Rezensent im Portrait
Eine Kundin / Ein Kunde aus Walzbachtal
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nie wieder sushiRezension vom 24.04.2012mit *rotes Gold* liegt dem Leser der zweite Band um den Meisterkoch und Hobbyermittler Xavier Kieffer vor.
Xavier Kieffer bekommt eine Einladung zu einem Galadinner. Veranstalter dieses Dinner ist der Bürgermeister von Paris und der hat es sich nicht nehmen lassen, den zurzeit besten Shokunin als Koch zu verpflichten. Während dieser Veranstaltung soll der Sushimeister Ryuunosuke Mifune eine besondere Auszeichnung erhalten: Die Aufnahme in die Ehrenlegion. Leider stirbt der Koch während der Zubereitung des Shusi an einer Tetrodotoxin Vergiftung. Und wie in einem solchen Milieu nicht anders zu erwarten, handelt es sich hier um das Gift des Kugelfisches, das aber auch in den Tentakelspitzen des Octupus vorkommt.
Zunächst geht jeder davon aus, dass sich der Sushimeister versehentlich selbst vergiftet hat. Doch je mehr Fragen Xavier stellt, desto unwahrscheinlicher erscheint es, dass ein wahrer Meister unachtsam mit diesem Gift umgeht. Als der Bürgermeister Xavier bittet, in dem Fall zu ermitteln, lässt sich der Koch nicht lange bitten, zumal er damit auch seiner Freundin Valerie einen gefallen tun kann. Doch schon bald merkt er, dass er sich auf eine Sache eingelassen hat, die er alleine kaum bewältigen kann. Sein Freund Pekka Vatanen und auch die Gabin Erbin Valerie unterstützen ihn wie schon in Band 1. Sie stoßen auf eine regelrechte Thunfischmafia. Denn Sushi wird immer populärer doch die Fischfangquoten sind zu niedrig und die Meere zu sehr ausgefischt um die Nachfrage zu decken.
Was sie schon immer über Sushi und Fisch nicht wissen wollten, dieses Buch informiert sie über alle unappetitlichen Details in Sachen Fischzucht und Fischverarbeitung. Und streift dabei noch solche Gerichte wie Kapaun (kastrierter Hahn) und Ortolan (in Armagnac ertränkte kleine Vögel) so dass ich sicher nie wieder in Frankreich etwas essen werde das ich nicht genauestens kenne und identifizieren kann!
Zwei Punkte, die sind mir negativ aufgefallen sind: Zum einem, dass Xavier Kieffer so viel raucht. Ich denke mir, dass man als Kettenraucher irgendwann die Geschmacksnerven verliert und daher finde ich diesen extrem hohen Konsum etwas unglaubwürdig. Und es nervt auch auf Dauer zu lesen, dass er sich an der ersten Zigarette gleich die Nächste anzündet. Was mir auch nicht gefallen hat, ist, dass Xavier Kieffer immer ganz unpersönlich als: Der Koch tituliert wird. Dadurch wirkt die Person etwas unpersönlich. Schöner wäre es gewesen, wenn der Autor öfter den Vor- oder Zunamen des Hauptprotagonisten benutzt hätte.
Was mir gefällt ist die Glaubwürdigkeit der Geschichte. Als Koch hat Xavier wesentlich tiefere Einblicke in das Metier und stellt Fragen, auf die ein Flic nicht kommen würde. Er kennt Zusammenhänge, Preise und auch den Druck, immer bessere und ausgefallenere Gerichte zu kreieren. Er bewegt sich einem Metier mit einer gelassenen Sicherheit. In diesem Krimi führen sie seine Wege nach Frankreich und Italien und auch ihm als Koch wird bald klar, das hinter der Ermordung Mifunes mehr steckt, als ein harmloser Mord unter Konkurrenten. Alles in allem ein amüsanter, unterhaltsamer und gelungener Krimi und ich freue auf Band 3.
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pure MagieRezension vom 03.04.2012
Dieses Buch ist pure Magie!
Hector Bowen, genannt Prospero und Alexander H, genannt der graue Mann sind zwei seit Ewigkeiten verfeindete Zauberer und sie führen schon lange Zeit einen Krieg gegeneinander. Doch statt sich selber dem Kampf zu stellen wählen sie Schüler aus und lassen diese in einem Magierwettkampf gegeneinander antreten.
