Rezensent im Portrait

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Meine Rezensionen

  • Der Sommer auf Usedom
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    Sommer, Sonne, Usedom
    Rezension vom 20.05.2013
    Jasmin und Gabi haben versprochen, sich mindestens einmal im Jahr zu sehen. So auch dieses Mal. Während Gabi arbeitet, will Jasmin malen, Ateliers und Ausstellungen besuchen und einfach nur die Insel erkunden. Als sie gerade an einer Führung in einem Museum teilnehmen möchte, stolpert hinter ihr noch ein Mann herein. Er scheint die Tollpatschigkeit gepachtet zu haben, denn immer wieder begegnet sie ihm und ihm passieren kleine Missgeschicke. Jasmin fällt er allerdings nicht nur dadurch auf. Irgendwie gefällt er ihr. Sie kommen ins Gespräch, doch seinen wirklichen Namen will er ihr nicht nennen. Immer wieder taucht er in Museen und Ateliers auf und plötzlich kommt Jasmin ein böser Verdacht. Er wird doch wohl nichts mit den Kunstdiebstählen auf der Insel zu tun haben? Wieso tut er so geheimnisvoll? Und wieso verrät er ihr nicht seinen Namen? Eins kommt zum anderen und irgendwie kommt alles anders.

    Ein spritziger, ein turbolenter Roman. Ein Roman mit Esprit. Und leider hat man ihn viel zu schnell durchgelesen. Die Beschreibungen der Kaiserbäder, die Seebrücken, die Strände. Beim Lesen war ich in Gedanken vor Ort, habe alles sehen können. "Der Sommer auf Usedom", ein Roman, der einen den Sommer näher bringt.
  • Die Schwere des Lichts
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    Gefühlvoll mit Tiefgang
    Rezension vom 20.05.2013
    Als Ellies Mutter ganz plötzlich stirbt, trifft sie auf der Trauerfeier ihre Jugendliebe Hutch wieder. Hutch arbeitet an einer Ausstellung über Frauen, die Herausragendes in den Sechziger Jahren geleistet haben. Hutch, den sie über alles geliebt hat. Hutch, ihre einzige und grosse Liebe. Hutch, den sie für ein Leben in Sicherheit und Wohlstand aufgegeben hat, so, wie ihre Mutter es ihr damals immer wieder eingeflüstert hat, bis sie selbst es so glaubte. Ellie hat Rusty geheiratet, mit dem sie eine inzwischen erwachsene Tochter hat. Ellie geht es gut. Sie führt ein wohlgeordnetes Leben im Wohlstand, doch dann entdeckt sie beim Aufräumen der Sachen ihrer Mutter ein Tagebuch. Das Tagebuch ihrer Mutter. Beim Lesen muss Ellie entdecken, dass ihre Mutter nicht immer so kühl und auf Distanz war, wie sie sich zu Lebzeiten gegeben hat. Ihre Mutter war eine Frau voller Leben, voller Liebe. Plötzlich entdeckt Ellie, dass ihr das Leben, so wohlgeordnet es auch sein mag, zu eng wird. Sie will raus aus den engen Strukturen. Sie erkennt, dass sie ihren Mann Rusty längst nicht mehr liebt. Ellie packt ihre Sachen und fährt an die Küste zu Birdie, der besten Freundin ihrer Mutter. Dort kann Ellie im Gästehaus wohnen. Dort findet sie endlich zu sich selbst. Und sie trifft auf Hutch. Alte Gefühle erwachen und Ellie erkennt, dass sie Hutch noch immer liebt, dass sie nie aufgehört hat ihn zu lieben, doch Hutch will nicht noch einmal verletzt werden. Zu tief sitzt noch immer der Schmerz, den Ellie ihm einst zugeführt hatte. Während Ellie nach und nach heraus bekommt, wie ihre Mutter einst war, kommen Ellie und Hutch sich langsam näher.

