AL

Alaor Leite

Alaor Leite beendete das Jurastudium in Brasilien im Jahr 2008. 2009 bis 2011 absolvierte er das LL.M-Studium unter der Betreuung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Claus Roxin an der LMU München. Für seine Abschlussarbeit (»Unrechtszweifel als Verbotsirrtum«) erhielt er den Preis für herausragende LL.M.-Abschlüsse. 2018 fertigte er, ebenfalls unter der Betreuung von Prof. Roxin, seine Dissertation zum Thema »Notstand und Strafe«. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Luís Greco (LL.M.) an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Notstand und Strafe. von Alaor Leite

Zuletzt erschienen

Notstand und Strafe.
  • Notstand und Strafe.
  • Buch (Taschenbuch)

Die Untersuchung entwickelt eine Theorie des entschuldigenden Notstands (
35 StGB). Die in der Literatur vorhandenen Begründungen dieses Rechtsinstituts weisen eine »gnadenähnliche« Struktur auf und sind letztendlich kollektivistischer Art: Sie verweisen auf die »Sozialverträglichkeit« der Entschuldigung des Täters und nicht auf die Rechte der involvierten Personen. Nach einer Auseinandersetzung mit den bisher entwickelten Ansätzen wird eine Revision des normbezogenen Schuldbegriffs vorgeschlagen: Schuld wird als strafbezogene normative Ansprechbarkeit definiert. Die entschuldigende Notstandslage ist dadurch charakterisiert, dass der Täter die Strafe nur vermeiden kann, indem er ein »angeborenes« Recht aufgibt (Leben, Leib, Freiheit). Strafe führt aber ihrerseits ebenfalls zum Entzug eines angeborenen Rechts. Der Täter kann also das Übel der Strafe nicht vermeiden. Der entschuldigende Notstand erweist sich somit als genuines Schuldproblem.

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