Diesmal wählt Hector seine Tochter Celia als Schülerin aus, die ihm eines Tages wie ein Paket in seiner Künstlergarderobe zugestellt wird. Alexander entscheidet sich für Mario, einem Jungen, den er nach langen Suchen in einem Waisenhaus entdeckt.
Durch einen Ring werden beide Kinder an die Aufgabe gebunden aber keiner der beiden ahnt am Anfang was von ihnen erwartet wird, noch kennen sie ihren Gegner. Sie wachsen einsam und ohne Liebe auf, ihr Leben ist einzig und allein auf das Erlernen von Magie und auf den Wettkampf ausgerichtet.
Austragungsort dieses Wettkampfes ist ein Zirkus. Der Nachtzirkus. Plötzlich ist er da und erstrahlt in hellem Glanz und zeigt außergewöhnliche Attraktionen.
Diese Attraktionen sind der Wettkampf. Erschafft Mario ein Eisblumenzelt kontert Celia mit einem lebenden Karussel. Wann sie sich erkennen und wer den Wettkampf gewinnt erlesen Sie sich bitte selber.
Durch den öffentlichen Austragungsort werden viele Menschen in den Wettkampf eingebunden. Da haben wir unter anderem Friedrick Thiessen, einen Uhrmacher, der Artikel über den Zirkus schreibt und wunderbare Uhren kreiert. Da haben wir Tsukiko, eine Schlangenfrau, die ein Geheimnis birgt. Da haben wir den Architekten und Ingenieur Mr. Barris, der den beiden Zauberern ganz unparteiisch bei ihren Entwürfen und Plänen für ausgefallene Attraktionen hilft. Und wir haben die Zwillinge Poppet und Widget. Sie kann in die Zukunft sehen, er die Vergangenheit der Menschen lesen. Natürlich gibt es noch viele weitere Protagonisten aber diese alle aufzuführen würde den Rahmen sprengen.
Mein Liebling in diesem Buch ist Bailey, der schon als kleiner Junge sein Herz an den Zirkus verliert. Der voller Sehnsucht Monate und Jahre auf das Erscheinen des Zirkus wartet und bei jedem neuen Besuch mit kindlichen Augen die Zelte bewundert und bestaunt. Er bringt uns die Magie des Zirkus nahe und führt uns auf immer neue Pfade. Wenn wir ihn begleiten erleben wir die Wunder und die Magie förmlich mit. Das sein Schicksal eng mit dem des Zirkus verbunden ist, ahnt er bei seinem ersten Besuch dort nicht.
Das Buch ist durchgehend im Präsens gehalten, dadurch erlebt der Leser die Geschichte viel intensiver mit. Das Buch selber ist schön gestaltet und das Covermotiv passt ausgezeichnet. Vor jedem einzelnen Kapitel wird der Leser direkt angesprochen und in diverse Zelte begleitet. Dadurch erleben wir die dortigen Attraktionen so als wären wir persönlich dort.
Wer ein herum Gefuchtel mit Zauberstäben a la Harry Potter und unaussprechliche Zauberformel erwartet, der wird enttäuscht werden. Dies ist ein ruhiges, stilles Buch, in der die Magie still und leise gewirkt wird und sich nur dadurch zeigt, dass im Zirkus immer wieder neu Zelte mit wunderbaren Attraktionen erscheinen, die vorher niemand wahrgenommen hat und die die Herzen der Menschen ansprechen.
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mehr davonRezension vom 25.07.2011Das Buch hat ein helles, freundlich wirkendes Cover. Nicht so ein dunkles Cover mit brutal rotem Aufdruck, was heute im Krimibereich überaus modern ist und bei denen das Blut schon beim bloßen Anblick aus den Seiten trieft. Also traut sich der Leser dezenter Kriminalromane an diesen Krimi heran und sein Mut wird belohnt. Getreu dem Motto in diesem Buch: Tue, was Du tust, läßt man sich mit all seinen Sinnen auf diesen wirklich gelungenen dritten Krimi von Inge Löhning ein.
