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Rezensent im Portrait

Uli Geißler aus Fürth Top 100 Rezensent

Gesamte Rezensionen 773 (ansehen)


Über mich:
lese gern (vor allem Thriller, Krimis, hin und wieder auch spannende Historische Romane, Kinderbücher und -romane). Eien wesentliche Leidenschaft ist aber auch das Spielen. Meine Einschätzung teile ich gerne mit Anderen. Ebenso suche ich beim Buchkauf Orientierung in den Meinungen anderer Leserinnen und Leser. Darüber hinaus gehören zu meinen liebsten Tätigkeiten das Spielen, Reisen, Radfahren (Touren+Mountainbike) sowie das Fotografieren. Schließlich bin ich auch selbst Spiele- und Buchautor.

Meine Rezensionen

Grundlagen des Selber machens

Rezension vom 24.08.2014

Handwerk hat nicht nur goldenen Boden, sondern es befriedigt auch zutiefst das Selbstwertgefühl, wenn man durch eigener Hände Werk etwas Brauchbares oder Nützliches geschaffen hat. Nicht umsonst gehören Baumärkte sicher zu den erfolgreichsten Branchen des Handels.

Ist „Upcycling“ nach dem „Recycling“ sicher ein aktueller Trend, so muss konstatiert werden, dass ein „Selbst-ist-der-Mann“ nicht nur ein Überbleibsel „Genderfreier“ Zeiten darstellt, sondern möglicherweise grundlegend für das „Sachen-selber-machen“ war und ist.

In diesem Buch werden in vierundzwanzig praktischen Kapiteln Frau und Mann in nachvollziehbarer und gut verständlicher Weise vermittelt, wie häufige und alltägliche „Do-it-yourself“-Aufgaben erledigt werden können. Holzbearbeitung und –arbeiten wie Sägen, Verbinden, Leimen oder Verschrauben, Malen und Lackieren, Mauern, Verputzen, Wände bearbeiten, Tapezieren, Fliesen legen oder Elektroinstallationen werden von der Beschreibung des erforderlichen Werkzeugs über die nötigen Vorbereitungen bis zu den einzelnen Arbeitsschritten von Handwerksprofis dargestellt. So lassen sich Schritt-für-Schritt auch komplexere Arbeiten selbst erledigen wie beispielsweise das Anbringen eines Leuchtsystems im Wohnzimmer, das Verlegen eines Laminatbodens, der Ausbau und das Abdämmen des Dachbodens, das Mauern eines Grillkamins, die Befestigung einer Terrassenmarkise oder das Installieren und der Aufbau von Sonnenkollektoren.

Bei aller Leichtigkeit in den Beschreibungen braucht es aber dennoch eindeutig Erfahrung und Handwerklichen Geschick, mindestens jedoch eine gehörige Portion Mut, um die teilweise doch aufwändigen und komplexen Aufgaben fachgerecht in die Tat umzusetzen. Das Buch sorgt gut bebildert und mit zahlreichen ergänzenden Tabellen, Material erläuternden Informationen und detaillierten Beschreibungen einzelner Arbeitsweisen und nicht zuletzt sehr konkreten Tipps aus der Praxis für eine gute theoretische Grundlage. Es ermutigt anhand der dargestellten Beispiele, einiges davon auch selbst in die Tat umzusetzen. Für das konkrete Handeln aber auch Lernen am Modell ist es eindeutig sinnvoll, in Begleitung einer erfahrene Fachfrau oder eines erfahrenen Fachmanns ein eigenes Projekt zu verwirklichen. Mit so einer Absicherung wächst das Vertrauen in die eigene Kompetenz und bald heißt es bei nötigen Aufgaben in Wohnung und Haus: „Do-it-yourself“.

