Selbstverfügung als intrapersonaler Rechtspflichtverstoß.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsübersicht: Einleitung - 1. Teil: Positivrechtliche Lösungsansätze zur Straflosigkeit der indirekten Sterbehilfe: Einführung - Der Tötungstatbestand - Rechtswidrigkeit - 2. Teil: Die vorpositive Legitimation von Selbstverfügungsschranken: Einführung - Kritik empiristischer Positionen - Der freiheitsrechtliche Ansatz - 3. Teil: Folgerungen für die Behandlung der indirekten Sterbehilfe nach geltendem Recht: Die Wirksamkeit der Einwilligung des Schmerzpatienten nach den allgemeinen Regeln - Ergebnis: Unrecht und Rechtfertigung von Sterbehilfemaßnahmen nach dem freiheitlichen Rechtsprinzip - Zur Verfassungsmäßigkeit der gefundenen Lösung - Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse - Literaturverzeichnis, Sachwortverzeichnis
Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge Band 135

Selbstverfügung als intrapersonaler Rechtspflichtverstoß.

Zum Strafunrecht einverständlicher Sterbehilfe.

Buch (Taschenbuch)

€77,00

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Mit zunehmendem Abstand zur nationalsozialistischen Schreckensherrschaft wird auch in Deutschland die Debatte um Sterbehilfe wieder vernehmlicher geführt. Dabei zeigt sich, daß die langjährige Tabuisierung dieses praktisch unausweichlichen Problems die Entwicklung eines gesicherten Standpunktes in Recht und Moral behindert hat. Eine auf nachvollziehbare Prinzipien gestützte Auseinandersetzung steht heute erst an ihrem Anfang.

Gerade die - wegen der Zwangsmittel des Rechts - so bedeutsame juristische Diskussion besteht vielfach noch immer aus Positionen, deren Wert sich in dem bloßer Behauptungen erschöpft. Dem positivistisch eingeengten Blick weiter Teile von Rechtslehre und Judikatur gelingt es kaum, Ausnahmen vom Grundsatz des "absoluten Lebensschutzes" im Strafgesetzbuch überzeugend darzulegen. Besonders augenscheinlich wird dies im Fall der sogenannten indirekten Euthanasie, also der Schmerztherapie mit lebensverkürzenden Nebenwirkungen. Auch nach der ersten Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu dieser Frage besteht hier die bemerkenswerte Situation einer Vielfalt an Begründungskonzeptionen für das gleichzeitig ganz weitgehend konsentierte Ergebnis der Straffreiheit fort.

Asmus Maatsch kritisiert, ausgehend von dieser Fallgruppe, die bisher vertretenen strafrechtlichen Lösungsansätze und versucht, ihnen einen rational-deduktiven Begründungsweg entgegenzustellen. Zum methodischen Ausgangspunkt dient das dem Tatbestand der Tötung auf Verlangen (
216 StGB) zugrundeliegende Selbstverfügungsverbot, dessen Grund in einem allgemeingültigen Prinzip zu finden sein muß, um den Rechtszwang gegen den Täter der eingewilligten Fremdtötung legitimieren zu können. Hierfür kommt allein die praktische Vernunft in Betracht, als deren Gesetz der Kategorische Imperativ Kants exponiert und legitimiert wird. Durch die Anwendung dieses Grundprinzips moralischer Verbindlichkeit auf die Selbstverfügung durch Verlangen des eigenen Todes zeigt Asmus Maatsch, daß das Verbot des
216 StGB wegen des intrapersonalen Rechtspflichtverstoßes des Todeswilligen an sich zu Recht besteht, aber genau zu definierender Ausnahmen bedarf, die gerade für die mit dem Stichwort "Sterbehilfe" belegten Fallkonstellationen von Bedeutung sind.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.05.2001

Verlag

Duncker & Humblot

Seitenzahl

264

Maße (L/B/H)

23,3/15,9/1,5 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.05.2001

Verlag

Duncker & Humblot

Seitenzahl

264

Maße (L/B/H)

23,3/15,9/1,5 cm

Gewicht

360 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-428-10333-1

Weitere Bände von Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Das meinen unsere Kund*innen

0.0

0 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Kund*innenkonto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel

Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung

Erste Bewertung verfassen

Unsere Kund*innen meinen

0.0

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

  • Selbstverfügung als intrapersonaler Rechtspflichtverstoß.
  • Inhaltsübersicht: Einleitung - 1. Teil: Positivrechtliche Lösungsansätze zur Straflosigkeit der indirekten Sterbehilfe: Einführung - Der Tötungstatbestand - Rechtswidrigkeit - 2. Teil: Die vorpositive Legitimation von Selbstverfügungsschranken: Einführung - Kritik empiristischer Positionen - Der freiheitsrechtliche Ansatz - 3. Teil: Folgerungen für die Behandlung der indirekten Sterbehilfe nach geltendem Recht: Die Wirksamkeit der Einwilligung des Schmerzpatienten nach den allgemeinen Regeln - Ergebnis: Unrecht und Rechtfertigung von Sterbehilfemaßnahmen nach dem freiheitlichen Rechtsprinzip - Zur Verfassungsmäßigkeit der gefundenen Lösung - Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse - Literaturverzeichnis, Sachwortverzeichnis