Die Protagonistin Vicki wächst einem ans Herz. Mit ihrer Unangepasstheit, die einen an die eigene Rebellion erinnert, mit ihrem durch Fotografie geschulten, wachen klaren Blick auf die Umwelt, mit ihrem verzweifelten Versuch, im Leben Fuß zu fassen und ihre traurigen Erinnerungen zu verarbeiten wirkt sie auf den Leser sehr symphatisch. Auch die anderen Figuren sind klar skizziert, allerdings ist sich der Leser bewusst, dass nicht jeder sein kann, was er vorzugeben scheint. Weder der spendable Menschenfreud Jobst, noch der zwielichtige Serge noch das Weichei Rene sind, was sie zu sein scheinen. Und Lichtenberg ist so klar als Antifigur beschrieben, der einem eine Gänsehaut bereitet, dass nicht zu zweifeln ist, dass er mit Sicherheit nicht der Täter sein kann.
Obwohl KHK Dühnfort seine Probleme hat, ist er bei weitem nicht so negativ skizziert, wie seine nordischen Kollegen und bei aller Melancholie gibt es doch immer einen Schuss Optimismus in seinem Charakter.
Obwohl es sich um einen Krimi handelt und die Verbrechen an den Frauen äußerst brutal sind, schockiert einen das Buch nicht , sondern es wirkt leicht auf den Leser, wie ein Sommer in München, der Stadt, in der dieser Krimi spielt.
Und mir gefällt der Ausflug in die Kunst und Kultur, das ist eine der Eigenarten, die ich an den frühen alten englischen Krimis schon immer mochte. Nur während diese mittlerweile leicht verstaubt wirken, kommt der Krimi von Frau Löhning aktuell, spannend und modern daher und fesselt ab der ersten Seite
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nett aber mehr nichtRezension vom 25.07.2011ein Krimi für einen lauen, italienischen Sommerabend.
in Capo di Ponte Emilia wir ein alter Partisan beerdigt. Es ist Hochsommer und alle denken nur daran, nach dieser Beerdigung an das Meer zu fahren und ein paar Wochen Ferien zu genießen.
Da passiert das Unfassbare. In dem langweiligen, kleinen, italienischen Dorf, in dem nie etwas passiert, wird von dem Postboten des Dorfes an dem Briefkasten eines unbewohnten Hauses eine abgetrennte Hand gefunden. Doch es bleibt nicht bei dieser Hand. Ein alter, an alzheimer erkrankter seniler, alter Mann wird in einem Altersruhesitz umgebracht "Warum macht man sich soviel Mühe, einen alten Mann umzubringen. der allein schon wegen der vielen Beruhigungsmittel spätestens in einem halben Jahr abgetreten wäre? " fragt sich Marescialla Boskovic, der in der sommerlichen Hitze die Ermittlungen leiten muß. Eine weiterer Hand taucht auf, ein weiterer Mord passiert und bald ist dem ERmittler klar, dass es einen Zusammenhang geben muß.
Soweit meine Zusammenfassung. Leider hält das Buch nicht, was die Leseprobe versprochen hat. Die oben geschilderte Storyline ist spannend und man symphatisiert mit Boskovic, Rizzitano und Enrico Radeschi, den Hauptprotagonisten des Buches, die sich den Ermittlungen mit viel Kaffee, Alkohol und Zigaretten und italienischem Charme widmen. Leider mußte der Autor noch zwei Handlungsstränge einbauen. Einen über böse Albaner, die die italienische Provinz durch ihre Raubzüge unsicher machen. Und ein Doppelmord in Bologna, bei dessen Aufklärung Emilio Radeschi, seines Zeichens freier Reporter, ebenfalls helfen muß. Dadurch pendelt Radeschi permanent zwischen Bologna und dem Dorf hin und her, was dem Verlauf der Geschichte keineswegs gut tut. Alle Vorfälle haben eigentlich nichts miteinander zu tun, es werden Querverbindungen geschaffen, die dem Hauptplot in keinster Weise voranbringtn und den Leser nur verwirrt. Dann noch eine unglückliche Liebesgeschichte, etwas Sex zum Crime, ebenfalls Nebenschauplätze, auf die man gerne zu Gunsten der Hauptstoryline hätte verzichten können. Schade eigentlich. Ein schöner Plot, ein guter Beginn wurden mit zuvielen Nebeneffekten überfrachtet, dass man dann zum Ende hin doch die Lust verloren hat.