    "Die Schwere des Lichts" ist ein herausragender Roman in einer wunderschönen Sprache geschrieben. Der Roman ist romantisch und gefühlvoll. Der Roman macht aber auch nachdenklich. Sind wirklich alle Menschen so glücklich, wie es vorgeben zu sein? Und kann man so einfach aus seinem bisherigen Leben ausbrechen? Sehr angetan war ich auch von der Beschreibung des Jubilee, einem Naturwunder dort am Meer, das plötzlich vorkommt und nicht zu berechnen istl. Beim Lesen war ich mittendrin, habe mich mit den Menschen dort freuen können. Ich war traurig und glücklich zugleich mit Ellie und all den anderen Personen um sie herum. Ein Roman, den man unbedingt lesen sollte und der mir persönlich ein paar wunderbare Stunden gebracht hat.
  • Inselsommer
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    Ein herrlischer Sommer-Roman
    Rezension vom 14.05.2013
    Karin möchte mit ihren Kindern ein paar beschauliche Tage auf Borkum verbringen, doch sie hat die Rechnung ohne ihren Vater gemacht. Ihr Vater Walter, eigentlich putzmunter und immer sehr agil, macht auf einmal auf krank und möchte nicht alleine zurückgelassen werden. Karin wird weich und nimmt ihren Vater schliesslich mit. Ob das so eine gute Idee gewesen ist? Ihr Vater hält sie fast mehr auf Trab wie ihre beiden Jungs. Eigentlich möchte Karin während der Ferien mit ihrem neuen Buchprojekt beginnen, doch so recht will sich kein Anfang finden lassen. Wenn es darum geht, in ihrem Tagebuch zu schreiben, hat sie keinerlei Probleme. Das geht wie von selbst. Licht, Sonne, gute Luft - das ist Entspannung pur. Als man denkt, Karin wird endlich lockerer, spielt Leon plötzlich auf den Gleisen und wird noch rechtzeitig gerettet, bevor die Inselbahn angefahren kommt. Immer wieder trifft sie auf Kommissar Wegner, dem attraktiven Insel-Polizist4en. Andreas Wegner verwirrt sie. Ist sie etwa dabei, sich in ihn zu verlieben? Dabei möchte Karin doch gar keine neue Beziehung eingehen. Sie kann sich irgendwie nicht richtig auf Andreas einlassen. Karin will zu perfekt sein. Sie will alles auf einmal. Walter hingegen sieht alles locker und nimmt das Leben wie es kommt. Langsam scheint sich zwischen Karin und Andreas etwas anzubahnen, doch Karin wird nicht richtig schlau aus ihm. Will er nun oder doch nicht? Mit ihrem Buchprojekt klappt es auch am Ende der Ferien noch immer nicht, doch plötzlich hat sie eine Idee. Jonas verbringt den Rest der Ferien in einem Zeltlager in Frankreich und blüht regelrecht auf. Leon hat einen Freund auf der Insel gefunden. Walter macht einen Surfkurs und lässt sich von älteren Damen bewundern und Karin... Ja, und Karin hat auf einmal die Idee zu einem anderen Buchprojeket und kommt auch endlich ihrem Andreas ein Stückchen näher.

