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Uli Geißler aus Fürth Top 100 Bewerter

Gesamte Bewertungen 305 (ansehen)


Über mich:
lese gern (vor allem Thriller, Krimis, hin und wieder auch spannende Historische Romane, Kinderbücher und -romane). Eien wesentliche Leidenschaft ist aber auch das Spielen. Meine Einschätzung teile ich gerne mit Anderen. Ebenso suche ich beim Buchkauf Orientierung in den Meinungen anderer Leserinnen und Leser. Darüber hinaus gehören zu meinen liebsten Tätigkeiten das Spielen, Reisen, Radfahren (Touren+Mountainbike) sowie das Fotografieren. Schließlich bin ich auch selbst Spiele- und Buchautor.

Meine Bewertungen

60 schöne Ideen zum kreativen Tun

Uli Geißler aus Fürth , am 10.11.2015

Selbstgebasteltes als Geschenk oder auch für das eigene Wohnumfeld hat wieder Konjunktur. Da kommt es ganz gelegen, dass dieses Buch 60 tolle Anregungen bietet, aus Papier, Perlen, Modelliermasse oder Holz reizvolle Deko-Objekte herzustellen. Für die unterschiedlichsten Geschmäcker lassen sich Anleitungen finden.

So kann man witzige Blumenstecker, eine wohlriechende Grußkarte, fröhliche Türschilder oder lustige Erdmännchen, glitzernde Schmuckstücke oder Aufstellfiguren, Geschenkanhänger, Aufbewahrungsdöschen, ein praktischer Serviettenkasten, Holzobjekte als Zaun- oder Gartenschmuck, Schlüsselanhänger oder Vogel-Nistkästen nachbasteln.

Vor aller Werkelei sollte man jedoch die erst am Ende des Buches zu findenden Allgemeinen Anleitungen zum Umgang mit den Werkstoffen samt erläuternder Illustrationen betrachten und sich aneignen. Da wird dargestellt, wie die Papiermotive gestaltet oder auch plastische Effekte erzeugt werden können oder wie die Aufsteckreihenfolge für die Papiersterne vorzunehmen ist. Weiter wird gezeigt, wie die Perlen aufzufädeln und die Bänder zu verknoten sind, damit die Ergebnisse stimmen, Hilfen für die verschiedenen Muster dargestellt, das Modellieren erklärt, wie Salzteig hergestellt wird und wie er zu bearbeiten oder was bei der Holzbearbeitung zu beachten ist. Abschließend finden sich für alle Beispiele im Buch die Vorlagen zum Durchpausen oder Abschauen.

Jeder Bastelvorschlag ist großzügig auf einer Doppelseite mit großformatigen Farbfotos und nötigen Illustrationen abgebildet, es gibt eine übersichtliche Materialleiste, den Hinweis auf die Größe des Objekts und die passende Vorlagenskizze oder den jeweiligen Vorlagenbogen. Das macht es allerdings gleichzeitig schwerer, völlig frei eigene Ideen umzusetzen, da der Hang, sich sehr eng an die Vorlagen zu halten, doch sehr stark sein wird. Mir hätte es besser gefallen, wenn die Techniken anhand eines Beispiels vorgestellt und dann aber noch weitere Hinweise zur Entwicklung eigener Gestaltungsideen gegeben worden wären.

Die Motive und Objekte gefallen sowohl Eltern als auch Kindern und das gemeinsame Basteln bereitet auf jeden Fall Freude. Das Buch wird vor allem diejenigen ansprechen, welche möglichst perfekt und getreu den Vorgaben ihre Kreativität umsetzen wollen.

Das ultimative Bastelbuch
(1)
Buch 13,40

Luftige Heimatansichten

Uli Geißler aus Fürth , am 09.11.2015

Was hier mehrere Fotografen zeigen, ist wahre Fotokunst und eine Ode an das eigene Land. Selten bekommt man solche Draufsichten auf Deutschland zu sehen.

„Von oben“-Ansichten des Heuckenlock Naturschutzgebietes bei Hamburg, der Befreiungshalle in Bayern, von einem blühenden Rapsfeld mit grün eingefassten Fischteich bei Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern, dem Ruhrstausee, dem bunten Flickenteppich an der Ems, der Fraueninsel im Chiemsee, Schloß Bückeburg in Niedersachsen oder der Farbenrausch eines Hohenschwangau im Allgäu sind selten. Vor allem selten so schön abgelichtet, wie auf den Monatsblättern dieses prächtigen Kalenders.