Mich persönlich hat noch gestört, dass viele italieneische Begriffe und lateinische Zitate nicht erklärt wurden. Man setzt wohl voraus, dass in Zeiten von Brunetti jeder deutsche Krimileser die Standarbegriffe der italienischen Polizei zur Hand hat aber dem ist leider nicht so. Hier hätte sich die Übersetzerin mehr Mühe geben können.
Fazit: Für Italienliebhaber eine nette Unterhaltung aber mehr nicht
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leicht zu lesenRezension vom 25.07.2011Natasa Dragnic erzählt in kurzen, knappen aber sehr poetischen Sätzen die Liebesgeschichte von Dora und Luka.
Wir verfolgen den Weg der beiden von Geburt an. Während Lukas Geburt still und leise vor sich geht drängt sich Dora mit einem lauten Schrei auf die Welt und das Verhalten während der Geburt prägt beider Charakter und Lebensweg. Dora ist fast drei Jahre alt und Luka fünf, als sich beide Kinder im Kindergarten das erste Mal sehen und sie sind ab da unzertrennlich. Für die Dorfbewohner sind sie eine Einheit, untrennbar, wie Baum und Ast. Dora ist die Laute, Neugierige während Luka ein stiller Junge ist, der ab und zu zu Anfällen neigt und die Welt um sich herum vergißt. Nur Dora kann ihn aus dieser Trance wieder herausholen.
Doch als Dora sechs Jahre alt ist, bekommt ihr Vater, ein angesehener Archtiekt, einen Auftrag in Paris und die Familie zieht fort. Ein kleiner Tod für die Kinder.
Dora findet neue Freunde und erreicht ihr Ziel, Schauspielerin zu werden. Luka bleibt in dem kleinen Dorf, muß jedoch einsehen, dass Dora nicht zurückkommt, beginnt an der Kunsthochschule in Zagreb ein Studium und wird ein begnadeter Maler.
Als er seine erste Ausstellung in Paris hat, treffen sich die beiden nach 16 Jahren wieder und erkennen, dass schon in ihrer Kindheit die Saat der Liebe gelegt wurde, die nun erblüht. Und wieder sind sie unzertrennlich.
Luka reist nach Hause, um seine Angelegenheiten zu klären, um dann für immer in Paris zu bleiben. Doch er muß erfahren, dass seine Exfreundin ein Kind von ihm erwartet und er stellt sich der Verantwortung und heiratet Klara, seine Liebe gilt aber auf immer Dora.
Werden sich die beiden Liebenden jemals wieder sehen?
Die Autorin erzählt diese Geschichte in sehr schönen Worten. Der stetige Wechsel zwischen der Entwicklung von Luka und Dora hält den Spannungsbogen hoch und man leidet mit den Protagonisten, wünscht ihnen alles erdenklich Gute. Die Auswahl der Gedichte trifft die Essenz der Liebe sehr genau, was braucht man mehr Worte um die ewige Liebe zu erklären?
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zu wenig AffenRezension vom 25.07.2011Zitat: "Bonobos gelten als bedrohte Tierart, sowohl auf Grund des Verlustes ihres Lebensraumes als auch auf Grund der Bejagung durch den Menschen zum Verzehr"
Der Journalist John Thipgen wird beauftragt, ein Interview über die Wissenschaftlerin Isabell Duncan zu führen, die an einem Insitut arbeitet, wo das Verhalten der Bonobos (Menschenaffen) untersucht wird. Er ist sowohl von den Affen, als auch von Isabel fasziniert.
Kurz nach seiner Rückkehr nach Philadelphia wird auf das Institut ein Bombenanschlag verübt, Isabel Duncan wird schwerverletzt und während sie im Krankenhaus liegt, verschwinden die Affen. John wird die Story entzogen und frustriert zieht er mit seiner Frau, die eine Hollywoodkarriere als Drehbuchautorin anstrebt, nach Los Angeles.