(c) 7/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

Heimwerken Basics

Buch

Heimwerken Basics

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Anleitungen zum kreativen Spiel für Kleinkinder

Rezension vom 23.08.2014

Mit Kleinkindern zu spielen gehört unwidersprochen und selbstverständlich zur Erziehungsaufgabe von Eltern, Großeltern oder pädagogischen Mitarbeitenden in der Kinderkrippe. Zur Ergänzung eigener Spiel- und Beschäftigungsideen, aber auch, um besser vielseitigere und reflektierte Bildungsangebote machen zu können, gibt es dieses Buch.

Die Autorinnen stellen neben einer knappen Einführung in die Entwicklung der Kinder und den jeweiligen Anforderungen an Bildungsinhalte dar, wie ihr Konzept die jeweiligen Phasen unterstützt. Sie beschreiben, wie die Spieleinheiten vorbereitet, begleitet und abgeschlossen werden können, welche Spielformen umgesetzt werden und welche Materialien sich für das eigenständige Forschen der Kinder eignen. Dieser Ansatz, dass Kinder selbst ihre Erfahrungen machen können und lediglich angeregt und begleitet werden, gefällt.

Besonders wichtig ist der Absatz über die Gefahren der Spielmittel. Da Alltagsgegenstände genutzt werden, greifen bei Produkten der Spielwarenindustrie geltende Sicherheitsstandards nicht, was erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht bei der Bereitstellung von Materialien erforderlich macht. Auf diese Weise entdecken Mädchen und Buben aber frühzeitig, welche Gefährdungen es bei einzelnen Spielmitteln geben kann.

Bevor es dann mit der konkreten Forschungs- und Spielpraxis los geht, folgen noch Erläuterungen zur Struktur der vorgestellten Spielangebote sowie Beobachtungen und Erfahrungen aus der Praxis. Der sich wiederholende Ablauf der Spielphasen findet im Spiel mit knapp über 40 verschiedenen Alltagsmaterialien seine Umsetzung. Die Bildungsmöglichkeiten und Förderbereiche, Pädagogischen Anmerkungen und Hinweise, Voraussetzungen und Vorbereitungen, Material, Motivationstipps, Spielimpulse, Abschluss und weitere Praxistipps sind verständlich verfasst, so dass sie eine gute Grundlage bieten, Kinder zur Entdeckung anzuregen.

Das übersichtliche Material-Register hilft, zu vorhandenen Spielmitteln schnell die passende Seite in dem sehr anregenden Büchlein zu finden und die Literaturliste ermuntert, selbst auch ein wenig weiter zu forschen.

(c) 8/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Spiel- und Kulturpädagoge

Forschen am Tellerrand und darüber hinaus

Schulbuch

Forschen am Tellerrand und darüber hinaus

von Eva Hofmann , Susanne Everding

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So morden sie hoch im Hohen Norden

Rezension vom 23.08.2014

Wer dort lebt oder wenigstens schon mal ein paar Tage im Norden der Republik verbracht hat, kann sich schnell hinein versetzen in die Stille der Landschaft, die Gemächlichkeit der Lebensweise und die normalen und doch sehr individuellen Typen und Gestalten in dem kleinen Dorf Fredenbüll in Nordfriesland.

Es gibt mehr dreimal mehr Schafe als Einwohner (176). Kriminalistisch eher Brachland kämpft der einzige Polizist des Ortes wenigstens um das Überleben seiner durch ihn allein besetzten Dienststelle. Wäre es nicht so ein abstruser Gedanke, dann müsste einfach die Kriminalitätsrate ansteigen, dann käme vermutlich niemand in Kiel auf die Idee, die Polizeistelle zu schließen und nach Bredstedt oder gar Husum zu verlegen.

Doch dann ergibt sich für den (über)engagierten Dorfpolizist Thies Detlefsen ein vermeintlicher Entführungsfall, der in der Folge auch noch Mordermittlungen nötig macht. Auf einmal braucht er nicht mehr aus einem toten Schaf einen Anschlag von Ökoaktivisten konstruieren. Eines Tages ist Swaantje Ketels, Gattin des sehr aktiven Versicherungsvertreters Leif Ketels, verschwunden und als kurz darauf ihr heimlicher Geliebter, der Bio-Bauer Jörn Brodersen grausig zugerichtet auf Einzugsschnecke, Messerbalken, Dreschtrommel und Kornschnecke seines Mähdreschers verteilt gefunden wird, ist klar: das Verbrechen ist in Fredenbüll angekommen.

