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Der gewaltsame Lehrer

Europas Kriege in der Moderne

Europas Kriege haben die Welt verändert. Kriege erzwangen seine Vorherrschaft in der Welt, Kriege beendeten sie. Kriege waren die Geburtshelfer von Nationen und Nationalstaaten, Kriege verhalfen Revolutionen zum Erfolg. Warum die Menschen immer wieder auf Krieg und Gewalt setzten, um ihre Ziele zu erreichen, davon handelt das Buch des renommierten Historikers Dieter Langewiesche.

Dass der Krieg eine historische Gestaltungskraft ersten Ranges ist, gehört zu den unbequemsten Wahrheiten der Geschichte. Und sie ist weiterhin aktuell. Nicht nur gibt es immer noch Kriege auf der Welt, selbst "humanitäre Interventionen" oder der Kampf gegen den Terror kommen ohne kriegerische Einsätze nicht aus. Warum aber greifen Menschen und Staaten überhaupt zum Mittel des Krieges? Wie haben Kriege Wandel ermöglicht oder verhindert? War der Krieg im europäischen Laboratorium der Staats- und Gesellschaftsordnungen sogar unverzichtbar? Der Tübinger Historiker Dieter Langewiesche beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit diesen Fragen und legt nun eine grundlegende Analyse vor, in der es nicht um Pulverdampf und Schlachtenlärm geht, sondern um den Ort des Krieges in der Geschichte der Moderne.
Portrait
Dieter Langewiesche ist Professor em. für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Tübingen. 1996 erhielt er den Leibniz-Preis.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 512
Erscheinungsdatum 25.01.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-72708-5
Reihe Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 22,3/14,6/4 cm
Gewicht 810 g
Abbildungen mit 54 Abbildungen, 6 Tabellen und 9 Karten
Auflage 1
Verkaufsrang 35683
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Warum Krieg?

Martin Berger, Thalia-Buchhandlung Wien

Es ist eine Sichtweise, der ich mich nicht anschließen kann und will. Fraglos ist der Einfluss des Krieges auf Staat und Politik, wie auf jeden einzelnen Menschen. Aber ist gibt doch mehr Dinge und Entwicklungen, welche unsere Zivilisation formen und prägen. Die Argumentation des Autors erscheint auch nicht immer schlüssig, so wenn er immer wieder den „gehegten Krieg, eine der großen zivilisierenden Leistungen des 19. Jahrhunderts“ hervorhebt, aber zugeben muss, dass dieser nur ein Ideal blieb, nicht verwirklicht wurde. Der Krieg als Vater aller Dinge? Ich bezweifle das. (Siehe auch: Bayly, Die Geburt der modernen Welt)

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Der Krieg als Konstante
von einer Kundin/einem Kunden am 09.04.2019

Krieg formt Nationen, noch heute. Diese Buch führt vor Augen, wie essentiell Krieg als politisches Instrument in der Menschheit verankert ist. Anhand ausgewählter Beispiele aus der europäischen Geschichte zeigt der Autor, wie Krieg als operatives Mittel vielfach genutzt wurde, sei es zur Eroberung oder zur Konsolidierung der Mac... Krieg formt Nationen, noch heute. Diese Buch führt vor Augen, wie essentiell Krieg als politisches Instrument in der Menschheit verankert ist. Anhand ausgewählter Beispiele aus der europäischen Geschichte zeigt der Autor, wie Krieg als operatives Mittel vielfach genutzt wurde, sei es zur Eroberung oder zur Konsolidierung der Macht. Die Frage nach Alternativen und "was wäre wenn" Szenarien macht es gerade für den Leser des 21. Jahrhunderts spannend auf diese Epochen der Gewalt zurückzublicken und sich zu fragen: Ist es heute anders?

