Von Sarajewo zum 11. September

Von Sarajewo zum 11. September

Einzelattentate und Massenterrorismus

Buch (Gebundene Ausgabe)

€54,90

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Attentate gab es zu allen Zeiten und in allen politischen Systemen. Formen und Ziele waren aber einem Wandel unterworfen. Dieses Buch bietet einen spannenden Überblick von modernen Attentaten der Neueren Geschichte bis zum postmodernen Massenterrorismus des 21. Jahrhunderts. Dabei geht es um Motive, Biographien der Attentäter und Opfer, Ziele, Planung und Ablauf sowie die Auswirkungen und Folgen. Auf die jüngsten Ereignisse nach dem 11. September 2001 wird ebenfalls eingegangen. Die systematisch angelegten Beiträge ermöglichen einen internationalen Vergleich!
Beiträge u.a. zu folgenden Themen:
Sarajewo 1914, Walter Rathenau 1922, Georg Elser und das Attentat auf Hitler 1939, Graf Stauffenberg und der Anschlag auf Hitler 1944, der Mord an Mahatma Ghandi 1948, das Attentat auf John F. Kennedy 1963 und Robert F. Kennedy 1968, die Südtirol-Attentate der 1960er Jahre, die Rote Armee Fraktion (RAF), die Entführung und Ermordung von Aldo Moro 1978, Izhak Rabin 1995, der 11. September 2001 und seine weltpolitischen Folgen sowie ein bilanzierender Überblick mit den aktuellen Entwicklungen.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.04.2007

Herausgeber

René Ortner

Verlag

Studien Verlag

Seitenzahl

512

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.04.2007

Herausgeber

René Ortner

Verlag

Studien Verlag

Seitenzahl

512

Maße (L/B/H)

24,4/16,5/3,7 cm

Gewicht

982 g

Auflage

1. zahlreiche s/w-Abbildungen

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7065-4019-3

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Von Sarajevo zum 11. September - Attentate und Anschläge im politischen Kontext

Mario Pf. aus Oberösterreich am 11.08.2008

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Attentaten ist nur vordergründig betrachtet Ausdruck einer konventionellen und konservativen Geschichtsschreibung. Sie sind zwar vom Ablauf her gesehen 'Ereignisse', in den Reaktionen und Folgen spiegeln sich aber auch die Strukturen der Geschichte sowie in ihrer Rezeption historisches Gedächtnis und politische Erinnerungskulturen.", so Mitherausgeber Michael Gehler in seiner abschließenden Betrachtung (Seite 362). Bisher existierende Fachliteratur hat sich nur sehr wenig mit gesellschaftspolitischen und kulturhistorischen Rahmenbedingungen auseinandergesetzt, weshalb das im Wintersemester 2002/2003 vom Institut für Zeitgeschichten der Leopold Franzens Universität Innsbruck veranstaltete Seminar zum Thema "Vom modernen Einzelattentat zum postmodernen Massenterrorismus" nicht nur regen Zulauf erfuhr, sondern auch in der Forschung neue Akzente setzte. Doch neben einer eingehenden Analyse der Rahmenbedingungen liefern die im vorliegenden Band zusammengefassten Referate auch biografische Details über Opfer und Täter, sowie Planung und Ablauf der Attentate, wobei den Folgen eine besondere Rolle zukommt. Durch die Auswahl der Texte gelingt es den Herausgebern hervorragend die Schwierigkeit einer allgemeinen Definition von Terrorismus darzulegen. Die Akteure handeln aus unterschiedlichen Motivationen, profitieren manchmal sogar vom Regime und erfahren nicht selten kontroversielle Würdigungen, genauso wie ihre Opfer. Nur um zu verdeutlichen, wie kompliziert die Definition von Terrorismus ist, kann man seine Begriffserklärung von zwei Autoritäten wie dem US-Außen- und Verteidigungsministerium vergleichen. Wie noch in Rene Ortners Vorwort (Seite 12) klargestellt, wären die Aufständischen und Widerstandskämpfer im Irak etwa eher als Guerillas, denn Terroristen zu bezeichnen. Terrorismus geht über Tyrannenmord weit hinaus und beschäftigt die Menschen seit Jahrhunderten. Schon in der Antike wurde diskutiert ob Mord gerechtfertigt sein kann. "Eine Kugel um die Welt zu verändern", ist auch heute noch Thema so mancher Diskussionen. Die Versuche Systeme durch Gewalt zu verändern haben nicht selten dazu geführt, dass "der Terrorist des einen, der Held des anderen" ist. Bereits Shakespeare verarbeitete in seinen Dramen den klassischen Tyrannenmord. Doch um erneut Rene Ortner zu zitieren (Seite 9): "Ein wichtiges Charakteristikum von Attentaten ist, dass die realen Auswirkungen und Folgen relativ gering sind. Ihre historische Bedeutung liegt in der Mythologisierung der Tat, der Täter oder auch des Opfers. Die Motive bzw. die beabsichtigte Zielsetzung für ein Attentat werden so gut wie nie erfüllt." Der Wert der hier zusammengefassten Referate liegt genau darin, diese Komplexität und die Unterschiede hervorzuheben. So erfolgte Georg Elsers Hitlerattentat von unten, er war um eine Mäßigung der NS-Kriegspläne bemüht, Graf Stauffenberg hingegen, wollte den verlustreichen Feldzug gegen die UdSSR zu einem Ende bringen und handelte eindeutig von oben. Zwei unterschiedliche Männer, mit unterschiedlichen Motivationen, der kommunistisch inspirierte Elser und der konservative Stauffenberg und doch einem ähnlichen Ziel, durch die Ermordung Hitlers das schlimmste zu verhindern. Im abschließenden Beitrag Michael Gehlers werden auf 118 Seiten alle Beiträge erneut analysiert und in einen Bezug zueinander gesetzt, wobei auch die fehlenden Referate miteinbezogen werden. Fazit: "Von Sarajewo zum 11. September" verschweigt und vereinfacht nicht die komplexen Zusammenhänge, viel mehr hebt es sie hervor und trägt dazu mehr zum Verständnis bei, als Versuche die Thematik auf Schlagworte und einfache Formeln zu reduzieren.