Nun muss Thies sogar Verstärkung aus Kiel anfordern, welche schon bald als die bei Heike, Thies‘ Frau durchaus Eifersucht provozierende, blonde Kommissarin Nicole Stappenbeck im Dorflokal „Hidde Kist“ ein Zimmer bezieht. Das ist für Antje neben ihrer steten Bemühung, ihr Traditionslokal mit ihrer Spezialität „Rote Grütze mit Schuss“ sowie einem erweiterten Speisen- und Getränkeangebot wie „Coffee-to-go“ und überbackenen Weißbrotstangen in die Neuzeit zu führen („Croque Lagune“) auch noch die Chance, als Beherbergungsbetrieb zu bestehen.

Auch wenn die Zusammenhänge und Hintergründe der sich nun drastisch entwickelnden Falles etwas sehr konstruiert wirken, gelingt es dem Autor gut, die Spannung durch die Detailfreudige Beschreibung der Protagonistinnen und Protagonisten und immer wieder neue Wendungen hoch hält. Der Plot ist unterhaltsam und die auch irgendwie witzigen Ereignisse sorgen für gute Unterhaltung.

(c) 8/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

Rote Grütze mit Schuss

Buch

Rote Grütze mit Schuss

von Krischan Koch

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Gedanken zum pragmatischen Weltglauben

Rezension vom 22.07.2014

Immer stellen Menschen im Angesicht von sinnlosen (Religions)Kriegen und Auseinandersetzungen von Volksgruppen und Ländern die Frage nach dem Gemeinsamen der Religionen und philosophischen Lebensrichtungen. Dabei schwingt stets der Gedanke mit, dass doch alle Menschen die gleichen Sehnsüchte und Träume nach Frieden, Wohlbefinden und Heil der Seele suchen.

In der erdachten Geschichte um die Suche nach der „Weltseele“ lässt der Autor Frédéric Lenoir - ein renommierter Philosoph und Religionskritiker in Frankreich – eine Reihe von Weisen zusammenfinden. So treffen sich in der Abgeschiedenheit eines tibetischen Dorfes in einem buddhistischen Kloster ein Rabbi aus Israel, ein christlicher Mönch aus den USA, eine indische Mystikerin, ein Taoismus-Meister aus China, ein afrikanischer Sufi, eine niederländischen Philosophin und eine mongolische Schamanin. Zunächst unwissend, wie sich dieses so zufällig aufgrund unterschiedlichster Fügungen ergebene Treffen entwickeln wird und wozu sich diese Zusammenkunft ergab, erkennen sie bald im Austausch, dass sie die wichtigsten Lehren der Weisheit weiter geben sollen, bevor es zu einer alles vernichtende Katastrophe für die Erde kommt. Gebete, Meditation und Reflektion lassen sie erkennen, dass es die zwei ebenfalls im Kloster befindlichen Kinder sind, welche die Lehren erfahren sollen.

Knackig werden in den folgenden Kapiteln sieben Lebensweisheiten beispielsweise zum Lebenssinn, Körper und Geist, der Freiheit, der Liebe oder auch der Schicksalsergebenheit dargestellt. Die additiven, sich oftmals ergänzenden Gesprächsbeiträge der einzelnen Weisen, deren Aussagen jedoch nicht immer eindeutig einer bestimmten Philosophie oder Religion zuzuordnen sind, sind angenehm zu lesen. Die angesprochenen Themen sind die Lebensthemen, um welche das menschliche Dasein immer wieder kreist und letztlich kommt es zu der gemeinsamen Erkenntnis, dass die Liebe zu sich und dem Gegenüber es ist, welche das Menschsein ausmacht. Deutlich werden die eine Harmonie im Miteinander störenden Aspekte im Zusammenleben der Menschen benannt.

