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Albert Gier

Albert Gier, geb. 1953, studierte Romanistik, Germanistik und Mittellateinische Philologie in Bonn, Promotion 1976, Habilitation 1984 in Heidelberg, 1985 – 87 Prof. für Romanische Philologie in Heidelberg, 1987 – 88 in Frankfurt a.M., seit 1988 in Bamberg. Arbeitsschwerpunkte: Opern- und Operettenlibretti, Musik in der Literatur u.a.

Wär’ es auch nichts als ein Augenblick von Albert Gier

Neuerscheinung

Wär’ es auch nichts als ein Augenblick
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Viel geschmäht und lange vernachlässigt, wird die Operette seit einiger Zeit vom Publikum und den Theatern wiederentdeckt. Ausgehend von den Texten deutscher und französischer komischer Operetten von Offenbach bis Künneke und Benatzky entwirft das vorliegende Buch eine Phänomenologie des Genres. Aus Versatzstücken der bildungsbürgerlichen Tradition wie der zeitgenössischen Unterhaltungskunst konstruieren die Librettisten uneigentliche Geschichten, die Unvollkommenheit und Widersprüche der modernen Welt mit absurder Komik karikieren. Während die Operette das (in der Musik ausgedrückte) erotische Begehren stets ernstnimmt, wird dessen Erfüllung (in den besseren Stücken) zur als solche durchschauten, aber dennoch notwendigen Illusion; ironische Skepsis schließt utopisches Potential nicht aus. Wie das eng verwandte Märchen erweist sich die scheinbar simple Operette bei näherem Hinsehen als höchst raffiniertes und komplexes Gebilde.

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