Nachdem Isabel aus dem Krankenhaus entlassen wird macht sie sich auf die Suche nach den Affen, die für sie wie eine Familie sind, doch zuerst steht sie vor einer sprichwörtlichen Mauer. Dann stolpert sie mehr zufällig über ein riesiges Werbeplakat, das für eine neue Reality TV Show wirbt. Darsteller sind ihre verlorenen Bonobos.
Sie macht sich auf den Weg zu dem Ort, an dem die Sendung aufgenommen wird. John, der einen neuen Job als Journalist eines Schundblattes in LA angenommen hat, wird ebenfalls dorthin geschickt, um eine Artikelserie über die Sendung zu verfassen. So kreuzen sich die Wege von John und Isabel erneut und gemeinsam fassen sie einen Plan, die Affen zu befreien.
An sich eine spannende Story, gut geschrieben und sicher auch gut recherchiert. Leider ist das Buch mit Nebenhandlungen total überfrachtet, so dass für mich persönlich das Thema Affen viel zu kurz kommt. Es interessiert mich nicht, ob Johns Frau Amanda eine verkappte Autorin ist, dass sie zu Dpressionen neigt, das die Schwiegereltern das Grauen schlechthin sind und das man sich in LA wohl nur behaupten kann, wenn man ein Klon von Paris Hilton ist Das hin und her des Themas: Kind ja..Kind nein, wird auch mehr als hinlänglich ausgereizt.
Zieht man als diese Nebenhandlungen ab, bleibt als Essenz ein wunderbares Buch über eine bedrohte Tierart, die uns Menschen näher steht, als wir vermutlich wahrhaben wollen.
Gute Unterhaltung, die besser hätte sein können
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spannendRezension vom 25.07.2011David Lukas ist ein ein etwas weltfremder Antiquar, der München einen kleinen Buchladen führt und seine Bücher mehr liebt als die Menschen. Sein geruhsames Leben endet, als Prof. Lieberman eines Tages seinen Laden betritt. Er versteckt in zwischen Lukas Büchern ein Holzkästchen , darin Fotos, eine Locke und ein über hundert Jahre altes Tagebuch, das teilweise in einer Geheimschrift abgefaßt ist. Kurz nachdem Prof. Liebermann den Laden von Lukas verlassen hat, wird er ermordet. Lukas findet das ihm unbekannte Kästchen und ab da nimmt sein Leben eine fuliminante Wendung.
Bald merkt Lukas, dass der Verfasser des Tagebuchs ein enger Vertrauter König Ludwigs II war, der unter bisher ungeklärten Umständen zu Tode kam. Hier handelt es sich um einen Augenzeugenbericht, der die Geschichtsschreibung ad absurdum führen würde. Nicht nur geheime Sektenmitglieder sind ab da hinter Lukas her, die Polizei verdächtigt ihn des Mordes an Prof. Liebermann. Gemeinsam mit der Kunstdedektivin Sara Lengfeld macht sich Lukas daran, das Tagebuch zu entschlüsseln und das Geheimnis zu lösen, denn nur so kann er sein Leben retten.
Das Buch als historischen Roman zu titulieren finde ich etwas unpassend. Es ist Mix aus Historischem , Fiktion und einem Thriller. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist sehr gut gelungen und sorgt für einen hohen Spannungsbogen. Die Charaktere sind glaubhaft und der Kontrast zwischen Lukas etwas weltfremder Art und Saras Kaltschneuzigkeit sorgen für einige heitere Momente. Ich habe mir gut unterhalten gefühlt und hatte das Buch an einem Nachmittag durch
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zauberhaft leichtRezension vom 25.07.2011Treviso ist einer kleiner Ort in Italien der von der Welt vergessen wurde. Es passiert nichts, die alten Leute sterben weg und die jungen Leute wandern aus, weil sie dort keine Zukunft sehen. Ein Laden nach dem anderen muß schließen und es ist abzusehen, wann der Ort zu einem Geisterort wird.
Da liest Don Antonio, der Pfarrer des Dorfes, einen Artikel über einen Ort in den Anden, in dem ein Wunder passiert ist. Und dass sich nun die Bewohner dieses bisher vergessenen Ortes vor lauter Touristen kaum noch retten können. Also denkt er sich, ganz wie Don Camillo das getan hätte: Ein Wunder muß her.