Dennoch wirken die Lehren bei aller sicher gegebenen Tiefgründigkeit und Essenz doch etwas oberflächlich und manchmal zu platt, vielleicht weil es tatsächlich an sich einfach wäre, Leben friedlich und herzlich zu gestalten. Angeregt wird auf jeden Fall, künftiges Handeln zu überdenken und auch die eigene Haltung und Lebensweise zu überdenken. Die implizierte Gleich-Gültigkeit der Religionen und Weltanschauungen allerdings wird reflektierte und bewusste Religionszugehörige stören.

(c) 7/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

Die Seele der Welt

Buch

Die Seele der Welt

von Frederic Lenoir

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Anleitungen zum Renovieren, Umbauen, Ausbauen

Rezension vom 19.07.2014

Das Leben der Veränderungen umgibt die Menschen alltäglich. Ständig werden Impulse ausgesandt durch Werbung, Medien oder beim Einkaufen, was alles möglich wäre, sein Heim, Wohnung oder Haus zu verschönern. Schnell keimen Ideen und Vorstellungen, wie es wäre, wenn … Doch die Ernüchterung folgt bald, überschlägt man Kosten für Material und erforderliche Fachkräfte.
Das große Buch vom Heimwerken hilft, eigene Ideen und einfach durchaus anspruchsvolle Veränderungen in der Wohnung oder im eigenen Haus umsetzen zu können. Gut strukturiert und mit zahlreichen Schritt-für-Schritt-Fotos werden in den Kategorien Böden, Fliesen, Sanitär, Elektro, Wände, Dämmen und Dachausbau gängige Renovierungs-, Aus- oder Umbauarbeiten dargestellt.

Nach einer kurzen Kapitel-Einleitung werden grundlegende Informationen zu den Materialien oder bestimmten Gegebenheiten wie Mauerwerk, Verlauf von Leitungen, Tapetenarten gegeben, dann vorbereitende Maßnahmen beschrieben, bevor nötige Werkzeuge gezeigt und erläutert werden. Dann folgt die Anleitung zur eigentlichen Tätigkeit, wobei nahezu jeder Arbeitsschritt anhand eines anschaulichen Bildes nachvollziehbar wird. Ehrlicherweise muss man sagen, dass es durchaus Kenntnisse in der Auswahl und Berechnung von Materialien, Handwerkliches Geschick und Erfahrung braucht, um die einzelnen Projekte in die Tat umsetzen zu können.

So wagt man sich eher mal, einen neuen Boden zu verlegen, Schadstellen auszubessern, Fliesen auszutauschen oder schöne Dekorationselemente einzusetzen oder eine neue Duschwanne einzubauen. Oder der Einbau eines Niedervolt-Systems zur attraktiveren Ausleuchtung des Wohnbereiches kann in Angriff genommen werden, nimmt einen das Buch erfahrener Handwerker gewissermaßen „an die Hand“. Die vermutlich häufigste Selbermachaktion ist wohl das Streichen der Wände. Auch hier gibt es viele Hintergrundinformationen zur Farbgebung und wie welche Farbkombinationen oder Gestaltungsmöglichkeiten wirken. Unterschiedliche Streichmöglichkeiten oder auch Dekorideen werden vorgestellt und erläutert, wie sich verschiedene Strukturen erzeugen lassen.

Immer wichtiger werden besonders in älteren Häusern die Dämmmaßnahmen. Auch hierzu finden sich Anleitungen in dem Buch. Sogar das Einziehen von Zwischenwänden und dadurch bessere Ausnutzung eines bislang vielleicht vernachlässigten Dachbodens wird so erklärt, dass man am Ende einen oder zwei Räume mehr nutzen kann.

Wer also selbst aktiv das eigene Wohnen praktischer und schöner gestalten möchte und über einige Erfahrung und erforderliche Grundfähigkeiten im Umgang mit Meterstab und Werkzeugen verfügt, findet für einige wesentliche Veränderungsprojekte in diesem Buch die passende fachliche Unterstützung von erfahrenen Profis aus der „Selbst-ist-der-Mann“-Welt. Dabei sollten sich – wenn auch nicht im Titel eigens benannt - selbstverständlich auch Frauen anregen lassen, ihre Wohnträume für Wohnräume zu verwirklichen.