    "Inselsommer" ist ein herrlich erfrischender Sommer-Roman. Ein Roman, der kurzweilig ist und den man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Die Personen sind mir schnell ans Herz gewachsen. Besonders hat es mir Walter angetan, der Opa, der gar kein typischer Opa ist, sondern ein älterer Herr mit einem ewig verschmitzten Lächeln im Gesicht. Neben sehr turbulenten Szenen kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Und nicht zu vergessen, die schönen Beschreibungen der Insel, die Lust machen, selbst einmal hinzufahren, wenn man wie ich noch nie da war.
  • Die Schwestern von Sherwood
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    Ganz grosses Buchkino!
    Rezension vom 10.05.2013
    Melinda lebt im Nachkriegsberlin und schlägt sich so durchs Leben. Eines Tages erhält sie ein Paket, ein Paket ohne Absender. Der Inhalt: Bilder einer geheimnisvollen Landschaft in Südengland und eine rote Schachfigur. Was hat das zu bedeuten? Wer hat ihr diese Dinge geschickt? Und warum? Melindas Neugier ist geweckt. Der Zufall will es, dass die Zeitung, bei der sie sich gerade als Journalistin beworben hat, eine Fortbildung ausgeschrieben hat, die in London stattfindet. Melinda darf an der Fortbildung teilnehmen und macht sich auf den Weg nach England. An den Wochenenden hat sie frei und was liegt da näher, als sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Ort zu machen, der auf den Bildern dargestellt ist? Zudem kommt ihr die Idee, eine Story zu schreiben über die Mythen und Legenden im Dartmoor, denn dort hat ihre Reise sie hingebracht. Man begegnet ihr dort aber nicht nur mit Wohlwollen. Melinda wird von einigen Personen angefeindet. Sie wird sogar angegriffen. Für Melinda wird die Angelegenheit immer mysteriöser. Und welche Rolle spielt überhaupt George Clifford? Der Mann, dem sie schon einmal kurz in Berlin begegnet ist und in den sie sich jetzt auch noch verliebt hat. Nach und nach kann Melinda das geheimnisvolle Rätzel lösen und stösst so auch auf die Geschichte der Sherwood-Schwestern.
    Cathleen und Amalia, die beiden Schwestern. Unzertrennlich wie sie sind, teilen sie einfach alles miteinander. Doch Amalia wird krank und verliert ihr Gehör. Für die ehrgeizige Mutter Elisabeth ist sie nun praktisch nichts mehr wert. Elisabeth und ihr Mann haben sich hoch gearbeitet. Sie sind reich, doch in der feinen Gesellschaft sind sie noch immer nicht anerkannt. Eine taube Tochter stört auf dem Weg dorthin. So soll Cathleen mit Lord Edward Hampton verheiratet werden. Doch Edward liebt eine andere. Er liebt Amalia. Amalia, der blonde Engel, die er im Moor beim Malen kennen- und liebengelernt hat. Eine Liebe, die nicht sein darf. Als Amalia plötzlich verschwindet, fügt er sich den Umständen und heiratet schliesslich Cathleen, doch lieben tut er immer noch Amalia.

    Ein grossartiger historischer Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Einmal bei Melinda im Nachkriegsberlin und einmal Ende des 19. Jahrhunderts in Südengland bei Cathleen und Amalia.

    Claire Winter nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. Sie versteht es zwei Geschichten so miteinander zu verweben, dass schliesslich zum Ende eine Geschichte daraus wird, die Geschichte einer grossen Liebe. "Die Schwestern von Sherwood" ist eines dieser Wohlfühl-Romane, die man nicht mehr aus der Land legen möchte. Man möchte immerzu nur lesen, lesen, lesen. Claire Winter schreibt sehr bildhaft. Man ist beim Lesen dabei. Man fühlt mit Amalia mit. Amalia, die leidet, weil sie plötzlich taub ist, weil sie plötzlich als dumm gilt, nur, weil sie nicht mehr sprechen kann. Amalias Leid, Cathleen, die von ihrem Mann nicht geliebt wird. Und schliesslich Melinda, die dem Geheimnis der Schwestern auf der Spur ist.

    Ein wunderschöner historischer Roman - ganz grosses Buchkino!
  • Wünsche
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    Ein leiser Wunsch
    Rezension vom 05.05.2013
    Vera sollte eigentlich ihren 46. Geburtstag feiern. Feiern wie jedes Jahr im Kreis ihrer Familie und ihrer Freunde. Immer dieselben Leute, immer derselbe Film, der zu Beginn der Feier angesehen wird. Vera geht schwimmen und Vera kehrt nicht nach Hause zurück zu ihrer Feier. Vera hat Wünsche und Vera lässt sich im Schwimmbad den Schrank einer anderen Frau aufschliessen, einer Frau, die ihr sehr ähnlich sieht. Sie nimmt deren Ausweis an sich und fährt nach London. London, Veras grosser Wunsch. Schon einmal war war sie dort vor vielen, vielen Jahren und immer war es ihr Wunsch, noch einmal zurückzukommen. Vera hat schnell kein Geld mehr, nimmt einen schlecht bezahlten Job an. Ob sie in London ihr Glück findet? Ob sie hier ihre geheimen Wünsche verwirklichen kann?
    Zeitgleich eröffnet Friedrich Wünsche Zuhause sein Kaufhaus Wünsche. Er möchte die Wünsche seiner Kunden verwirklichen. Die Kunden sollen wieder König sein. Herr Wünsche hat geerbt und erfüllt sich mit der Wiedereröffnung des Kaufhauses einen Wunsch.