Wer also das eigene Land einmal mit angemessener Distanz und im schönsten Licht betrachten möchte, wird mit den Fotos von K. Johaentges, W. Rolfes, F. Werner und weiteren Fotografen gut bedient. Es ist eben ein ganz anderer Blick auf das Land, als es tagtäglich in Presse und Medien erscheint und das es ist eine Wohltat, die ein wenig zur Ruhe kommen und einen ein bisschen dankbar sagen lässt: Da bin ich daheim.

Deutschland von oben 2016
(1)
Kalender 39,99

Naturansichten von einzigartiger Schönheit

Uli Geißler aus Fürth , am 09.11.2015

In seiner Auswahl fantastischer Aufnahmen zeigt der Fotokünstler Art Wolfe unwirkliche Ansichten gegebener Natur. Gekonnt setzt er dabei auf die gegebenen Lichtstimmungen, Schattierung und Wirkungen von Wolken, Sonne, Dämmerung und Nacht. Es sind regelrecht fotografische Gemälde, welche die Betrachtenden in den Bann nehmen.

Da ist die düstere, geheimnisvoll wirkende Eishöhle auf Island, die wie buddistische Totenfahnen in stiller aufrechter Struktur stehenden Birkenstämme, die unter dem glühenden Abendhimmel sich ausbreitenden mächtigen Dolomiten, der einem seidenen Vorhang gleich hinabstürzende Wasserfall eines Zen Gartens in Japan, der unwirkliche Strand an der Olympic Wilderness Coast in den USA oder die auf Pfählen sitzenden Angler Sri Lankas.

Die Bilder Wolfes sind wie immer Werke der besonderen Ausstrahlung und großartigen Bildkunst. So kann man sich ein Jahr lang seinen Sehnsüchten und Träumen hingeben und über die unverwechselbare Einzigartigkeit der Natur hinaus staunend entdecken, was unser Planet für großartig Schützenswertes zu bieten hat. Konsequent wird der prächtige Kalender Klimaneutral hergestellt, was somit neben allem optischen Genuss auch noch ein wenig das Umwelt-Gewissen beruhigt.

Landschaft im Licht 2016
von Art Wolfe
(1)
Kalender 39,99

Sehnsucht ins rechte Licht gerückt

Uli Geißler aus Fürth , am 09.11.2015

Es ist das Licht … was den Reiz der Provence ausmacht. Dazu der Duft – und die Landschaft – nicht zu vergessen die Bauwerke – und die Menschen. Steffen Lipp hat in hervorragender Weise abgelichtet, was die vage Sehnsucht nach der Südfranzösischen Region so reizvoll macht.

Mal ist es die unendlich scheinende Stille der einsamen verschneiten Lavendelfelder im unbequemen Winter, die blühenden Kirchbäume schon früh im Jahr vor dem so unglaublich klaren Himmel, die mächtigen Zeugnisse düsterer Zeiten oder die wie Schwalbennester über der Landschaft thronenden in sich geschlossenen Ansiedlungen. Dann wieder zeigt er gemütliche Details, verführt zum unwillkürlichen Einsaugen der Luft durch die Nase beim Anblick der satten violetten Blütenflächen des die Provence so kennzeichnenden Lavendels.

Immer spürt man geradezu die beschauliche Lebensweise der Menschen dieser stillen und abseits gelegenen Provinz Frankreichs, wo sich die Probleme der Welt vorher die Füße abgetreten zu haben scheinen.

Monat für Monat lässt sich schwelgen in der einladenden Schönheit des Landes und bei dem einen oder anderen Kalenderblatt wünscht man sich, man wäre dort.

Ein Jahr in der Provence 2016
von Steffen Lipp
(1)
Kalender 32,99

Bewährtes zum Nachkochen

Uli Geißler aus Fürth , am 09.11.2015

Wer kennt noch „Arme Ritter“? Wenig und günstige Zutaten, kaum Mühe und fix zubereitet begeistert diese Gericht sicher auch heute noch die Kinder mindestens, vielleicht auch noch die eine oder den anderen Erwachsenen in der Erinnerung an eine schöne Mahlzeit Zuhause oder bei den Großeltern.