(c) 7/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

Das große Buch vom Heimwerken

Buch

Das große Buch vom Heimwerken

von Hans Altmeyer

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Fix schauen - Wissen raushauen

Rezension vom 17.07.2014

So genannte Partyspiele gibt es eine Vielzahl. Allen gemein ist, dass die Regeln kurz, das Spiel kurzweilig und selten hoch anspruchsvoll ist. Trotzdem beweist „BlitzDings“ Niveau.

Von einem Stapel zieht der Reihe nach jede und jeder Mitspielende vom Ziehstapel in der Tischmitte eine Wortkarte, welche auch noch ein Symbol aufweist, und legt diese vor sich ab. Jede neu gezogene Karte wird so auf die bisherige gelegt, dass sie die vorherige abdeckt. Die Worte sind Überbegriffe, zu welchen es gilt, eine entsprechende passende Antwort zu geben, die Symbole geben vor, welche zwei Personen aus der Spielrunde jeweils aktuell an der Reihe sind.

Sobald zwei Karten das gleiche Symbol aufweisen, spielen die beiden gegeneinander ein Antwort-Duell, vor denen die betreffenden Karten ausliegen. Dabei müssen sie jedoch beachten, dass sie zu dem Überbegriff des oder der Spielpartner/in eine Antwort geben müssen. Da sprudelt man in der Aufregung schon mal schnell das falsche Wort hervor, welches in aller Regel dann gnadenlos vom Gegenüber wiederholt und so die Symbolkarte als Gewinnpunkt einkassiert wird.

Durch das Gewinnen von Symbolkarten werden darunter liegende Karten aufgedeckt. So passiert es, dass es eine Kettenreaktion geben kann, wenn durch das Wegnehmen einer Karte plötzlich ein bestimmtes Symbol in der Runde nun zweimal zu sehen ist. Auch hier spielen wieder die Beiden, deren Symbole zueinander passen. Die insgesamt 8 Jokerkarten zeigen je zwei unterschiedliche Symbole, was lediglich die Möglichkeit der Duell-Paarungen erweitert, da nun auch Zweierkombinationen der unterschiedlichen ausliegenden Symbole entstehen können.

Gibt es keine Nachziehkarten mehr, gewinnt, wer die meisten Gewinnkarten besitzt.

Das wilde Spiel erfordert höchste Konzentration, denn ständig sind alle Mitspielenden beteiligt, um als Erste/r eine entstandene Paarung zu entdecken, den Überbegriff zu lesen und schnellstens ein passendes Wort auszurufen. Das macht Spaß, vor allem, wenn das falsch ausgerufene Wort dem Gegenüber nutzt, und dieses es lediglich nachplappert. Ein klasse Regelarmes und leicht verständliches Spiel für sofortigen Spaß in einer fröhlichen Runde.

(c) 7/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Spiel- und Kulturpädagoge, Fürth/Bay.

Blitzdings, Familienspiel (Kosmos 691202)

Spielwaren

Blitzdings, Familienspiel (Kosmos 691202)

von Andrew Innes

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Junge Aktive zwischen 9 und 16 Jahren

Rezension vom 16.07.2014

Junge Aktive zwischen 9 und 16 Jahren

Kinder: Die Weltverbesserer. Das lässt sich bei Durchsicht dieses Buches gut unterstreichen. Es stellt 45 Persönlichkeiten vor, die allesamt zwischen 9 und 16 Jahre jung sind, aber durchaus Weltbewegendes in Gang gesetzt haben. Ein Portraitfoto, die Beschreibung der jeweiligen von den Mädchen und Jungen durchgeführten oder betriebenen Aktionen sowie knappe, aber ausreichende Hintergrundinformationen geben Einblicke in die einfallsreichen oft mutigen und wirkungsvollen Projekte.