    Ist ein anderes, ein besseres Leben möglich? Veras Sehnsucht ist spürbar. Sie möchte, nein, sie muss dem Einerlei ihres Alltags Zuhause entfliehen. Ihr Sohn ist gross, er wird es verstehen. Ihr Mann, ja, ihr Mann führt irgendwie auch sein eigenes Leben.

    Ein leiser Roman. Ein Roman über Träume, über Wünsche, über Sehnsüchte, aber auch ein Roman über das Älterwerden und die Frage, ob man noch einmal neu beginnen kann, neu beginnen sollte. Ein Roman, der nachdenklich stimmt und doch leicht daher kommt.
  • An einem Tag im Januar
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    Sehr berührend
    Rezension vom 04.05.2013
    Mark Fife verlor vor sieben Jahren auf tragische Weise seinen kleinen Sohn. Brendan sollte sein Zimmer aufräumen, weigerte sich jedoch und sollte sein Zimmer nicht eher verlassen dürfen, bis er seine Aufgabe erledigt hatte. Brendan packte seinen Rucksack und wollte sich davonschleichen. Er stolperte, fiel die Treppe hinunter und starb. Mark und seine Frau Chloe haben sich nie von dieser Tragödie erholt. Ihre Ehe zerbrach. Das Haus wurde verkauft. Inzwischen hat sich Mark ein neues Leben aufgebaut, ein Leben mit Allison. Allison, mit der er sich verlobt hat und die er bald heiraten möchte.
    Dann steht plötzlich eine fremde Frau vor Mark und behauptet mit ihrem Sohn in Marks früherem Haus zu wohnen. In dem Haus würden seltsame Dinge geschehen. Ein Geist würde umhergehen, den ihr Sohn sogar gesehen hat. Ob es Brendans Geist sei?
    Als Chloe von der Geschichte erfährt, fährt sie sofort zum Haus. Später erzählt sie Mark ihre Erlebnisse. Auch sie will Brendan gespürt haben. Mark, der eigentlich nicht an Geister glaubt, gerät ins Wanken. Sollte es doch wahr sein? Können er und Chloe tatsächlich Kontakt zu ihrem Sohn aufnehmen? Und was bedeutet das für die Zukunft?
    Mark steigert sich so in diese Hoffnung hinein, dass er seine Beziehung zu Allison gefährdet. Er fängt wieder an zu trinken, obwohl er dem Alkohol vor Jahren abgeschworen hatte. Und er entdeckt, dass er noch immer Gefühle für Chloe empfindet, doch was ist mit Allison?

    Ein wunderschöner Roman, der mich von Anfang an gefesselt hat. Ein Roman über Zweifel und Verzweiflung, über Hoffnung und Liebe über den Tod hinaus. Christopher Coake versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Man spürt beim Lesen, wie verzweifelt Mark Fife ist. Mark Fife, der eigentlich nicht an Geister glaubt und doch nach diesem letzten Strohhalm greift, um noch einmal ein "Lebenszeichen" seines Sohnes zu erhalten. Marks schlechtes Gewissen, wieso er nicht öfter nach seinem Sohn geguckt hat, anstatt sich ein Spiel im Fernsehen anzusehen. Das schlechte Gewissen, die Trauer und schließlich die Hoffnung. Christopher Coake ist es gelungen, einen Roman zu schreiben, der traurig ist, der schön ist, der einen sich fragen lässt, ob man nicht auch bereit wäre, plötzlich an die Existenz von Geistern zu glauben, wenn man in so eine Situation geraten würde.