sperrig zu lesen, aber interessant
von Anne Kaffeekanne am 10.03.2019

Der eremitierte Geschichtsprofessor Dieter Langewiesche hat mit seinem Buch „der gewaltsame Lehrer“ eine detailreiche Analyse europäischer Kriege der Moderne vorgelegt. Im Zentrum steht der Krieg als Gestaltungskraft (eine durchaus streitbare Ansicht). „Das unermeßliche Leid, das Kriege immer wieder aufs Neue über Menschen ge... Der eremitierte Geschichtsprofessor Dieter Langewiesche hat mit seinem Buch „der gewaltsame Lehrer“ eine detailreiche Analyse europäischer Kriege der Moderne vorgelegt. Im Zentrum steht der Krieg als Gestaltungskraft (eine durchaus streitbare Ansicht). „Das unermeßliche Leid, das Kriege immer wieder aufs Neue über Menschen gebracht haben, hielt sie nicht davon ab, immer wieder aufs Neue ihre Zukunftshoffnungen mit dem Instrument des Krieges verwirklichen zu wollen.“ (S.410) Das Themenspektrum ist weit. Das Hauptaugenmerk liegt auf den europäischen Kriegen des 18. bis 20. Jahrhunderts. Es geht um die napoleonische Ära, Revolutionskriege in Europa, die Weltkriege und auch Kolonialisierungs- und Dekolonialisierungskriege. Zudem wird noch auf philosophische Aspekte und Begriffsgeschichte eingegangen. Ausführlich zeigt Langewiesche auf, wie Gewalt verschiedenen Parteien nützt. Beispielsweise sieht er einen engen Zusammenhang zwischen der Befähigung der entstehenden (National-)Staaten Krieg zu führen und dem Gelingen von Revolutionen. Zum Schluss wirft der Autor einen Blick auf die Europäische Union mit ihrem Konzept erstmalig einen „Ausstieg aus der Kriegsgeschichte Europas“ zu wagen. Hier hätte ich mir noch mehr Informationen gewünscht, da es meiner Meinung nach hier gerade erst spannend wird. Auch fallen viele friedliche Errungenschaften bei der auf den Krieg bezogenen Betrachtungsweise herunter. Es ist eine Überblicksdarstellung, die logischerweise viele Mikroentwicklungen außer Acht lässt. Ich persönlich habe viel Spaß an Geschichte, bin aber keine Historikerin. Für dieses Buch brauchte ich einen langen Atem, besonders für die Abschnitte, von denen ich wenig Ahnung habe. Es ist eben ein wissenschaftliches Buch, keine flapsige Populärliteratur. Dafür werden die Thesen akribisch untermauert. Man merkt dem Autor an, dass er jahrzehntelange Erfahrung mit dem Thema hat. Ein ausführlicher und fundierter Überblick über europäische (Kriegs-)Geschichte, für dessen uneingeschränkten Genuss man Vorwissen braucht. Nicht an wissenschaftliche Werke gewöhnte Leser müssen sich durchbeißen, werden aber mit einer interessanten Leseerfahrung belohnt.

Die Vergötzung des Krieges
von S.A.W aus Salzburg am 10.02.2019

Dieses Buch entlarvt brutal und schonungslos, warum es Kriege gibt: Weil man damit ohne Rücksicht auf Werte, Mensch, Natur, Vernunft oder sonst irgendetwas Macht durchsetzen und Machtpolitik betreiben kann. Einen anderen Grund kann auch ein so kriegsverliebter Forscher wie Dieter Langewiesche nicht nennen, denn es gibt keinen an... Dieses Buch entlarvt brutal und schonungslos, warum es Kriege gibt: Weil man damit ohne Rücksicht auf Werte, Mensch, Natur, Vernunft oder sonst irgendetwas Macht durchsetzen und Machtpolitik betreiben kann. Einen anderen Grund kann auch ein so kriegsverliebter Forscher wie Dieter Langewiesche nicht nennen, denn es gibt keinen anderen. Alles Gewäsch über gerechte Kriegsgründe ist nur vorgeschoben, seit 5000 Jahren geht es nur darum, wer der Stärkere ist und den Schwächeren besiegt, ausbeutet, abwertet, entmenschlicht, versklavt. Wir Europäer sind seit 300 Jahren die Meister im Kriegführen, nur deshalb haben wir die ganze Welt unterworfen, eine Kulturleistung war das nicht, ganz im Gegenteil, nie wurde so viel Kultur in so kurzer Zeit zerstört. Die Erfinder der mörderischsten Waffen haben die Welt mit einer perversen Logik überzogen, die alle Reformversuche, Proteste und Rebellionen wieder nur vor den Karren der Mörder spannt, und aus Revolutionären in kürzester Zeit Soldaten macht, die außer Töten nichts lernen. Dieses Buch ist unheimlich traurig, von der ersten bis zur letzten Seite. Lehrreich ist es nur insofern, als man der grässlichen Wahrheit ins Auge schauen muss, dass wir in einer Welt der Krieger leben, die die Welt zugrunde richten. Auch ich wurde als Mann zum "Heldentum" erzogen. Ich habe ein Leben lang gebraucht, um mich von dieser Deformation zu erholen und das Leben zu verstehen.