Weder Fisch noch Fleisch
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einer Kundin/einem Kunden, am 27.06.2011
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Die Namen Edward Zwick, Jake Gyllenhaal und Anne Hathaway haben mich erst auf diesen Film aufmerksam gemacht. Die beiden Hauptdarsteller kannte ich u.a. bereits als Paar in Brokeback Mountain, der Regisseur Edward Zwick stand für mich für Filme wie Blood Diamond, Defiance oder Last Samurai, der Titel und das Filmplakat ließen auf eine leichte Kommödie schließen.
Was sich in den folgenden 112 Minuten auf der Leinwand entwickelte, lässt sich nur schwer einordnen. Ist es eine Kommödie, ein Drama, eine Sozialsatire oder ein Erotikfilm? Ich denke, es ist von jedem etwas, aber keines so richtig. Slapstick, Herz-Schmerz, Parkinson, nackte Haut, Macht der Pharmakonzerne und am Ende ein abgeschlossener Selbstfindungsprozess, alles ist zu finden und irgendwie miteinander vermengt, ohne eine stimmige Balance zu erreichen.
Die Figur des Jamie wird verhältnismäßig ausführlich eingeführt und beschrieben, zunächst als heißblütiger Verkäufer für HiFi-Geräte, dann als schwarzes Schaf der Familie. Leider bleibt für den Rest des Films von der vorgestellten Familienrunde, u.a. George Segal und Jill Clayburgh in ihrer letzten Rolle vor ihrem Tod, ausgerechnet der trottelige, verhaltensgestörte kleine Bruder erhalten, der für ein paar Schenkelklopfer unter der Gürtellinie sorgt, dessen Rolle ansonsten schlichtweg versandet. In kommödiantischer Form werden weitere eindimensionale Charaktere eingeführt (Ausbilderin bei Pfizer, Kollege, Ärzte, Sprechstundenhilfen und ein übermächtiger Gegenspieler, die Nummer 1 aller Pharmareferenten), bis endlich die scheinbar resolute Maggie im Patientenzimmer erscheint und sich u.a. einen Fleck an ihrer Brust diagnostizieren lässt. Wenn man von dieser Szene nicht allzu sehr abgelenkt wird, bekommt man noch mit, dass sie an Parkison im Frühstadium leidet. Ab hier scheint die Handlung erst so richtig in Fahrt zu kommen, in immer neuen Szenen finden die beiden Protagonisten körperlich zueinander, wobei von Liebe weder Maggie noch Jamie zunächst etwas wissen möchte. Wo in vergleichbaren Filmen die Darsteller verkrampft und teilweise ungelenk damit beschäftigt sind, ihre Blöße zu bedecken, verrutscht hier schon mal die Bettdecke oder zeigt Frau Hathaway nicht nur ihre nackte Rückenansicht. Dieser Schwung verebbt aus meiner Sicht schnell wieder, weil immer die selben Körperpartien, wenn auch an verschiedenen Orten, mit der Zeit langweilig werden. Aber jetzt geht der Film in den nächsten Akt über, in das Drama der Beziehung auf Grund der Parkinsonerkrankung von Maggie. Hier hat der Film seine stärksten Momente und die Darsteller aus meiner Sicht die besten Szenen. Doch kaum beginnt man, mit den Beiden mitzuleiden, wird man durch irgendeinen Gag wieder aus dieser Stimmung herausgerissen. Zwischendurch führt Jamie als Pharmareferent das neu entwickelte Viagra ein und zeigt, welches Anforderungsprofil für diesen Beruf vorausgesetzt wird. Am Ende schließt er seinen Selbstfindungsprozess, das einzig durchgehende Motiv in diesem Film, ab, legt den Schlüssel für seinen Porsche aus der Hand und wendet sich seiner eigentlichen Bestimmung zu.
Vielleicht hätten sich aus diesem Plot drei gute Filme entwickeln lassen, doch alles zusammen in einem ergibt für mich weder Fisch noch Fleisch.
Zur Ausstattung und Qualität von BD oder DVD kann ich kein Urteil abgeben, da ich den Film im Kino gesehen habe.