Von Sarajevo zum 11. September - Attentate und Anschläge im politischen Kontext

Mario Pf. aus Oberösterreich am 11.08.2008
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Attentaten ist nur vordergründig betrachtet Ausdruck einer konventionellen und konservativen Geschichtsschreibung. Sie sind zwar vom Ablauf her gesehen 'Ereignisse', in den Reaktionen und Folgen spiegeln sich aber auch die Strukturen der Geschichte sowie in ihrer Rezeption historisches Gedächtnis und politische Erinnerungskulturen.", so Mitherausgeber Michael Gehler in seiner abschließenden Betrachtung (Seite 362). Bisher existierende Fachliteratur hat sich nur sehr wenig mit gesellschaftspolitischen und kulturhistorischen Rahmenbedingungen auseinandergesetzt, weshalb das im Wintersemester 2002/2003 vom Institut für Zeitgeschichten der Leopold Franzens Universität Innsbruck veranstaltete Seminar zum Thema "Vom modernen Einzelattentat zum postmodernen Massenterrorismus" nicht nur regen Zulauf erfuhr, sondern auch in der Forschung neue Akzente setzte. Doch neben einer eingehenden Analyse der Rahmenbedingungen liefern die im vorliegenden Band zusammengefassten Referate auch biografische Details über Opfer und Täter, sowie Planung und Ablauf der Attentate, wobei den Folgen eine besondere Rolle zukommt. Durch die Auswahl der Texte gelingt es den Herausgebern hervorragend die Schwierigkeit einer allgemeinen Definition von Terrorismus darzulegen. Die Akteure handeln aus unterschiedlichen Motivationen, profitieren manchmal sogar vom Regime und erfahren nicht selten kontroversielle Würdigungen, genauso wie ihre Opfer. Nur um zu verdeutlichen, wie kompliziert die Definition von Terrorismus ist, kann man seine Begriffserklärung von zwei Autoritäten wie dem US-Außen- und Verteidigungsministerium vergleichen. Wie noch in Rene Ortners Vorwort (Seite 12) klargestellt, wären die Aufständischen und Widerstandskämpfer im Irak etwa eher als Guerillas, denn Terroristen zu bezeichnen. Terrorismus geht über Tyrannenmord weit hinaus und beschäftigt die Menschen seit Jahrhunderten. Schon in der Antike wurde diskutiert ob Mord gerechtfertigt sein kann. "Eine Kugel um die Welt zu verändern", ist auch heute noch Thema so mancher Diskussionen. Die Versuche Systeme durch Gewalt zu verändern haben nicht selten dazu geführt, dass "der Terrorist des einen, der Held des anderen" ist. Bereits Shakespeare verarbeitete in seinen Dramen den klassischen Tyrannenmord. Doch um erneut Rene Ortner zu zitieren (Seite 9): "Ein wichtiges Charakteristikum von Attentaten ist, dass die realen Auswirkungen und Folgen relativ gering sind. Ihre historische Bedeutung liegt in der Mythologisierung der Tat, der Täter oder auch des Opfers. Die Motive bzw. die beabsichtigte Zielsetzung für ein Attentat werden so gut wie nie erfüllt." Der Wert der hier zusammengefassten Referate liegt genau darin, diese Komplexität und die Unterschiede hervorzuheben. So erfolgte Georg Elsers Hitlerattentat von unten, er war um eine Mäßigung der NS-Kriegspläne bemüht, Graf Stauffenberg hingegen, wollte den verlustreichen Feldzug gegen die UdSSR zu einem Ende bringen und handelte eindeutig von oben. Zwei unterschiedliche Männer, mit unterschiedlichen Motivationen, der kommunistisch inspirierte Elser und der konservative Stauffenberg und doch einem ähnlichen Ziel, durch die Ermordung Hitlers das schlimmste zu verhindern. Im abschließenden Beitrag Michael Gehlers werden auf 118 Seiten alle Beiträge erneut analysiert und in einen Bezug zueinander gesetzt, wobei auch die fehlenden Referate miteinbezogen werden. Fazit: "Von Sarajewo zum 11. September" verschweigt und vereinfacht nicht die komplexen Zusammenhänge, viel mehr hebt es sie hervor und trägt dazu mehr zum Verständnis bei, als Versuche die Thematik auf Schlagworte und einfache Formeln zu reduzieren.

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