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Autorenbild von Aksel Sandemose

Aksel Sandemose

Aksel Sandemose (1899–1965) wurde in Dänemark als Sohn eines Schmieds geboren. Eigentlich hieß er Axel Nielsen, 1921 nahm er den Namen Aksel Sandemose an, nach dem Wohnort seiner Großeltern. Nach Ende der Schulzeit fuhr Sandemose zur See, nach Amerika, Kanada und Indien. Er schlug sich als Gärtner, Lehrer, Kontorist, Landarbeiter, Journalist durch. Ab 1929 lebte Sandemose in Norwegen und schrieb ab 1931 auf Norwegisch (Bokmål). Er gilt als Begründer des modernen skandinavischen Romans. Sein Werk ist beeinflusst von Joseph Conrad, Jack London und den großen psychologischen Theorien der Zeit, er gibt tiefe Einblicke in die Psyche seiner Figuren und spart nicht an radikaler Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen. Dies und sein unberechenbarer Lebenswandel brachten ihm den Ruf eines literarischen Enfant terrible ein. 1941 bis 1945 lebte Sandemose im schwedischen Exil. 1965 starb er in Kopenhagen..
Gabriele Haefs, geboren 1953, studierte Volkskunde, Sprachwissenschaft, Keltologie und Skandinavistik. Sie übersetzt aus dem Dänischen, Schwedischen, Norwegischen, Englischen und Gälischen, u. a. Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt und Máirtín Ó Cadhain und wurde vielfach für ihre Arbeit ausgezeichnet. Gemeinsam mit Dagmar Mißfeldt und Christel Hildebrandt hat sie mehrere nordische Anthologien herausgegeben..
Espen Haavardsholm, geboren 1945 in Oslo, galt nach seiner ersten Veröffentlichung Mitte der 60er als literarisches Wunderkind. Seither veröffentlichte er eine Vielzahl an Romanen, Essays und Erzählungen. Außerdem verfasste er Biografien, u. a. über Aksel Sandemose. Zuletzt erschien auf Deutsch sein Roman »Eine Liebe in den Tagen des Lichts«.

Ein Flüchtling kreuzt seine Spur von Aksel Sandemose

Neuerscheinung

Ein Flüchtling kreuzt seine Spur
  • Ein Flüchtling kreuzt seine Spur
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Aksel Sandemose (1899–1965) hat sich mit »Ein Flüchtling kreuzt seine Spur« fest in die Literaturgeschichte Skandinaviens eingeschrieben; »Jantes Gesetz«, das bis heute für die skandinavische Mentalität steht, als Mahnung für die gesellschaftliche Gleichheit und gegen die Selbstüberschätzung, stammt daraus. Es ist ein Entwicklungsroman über Sandemoses Alter Ego Espen Arnakke, doch auch gleichzeitig ein großer Gesellschaftsroman über das ländliche Skandinavien. Aksel Sandemose lässt seinen Protagonisten erzählen, wie er vermeintlich zum Mörder wurde. Er geht ins Detail, holt psychologisch in früheste Kindheit aus, und entwirft mit einer Fülle an Beobachtungen, Reflexionen und Anekdoten aus dem fiktiven Ort Jante ein Panorama von kleingeistiger, beklemmender Gemeinschaft an der Schwelle ins 20. Jahrhundert.

Aksel Sandemose steckte all seine Wut, seine Verzweiflung über andere und sich selbst und seinen unbändigen Freiheitsdrang in diesen Roman. Er spottet, beleidigt, empört sich, deutet, verurteilt – gnadenlos mit sich und anderen, aber auch erstaunlich klar auf den Grund der Dinge dringend. Gabriele Haefs findet in ihrer Übersetzung einen Ton, der das Geschehen jederzeit im Griff hat. Sie lotet die Ambivalenzen der zwischen Selbsterhöhung und Scham schwankenden Sprache des Adoleszenten aus, die psychologischen Abgründe und auch den kommentierenden Schriftsteller Sandemose, der sich in der überarbeiteten Fassung des Romans 1955 zu Wort meldet. Sie bringt ein großes Werk ans Licht, das irritiert, amüsiert und bewegt – und einen Einblick in eine gequälte Seele ermöglicht, wie nur Literatur es vermag.

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