    Erschienen im Goldmann-Verlag.

    www.goldmann-verlag.de
    www.facebook.com/goldmannverlag
  • Garantiert wechselhaft
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    Zwei Berlinerinnen in Franken
    Rezension vom 23.04.2013
    Nina zieht mit ihrer Gothic-Tochter Marie von Berlin nach Wiestal, einem Dörfchen in Franken. Nina hat Onkel Huberts Gasthof geerbt und will sich dort nun häuslich niederlassen. Bevor Nina sich jedoch ihren neuen Aufgaben widmen kann, muss sie den alten Gasthof erst einmal auf Vordermann zu bringen. Anstatt einen gemütlichen Gasthof entgegen nehmen zu können, stehen die beiden vor einer ziemlich renovierungsbedürftigen Bruchbude. Nina ist hoch motiviert, greift zum Hörer und will sämtliche Wiestaler Handwerker mobilisieren. Das Abenteuer Renovieren lässt sich allerdings nicht so leicht in die Tat umsetzen, wie Nina kurze Zeit später erfahren muss. Kein Handwerker hat Zeit. Ob da die zickigen Dorffrauen dahinter stecken? Diese spazieren immer mal wieder an Ninas Grundstück und Gasthof vorbei, aber reden will keine mit ihr. Einzig Nachbarin Gundi ist für sie da und steht ihr mit Rat und Tat zur Seite. Und dann ist da noch Christian, der Schreiner. Er hilft nicht nur schnell, sondern sieht auch noch verdammt gut aus. Um den Garten hat Christian sich jedoch nicht gekümmert und auch die Holzscheite hat er nicht im Schuppen gestapelt, doch wer war es dann? Hat Nina etwa einen heimmlichen Verehrer? Nina, eine Frau in den Wechseljahren, lässt sich nicht unterkriegen. Wie sie es dann auf einmal doch schafft, mit den "Schnepfen" freundschaftlich verbandelt zu sein, das wird hier nicht verraten. Unbedingt selbst lesen!

    "Garantiert wechselhaft" ist ein Roman, eine Komödie. Beim Lesen sah ich die "Schnepfen" regelrecht über die Hecke schauen und musste jedesmal lachen. Herrlich auch die Stimmungsvorhersagen jeweils zum Kapitelanfang! Und nicht zu vergessen, den fränkischen Dialekt, den das Autorenteam Wagner/Birk immer wieder mit einfliessen lässt. Dieser Roman ist voller Lebensgefühl und Esprit. Er sprüht regelrecht. Man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Es hat unheimlich viel Spass gemacht, diesen Roman zu lesen.

  • Immer wieder das Meer
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    Ein Karussel der Gefühle
    Rezension vom 21.04.2013
    Drei Schwestern, ein Dichter, das Meer. Da ist Roberta, die älteste der drei Schwestern. Roberta, die Perfekte. Roberta, die Ärztin wird und die Alessandro Lang, den Dichter, liebt. Alessandro, mit dem sie zusammen ist und dann wieder nicht. Ihre große Liebe und dennoch finden sie nicht richtig zusammen. Roberta zieht in die Staaten, lernt dort Bradley kennen, heiratet ihn und leidet darunter, keine Kinder bekommen zu können. Hat sie Alessandro je vergessen können?
    Dann ist da Lucia, die Männer verschlingende Bankerin. Keinen Mann lässt sie aus. Sie kann nicht von Fabio lassen, auch nach Jahren nicht. Fabio, der inzwischen verheiratet ist und zwei Kinder hat. Doch Lucia liebt auch Alessandro, den sie bei einer seiner Lesungen kennen gelernt hat.
    Und schliesslich ist da die dritte Schwester, Nannina, die in München lebt und ein Kind von einem verheirateten Mann hat. Nannina ist Übersetzerin, sehr erfolgreich zudem. Alessandro überredet sie eines Tages, richtig zu schreiben. Und so schreibt Nannina ihre Geschichte, eine Novelle. Und Nannina liebt Alessandro.
    Wer ist dieser Alessandro, der eine nach der anderen Schwester liebt? Der Mann, der dafür sorgt, dass sich die drei Schwestern entzweien. Dass sie sich zeitweise sogar hassen. Sie gehen nicht mehr ehrlich miteinander um. Es kommt zum Bruch. Roberta, die an ihrer Kinderlosigkeit leidet, erkrankt schwer, so schwer, dass sie noch nicht einmal zur Beerdigung ihres geliebten Vaters kommen kann. Doch eines haben sie gemeinsam. Sie kehren immer wieder zurück. Zurück ans Meer. Zurück an ihr Meer, wo sie gemeinsam glückliche Stunden verbracht haben. Zum Schluss heiratet Alessandro eine der drei Schwestern, doch welche das ist, das wird hier natürlich nicht verraten.

