondern auch gefährlich, die einleitende Bitte zu unterlassen und die darauffolgende Stille zu unterbrechen. Auguren waren anerkannte Leute. Zwar nicht so anerkannt wie ein Senator, doch sie besaßen etwas, das kein gewöhnlicher Mensch besaß: die Macht des sechsten Sinns in ihrer höchsten Ausprägung.[…]
Testaceus warf einen Blick auf das bleiche Gesicht des Jungen, der ängstlich zu dem Mann in der schwarzen Robe hochsah. Trotz seiner offensichtlichen Scheu versuchte er, tapfer stillzuhalten, und machte keine Anstalten, davonzulaufen. Testaceus selbst hatte dafür gesorgt, dass der Junge ihm blind vertraute und ganz sicher bis zum Ende durchhielt.
Testaceus warf einen kurzen Seitenblick auf den Altar.
„Zwei Fragen, wenn Ihr gewillt seid, Lestrang“, eröffnete Testaceus mit ehrfürchtig gedämpfter Stimme das Ritual.
„Zwei Antworten, wenn die Dinge günstig stehen“, antwortete der Augur gleichmütig und schritt an Testaceus vorbei zur Tür, woraufhin vier ausgemergelte Gestalten in den gleichen Roben aus hauchdünnem schwarzen Stoff eintraten. Alle hatten diese seltsam schwarzen Augen, deren kalter, taxierender Blick sich auf Testaceus und das Kind richtete.
„Ich nehme an, es geht um die Schlacht gegen den Sklavenführer.“
Lestrangs Stimme klang, als ob man trockenes Laub zwischen den Fingern zerbröselte.
„Ganz recht.“
Testaceus schob den Jungen, der bei den Worten des Auguren unwillkürlich zwei Schritte zurückgewichen war und nun förmlich mit den Beinen des Senatsvorsitzenden verschmolz, ein Stück von seinem Körper weg. Um ihn zu beruhigen, drückte er seine Hand. Obwohl er den Schrecken des Kindes nachempfinden konnte, wusste er, dass der Augur auf die Angst eines Menschen reagierte wie ein Wolf bei dem Geruch von Blut und er hatte nicht das geringste Bedürfnis, Lestrang zusätzlich zu animieren.
Während sich die anderen Auguren mit raschelnden Roben um den Altar versammelten, trat Lestrang an den Jungen heran. Seine Fingerspitzen strichen sanft über sein Gesicht. Testaceus registrierte, wie der Junge zu zittern begann, und stellte mit Abscheu fest, dass seine Angst dem Auguren ein kaum wahrnehmbares Lächeln entlockte.
Schließlich richtete Lestrang sich auf, ging zum Altar zurück und legte seine Hand auf die kalte schwarze Steinplatte.
„Ihr habt wie immer dafür gesorgt, dass wir unser Ritual ungestört durchführen können?“
Lestrangs Augen ruhten auf dem Jungen. Die kleine Hand war schweißnass.
„Natürlich“, antwortete Testaceus ungerührt, obwohl sein Magen sich unangenehm zusammenkrampfte.
Lestrangs Aufmerksamkeit wanderte zu den restlichen Auguren, eine Tatsache, die Testaceus kurz aufatmen ließ.
„Nun denn, es ist an der Zeit, dass ich mich um Euer Mündel kümmere“, begann Lestrang, ohne seinen Blick von den Auguren zu wenden.
Testaceus lief es eiskalt über den Rücken.
  • Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1
  • Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1
  • Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1
  • Thorn Gandir - Aufbruch / Chroniken von Chaos und Ordnung Bd.1