Immer wieder wird deutlich, dass die unverbrauchte und unkomplizierte Herangehensweise an die Problemlagen der Welt, die Bedrohungen der Erde und Natur es ist, was aufmerksam werden lässt. Klar in den Zielen und eindeutig in den Aussagen stellen sich die aktiven und für den Erhalt ihres – der Menschheit – Lebensraumes vor die Mächtigen der Welt, wenn sie denn sprechen dürfen. Einigen der jungen Weltverbesserer ist das jedoch gelungen und das Buch stellt sie vor. Da ist Severn Cullis- Suzuki aus Kanada, die vor über zwanzig Jahren in Rio de Janeiro vor der internationalen Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung“ sprach oder Olivia Bouler aus den USA, die nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko eine Spendenaktion losschlägt.

Einer der etwas älteren Jugendlichen mit 16 Jahren ist Alec Loorz, der gegen die USA Anzeige wegen deren Versagen beim Schutz vor der Erderwärmung erstattete . Nicht zuletzt trifft man auch auf den deutschen Felix Finkbeiner mit seiner als 9-jähriger initiierten beispiellosen und weltweit beachteten und wirkungsvollen Baumpflanzaktion.

Der wohl beste und berühmteste Luftbildfotograf Yann Arthus-Bertrand steuerte eine Vielzahl seiner phantastischen Aufnahmen von überall aus der Welt bei und setzt so ein Zeichen dafür, wie notwendig und wichtig es ist, die Erde in ihrer unglaublichen Schönheit und Vielfalt zu erhalten.

Das Buch zeigt das Schützenswerte unseres Planeten in aufdringlicher Pracht, beschreibt Aktivitäten der Hoffnung für die kommenden Generationen, erdacht und vorangetrieben von denjenigen, welchen schon die Älteren stets eine bessere Welt hinterlassen wollten. Wer sich umsieht weiß, dass dieser Plan sich bislang eher ins Gegenteil kehrte. Daher gilt es, ab sofort diejenigen zu unterstützen, die sich heute schon in jungem Lebensalter für das Morgen einsetzen.

(c) 7/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

Kinder, die die Welt verändern

Buch

Kinder, die die Welt verändern

von Anne Jankéliowitch

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Renntumult mit wehenden Schnurrhaaren und quietschenden Krallen …

Rezension vom 04.07.2014

In diesem Spiel werden gleich zwei beliebte Interessen von Mädchen und Jungen zusammengeführt, der Spaß an Autos und insbesondere an Rennautos und der bekannten Carrera-Autorennbahn und das Vergnügen und die Liebe zu dem Haustier Katze.

Die Idee ist, dass auf dem Brett geschieht, was im wirklichen Leben manchmal zu Problem führt, wenn nämlich die Rennbahn aufgebaut, ein flottes Rennen gefahren wird und plötzlich die Katze die dahin flitzenden Autos zu „jagen“ und auf die Bahn zu springen.
Die Mitspielenden führen jede Runde eine andere Rolle aus, denn es gibt die Rolle Katze(nwürfler/in), Rennleiter/in oder Rennfahrer/in (Puzzler/in). Es gilt bei „Flizz & Miez“ aus Pappteilen eine Rennabfolge für das eigene Fahrzeug zusammen zu puzzeln. Wer ein passendes Teil angelegt hat, ruft „Wrroom“, wer das Katzensymbol erwürfelt hat „Miau“ und daraufhin wird das eigene Rennauto oder aber die Katze auf der Rennstrecke vorwärts bewegt.
Sobald die Katze jedoch das aktuell fahrende Auto einholt oder aber, wenn das Rennauto die Ziellinie überfährt, endet die Etappe. Schon stellt sich das nächste Fahrzeug in die Poleposition, die Aufgabenrollen wechseln und der aufregende Spaß beginnt erneut.

