Falsche Fragen

Falsche Fragen

Roman

Buch (gebundene Ausgabe)

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Beschreibung

Bei welcher Entscheidung weiß man schon, wohin sie einen führt? Teresa und Maya waren Freundinnen von Kindesbeinen an. Doch später landet ausgerechnet die stille, ernste Teresa in einer Werbeagentur, während sich die früher so unbändige Maya einer strengen Religionsgemeinschaft anschließt. Mayas Weg führt an den Fuß des Himalaja, wo sie mit Ehemann und Kindern in einem freiwilligen Korsett von Regeln und Geboten lebt. Teresa indessen genießt ihre Unabhängigkeit, ihre lockere Beziehung zu Max, den sie am Wochenende in seinem Haus auf dem Land besucht. Nachdem die beiden jahrelang nichts mehr voneinander gehört haben, taucht Maya eines Tages unvermutet wieder in ihrer Heimatstadt auf … In ihrem zweiten Roman erzählt Kirstin Breitenfellner von einer Freundschaft, der die Grundlage abhanden gekommen ist - und von einer außergewöhnlichen Begegnung, bei der zwei Weltbilder, zwei Denkweisen, zwei Persönlichkeiten aufeinander prallen. Vor dem Hintergrund neuer Fundamentalismen in Politik und Religion geht es um das große, ewig aktuelle Thema der Freiheit. Wer zahlt einen höheren Preis? Jene, die ein so genanntes unabhängiges Leben wählen? Oder jene, die dem Reiz erliegen, diese komplizierte Freiheit aufzugeben zugunsten eines Systems, das alle Fragen ein für allemal zu beantworten scheint?

"Der Roman von Kristin Breitenfellner behandelt die Geschichte zweier Freundinnen, die völlig unterschiedliche Lebensformen gewählt haben.
Die eine, Maya, lebt in einer strengen Religionsgemeinschaft, ist ernst, unterwürfig, stets ihrem Mann, den Kindern und der Religion zu Diensten, ohne zu hinterfragen, ohne das Recht auf eine eigene Meinung. Sie glaubt bedingungslos.
Die andere, Teresa, ist eine erfolgreiche Werbefachfrau, trendbewusst, selbstbewusst, in einer festen, aber nicht zu festen Beziehung, ohne Perspektive auf eine dauerhafte Bindung, Familie oder Kinder.
Die Freundschaft der beiden droht zu zerbrechen an der unterschiedlichen Lebensauffassung der beiden Frauen. Als sie sich nach einigen Jahren wiedertreffen, versuchen sie in einem Dialog, die jeweils andere von der "richtigen" Lebensweise zu überzeugen: Glaube gegen Freiheit, Familie gegen beruflichen Erfolg, bedingungslose Hingabe gegen kritische und zweifelnde, realistische Weltsicht.
Nach diesem Gespräch gehen die beiden Frauen auseinander, für immer. Sie stellen fest, dass ihre Auffassungen und Ansichten einfach zu unterschiedliche sind.
Aus Teresas Sicht klingt das so: "Ich liebe das Leben mehr als den Sinn des Lebens. Maya liebt den Sinn des Lebens mehr als das Leben."
Und doch ist eine minimale Annäherung der beiden zu merken: Maya, zurück bei ihrer Familie und Religionsgemeinschaft im Bergland, agiert etwas selbstbestimmter und selbstbewusster, lehnt sich ein wenig gegen ihren Mann auf, und Teresa, durch eine plötzliche Kündigung aus der beruflichen Erfolgsbahn geworfen, wirkt nachdenklicher, kurz gestreift von dem Wunsch, sich fallen und andere für sich entscheiden zu lassen. Tatsächlich findet sie sich in Paris sogar in einer Kirche wieder, denkt über eine eigene Familie und sogar über Kinder nach.
Die beiden Frauen haben den Streit, aber auch die Freundschaft aufgelöst. Leben und leben lassen ist die Lösung; beide versuchen nicht mehr, die jeweils andere zu bekehren und von der "einzig wahren" Lebensweise zu überzeugen, halten nicht mehr krampfhaft an der Freundschaft fest.
Und so formuliert Teresa zuletzt die Einsicht: "Wahrscheinlich bin ich die falsche Freundin für sie. Oder ich habe die falschen Fragen gestellt."
Kristin Breitenfellner stellt sich mit ihrem Roman der Frage: Gibt man seine Freiheit auf, wenn man sich den strengen Strukturen eines rigorosen Glaubens unterwirft? Oder ist man eher unfrei, wenn man sich den strengen Strukturen der Gesellschaft unterwirft - Schönheitsideale, Erfolgszwang, die Frau als moderne, selbstbewusste und selbstbestimmte Person? Welche Lebensweise macht wirklich frei? Gibt es überhaupt die eine Lösung?
Darüber hinaus handelt der Roman von einem ebenfalls schwierigen Thema: Freundschaft. Wie fest sind alte Freundschaften wirklich? Was macht Freundschaft überhaupt aus? Kann es Freundschaft überhaupt trotz komplett unterschiedlicher Lebensauffassungen geben? Und ist es nicht viel mehr ein Akt der Freundschaft, diese dann zu beenden, statt vergebens an alten Erinnerungen festzuhalten?
Ein sehr gelungenes Buch, das mich auch über vergangene Freundschaften nachdenken lässt und das ich gerne weiterempfehle."
(Ricarda Essrich)
"... tapfer, klug und anmutig ..."
(Falter/Buchmessenbeilage, Christina Dany)
"... ein unaufdringlich kluger Roman ..."
(Die Presse)
"Vielmehr macht Kirstin Breitenfellner das Zeitthema plausibel und verschafft uns gleichzeitig das ästhetische Vergnügen eines gut erzählten Romans."
(OÖ Nachrichten, Christian Schacherreiter)
"Kirstin Breitenfellner ist gelungen, was nicht vielen gelingt, nämlich mit dem zweiten Roman genauso zu überzeugen wie mit dem ersten."
(Progress)

Kirstin Breitenfellner, geboren 1966 in Wien, Autorin und Literaturkritikerin. Zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in Literaturzeitschriften und Anthologien. Für ihren Roman Der Liebhaberreflex wurde sie mit dem Wiener Autorenstipendium 2003 ausgezeichnet und auf das Festival des Europäischen Debütromans 2004 in Kiel eingeladen. 2003 Autoren-Stipendium der Stadt Wien, 2004 Autorenprämie des Bundeskanzleramtes im Bereich Belletristik. Zuletzt bei Skarabæus erschienen: "Der Liebhaberreflex" (Roman, 2004) und das "ohr klingt nur vom horchen" (Gedichte, 2005, ausgezeichnet mit einer Buchprämie des Bundeskanzleramtes).

Details

Einband

gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.09.2006

Verlag

Skarabäus

Seitenzahl

232

Maße (L/B/H)

21,1/14,2/2,4 cm

Beschreibung

Details

Einband

gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.09.2006

Verlag

Skarabäus

Seitenzahl

232

Maße (L/B/H)

21,1/14,2/2,4 cm

Gewicht

425 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7082-3210-2

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