Der schmale und praktische Kalender bietet jeden Monat nicht nur ausreichend Platz im zweispaltigen Kalendarium mit angezeigten Fest- und Feiertagen für kurze Notizen und Eintragungen, sondern mit einem historisch-nostalgischen Küchenbild der Illustratorin Christa Versley ein bewährtes klassisches Gericht zum Nachkochen. Die Zutatenliste bietet schnelle Übersicht und die Zubereitung ist so beschrieben, dass die Gerichte ohne Schwierigkeit nachgekocht werden können.

Maultaschen mit Spinatfüllung, Arme Ritter, Fischsuppe, Huhn aus dem Ofen, Dampfnudeln, Gefüllte Paprika, Schwäbischer Kartoffelsalat, Apfel-Kasseler-Braten oder ein Linseneintopf stehen auf dem Programm. Wer also mal ganz herkömmlich klassisch oder nostalgisch kochen möchte und zudem einen für jeden schmalen Wandstreifen neben dem Küchenschrank passenden Kalender sucht, wird mit dieser günstigen Jahresübersicht sicher zufrieden sein.

Aus Großmutters Küche Langplaner 2016
(1)
Kalender 7,99

Starke Wirkungen mit dem Objektiv betrachtet

Uli Geißler aus Fürth , am 09.11.2015

Der Fotograf Stefan Hefele lässt wieder mal ein Jahr lang staunen, was für eine grandiose Wirkung doch perfektes Licht erzeugt, selbst bei einem Motiv wie dem Mont St. Michel in Nordwesten Frankreichs. Aber auch das Matterhorn und die zahlreichen namenlosen Landschaften lassen einen kurz innehalten und die Schönheit der Natur in ihrer Farbigkeit und gewissermaßen auch fast mystischen Stimmung aufnehmen.

Mal ist es der Blick über Palmenwipfel auf das dahinter liegende Meer, die Hundskamille vor der Unendlichkeit goldener Weizenfelder, der geradezu unwirklich wirkenden Abendschein vom weißen Sand zwischen schwarzen Felsen hindurch, das zart schimmernde Grün und tauglitzernde Spinnweben im Morgenlicht oder der Blick in die Lichtdurchflutenden Baumwipfel, welche einen tief atmen und ruhig werden lassen.

Zwölf Monate lang wird man immer wieder mit der immer wieder ersehnten Schönheit, Ruhe und geheimnisvollen Wirkung der uns umgebenden Natur in Dialog gebracht. Schön, dass ein Kalender das kann.

Mystisches Licht 2016 PhotoArt Panorama Kalender
(1)
Kalender 19,99

Schnelle Rezepte mit Kräutern, Kraut und Rüben

Uli Geißler aus Fürth , am 09.11.2015

Längst ist es kein hipper Trend mehr, sondern weit verbreiteter Alltag, wenn immer mehr Menschen fleischreduziert essen und kochen. Ein Einstieg für Erstmals-Vegetarisch-Kochende oder aber auch eine prima Ergänzung für alle, die ihr Repertoire an vegetarischen Gerichten ausbauen wollen ist der kleine aber praktische Rezeptkarten-Kalender.

Auf dreiundfünfzig Karten findet sich farbenprächtig als Foto präsentiert für jede Woche ein wohlschmeckendes Gericht zum Nachkochen. Die Anleitungen sind leicht verständlich und so kann jede und jeder die meistens sehr schnell – zwischen 15 und längstens 50 Minuten - zuzubereitenden Rezepte einfach nachkochen.

Sehr informativ sind zudem die wichtigsten Angaben zur Zubereitungs- und Garzeit, den Zutaten und zu den Kalorienangaben in einer eigenen Spalte auf jeder Karte zu finden.

Als Kochvorschläge finden sich zum Beispiel Crêpes mit Gorgonzola, Birne und Walnüssen, Tofu-Pfanne mit Pilzen und Bohnen, Spargelsalat mit Penne und Rucola, Gemüse-Spieße mit Kräuter-Halloumi oder Pastinaken-Gnocchi mit Pfifferlingsrahm und viele schmackhafte Speisen mehr in der anregenden Jahresübersicht.

Die praktischen Karten lassen sich am Ende der jeweiligen Woche wunderbar sammeln, so dass sich leicht ein Lieblingsgerichte-Fundus erstellen lässt.

Vegetarisch kochen 2016
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Kalender 12,99

So hat man die Hauptstadt noch nie betrachtet

Uli Geißler aus Fürth , am 09.11.2015

Stadt- und Reiseführer sind sachlich, informativ und umfangreich voller Daten, Zeiten, Adressen und Nummern. Praktisch und manchmal ein Anker im Trubel der Entdeckungsmöglichkeiten.