Es gibt noch die Möglichkeit, die Schwierigkeit des Spiels zu variieren, aber auch noch mehr verrückte Gaudi zu haben, denn auf der Rückseite des Spielplans ist eine weitere Rennstrecke aufgedruckt. Dort sind an bestimmten Streckenabschnitten auch noch zusätzliche Geräusche auszurufen.

Es macht großen Spaß, dieses auch etwas hektische und mit der verrückten Geräuschkulisse untermalte Rennen auszutragen und Buben und Mädchen ab 5 Jahren - ganz ehrlich aber sicher auch noch bis zu Zehnjährige – werden ihren Spaß bei dem 2014 zum „Kinderspiel des Jahres“ nominierten Spiel haben.

(c) 7/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Spiel- und Kulturpädagoge, Fürth/Bay.

Flizz & Miez, Kinderspiel (Stadlbauer 17180002)

Spielwaren

Flizz & Miez, Kinderspiel (Stadlbauer 17180002)

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Auferstehung eines Erfundenen

Rezension vom 22.06.2014

Die Rückkehr des von Lissabon 1919 nach Brasilien ausgewanderten Protagonisten Ricardo Reis in seine Heimat ist an sich nichts Außergewöhnliches. Und doch merkt man schnell, dass der in die Fremde gezogene nun im vermeintlich sicheren Heimathafen erst recht fremd zu sein scheint.

So findet der Arzt und Heimkehrer 1935 keinen Ankerplatz, als in einem kleinen Hotel und lässt sich von den Abläufen eines tristen Alltags zunächst treiben, ohne Freude und Lust, ohne wirkliche Beziehungen. Lediglich das Zimmermädchen Lídia ist ein gewisser Lichtblick für den von Trugbildern heimgesuchten Mann. Später entsteht eine platonische Sehnsucht und Liebelei zu Marcenda, die mit ihrem Vater im gleichen Hotel logiert, einen bewegungslosen linken Arm hat und lediglich dem Wunsch des Vaters nach medizinischer Hilfe nach Lissabon folgte.

Immerhin wird er skurriler Weise kurz nachdem er dessen Grab aufgesucht hatte von dem kürzlich verstorbenen Fernando Pessao aufgesucht, der mit ihm über das Leben und sein Handeln, insbesondere herablassend über die in Pessaos Augen wohl eher kindischen Liebeleien des Arztes mittleren Alters philosophiert.

Eine plötzliche Vorladung zur Polizei führt ihm die Wirklichkeit politischer Unzulänglichkeiten und gesellschaftlicher Realitäten zur Zeit des Salazar-Regimes erkennen. Er nimmt sich eine Wohnung und versucht auch trotz finanzieller Unabhängigkeit eine Arbeitsstelle zu finden, was in einer nahegelegenen Klinik auch gelingt. Seine Sehnsucht nach einem normalen Leben bleibt bestehen, findet jedoch keine rechte Erfüllung, zu wankelmütig und unentschieden tändelt Ricardo Reis durch den Alltag. Auch die Mitteilung über Lídias Schwangerschaft lässt den werdenden Vater keineswegs seine Verantwortung erkennen und wahrnehmen, vielmehr distanziert er sich von ihr und versteift sich fast noch mehr auf die unerfüllte Sehnsucht nach Marcenda.

Das Ende der Geschichte könnte auch das Ende des Protagonisten sein, die Melancholie, die unerfüllten Hoffnungen auf ein besseres Jetzt und ein noch besseres Morgen zerfallen geradezu zwischen den Zeilen, als ein Aufstand gegen die Herrschenden schon vor dem richtigen Ausbruch niedergeschlagen wird.
Auch hier fehlt Reis die nötige Empathie Lídia gegenüber, deren Bruder, wie er von ihr wusste, als Aktivist und Oportonist sicher mit bei dem Putschversuch beteiligt war und augenfällig zu Tode kam.