Zusammen mit dem Zimmermann Salvatore Tarlo präpariert er eine Madonnenstatue so, dass sie blutige Tränen weint. Wer weiß schon, dass es sich um den schlechtesten Rotwein des Ortes handelt.
Und Don Antonios Plan geht auf, Touristen kommen in Scharen, die Geschäfte florieren und das Dorf wird berühmt. Das ruft allerdings auch den Vatikan auf den Plan, der einen Beauftragen der Untersuchungskommission für Wundererscheinungen nach Treviso schicken will, um das die weinende Madonna zu untersuchen. Das bringt Don Antonio doch etwas in Verlegenheit und das ganze Dorf schließt sich zusammen, um eine Aufdeckung der Scharade zu vermeiden.
Hauptakteure des Buches sind in meinen Augen aber nicht Don Antonio und Salvatore Tarlo sondern die liebevoll gezeichneten Nebenfiguren, angefangen bei dem Geist Don Ingazios, bei dem sich Don Antonio in der Krypra regelmäßig Rat einholt. Dann Maria, die Schwester Don Antonios, die nach 23 Jahre Abwesenheit wieder in Treviso auftaucht um ihrem Bruder den Haushalt zu führen und die im Alter von 63 Jahren ihre Liebe zu Luigi dem Frisör entdeckt. Dann wäre da noch Vito, der Ladenbesitzer und Massimo, der Kneipenwirt, sowie der eitle Bürgermeister Mario und sein liebeskrankerNeffe Giorgio.
Alle Figuren sind wunderbar beschrieben und strahlen einen unbeschreiblichen Charme und Witz aus, so dass man sofort nach Treviso fahren möchte um diese Menschen kennzulernen.
Ein luftig, locker, leichtes und unterhaltsames Buch, dass mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat.
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lesenswertRezension vom 25.07.2011Robert Walcher ist freischaffender Journalist und lebt im friedlichen und beschaulichen Allgäu, wo man sein Haus noch verlassen kann ohne die Türen abzuschließen und wo alle Informationen im Tante Emma Laden von Frau Zehner zusammenlaufen.
In seiner Freizeit fotografiert er gerne alte Häuser am Bodensse. Bei einer dieser Fototouren entdeckt er eine abseits gelegene Villa, die er ohne Erlaubnis betritt. Ein Fehler, denn er stolpert buchstäblich über die Leiche eines älteren Mannes. Unter dieser Leiche entdeckt er einen Leitz Ordner. Von journalistischer Neugier getrieben, nimmt er den Inhalt dieses Ordners an sich. Dabei wird er jedoch beobachtet und von nun an ist es vorbei mit dem beschaulichen Leben. Sein Auto und seine Wohnung werden verwanzt, in seinem Keller wird ein totes Schwein aufgehängt und Menschen, die er im Zuge seiner Recherchen aufsucht ,werden ermordet.
Das Buch ist eher als eine Art Bericht geschieben. Jede Person wird in einem kurzen, knappen Artikel mit einem Lebenslauf vorgestellt. Zusammengeführt wird alles über die Kapitel Walcher. Es erfolgt ein sehr schneller Szenarienwechsel, trotzdem kann man der Geschichte gut folgen. Besonders hat mir gefallen, wie die Atmosphäre im Allgäu beschrieben wurde. Erst die bie beschaulichen, fast familiären Szenen, dann der Verlust der Sicherheit, ein schleichendes Unwohlsein durch die Einbrüche und Morde. Man bekommt das Gefühl, dass Walcher Stattsfeind Nummer 1 wird.
Der einzige Negativpunkt sind die Bösewichter in dem Buch. Jonny ist mir zu klischeehaft gezeichnet und auch DeLucca ist mir zu eindimenional. Auf die Motive wird nicht wirklich eingegangen. Machtübernahme in einem Konzern, der Welten überspannt kam einfach zu billig herüber. Manche sachen bleiben etwas unlogisch, z.B. der Sinn des Tochterwechsels.
Aber alles in allem ein solider Krimi für Leute, die ich nicht unbedingt in Blut wälzen wollen. Und empfehlenswert für alle Lottosüchtigen, die danach eventuell geheilt sind :)

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