    Ein wunderschöner Roman über das Glücklich- und das Unglücklichsein. Ein Roman über Familie und Freundschaft, über Wut und Trauer. Eine Geschichte in der Gegenwart, in der aber auch immer wieder zurückgeblickt wird. Glücksmomente. Trauermomente. Natasa Dragnic versteht es, den Leser mitzunehmen auf dem Karussel der Gefühle. Man fühlt intensiv mit den einzelnen Personen mit. Man spürt die glücklichen Momente, ebenso wie die ganz traurigen. Und immer bleibt die Spannung, welche der drei Schwestern der Dichter Alessandro schließlich zum Traualtar führt. Eine Spannung, die sich durch das ganze Buch zieht. Eine Spannung, dass man diese wunderschöne Geschichte nicht mehr aus der Hand legen möchte.

  • Der Mondscheingarten
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    Das Geheimnis der Rosengeige
    Rezension vom 14.04.2013
    Das Geheimnis der Rosengeige

    Lilly ist Antiquitätenhändlerin in Berlin und sie liebt ihren kleinen Laden über alles. Eines Tages kommt ein älterer Herr und übergibt ihr eine Geige. Es sei ihre Geige. Noch bevor sie weiter nachfragen kann, ist der Mann allerdings schon wieder verschwunden. Lilly weiss nicht, was sie davon halten soll. Wieso soll ihr die Geige gehören? Sie weiht ihre beste Freundin Ellen ein, die in London lebt. Kurzerhand übergibt Lilly ihren Laden einer Studentin und fliegt nach London. Gemeinsam mit Ellen macht sie sich daran, das Rätzel der geheimnisvollen Geige zu erkunden, einer Geige, in die eine Rose eingraviert ist. In London lernt Lilly auch den charmanten Gabriel kennen. Gabriel, der eine Musikschule leitet, gefällt Lilly auf Anhieb sehr gut, doch sie muss immer wieder an Peter denken. Peter, mit dem sie glücklich verheiratet war und den sie durch eine schlimme Krebserkrankung verloren hat. Gabriel bekommt heraus, das die seltsame Geige den einst berühmten Violinistinnen Rose Gallway und später Helen Casrter gehört hat. Lilly lässt die Geschichte um Rose nicht mehr los. Zusammen mit Ellen fährt sie nach Italien, wo sich weitere Puzzlestückchen der Geschichte finden lassen. Schliesslich fliegt Lilly auch nach Indonesien, dem Ort, an dem Rose einst aufgewachsen war. Hier kommt sie dem Geheimnis um Rose und deren Geige ein ganzes Stückchen näher. Zurück in London, finden Gabriel und Lilly auch endlich richtig zueinander. Lilly ist sich sicher, dass die geheimnisvolle Geige ihr geholfen hat, sich wieder einer neuen Liebe zu öffnen. Irgendwann muss Lilly jedoch auch wieder zurück nach Berlin. Kaum dort, fährt sie weiter nach Hamburg zu ihren Eltern. Lilly muss ihre Mutter unbedingt fragen, ob sie den unbekannten Mann aus ihrem Laden, der ihr die Geige übergeben hat, evtl. kennt. Überraschende Neuigkeiten kommen zu Tage.