In der Sogwirkung der Saramagotypischen Erzählweise unendlicher Satzkonstruktionen trägt einen der Roman dahin und es ist schwer, einen Spannungsbogen auszumachen. Alles spielt sich gewissermaßen auf einer Wellenlänge ab, was sich schnell als Durchschnitt auswirkt. So ist das Buch gut, aber nicht sehr gut und erst recht nicht so hervorragend, wie man es von dem Autor erwartet hätte. Motiv und Vorhaben, dem spanischen Dichter ein Denkmal zu setzen, lassen sich eben noch aus dem Kladdentext entnehmen, die Geschichte selbst gibt es meiner Ansicht nach her.

(c) 5/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

Das Todesjahr des Ricardo Reis

Buch

Das Todesjahr des Ricardo Reis

von José Saramago

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Kleine Geschichte groß erzählt

Rezension vom 21.06.2014

Diese – vermutlich – Parabel erzählt der Autor in einer so leicht zu verfolgenden Sprache, dass man ohne Pause das ganze Buch lesen kann und man schnell die Zeit und das Außenherum vergisst, obwohl es einen in der Geschichte um den immer weiter wachsenden Tilman Wölzinger längst eingefangen hat.

Die Geschichte ist einerseits skurril und unglaublich, andererseits aber auch von solcher Unspektakularität über ein Leben gekennzeichnet, welches nur deshalb erzählenswert scheint, weil der Protagonist an einer merkwürdige Krankheit leidet.

Das ist aber auch, was den Reiz des Romans ausmacht, dieses plötzliche Entstehen einer Sensation, die niemand wollte, erzeugte, vorbereitete, eine Aufregung, die einfach so entsteht, weil sich etwas aus dem Alltäglichen ein kleines wenig hervorhebt. Gierig-distanziert verhalten sich die Menschen Tilmann gegenüber, weil niemand es wagt, nachzufragen, sich wundern oder einfach zu sagen, so ist es. Die Norm überschreitende Größe des Mannes mit 2,06 m im jugendlichen Alter und später 2,36 m als Größter Mann Deutschlands wird zum Faktum der Berühmtheit ohne Leistung. Welche Vergleiche ließen sich da nicht zu vielen aktuellen Stars und Persönlichkeiten ziehen …

In angenehmer und geradezu bedächtiger Erzählform erfährt man vom Leiden und den inneren Nöten, des jungen Mannes, der Stigmatisierung durch die ihn umgebenden Menschen, die ihn meiden und ausgrenzen. Er bleibt ungeliebt. Die für einen Menschen so wichtige Beziehung zu anderen wird nur kurz durch die Freundschaft zu einem Mädchen befriedigt, doch selbst die ist lediglich auf ihren eigenen Nutzen aus. Tragisch.

Der „Nagoldshausener Riese“ wie er schnell genannt wird ist getrieben von dem Kampf nach Anerkennung und der Notwendigkeit des Verschwindens. Das Konsum- und Gewinndenken seines Vaters stößt ihn ab und er flieht zunächst, später mit wachsender Begeisterung und Vergeistigung in die Musik und vor allem Literatur.

Irgendwann vollzieht sich ein Wandel, denn Tilmann beginnt Nutzen aus der Sensationsgier der Menschen zu machen, verkauft sich und sein Leben an Presse und Öffentlichkeit, lässt sich als Größter Mensch der Welt mit 2,67 m vermarkten.

Erst spät entsteht eine neue Beziehung zu einer Frau, die ihn liebt, wie er ist. Tilmann beginnt eins mit seinem unsäglichen Riesendasein zu werden, arrangiert, ja versöhnt sich gewissermaßen mit seiner Krankheit, nutzt sie zum Leben und genießt, was ihm in seiner Situation zu genießen möglich ist. Er denkt und vor allem fühlt, ein normales Leben zu führen, das auch normal enden wird.

Dem Autor gelingt es in einer ganz unprätentiösen Weise eine einerseits tragische, andererseits aber auch nach vorne gerichtete Geschichte zu erzählen, die von Phantasie, maßgeblich jedoch von erforderlichem Respekt und gelebter Würde getragen wird.

Der Riese

Buch

Der Riese

von Stefan aus dem Siepen

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