Dieser Reiseführer ist das nicht. Es ist ja auch kein Reiseführer, obwohl er von außen ein bisschen so aussieht. Vielmehr ist es ein – naja, irgendwie – Bekenntnis. Das Bekenntnis zur Unzulänglichkeit aber eben auch zur ehrlichen Eigensicht. Objektivität ist hier auf keinen Fall das Ziel des Autors, auch nicht Vollständigkeit.

Es geht vielmehr um einen ganz subjektiven Eindruck über die eigenen Zugänge und Einordnungen dessen, was diese Stadt für ihn ausmacht. Dabei bekommt man ein wenig von dem Hintersinn des Berliner Humors mit, entdeckt die Vorzüge übrig gebliebener Ost-Besonderheiten, bekommt ein Gespür für die jüngere Historie zwischen Zerfall, Hausbesetzungen, Rechtsfreiheit, Traditionalismus und Gentrifizierung, entdeckt ein Insider-Bier und wirklich unbekannte Orte. Die eingestreuten Szene bei der Polizei, die zitierten Sprüche oder die zu jedem vorgestellten Stadtteil-Kapitel angegebenen wenigen „Geheim“-Tipps lassen schmunzeln, letztere schüren die Vorfreude auf das individuelle Erforschen eines ganz anderen Berlins.

All das formuliert der Autor mit einem unterschwellig kabarettistischen Hintersinn ohne unverschämt, herablassend oder albern zu werden und doch hört man das typische Berlinerische zwischen den Zeilen heraus, nimmt die eine oder andere kritische Distanz wahr, ist dankbar für die ehrliche Klarheit und findet am Ende die Stadt trotzdem gut, so wie ist.
Eine schöne Idee sind die über eingestreute QR-Codes abrufbaren Original-Lesungen des Autors, so dass man mit diesem Hybrid-Angebot sich auch mal entspannt zurücklehnen und genüsslich ein Kapitel vorlesen lassen kann.

Das Glossar zum Schluss ist eine hilfreiche Ergänzung für einen nächsten – nun klar vorbereiteten und viel souveräner zu gestaltenden – Besuch unserer Hauptstadt.

Berlin - Satirisches Reisegepäck
von Tilman Birr
(1)
Buch 13,30

Doppelte Leidenschaft - hilfreich und gut aufbereitet

Uli Geißler aus Fürth , am 05.10.2015

Der leidenschaftlich reisende Fotograf bietet ein sehr Praxisgerechtes Buch für alle, die es ihm gleich tun wollen: die Welt zu entdecken, Motive sehen und in bester Weise fotografisch festhalten.

Klasse ist, dass man den Ratgeber dort aufschlagen kann, wo man sich von einem Thema angesprochen fühlt. Man muss sich also nicht erst mühsam durch die Grundlagen der Fotografie durchkämpfen, bevor man loslegen kann. Die Bedienung der eigenen Kamera hingegen sollte man schon beherrschen, um die vielen Tipps auch beherzigen und umsetzen zu können.

Ein großes Plus sind die jeweiligen aktuellen mehr als 120 Beispielbilder. Es ist einfach schneller und leichter zu verstehen, was da im Text erklärt wird, wenn ich ein Bild in zwei Varianten betrachten und so viel leichter selbst wahrnehmen, kann, weshalb das optimierte Bild besser wirkt – man sieht es einfach. Das ist vielleicht einer der wichtigsten Vorteile dieses Buches.

Die technischen Angaben zu jedem Bild sind nicht nur für Tabellenfreaks interessant, sondern auch ein Hinweis darauf, wie die Kamera einzustellen ist, selbst wenn oftmals zunächst per Automatik fotografiert wird. Durch die Objektiv-, Blenden- und Zeitangaben bekommt man aber doch ein Gefühl dafür, wovon bei einer Aufnahme die Schärfe und Aussagekraft herkommen.

Der erfahrene Fotograf ist ein guter Erklärer, denn wie selbstverständlich und wirklich gut nachvollziehbar kann man anhand seiner für nahezu jede Fotografiersituation erstellte Doppelseite samt oftmals großformatigen Bildbeispielen verstehen, weshalb ein Bild besser aussieht und nach welcher Vorgehensweise es aufgenommen wurde. Die Fotos sind also nicht zufällig, sondern eben begründet gut. Fast wie nebenbei bekommt man mit, wann es sich lohnt, einen Filter einzusetzen, wie ein Foto aufgebaut sein sollte oder welche Perspektive und welcher Standpunkt gewählt werden könnten, um die Bildwirkung zu verstärken.