    "Der Mondscheingarten" ist ein wunderbares Buch um eine geheimnisvolle Geige und deren einstige Besitzerinnen. Ein schönes Buch, eine schöne Geschichte. Corina Bomann versteht es, den Leser mitzunehmen auf eine geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit. Vergangenheit, Gegenwart, die Schicksale verschiedener Frauen - was will man mehr, um ein paar schöne Stunden mit einem guten Buch zu verbringen? Besonders fand ich an dem Buch auch den Buchschnitt, verziert mit Magnolien.
  • Das Mädchen mit dem zweiten Gesicht
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    Mitreissend und spannend
    Rezension vom 05.04.2013
    Frankreich im 16. Jahrhundert. Madeleine wächst zunächst behütet bei ihrer Mutter auf, der Mutter, die einst aus Deutschland kam. Wieso Madeleines Mutter aus Deutschland weggezogen ist, erfährt sie jedoch erst viel, viel später. Eines Tages wird Madeleine von einer Vision heimgesucht. Sie kann in die nahe Zukunft schauen, doch ihre Mutter verbietet ihr, darüber zu reden. Sie redet ihr sogar ein, dass sie sich das nur einbilden würde. Als die Mutter einer Krankheit erliegt, wird Madeleine in ein nahe gelegenes Kloster gebracht, wo sie von Stund an leben wird.
    Im Land herrscht große Unruhe. Die Katholiken versuchen mit aller Macht, den aufstrebenden Protestantismus zu bekämpfen. Es herrscht ständig Krieg zwischen den beiden Glaubensparteien.
    Als Madeleine im Auftrag einer der Nonnen ins Dorf geht, überkommt sie wieder eine Vision und kann somit dem Hugenottenanführer Coligny vor einem Anschlag warnen und retten. Die Katholiken nehmen ihr dies äußerst übel. Auch im Koster ist sie nicht mehr sicher. Madeleine muss schließlich fliehen. Allein auf sich gestellt, versucht sie in das Lager der Hugenotten zu kommen. Es gelingt ihr. Sie wird warmherzig aufgenommen und sie verliebt sich in Nicolas de Vardes. Madeleine glaubt dort sicher zu sein, doch die Katholiken haben auch im Lager der Protestanten ihre Spitzel postiert. Es gelingt ihnen, Madeleine zu entführen. Der Hass des Herzogs de Guise ist so gross, dass er die junge Frau in den Kerker schmeißen lässt und an ihr seine ganze Wut in Form von Peitschenhieben auslässt. Madeleine jedoch überlebt. Ihre Retterin ist Catherine de Medici, die Königinmutter, die mächtigste Frau im Land. Die Frau, die sich mit Astrologie und Zwergen umgibt. Sie erhofft sich von Madeleine regelmäßige Wahrsagungen, doch diese kann ihre Visionen nicht steuern. So wird sie schnell uninteressant für die Medici, doch die hat eine andere Verwendung für sie. Madeleine wird als Spionin ausgebildet und wird zurück ins Lager der Hugenonotten gebracht. Hier sieht sie Nicolas wieder, ihre große Liebe. Sie ist hin- und hergerissen von dem Gedanken ihm von ihrer wahren Identität zu erzählen, doch sie wurde auch gewarnt es auf alle Fälle zu unterlassen. Hat diese Liebe zwischen einer Katholikin und einem Protestanten überhaupt eine Chance? Und wie kommt die junge Frau mit ihrer Spionagetätigkeit zurecht?

    Mit "Das Mädchen mit dem zweiten Gesicht" ist der Autorin ein Roman gelungen, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Farbenprächtige Schilderungen der Schlösser, der Feste, der Personen, aber auch grausame Details aus dem Kriegsgeschehen. Man hat das Gefühl, an der Seite Madeleines zu sein, die Geschichte hautnah zu erleben, mit ihr in ihrer Vision durch Paris zu laufen. Wunderbar geschrieben, spannend, fesselnd und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Ein historischer Roman, der unbedingt gelesen werden sollte. Ich freue mich auf weitere spannende Romane der Autorin!