In die Texte eingestreut finden sich viele Tipps für das Fotografieren auf Reisen und auch Ausrüstungshinweise. Das hätte sicher auch etwas strukturierter in einem eigenen Kapitel oder als Tabelle geschehen können, doch im Fließtext eingearbeitet kommt es einfach authentischer auf die jeweilige Aufnahmesituation bezogen daher. Überhaupt ist das ganze Buch eher ein lehrreiches Gespräch mit einem Fotografierkumpel denn ein lexikalisches Lehrbuch. Es ist, als wäre man mit dem Autor unterwegs – was man übrigens auf den von ihm angebotenen Fotoreisen tatsächlich machen kann – und lernt ganz nebenbei alles, was man zum Fotografieren braucht oder einiges zu dem schon Bekannten hinzu. Der sehr ausführliche Stichwortindex lässt kaum ein Thema aus und führt schnell zur gewünschten Erklärung.

Das Buch eignet sich sowohl für Fotografieranfänger/innen als auch für schon erfahrenere Lichtbildner/innen, welche sich und vor allem ihre Aufnahmen auf Reisen oder auch daheim verbessern wollen.

10/2015, Redaktionsbüro Uli Geißler, Freier Journalist und Fotograf, Fürth/Bay.

Die Fotoschule in Bildern. Fotografieren auf Reisen
von Stefano Paterna
(2)
Buch 35,90

Business-Plan tödlicher Intrigen

Uli Geißler aus Fürth , am 05.10.2015

Bislang glaubte ich wohl sehr naiv, dass es zwar schärfsten Wettbewerb zwischen Unternehmen und Konzernen gibt, dass Korruption und andere Machenschaften durchaus üblich sind, aber ehrlich gesagt wusste ich nicht, dass es so etwas Bösartiges gibt, wie Firmen, deren einziges Geschäftsmodell ist und dieses zudem auch noch genutzt wird, andere Firmen zu diskreditieren, in den Ruin zu treiben, komplette zu vernichten und dabei auch Mord als Option einkalkuliert wird.

Mag sein, dass das auch nur der von den politischen Ereignissen der späten 90er-Jahre befeuerten Phantasie des inzwischen Global-Writer Jussi Adler-Olsen entsprang, aber immerhin nimmt er einen in diese krude Geschäftsidee so hinein, dass man zunächst angeregt seiner beschriebenen Wirklichkeit folgt.

Die Geschichte müht sich dann allerdings labyrinthisch und verwirrend durch zahlreiche Handlungsstränge von der touphen Halbindonesierin Frau aus problematischen Milieu, geheimnisvollen magischen Püppchen aus Indonesien, skrupellosen Geschäftsleuten und Erpressern über die halbherzige Pflege einer Exgeliebten, den Machtkampf zweier Halbbrüder, Liquidierungspläne gegen eine kuwaitische Ölfirma um nachrangig Saddam Hussein zu schaden und dessen Kampf gegen die Kurden einzudämmen, die zaghaften Liebeständeleien zwischen dem niederländischen Chef des Vernichtungsunternehmens Peter de Boer und besagter von ihm einer Laune folgend als Trainee eingestellten und völlig unglaubwürdig gleich mit höchst brisanten und gefährlichen Aufgaben betrauten Indonesierin Nicky Landsaat bis hin zu irakischen und israelischen Geheimdienstaktivitäten nach dem Absturz einer El-Al-Maschine samt höchst tödlicher Fracht bis hin zum geradezu romantischen Finale.

So abstrus die Auflistung der wesentlichen Bestandteile des Thrillers auch sein mag, das Buch ist trotz hinzunehmender Längen unterhaltsam und in Teilen spannend. Allerdings – und das ist die Hauptkritik – addieren sich die etwas dick aufgetragenen Zusammenhänge der Geschichte wenig glaubhaft und es gelingt dem Autor nur sehr bemüht, das Ganze in einer gemeinsamen Beziehung zueinander zu fassen.

Redaktionsbüro Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

TAKEOVER. Und sie dankte den Göttern ...
von Jussi Adler-Olsen
(7)
Buch 20,50